Milben vor Experimenten Praktikum

Hier können wissenschaftliche Informationen zu Ameisen eingetragen werden.

Re: Milben vor Experimenten Praktikum

Beitragvon Koejj90 » 2. Mai 2019 14:35

Als Studentin an der Universität Wageningen in den Niederlanden mache ich mein Praktikum im Botanischen Garten "de hortus" in Amsterdam. Ich suche eine Lösung gegen tropische Ameisen (Technomyrmex und Plagiolepis) mit biologischer Kontrolle.
Im Moment suche ich nach parasitären Milben, die in einigen Experimenten verwendet werden können. Wenn Sie eine Idee haben, wie ich diese Milben bekommen könnte, lassen Sie es mich gerne wissen!
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Re: Milben vor Experimenten Praktikum

Beitragvon Serafine » 2. Mai 2019 15:06

Das ist eine GANZ SCHLECHTE IDEE.

Einfach mal biologische Schädlingsbekämpfung Fehlschläge und ihre Auswirkungen bei Google eingeben. Da bekommt man so lustige Sachen wie "lass uns Katzen einführen um die Ratten zu bekämpfen die unsere Reptilien (bzw. deren Eier) dezimieren" -> Katzen sind tagaktiv, Ratten sind nachtaktiv -> Katzen fressen stattdessen die Reptilien -> Reptilien sind gifitg für Katzen -> Hunderte tote Katzen die reichlich leckere Nahrung für Ratten bieten. Oder die großartige Idee Kaninchenpest gegen die invasiven Kaninchen in Australien einzusetzen, was das Problem der gewaltigen Kaninchenpopulationen zwar letztlich weitgehend gelöst hat, aber erst nachdem man über Jahre die desortientiert durch die Gegend torkelnden von entsetzlichen Tumoren entstellten Kaninchen und deren Kadaver wegschaufeln musste.

Parasitische Milben sind in der Regel NICHT speziesspezifisch, in den meisten Fällen nicht einmal artspezifisch - parasitische Milben in einem botanischen Garten freizulassen ist effektiv nur das Aussetzen einer weiteren invasiven Spezies, was verheerende Folgen haben kann, wenn sich diese Milben auf andere Insekten und Spinnen ausbreiten. Im Extremfall finden die Milben in den einheimischen Ameisen viel leichtere Opfer und radieren diese aus, woraufhin die invasiven Arten sich noch leichter ausbreiten können (in den USA haben die Bekämpfungsversuche des letzten Jahrhunderts hauptsächlich die dort heimsichen Arten geschwächt, was es den invasiven Feuerameisen noch viel leichter gemacht hat sich über den Großteil des Südens auszubreiten).

Möglicherweise eine bessere Lösung wären parasitische Wespen (falls es für diese Ameisenarten welche gibt), da diese häufig artspezifisch sind (also nur exakt eine Ameisenspezies oder höchstens deren nächste Verwandten befallen). Aber auch die Biomverträglichkeit eines solchen Versuchs muss vorher in aufwendigen Tests abgeklärt werden, um sicherzustellen, dass sich die Wespen nicht doch auf einheimische Arten stürzen und im Extremfall über den ganzen Kontinent ausbreiten - denn eine Situation wie mit den Varroamilben bei Bienen oder den Schwimmblasenwürmern bei Aalen brauchen wir bei den Ameisen wirklich nicht.
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