Blattlauszucht auf Kunstdiät??

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Blattlauszucht auf Kunstdiät??

Beitragvon ryoba » 11. Jul 2005 19:43

Hat schon mal jemand von der "Kunstdiät für Blattläuse" gehört?
Hierbei wird eine Petrieschale mit künstlichem Phloemsaft befüllt,
und dann mit Parafilm überspannt.
Anscheinend kann man dann darauf Blattläuse züchten.
Mich würde interresiern woraus diese Kunstdiät besteht,
bzw. wie man sie selber herstellen kann.
Ist wahrscheinlich umständlicher als ne normale Blattlauszucht auf Pflanzen,
ich würds aber trotzdem gerne mal ausprobieren.
wenn jemand was weis, wäre das echt hilfreich.
Dieses Thema gabs schon mal im AF, da ist aber 1. nichts bei rausgekommen,
und 2. kommt man an den Artikel ja nicht mehr ran.
Gebt mal "Kunstdiät" bei google ein.
Da gibts einen Artikel der zwar die Existenz beweißt, aber leider ansonsten nicht sehr hilfreich ist.
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Zuletzt geändert von ryoba am 11. Jul 2005 21:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Bud Spencer » 11. Jul 2005 22:20

Hi,

der Phloemsaft von Pflanzen enthält im Wesentlichen Photosyntheseprodukte, also Zucker, den die Blattläuse abzapfen, indem sie direkt die Siebröhren der Pflanze anbohren und sich dann quasi volllaufen lassen. Ich frage mich allerdings, ob das mit dem Parafilm so gut funktioniert, da dieser ja ziemlich dicht und dick ist. Un dob die Blattläuse es kapieren, dass unter dem Parafilm Zuckelösung ist, kann ich auch nicht sagen. Außerdem müsste das Gefäß, das mit dem Parafilm verschlossen wird entweder immer randvoll sein, da die Läuse ja sonst nicht an den Inhalt rankommen oder es müsste auf dem Kopf stehen, so dass man es von ober befüllen kann.

Fazit: Komische Geschichte und was soll es bringen? Dann lieber ab und an ne Pflanze gießen und damit Feierabend.

Gruß,

Bud
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Beitragvon Martin S. » 11. Jul 2005 22:59

Hi,
Also für Experimente bin ich immer offen, aber informationen zu diesem Thema habe ich so jetzt leider auch nicht. Ich kann ja mal etwas recherchieren.

Gruß Martin :D
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Beitragvon Martin S. » 11. Jul 2005 23:13

Du meinst vermutlich dieses *.pdf Dokument von "Spektrum" http://www.antstore.net/dload.php?actio ... file_id=61

So, von Daniel (LuigiU) hatte ich folgendes gefunden:

Die Zusammensetzung des Phloemsaftes: Saccharose, Aminosäuren, Hormone und einige anorganische Ionen.

Saccharose macht den Hauptteil aus. Aminosäuren sind hauptsächlich Glutamat und Aspartat bzw. Glutamin und Asparagin. Sind in etwa dasselbe, die ersten beiden haben ein Säurerest. Die anderen beide ein Aminorest (etwas vereinfacht ausgedrückt). Ihre Konzentrationen variieren stark, sogar bei denselben Pflanzen. Im vergleich zu den Kohlenhydrat-Konzentrationen sind sie aber niedrig. Über die Hormone kann ich nicht viel sagen nur das so alle Typischen Pflanzenhormone im Saft gefunden wurden. Nucleotidphosphate und Proteine sind ebenfalls gefunden worden. Zu den bisher identifizierten Proteinen gehören solch mit grundlegenden zellulären Funktionen wie Proteinkinasen (Proteinphosphorylierung), Thioredoxin (Disulfid-Reduktion), Ubiquitin(Protein turnover) und Chaperone (Proteinfaltung).
Von den anorganischen Stoffen hat man Kalium, Magnesium, Phosphat und Chlorid im Phloem gefunden


Und der Parafilm soll eine Art "Frischhaltefolie" sein. Dieses Material soll selbsthaftend und extrem dehnbar sein.
Im Labor wird es verwendet, um Petrischalen abzudichten oder Erlenmeyerkolben zu verschließen.

Zu den Inhaltsstoffen von Honigtau ist hier etwas zu finden: Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar

Gruß Martin :D
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Beitragvon ryoba » 19. Jul 2005 20:22

Ja, genau den Artikel habe ich gemeint. Einfach nur Honig zu verwenden wird aber wohl nicht ausreichen. Ich habe diesen Text gefunden:

"Die Aphiden können an synthetischen Diäten mit einer bestimmten Vitaminzusammensetzung (Ascorbinsäure, sieben B-Vitamine, Cholin und meso-Inosit) über beliebig viele Generationen gezüchtet werden.
Bei Ascorbinsäure-, Nicotinsäure-, Folsäure- oder Thiaminmangel endet die Entwicklung spätestens mit der 2. Generation.
Fehlen von Pantothensäure, Pyridoxin, Biotin, Cholin oder meso-Inosit wirkt sich weniger stark aus: Die Aphiden erreichen an diesen Diäten die 3. oder 4. Generation.
An Riboflavin-freien Diäten können mindestens 10 Generationen völlig normal wie an solchen mit Riboflavin gezüchtet werden.
Wenn in der Nahrung außer Riboflavin auch Pantothensäure, Pyridoxin, Biotin, Cholin oder meso-Inosit fehlen, entwickeln sich mindestens 5 Generationen weitgehend normal. Allerdings bedingt die Abwesenheit von Pyridoxin oder Inosit geringeres Wachstum und verminderte Reproduktion.
Bei Ascorbinsäure-, Nicotinsäure-, Folsäure- oder Thiaminmangel treten starke Ausfallserscheinungen auf, unabhängig davon, ob Riboflavin in der Diät enthalten ist oder nicht.
NurAscorbinsäure, Ncotinsäure, Folsäure und Thiamin sind für Aphiden essentiell. Pyridoxin und meso-Inosit sind entbehrlich, fördern aber Wachstum und Reproduktion und sollten daher der Nahrung zugesetzt werden.
An Diäten ohne Riboflavin, Pantothensäure, Biotin und Cholin wurden über 10 Generationen gezüchtet; Wachstum und Reproduktion blieben in allen Generationen konstant."

Allerdings stand da immer noch nichts über die Herstellung.
Ich bin aber sicher daß das "Geheimnis" zu lüften ist.

Gruß, ryoba
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Beitragvon Martin S. » 20. Jul 2005 18:22

Dann kontaktiere doch mal die Autoren Klaus H. Hoffmann.
Hier der Link:
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Prof. Dr. Klaus H. Hoffmann
Professor
Tierökologie I

Telefon: +49 (0)921/55-2650
Fax: +49 (0)921/55-2784
Raum: Gebäude NW I, Raum 5..0.01.37
e-Mail: Klaus.Hoffmann@uni-bayreuth.de

Lehrstuhl Tierökologie I
Universitätsstraße 30
95440 Bayreuth


Würde mich auch mal interessieren.

Gruß Martin :D
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Beitragvon darkside1983 » 18. Aug 2007 01:59

Sorry, das ich ne Frage zu solch einem alten Thread vo 20058 habe. Da jedoch sicher viele eine Lasius niger kolo. haben berechtigt. Ist denn was bei raus gekommen??? Habe ein ähnliches System schon mal irgendwo gefunden(fragt mich aber nicht wo). Es müsste doch möglich sein, die Schicht, die über der Nährstofflösung ist (wo sich die Läuse festsaugen) schwimmend(also sich dem Füllstand anpassent) auszuführen?
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