Neuling Lasius niger

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Re: Neuling Lasius niger

Beitragvon emanuel7109 » 30. Aug 2018 13:14

Hey, ich wollte mir demnächst ein Terrarium kaufen und dazu eine Lasius niger Königin mit evtl. Schon ein paar Arbeiterinnen.

1) Ich würde am liebsten ein Starterset mit Arena und Farm kaufen. Was könnt ihr mir da empfehlen für die Lasius niger?

2) Wie viele Arbeiterinnen sind empfehlenswert?

3) Kann man hier schon fertige Ytong Einsätze für die emphohlene Farm kaufen oder ist davon abzuraten?

4) Was für Zubehör braucht es noch? (bin absoluter Neuling :roll: )

Vielen Dank für die Unterstützung
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Re: Neuling Lasius niger

Beitragvon Serafine » 30. Aug 2018 14:20

emanuel7109 hat geschrieben:1) Ich würde am liebsten ein Starterset mit Arena und Farm kaufen. Was könnt ihr mir da empfehlen für die Lasius niger?

Also ich bin ja ein Fan von wenn schon dann richtig, hab mir damals ein 60x30-Becken für meine Camponotus gekauft und es nicht bereut.
Für Lasius niger reicht am Anfang auch eine 30x20-Arena, aber kleiner würde ich nicht empfehlen - hab eine 20x10-Arena und bei der ist der Glasrahmen so kurz, dass die größeren Arbeiterinnen den Rahmen trotz Barriere auf der Unterseite überwinden können (wäre kein Deckel drauf könnten die rauslaufen, aber auf Deckel allein würde ich mich bei L. niger erst recht nicht verlassen).
Für den Anfang brauchst du eigentlich auch nur eine Arena und ein Reagenzglas, die Farm kann man später dazu holen. Lasius niger sind sehr nesttreu und würden wahrscheinlich erstmal ein halbes bis ganzes Jahr im RG bleiben, auch wenn ein Nest verfügbar wäre.

emanuel7109 hat geschrieben:2) Wie viele Arbeiterinnen sind empfehlenswert?

Generell gilt je mehr Arbeiterinnen, desto größer die Überlebenschancen der Kolonie. Lasius niger wächst relativ schnell und ist auch bei kleiner Koloniegröße recht aktiv, aber unter 100 Arbeiterinnen ist bei denen auch nicht so wirklich viel los.
Meine sind schätzungsweise so ab 300 Arbeiterinnen richtig aktiv geworden (ca. 5 Monate nach Gründung).

Für den Anfang würde ich so 10-30 Arbeiterinnen empfehlen, je nachdem was verfügbar ist.

emanuel7109 hat geschrieben:3) Kann man hier schon fertige Ytong Einsätze für die emphohlene Farm kaufen oder ist davon abzuraten?

Sollte mit Lasius niger eigentlich gut funktionieren, aber wie gesagt werden sie wohl erstmal ein paar Monate im RG bleiben (überwintern ist auch viel einfacher im RG).

emanuel7109 hat geschrieben:4) Was für Zubehör braucht es noch? (bin absoluter Neuling :roll: )

Als Bodensubstrat würde ich Sand-Lehm-Mischung empfehlen (bei Lasius niger geht auch rote Mischung, nur braun/schwarz sollte es nicht sein). Auch etwas Sand sollte verfübgar sein, Lasius niger dekorieren gerne ihr RG mit Sand (auch zur Schimmelvermeidung).
Futterschalen sind auch nicht verkehrt, gerade mit Honig/Zuckerwasser vermeidet das einiges an Sauerei (ganz kleine Tröpfchen machen, die kleinen Arbeiterinnen bleiben sonst kleben oder werden in größere Wassertropfen hineingezogen und ertrinken).

Später, wenn die Ameisen im Nest leben kann man einen Teil des Nests mit einer Wärmematte beheizen, ist aber nicht unbedingt nötig.
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Re: Neuling Lasius niger

Beitragvon emanuel7109 » 30. Aug 2018 15:15

Herzlichen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort!

Ich habe beim stöbern noch die Messor barbarus entdeckt.

Empfehlen Sie hier noch zusätzliches das ich beachten muss?
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Re: Neuling Lasius niger

Beitragvon Serafine » 31. Aug 2018 11:52

Messor barbarus sind Körnerfresser, was den Unterhalt auch bei größeren Kolonien sehr einfach (und sehr günstig) macht. Über das ein oder andere Insekt freuen sie sich natürlich auch, aber gerade bei denen funktionieren Ausweichprodukte (gekochtes Ei, Katzenfutter, etc.) sehr gut, da sie auch gut mit etwas trockenerem Futter umgehen können. Messorkolonien werden halt sehr groß (Messor barbarus 12-15000 Arbeiterinnen). Messor wachsen auch relativ schnell, 1000 Arbeiterinnen am Ende des zweiten Jahres (also dem Jahr nach dem Gründungsjahr) sind unter guten Bedingungen durchaus drin.

Größere Messorkolonien sind sehr unterhaltsam, wenn man ihnen den Platz und Substrat zum arbeiten gibt, denn sie LIEBEN es zu graben und ihre Umgebung umzugestalten. An eventuellen Dekorationen sollte man allerdings nicht hängen, die werden früher oder später von den Ameisen zerlegt.

Vorsicht ist geboten, da sich die Majore von Messor barbarus durch Gips, Ytong, Sandstein, Kork und Holz beißen können, Nester sollten daher idealerweise in einem Glaskasten (oder etwas bissfestem wie Acryl) verbaut sein. Auch die Vinylschläuche sollten dicker sein, dünne Schläuche können im Extremfall durchgebissen werden (passiert zwar eher selten, aber wenn es bei einer Kolonie mit 5000 Arbeiterinnen passiert ist es halt nicht toll).

Am Anfang benötigt man sehr kleine Samen (Gras, Löwenzahn), eventuell auch etwas zuckriges (Ahornsirup, Honig - manche Kolonien trinken es, andere nicht), später wenn die Majore da sind kann man auch Mandeln, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Kanarienvogelfutter, etc. verfüttern.

Messor barbarus sind mediterrane Ameisen. Am Anfang kann man sie auch bei Zimmertemperatur halten, später wenn sie ein Nest bezogen haben sollten sie aber auf jeden Fall eine Wärmequelle bekommen (das beschleunigt die Entwicklung erheblich). Reagenzgläser würde ich nicht beheizen, das Risiko einer Überhitzung oder Überschwemmung durch Kondensation ist einfach zu groß. Auch hab ich bei meinen Camponotus barbaricus (ebenfalls mediterrane Ameisen) festgestellt, dass sie die Larven tatsächlich bei kühleren Temperaturen (ZImmertemperatur) lagern und nur die Puppen am Wärmekabel deponieren.
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