Milben

Hier kann alles zum Thema Ameisen diskutiert und gefragt werden.

Milben

Beitragvon messor_barbarus » 26. Mai 2010 17:53

Ich habe gerade eben wieder einen Bericht über Milben und deren Befall bei Ameisen gelesen.
Außerdem habe ich Mikroskopaufnahmen von einer von Milben befallenen Ameise gesehen.
Doch was mich interessieren würde ist, warum sich die Ameisen nicht gegenseitig von Milben befreien/befreien können.
Denn eigentlich dürfte es doch kein Problem sein, als Ameise die Milben am Körper einer anderen zu entfernen, und danach zu töten.
Vielleicht kann mir ja jemand diese Frage beantworten. Würde mich freuen!
LG Felix
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Re: Milben

Beitragvon Moonman » 26. Mai 2010 18:09

Diese Frage stelle ich mir auch immer. Ein Pilz kann nicht so leicht von ihn selber beseitigt werden, das klar. Aber die Milben die nicht kleiner sind als Blattläuse oder andere Beutetiere werden nicht bekämpft.

Auch wenn Die Milben ein Geruch bilden der sie schützt, ist die Milbe doch erfühlbar.
Auch steben Kolnien in der Natur auch nicht einfach aus, müssen also auch einen eigenen Schutz dagegen haben.

Wobei es ja meist Exoten trift, die also in der Natur nicht auf diese Milbenart trift. Oder gibt es auch Fälle wo z.b. Lasius niger oder Camponuts von den Milben stark befallen wurden!?

Waldameisen sollen sich mithilfe von Baumharz schützen, dieser wird auf und im Nest verteilt und wirkt wie ein Medikament. Solche Dinge wie Baumharz, Blüten und andere wilde Pflanzen mit den die Ameise in Kontakt steht, sind sicher die Lösung.
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Re: Milben

Beitragvon Creature » 26. Mai 2010 18:09

Mit den Bildern meinst du warscheinlich die aus meinem Bericht zu Pheidologeton diversus. Das Problem bei den Milben ist , dass sie keinen weichen Körper
haben. Wenn du genau hinsiehst , merkst du auf den Bildern, dass sie einen Schild auf dem Rücken haben unter dem sich die Beine befinden. Wenn sie sich
an das Wirtstier heften , pressen sie sich dicht an den Körper sodass keine Beinchen mehr hervorstehen. Somit sind sie einfach nur ein Hubbel und können
auch nicht richtig als Fremdkörper ertastet werden.

Außerdem würde ich mal vermuten, dass die Milben den Geruch der Ameise nicht überdecken und somit genauso riechen wie der Rest der Ameise.
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Re: Milben

Beitragvon Ameisennoob » 26. Mai 2010 18:19

In einem Bericht habe ich gesehen, dass Waldameisen Baumharz auf ihrem Nest verteilen. Darüber laufen die Arbeiter des öfteren bevor sie ins Nest gehen um desinfiziert zu sein, wäre das vlt eine Möglichkeit um Milben zu bekämpfen oder vorzubeugen?

Hat das schon wer probiert?
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Re: Milben

Beitragvon Creature » 26. Mai 2010 18:22

Gut , dass du mich dran erinnerst. Das wollte ich schon längst mal probieren. Mir ist nur bekannt, dass dieses Harz als Antifungizid dient. Also nur gegen Pilze einer Wirkung
zeigt. Schlecht könnte es also nicht für die Ameisen sein. Ob die Milben tatsächlich davon vertrieben werden müssten man dann nachschauen. Ich werde
die Tage mal in den Wald huschen und an Kiefern oder so nach entsprechenden Harzmengen suchen.
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Re: Milben

Beitragvon baumarkthammer » 26. Mai 2010 18:39

Nein, diese Desinfaktion ist gegen Krankheitserreger und nicht gegen Milben.
Ameisen sind keine hilflosen einfach strukturierten Wesen. Es sind so wie alle anderen Lebewesen hochleistungs Chemiefabriken. Mit eigenem Milbenschutz und eigenem Abwehrsystem.
Weit nicht jede Milbe die auf die Ameisen kommt kann überleben.
Beispielsweise die Metapleuraldrüsen, die Ameisen über Öffnungen auf dem Thorax gegen Gefahren wie Bakterien, Pilze usw. schützen. Viele gesunde Ameisenstaaten können auch von Milben befallene Tiere wieder säubern, aber wenn es der Kolonie mal etwas schlechter geht, dann kann es ganz schnell passieren, dass das Problem überhand nimmt.
Die Gegenwart von Milben ist nicht nur von anderen Ameisen über die Antennen befühlbar sondern wird auch von den Ameisen selber gespührt. Ich glaube aber es war Erne, der mich darauf gestoßen hat, warum Pheidologeton so hilflos gegenüber Milben scheinen. Pheidologeton ist eine von den wenigen Ameisen die andere auf sich reiten lässt, ignoriert also nicht unbedingt nur die Gegenwart von Artgenossen sondern auch die von anderen Fremdkörpern.
Bei anderen Arten schätze ich die Gefahr Milben zu bekommen aber niedrig ein, habe relativ selten einen glaubwürdigen Bericht gehört, dass eine Kolonie wegen Milben eingegangen ist, damit meine ich nicht, dass jeder erlogen ist, aber bei überraschend vielen stellte sich herraus, dass die Kolonie in Wirklichkeit verkauft wurde o.ä.
Bei allen Pheidologeton Haltern muss ich sagen, dass sie fast nichts dafür können. Manchmal gibt es über Jahre keine Milben, manchmal schon nach einigen Tagen...
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Re: Milben

Beitragvon Padde » 26. Mai 2010 20:15

Öhm ist es für die Haltung empfehlenswert auch Harz anzubieten ?
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Re: Milben

Beitragvon Creature » 26. Mai 2010 20:24

Solange du kein flüssiges Harz verwendest ist es nicht schädlich. Sieh dir wirklich mal einen Bau von Waldameisen an. Sie haben überall die Kristallähnlichen Klumpen auf dem Bau verteilt
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Re: Milben

Beitragvon Padde » 26. Mai 2010 20:27

Ist es denn positiv?
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Re: Milben

Beitragvon baumarkthammer » 26. Mai 2010 21:46

Waldameisen verbauen es, andere Ameisen werden es heutzutage kaum erkennen, da sie in ihrem natürlichen Habitat selten auf Nadelbäume treffen, welche am meisten Harz absondern, und diese oft nicht das Optimalhabitat.
Man kann Harz anbieten, aber ich will mal behaupten, dass es eher selten angeonommen wird.
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Re: Milben

Beitragvon Fiiiume » 27. Mai 2010 15:33

Habe auch einmal eine frage,

und zwar habe ich so eben seit 2-3 Wochen das erste mal wieder bei meiner
Lasius flavus Gyne reingeschaut. Diese natürlich noch im Reaganzglas wohnt.
Und was ich gesehen habe hat mich geschockt.

Überall um die Brut herum laufen Kleine weiße Tierchen, ob es Milben sind kann ich nicht genau sagen.
Auf der Gyne und Brut konnte ich erstmal nichts erkennen, aber allein der "Anblick" reicht schon um mich
"nervös" zu machen.

Hätte jemand vielleicht eine Idee?

Sind es Milben oder doch etwas Anderes....??!!

Diese Tierchen haben ungefähr die größe eines Ameisen-Ei´s.

Hoffe auf Antwort.

Falls ich es nicht genug beschrieben hab, einfach fragen.

MfG
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Re: Milben

Beitragvon baumarkthammer » 27. Mai 2010 15:45

Dies könnte vllt. jemandem helfen...

der Petto hat geschrieben:Ich habe mir das Mittel Vita Biosa (Info kam hier aus dem Forum) genommen und sowohl gemischt mit Wasser als "Trinkwasser" genutzt, als auch zur Y-ton- Bewässerung genutzt. Damit sind die Milben nach ca. 2 Wochen ganz deutlich zurückgegangen und nach 4 Wochen waren sie verschwunden.

Ich würde darum bitten das Mittel in die Liste der "Helfer" gegen Milben einzutragen, es wäre zu schade, wenn niemand dieses Mittel nutzen würde.
(siehe: viewtopic.php?f=163&t=5775&start=15)

Die Tierchen in deinem RG könnten, denke ich Springschwänze oder Milben sein aber auch vieles mehr.
Denke aber, dass es Springschwänze oder Staubmilben sind, kann mich aber bei beidem total irren.
Milben sind IMMER eine Sache von Schätzungen und Vermutungen, was sie, sollten sie auftauchen, zu einem großen Problem macht.
Sie sind kaum zu bestimmen und kaum zu bekämpfen...
Ich denke aber, dass solange die vermeindlichen Milben nicht auf deinen Tieren sitzen, alles in Ordnung ist.
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Re: Milben

Beitragvon Fiiiume » 27. Mai 2010 15:51

Okay, dann werde ich mal alle 2-3 tage nach meine Gyne schauen und sobald ich erkenne kann, das sie auf den Tieren hocken,
werde ich mir mal das Mittel Vita Biosa zulegen.

Danke für die schnelle Antwort.
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Re: Milben

Beitragvon messor_barbarus » 29. Mai 2010 18:33

Danke für die vielen Antworten :D
Ich denke ihr habt mich von eurer Meinung überzeugt :wink:
Aber zu dieser Waldameisengeschichte:
Also davon habe ich auch schon gelesen und gehört, aber würden zum Beispiel messors auch Harz als "Medikament" gegen Milben verwenden, wenn man es ihnen anbieten würde? Oder machen und wissen das nur die Waldameisen?

LG
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Re: Milben

Beitragvon Moonman » 29. Mai 2010 19:37

Ich habe meinen Lasius niger Harz gegeben. Es war teils fest und noch flüssig. Schön duften tut es nun in der Arena :grin: aber nicht eine Fühlerberührung war es wert, es wird überlaufen und ignoriert.
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