Pheidole

Informationen, Haltungsberichte und Fotobeiträge

Pheidole

Beitragvon Erne » 20. Nov 2010 18:38

Ameisen der Gattung Pheidole haben in den Foren nicht den besten Ruf.
Für mich gehören sie zu den Interessantesten.
Ihre Haltung führt nicht gleich zur Überforderung des halterischen Könnens und sie sorgen bei einer Anschaffung nicht gleich für Ebbe auf dem Konto.

Muntere, überaus aktive Ameisen die schnell richtig, was zum Beobachten anbieten.
Kleine Ameisen, die es, so Ihr eine gute Pflege hinbekommt, schnell auf eine größere lebhafte Anzahl bringen.
Notfalls auch in kleineren Anlagen unterzubringen sind,
Hochkantstehendes Gipsnest an der Hinterseite einer kleinen Arena, im Vordergrund noch das Reagenzglas, in dem eine interessante Haltung anfangen könnte.

IMG_0199.JPG

Richtig was fürs Auge ist allerdings erst drin, wenn sie reichlich Auslauf angeboten bekommen.

Ameisen, die ein Verhaltensmuster anbieten, das dem von Pheidologeton diversus nahe kommt.
Hier ein paar Bilder einer sehr erfolgreichen Jagdtechnik

P1.jpg

P2.jpg

P3.jpg

P4.jpg

Kaum hat eine von diesen Winzlingen ein Insekt zu packen bekommen, wird es an Beinen, Fühlern, Flügeln, versucht am Boden zu halten.
Dabei entwickeln sie erstaunliches Geschick und noch mehr Kräfte.
Ob es die Insekten selber sind, die durch ihr Zappeln weiter Ameisen alarmieren
oder ob diese Ameisen mit Pheromonen Verstärkung anfordern, kann ich nicht beantworten.
Jedenfalls finden sich überraschend schnell weiter Arbeiterinnen ein, die versuchen eine potentielle Eiweißquelle nicht mehr entkommen zu lassen.
Damit noch nicht genug, sie ziehen in alle Richtungen um ein erbeutetes Insekt am Boden zu halten, damit es nicht mehr entkommen kann.

Überaus kräftige Tiere die ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtes transportieren können.

P6.jpg

P7.jpg

P8.jpg


Sind Ameisen, mit denen Ihr in den Foren nicht groß punkten könnt, die für Euch selber viel Aktion und Beobachtungsmöglichkeiten anbieten.

Eine nicht zu verheimlichende Einschränkung muss hier auch mit rein.
Diese Ameisen sind klein und überdurchschnittlich unternehmungslustig, ist klar was das bedeutet.
Alles, was Ihr drauf habt an Erfahrungen mit Ausbruchsschutz, diese Ameisen prüfen das nach.
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Re: Pheidole

Beitragvon Raimund » 21. Nov 2010 19:19

Sehr schöne Bilder hast du da, auch nett geschrieben. Handelt es sich um eine kleine Kolonie? Bei mir werden Beutetiere nahezu übersäat mit Ameisen.

Schöne Grüße
Raimund
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Re: Pheidole

Beitragvon Connor » 21. Nov 2010 21:32

Auch von mir ein Lob, sehr schöne Bilder und auch eine sehr gute Beschreibung. Um welche Pheidole-Art handelt es sich?

Lg
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Re: Pheidole

Beitragvon Creature » 21. Nov 2010 21:51

Sind keine palidulla oder? Die sind ja immer eher Rot oder Gelb. So mit der dunklen Farbe gibt es zwar auch wieder hunderte Arten jedoch würde ich bei
Erne vermuten , dass er sich die knackigen Pheidole noda geholt hat ^^
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Re: Pheidole

Beitragvon MrIglo » 22. Nov 2010 00:42

Für mich sind Pheidole die erste Wahl.

Sie haben keine Extras wie Kaugemeinschaften oder Pilzzucht oder ein gesponnenes Nest.
Vielmehr sind sie für mich der Prototyp der Ameise. Hungrig, fleißig, schnell im Wachstum.

Einige stören sich an ihrer geringen Größe. Es gibt aber auch Vorteile. Viele kleine Ameisen können schon auf wenig Platz nisten und z.B. eine Ameisenstraße bilden.

Hier ein Zeitraffervideo das ich heute von meinen P. pallidula (Koloniegröße einige Hundert) gemacht habe.



Angeboten wird eine Mücke. Sie ist mit einer Stahlnadel fixiert.
Schön ist zu erkennen, wie zuerst zwei Arbeiterinnen an der Mücke zerren, als diese sich nicht abtransportieren lässt holen sie Verstärkung. Soldaten und zig Arbeiterinnen folgen oft in kleinen Gruppen der Duftspur zur Beute.

Nach 30minuten ist das Fressen vorbei. Dann kann man die Arbeiterinnen die draußen umherstreifen an einer Hand abzählen.

Noch dazu zu sagen, besonders hungrig sind sie auf dem Video nicht. Aber bei Mücken können sie nie wiederstehen.

LG
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Re: Pheidole

Beitragvon Erne » 22. Nov 2010 08:34

Sind Pheidole indica.
Die Arbeiterinnenanzahl ist schwer festzustellen, grob um die Tausend.
Kann Euch nur zustimmen, sind kleine, muntere, aktive Tiere.

Für das was später an Arbeiterinnen herauskommt ist es ein kleines Volk.
Das Beutetiere fast ganz unter einer Traube Arbeiterinnen verschwinden, ist eine imposante Beobachtung.
Die Bilder habe ich nach einer guten Fütterung gemacht, dann hält sich auch bei dieser Art der Ansturm auf ein Insekt in Grenzen.

Grüße
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Re: Pheidole

Beitragvon Raimund » 22. Nov 2010 16:47

Darf man hoffen, dass es bald auch was zu P. indica auf deiner Seite zu lesen gibt? :)
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Re: Pheidole

Beitragvon Erne » 24. Nov 2010 13:07

Von Zeit zu Zeit ein paar Infos, für mehr wird es wohl nicht reichen!
Haltungsbedingungen sind die Selben wie bei pallidula.
Sie scheinen nur nicht so empfindlich zu sein oder leben länger.
Gibt kaum tote Arbeiterinnen.

Grüße
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Re: Pheidole

Beitragvon MrIglo » 15. Dez 2010 16:31

Gegen die Winterruhe in die viele Ameisen und ihre Halter verfallen sind hier mal ein par Bilder meiner P. pallidula.
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Re: Pheidole

Beitragvon Dr_Karrissen » 16. Dez 2010 11:40

hey, wirklich klasse bilder die ihr da geschossen habt :D
man muss wirklich sagen, diese art reizt ganz schön <3 :grin: mich hält die sache mit dem ausbruch allerdings stark davon ab^^
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Re: Pheidole

Beitragvon Erne » 16. Dez 2010 13:36

Klein sind sie, viele werden es und unternehmungslustig sind sie.
Angetrieben von reichlich Hunger, schnell in der Lage, jede Schwachstelle des Ausbruchsschutzes aufzufinden und auszunutzen.
Unerfahrenheit oder nachlässiger Umgang mit Ausbruchssicherungen verhelfen ihnen zu so manchen Spaziergang,
bei größeren Völkern alles andere als lustig.
Sind alles Parameter die ein hohes Ausbruchspotential für die Haltung bringen.

Brechen sie in größerer Zahl aus, besteht weiterhin Gefahr für alle anderen Ameisenvölker, die in ihrer Reichweite stehen und an die sie kommen können.
Das sie nicht in unsere Umwelt gelangen dürfen, braucht nicht weiter geschrieben werden,
was es darüber zu lesen gibt ist oberste Pflicht für einen Ameisenhalter.

Sind diese Ameisen deshalb nichts für die Haltung?
Ein klares nein.
Anlagen mit Überlegung gebaut, alles gut dicht, Paraffinöl und Deckel als Ausbruchsschutz und es geht.
Immer ein Blick aufs Paraffinöl, nach Bedarf mit Sorgfalt rechtzeitig erneuert und auch diese Ameisen bleiben dort wo sie ihr Halter haben will.

Und nebenbei bemerkt,
auch andere Arten sind in der Lage bei schlechtem oder vernachlässigtem Ausbruchsschutz, den Weg in die Freiheit ausgiebig zu nutzen.

Grüße
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