Pheidole pallidula

Hier kann diskutiert und gefragt werden.

Pheidole pallidula

Beitragvon ANTianer » 21. Nov 2012 20:37

Servus, ist ein langer Text geworden, aber Projekte sind immer ausführlich ;-) muss ja an alles gedacht werden :mrgreen: :mrgreen:

Wollte euch mal mein nächstes Projekt vorstellen, das ich im Frühjahr in Angriff nehme (zur Zeit leider zu wenig Zeit, um es umzusetzen).

Es handelt sich um eine Kolonie Pheidole pallidula, diese wird in einem Erdnest gehalten.
Dazu fülle ich ein Becken 600x300x300mm mit einem Sand/Lehm Gemisch 3:1.
In die eine Ecke werde ich einen Ytong kleben, der an der Unterseite ausgehöhlt ist. Dieser dient als Befeuchtungsstelle.

Wieso kein Seramis werden sich einige fragen ?
Ganz klar ist für mich absolut unpraktisch, da die Ameisen irgendwann das Seramis angraben und somit die Befeuchtung sich schwierig gestaltet bzw. jedes mal eine Massenpanik ausbricht :twisted:

Somit eine einfache Lösung gesucht und gefunden.
Ytong ~ 200x200x50mm in eine der Ecken kleben. Diesen mithilfe eines Schlauches (der durch eine der 2 27mm Bohrungen gelegt wird) diesen dann füllen. Der Ytong saugt das Wasser auf und gibt es kontinuierlich an das Sand/Lehmgemisch ab.

Frage an euch alle, ist das denn so ? oder macht mir die kapillare Wirkung des Gemischs (evtl. zu niedrig) eines Strich durch die Rechnung ?

Dieses Sand/Lehmgemisch wird bis auf 5mm unter die 27mm Bohrungen eingefüllt. Mittig wird dann eine leichte Erhebung angelegt ~ 20-40mm.

Frage an euch alle, was meint ihr ? Sollte ich ein helles Sand/Lehmgemisch verwenden ? Frage dazu: Lässt sich auf diesem problemlos Gras/Moos anpflanzen/kultivieren ?
ODER
Sollte ich einfach mir die benötigte Erde samt Gras bzw. Moos einfach aus der Natur entnehmen und ins Becken packen ?

Somit wird das Becken zu einer riesigen Farm. Das ich die Pheidole dann so gut wie nie zu Gesicht bekomme und quasi null Nesteinsicht habe, ist mir bewusst und ist erträglich :D Halte ja noch Lasius niger und Lasius flavus beide in einem Ytong Nest. Habe leider noch keinen dauerhaften Bericht gefunden, der über Pheidole pallidula in einem Ytongnest berichtet. Daher gehe ich das Risiko lieber nicht ein, dass sie sich da durchknabbern :D
bzw. Hat jemand Erfahrung mit Pheidole pallidula in Ytong Nestern ?
Der gesamte "Farm"bereich wird dann mit Gras oder Moos bepflanzt. Alles was dann zu hoch sprießt wird abgeschnitten.

Um die Temperatur aufrecht zu halten, befestige ich eine 180x210mm große Heizfolie an der Rückseite des Beckens (genügend Luft um einen Hitzestau zu vermeiden).
Um überschüssige Luftfeuchtigkeit zu beseitigen, wird an demselben Loch, wo der Bewässerungsschlauch reinkommt, noch eine Luftpumpe angeschlossen (350l/h) mit 2 Ausströumungspunkten. Wozu brauche ich die ? Luftfeuchtigkeit zieht ja auch langsam von alleine durchs Gitter ab. Wieso ? Siehe Ausbruchsschutz :D

Da Pheidole pallidula wahre Ausbruchsspezialisten sind muss natürlich etwas ausgefeiltes her ;-)

Da sich hier im Forum schon massig Möglichkeiten gefunden haben, um Becken relativ a,usbruchssicher zu gestalten nehme ich einfach mehrere zusammen und kombiniere diese :)

Zum Ausbruchsschutz:
Deckel na klar, ohne ist bei Beschädigung der Rutschschichten das große Krabbeln angesagt :shock: :shock:
Der Deckel wird speziell behandelt ;-)
Frischhaltefolie übers ganze Becken spannen und befestigen.
Deckel von Fett und Feuchtigkeit befreien.
Den gesamten Deckelrand von Innen mit Silikon (Adhesal ist da ganz gut geeignet, ist ungiftig und abnagungssicher ^^) voll machen und dann vorsichtig mit leichtem Druck auf das Becken pressen.
Somit liegt der Deckel mehr als dicht genug auf. Wenn das Silikon getrocknet ist, Deckel abheben und Frischhaltefolie entfernen. Und TADA Deckel sicher !
Aber ohne Rutschmittel geht es dann halt doch nicht:
Es wird PTFE (Teflon) und Talkum verwendet. Diese beide wurden in mehreren Haltungsberichten ausprobiert mal halt das eine, mal das andere. Kurz gesagt: beides muss hin bei 2 mittelgroßen Becken, kann nicht mal eben so schnell, das gewechselt werden ^^

Das PTFE wird ca. 3cm unter dem Beckenrand 2,5cm Breit aufgetragen. Vorher aber wird das Talkum in Stellung gebracht !
Dazu werden 25mm Winkel aus Kunststoff so zurecht geschnitten, dass sie das gesamte Becken einrahmen (von innen).
Dort wird dann vor der Befestigung mit Silikon an der Scheibe feuchtes Talkum angebracht, das dann erst mal 1-2 Tage durchtrocknen kann.
Diese Winkel werden dann vorsichtig eingeklebt, so dass eine Kante von 5mm bis zum Deckel bleiben. (Sind dann wie ein umgedrehtes „L“
Das Talkum ist selbstverständlich nur an einer Seite (Innenseite oben, die Ameisen müssen es dann also Horizontal überqueren, was das alles nochmal sicherer macht).
Wenn diese Winkel dann montiert sind, wird das PTFE aufgetragen - bündig an die Winkel 2,5cm breit.
Da PTFE und Talkum beide bei zu hoher Luftfeuchtigkeit unwirksam werden, erklärt sich nun auch die Luftpumpe.

Das zweite Becken wird ebenfalls so gesichert und diese beiden Becken werden mit Hilfe von 28/22mm Schläuchen verbunden.
Das zweite Becken wird einzig als Arena genutzt und relativ trocken sein (Sand / Lehm oder Gipsboden evtl. paar Kakteen oder Tilandsien und das wars ;-)
Was wäre denn die maximale Entfernung für eine Pheidole pallidula Kolonie ~1000 Arbeiterinnen, die sie zurücklegen würden. ? 2 Meter... 4 Meter... oder mehr ? Je nachdem baue ich dann meine Zimmer um. Starte mit einer kleineren Kolonie, dennoch wird diese unweigerlich diese Größe erreichen :D

Danke für´s Lesen und evtl. habt ihr ja jetzt noch muße auch Antworten auf die Fragen zu geben ;-)
Bei den direkten Haltungserfahrungsfragen bitte keine, "habe ich mal irgendwo gelesen oder gesehen", sondern nur eigene Erfahrungen bzw. allgemeines Wissen, was einwandfrei untermauert werden kann.
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Re: Pheidole pallidula

Beitragvon MrIglo » 23. Nov 2012 09:01

Klingt ja spannend. Zeigst du uns Fotos?

Frage an euch alle, was meint ihr ? Sollte ich ein helles Sand/Lehmgemisch verwenden ? Frage dazu: Lässt sich auf diesem problemlos Gras/Moos anpflanzen/kultivieren ?

Moos braucht es sehr feucht, sogar Feuchtigkeit von oben. Gras könnte gehen.

Frage an euch alle, ist das denn so ? oder macht mir die kapillare Wirkung des Gemischs (evtl. zu niedrig) eines Strich durch die Rechnung ?

Ja

Den gesamten Deckelrand von Innen mit Silikon (Adhesal ist da ganz gut geeignet, ist ungiftig und abnagungssicher ^^) voll machen und dann vorsichtig mit leichtem Druck auf das Becken pressen.

Prüfe gut nach, ob das dicht wird. Wenn der Deckel sich durch Wärme und Feuchtigkeit verzieht, dann ist dieses Vorgehen nicht sehr sicher.

Um die Temperatur aufrecht zu halten, befestige ich eine 180x210mm große Heizfolie an der Rückseite des Beckens (genügend Luft um einen Hitzestau zu vermeiden).


Es wird PTFE (Teflon) und Talkum verwendet. Diese beide wurden in mehreren Haltungsberichten ausprobiert mal halt das eine, mal das andere. Kurz gesagt: beides muss hin bei 2 mittelgroßen Becken, kann nicht mal eben so schnell, das gewechselt werden ^^


Heizen ist gut. ABER wenn das Substrat erwärmt wird, verdunstet viel Wasser. Durch das Temperaturgefälle an Deckel und Wänden wird Wasser kondensieren - das legt den Ausbruchsschutz lahm.

Wenn du heizen willst, musst du den feuchten Boden mit Steinen abdecken oder eine richtig gute Belüftung haben!


Ich habe einen Vorschläg!
viewtopic.php?f=135&t=16030&st=0&sk=t&sd=a
Den Sand kannst du ja Dicker machen und bepflanzen. Musst nur immer gießen. Für den Schwarmflug reicht ein Fliegengitter.

Wie willst du den Müll entfernen, damit nicht alles gammelt? Ist ja alles relativ feucht.

Hast du schon eine große Kolonie? Eine kleine Kolonie ist ja erstmal in einem Reagenzglas gut aufgehoben oder einem Mini-Nest.

LG
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Re: Pheidole pallidula

Beitragvon ANTianer » 23. Nov 2012 18:34

Zur kapillaren Wirkung war das ja auf "funktioniert das ?" oder auf "macht es einen Strich durch die Rechnung bezogen ?" :D ???


Denke der Deckel wird sich nicht verziehen (nehme einen von Antstore aus Glas / Alugitter und Aluwinkeln gefertigt)

Das mit der Belüftung hatte ich mir ja überlegt ;-) 350 Liter die Stunde Luftaustausch sollten meines Wissens nach mehr als ausreichend sein oder ?
Ist ja fast das siebenfache des gesamten Beckeninhalts.

Dein Link hatte ich mir vorher schon angeschaut und daher kommt auch ungefähr mein Ausbruchschutz -.-
Nur hat Antstore keine Kunststoff U Profile im Sortiment mit einer geeigneten Größe (20x13mm o.ä.)
Wenn dann nur aus Aluminium, was aber sehr teuer wird bei fast 4-5 Meter :D
Noch dazu ist die Bearbeitung etwas schwieriger ;-)

Müll entfernen ?? ;-D Bete zu Gott, dass sie diesen in die trockene Arena bringen ;-)
Nein natürlich nicht :) Werde evtl. Silberfischchen oder ähnliche mit ins Becken geben - diese überleben zwar nicht lange, aber sind ja nicht teuer :) muss ich nur noch herausbekommen, wo man diese kaufen kann :mrgreen:

Eine große Kolonie habe ich, ist zwar Lasius flavus, aber sind so ~5000 Damen
Da diese z.Z. aber Winterruhe halten, könnte ich höchstens die Anlage fotografieren, aber da sind 2 Becken sowieso leer, da diese einen neuen Ausbruchschutz und neu gestaltet werden - also nicht viel zu sehen :D.
Pheidole pallidula habe ich noch nicht :), sobald dieses Projekt aber bewältigt ist, gibt es natürlich mehr als genügend Fotos :)
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