Entscheidungsproblem

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Entscheidungsproblem

Beitragvon dommsen » 21. Mai 2005 13:54

Hallo liebe Leser,

ich bin zwar erst seit recht kurzer Zeit Besitzer einer Lasius niger Kolonie, doch begeistern mich diese Ameisen so sehr, dass ich mir gern eine 2. Kolonie holen möchte. Doch das ist gar nicht so einfach!
Zur Verfügung steht mir ein Terrarium in der Größe 100*50*50, welches ich noch samt Strahlern, Bodenheizung und Leuchtstoffröhre aus früherer Schlangenhaltung besitze. Leider wird es mir nicht möglich sein, das Terrarium zur Winterzeit hin die Wendeltreppe hinunter zu tragen und darüber hinaus ist im Keller kein Platz mehr, für solch ein großes Becken. Aus diesem Grund spiele ich mit dem Gedanken mir "Exoten" anzuschaffen, aber auch aufgrund der Tatsache, dass man von diesen ein ganzes Jahr etwas hat! (klingt zwar etwas blöd, doch ist dies nunmal ein entscheidender "Vorteil" exotischer Arten!)
Seit einigen Wochen habe ich diverse Foren (meist mehrere Stunden täglich) durchforstet und alles an Wissen aufgesogen, was ich nur finden konnte! So langsam würde ich aber gern in die Praxis übergehen und das Terrarium einrichten. Allerdings muss die Einrichtung der später darin gehaltenen Art entsprechen und so wird es langsam Zeit eine Entscheidung zu treffen.
Nach sehr langem überlegen hatte ich mich für Cataglyphis viaticus entschieden, doch leider teilte mir der Anbieter während unseres Telefonates mit, dass diese Art derzeit nicht verkauft wird und auch in Zukunft die Aussichten eher schlecht sind!
Derzeit sehe ich noch zwei sehr ansprechende Alternativen, nämlich
- Pheidologeton diversus und
- Pheidole pallidula
doch kann ich mich nach abwiegen der jeweiligen Vor- und Nachteile einfach nicht entscheiden!
P. diversus gefällt mir rein optisch auf grund der Größe deutlich besser. Dafür allerdings wird sich deren Haltung (Berichten zufolge) schwieriger gestalten und auch der Preis ist nicht ohne!
P. pallidula ist wohl deutlich einfacher zu halten, doch sind die geringeren Ansprüche dieser Art Grund dafür, das oftmals auch von einer "Hausameise" gesprochen wird. Offensichtlich teilen sich die Meinungen an dieser Stelle, doch habe ich trotzdem irgendwie Angst davor, dass sich die Ameisen bei einem Ausbruch im Haus zu einer Plage entwickeln könnten. Ausserdem ist die geringe Größe wie eben schon angesprochen ein deutliches Minus in meinen Augen.
Ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr mich irgendwie in die richtige Richtung leiten könntet und/oder mir ggf. sogar andere Arten empfehlen könntet.
Vielen Dank

MfG

dommsen
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Beitragvon nr.103683 » 21. Mai 2005 14:39

Also ich würde mir an Deiner Stelle P.p. holen. Du kannst ja als Ausbruchssicherung Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar aus dem Shop nutzen oder alles als geschlossenen Kreislauf aufbauen.
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Beitragvon Kafai142 » 26. Mai 2005 18:08

Also ich persönlich würde dir noch eine andere Art empfehlen; ich halte sie zwar nicht selber, möchte sie mir aber zulegen, da ich nur gutes (zumindest aus meiner sicht her) gehört habe. Und zwar wäre das Meranoplus bicolor. Diese Ameisen kommen aus Südostasien genauso wie Pheidologeton diversus ist aber in der Haltung weit aus einfacher als Pheidologeton diversus . Die Arbeiter Haben etwa die größe von Lasius Niger und die Königin ist etwa doppelt so groß wie die Arbeiter; Soldaten gibt es keine. Des Weiteren haben die Arbeiterinnen breite Panzer auf dem Rücken und sind stark, "pelzartig" behaart; Hinterleib und Torax schwarz, Kopf rotbraun. Hier mal ein Bild damit du dir eine Vorstellung von der Art machen kannst:
Bild

Die Ameisen bewegen sich nicht sonderlich schnell, da sie sich eher auf ihre chemischen Abwehrmechnismen (Gift) verlassen. Allgemein verhält sich diese Art nicht aggresiv oder räuberisch sondern eher gelassen und passiv wodurch sie sich sehr gut mit anderen Kolonien vergesellschaften lassen. Die Temperaturen sollten wie bei fast jedem exoten bei 25-30°C liegen und die Luftfeuchtigkeit sollte Normal sein. Ihr Platzbedarf beschränkt sich auf ein becken von 40x30x30 wodurch du mit deinen 100x50x50 sehr gut wegkommen würdest und evtl. noch eine 2. Kolonie dieser Art dazu ansiedeln könntest. Was noch ein sehr schöner Aspekt ist, ist dass ich schon mehrmals gelesen habe, dass diese Art schon sehr baltig Geschlechtstiere Ausbildet (Daher auch gleich die Idee mit 2 Kolonien sonst würde einem die schnelle Geschlechtstierentwicklung nicht sehr viel bringen auser dass es schön anzusehen wäre). Nahrung brauchen sie ähnlich wie Pheidologeton diversus also Insekten, Körner und Honigwasser musst halt herausfinden was ihnen schmeckt. Was diese Art auch ganz gern hat ist wenn sie eine große Pflanze aus der "Heimat" in ihrem Formicarium hat was aber bei deiner Beckengröße eigentlich kein Problem sein sollte. Wenn du ein Erdnest haben willst sollte der Boden ähnlich wie bei Lasius Niger sein also ein Sand-Lehm-gemisch aber ich würde wie bei den meisten Arten den Ytong bevorzugen, allein schon wegen des schönes "Beobachtungs-Effektes".

Dies soll nun aber nur ein Vorschlag von mir sein, aber wenn du dich zwischen den zwei entscheiden müsstest würde ich dir Pheidologeton diversus empfehlen, da diese Art zwar etwas anspruchsvoller in der Pflege ist jedoch hat man nicht das Ausbruchs- und Expansionsproblem das man bei Pheidole pallidula hat.

Wenn du mir sagen würdest was du speziell dir für einen Exoten wünschst bzw. was dieser für Ansprüche haben sollte kann ich dir ja noch ein paar andere Arten evtl. Empfehlen (Hab mich da in den Letzen Monaten zimlich schlau gemacht). Kannst mir ja einfach einmal ein PM schreiben
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Beitragvon Moglie » 27. Mai 2005 00:10

Kauf dir lieber P.d. kosten fast das gleiche wie Meranoplus bicolor, und sind nicht so langweilig. Wenn du dann immer noch Meranoplus bicolor haben willst kannst du sie auch mit P.d. vergeselschaften.

Würde dir aber davon abraten die Meisen in einem Terrarium zu halten und mir ein Aquarium kaufen, da du das Terrarium nur mit großem Aufwand ausbruchsicher bekommst.

Hast du dir schon mal überlgt dir vielleich eine Camponotus zuzulegen?
Sind jenachdem welche Art es ist leicht zu halten, brauchen keine Winterruhe, werden recht groß und sind leicht zu halten.
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Beitragvon Kafai142 » 27. Mai 2005 00:18

Wieso sollten Meranoplus bicolor langweilig sein; Jede Art ist auf ihre Art interesant; und Vorallem sind sie Leichter zu halten als andere Exoten.

Wieso sollte er sich jetzt nocheinmal ein Aquarium zulegen; Ich denke es ist nicht so Schwer ein Terarium ausbruchsicher zu machen und selbst wenn kommt es ja wohl immernoch Billiger als ein neues Glasbecken zu kaufen.

Das Camponotus keinen Winterschlaf hält stimmt nicht wirklich. Camponotus hält bloß auch bei Zimmertemperatur Winterschlaf und wird auch von allein wieder aktiv ohne die Temperatur abzusenken oder anzuheben, Ausnahme bilden natürlich die Australischen Camponotus Arten so wie sie auch im Shop vorhanden sind
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Beitragvon Moglie » 27. Mai 2005 12:22

So meinte ich das auch nicht, natürlich hat jede Art seine eigenen Reize. Wollte mir eigentlich auch welche holen, um sie mit P.d. zu vergesellschaften mir war der Preis aber zu hoch, für so eine kleine unscheinbare Meise. Ausserdem must du die Meranoplus mit irgend einer Meise vergesellschaften, damit sie ihr volles Verhalten zeigt.

Natürlich kann er auch das Terrarium nehmen, ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass das grade bei den kleinen Arten dann nicht so einfach mit der Ausbruchsicherung ist. Und was bringt es ihm das Becken einzurichten und dann immer wieder die Ausbruchsicherung nachzubessern (so war es bei mir). Ich an seiner Stelle würde mir ein 60 oder 80 Becken kaufen (kosten so 18 bzw 38 Euro) und damit erstmal ein paar Poblemen aus dem weg gehen. Das größte Problem entstand dann bei mir mit den Schiebetüren, entweder wurden bei öffnen Meisen zerquetscht, oder sie kammen raus. Des weiteren musten die Lüftungsgitter durch feinere Gaze getauscht werden, welche mich (60 Becken) schon 15 Euro gekostet hat, dann muste ich noch Silikon kaufen, der auch wieder 8 Euro gekostet hat. Und zuguterletzt kommt dann noch die ganze Arbeit beim Bau und beschaffen der Teile auf dich zu.

Ich meinte ja auch keine europäischen Camponotus, sonder tropische z.B. aus Afrika oder Australlien.
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