Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Hier kann alles zum Thema Ameisen diskutiert und gefragt werden.

Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon Serafine » 29. Nov 2018 11:06

HabneMeise hat geschrieben:Was ist denn z.B Lasius niger - ist genau das beste Beispiel dafür.Eine klene Ameisenart....
Besser kann ichs euch nicht klarmachen dass große Arten verkehrt sind für den TE...

Dass Lasius niger eine großartige Art für Einsteiger ist glauben auch nur die Leute, die sie für weniger als 4 Jahre gehalten haben. Lasius niger wird hauptsächlich deswegen als Einsteigerameise empfohlen, weil sie extrem leicht zu finden ist (wenn die fliegen sind die ÜBERALL, bei uns hat man da nachmittags locker 3-4 Königinnen pro m² auf den Gehwegen, flächendeckend - in England musste man dieses Jahr wegen einer Lasius niger Invasion fast Wimbledon abbrechen) und weil sie sehr genügsam ist, sich leicht am leben halten lässt, auch unter weniger als idealen Bedingungen gut wächst und generell ziemlich unkaputtbar ist.

Tatsächlich sind Lasius niger aber eher süße Mogwais, die sich in Jahr 3-5 (je nachdem wie gut sie wachsen) in gefräßige, aggressive und extrem ausbruchsfreudige Gremlins verwandeln. Lasius niger gehört zu den mit Abstand neugierigsten und lauffreudigsten Ameisen in Zentraleuropa (nur getoppt von den Serviformica-Arten) und sind schon mit wenigen hundert Arbeiterinnen echte Ausbruchskünstler (wenn es eine Schwachstelle in der Anlage gibt WERDEN sie die finden und zwar innerhalb weniger Stunden, meine haben nicht mal 10 Minuten gebraucht) - und da versuchen sie noch nicht mal die Barrieren gezielt anzugehen. Das fängt erst nach ein paar Jahren an, wenn die Kolonie entsprechend gewachsen ist - da machen sie dann so tolle Sachen wie Steinchen zwischen Nestwanne und Deckel (oder Arenawanne und Rahmen/Deckel) zu stecken bis es den Deckel anhebt oder sogar absprengt (Messor machen das manchmal auch, die sind aber wesentlich größer und brauchen daher längere Vorbereitung um auf diese Weise auszubrechen). Und wenn sie einmal ausgebrochen sind marschieren sie häufig direkt zum nächststehenden Formicarium und fallen die Ameisen dort an, Lasius niger ist nämlich extrem dominant und duldet keine anderen Ameisen in ihrem Revier. Die Kampfstärke von Lasius niger sollte man auch nicht unterschätzen, die sind sehr wohl in der Lage aggressive invasive Arten wie Pheidole megacephala gehörig in die Gaster zu treten.

Schon wenn ich meine eigenen Lasius niger (300 Arbeiterinnen) mit meinen Camponotus barbaricus (5000 Arbeiterinnen) machen die Camponotus barbaricus deutlich weniger Probleme, nämlich überhaupt keine. Wenn man bei Lasius niger versucht ein Wasser-RG auszutauschen muss man sich sofort mit dutzenden neugierigen und/oder aggressiven Arbeiterinnen rumschlagen, während die Camponotus barbaricus vorsichtig auf Abstand bleiben und selbst bei einer offenen Stelle in der Anlage nicht sofort in Massen ausbrechen. Auch ausgebüxte Arbeiterinnen sind viel einfacher einzufangen - Lasius niger rennen wie bekloppt durch die Gegend, die Camponotus barbaricus erkunden gemächlich die Umgebung und lassen sich mit wenig Aufwand auf die Hand nehmen oder auf ein Stück Papier bugsieren (die könnte man sogar mit einer Federstahlpinzette direkt aufsammeln, Lasius niger würden bei so einem Versuch wahrscheinlich direkt zerquetscht werden).

Lies dir mal im Ameisenforum die Berichte von Safiriel durch - die hat ihre Lasius niger auf den Balkon verfrachtet, weil sie schlicht nicht mehr in der Anlage zu halten waren, mittlerweile sind sie in den Balkonboden umgezogen und versuchen NOCH IMMER die Messor barbarus anzufallen, selbst wenn sie dafür vom Balkon eine Spalte in die Wohnung finden und mehrere Meter weit durch zwei Räume laufen müssen.
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HabneMeise » 29. Nov 2018 12:24

Genau deswegen habe ich selbst die Lasius nie als Anfängerameise gesehen - sie wird im Shop aber so beworben.
Die lasius n. ziehen nur ungern um - sind anfangs scheu und träge - Vermehrung dauert ewig - man verliert die Lust dran.
Die Pheidole sind genau das Gegenteil.
Ein Anfänger möchte nicht 5 Monate auf eine Ameisenfarm starren wo absolut nichts passiert.
Eine Ausbruchsicherung ist überall ein Muss
Wer das nicht akzeptiert darf keine halten.
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HarryAnt » 29. Nov 2018 14:28

Die lasius n. ziehen nur ungern um - sind anfangs scheu und träge - Vermehrung dauert ewig - man verliert die Lust dran.


Auch das stimmt wieder überhaupt nicht - aber der Thread ist eh schon genug versaut :wink:
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HabneMeise » 29. Nov 2018 23:11

Nein natürlich stimmt das nicht.
Deswegen geben auch die meisten es wieder auf mit den Lasius....
Und deswegen halten sie viele auch über Monate im Reagenzglas weil sie einfach nicht in die Farm ausziehen wollen.
Das ist Fakt .
Aber was man nicht wahr haben will existiert für einen nicht....das war schon immer so. :)
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HarryAnt » 29. Nov 2018 23:20

Das sie nicht gern umziehen bzw. gerne recht lange im Gründungs RG Nest (ist auch gut so, da hier optimale Bedingungen herrschen) bleiben habe ich auch nicht gemeint und auch nicht fett markiert.
Wobei man sie mit etwas Wärme recht gut zum Umziehen überreden kann auch innerhalb des ersten Jahres der Gründung.

Aber der ganze Rest zu L.niger ist einfach nur Quatsch.
Und die Leute die bei dieser Art aufgeben, würde das bei Camponotus Arten (Gründung) usw. erst recht tun und haben (meine Meinung) einfach nicht die Geduld und Reife für die Ameisenhaltung.
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HabneMeise » 30. Nov 2018 00:24

Da sieht man mal wieder dass du vollkommen am Thema vorbeischreibst :
Und die Leute die bei dieser Art aufgeben, würde das bei Camponotus Arten (Gründung) usw. erst recht tun und haben (meine Meinung) einfach nicht die Geduld und Reife für die Ameisenhaltung.

Wir reden hier von einer Ameisenart die anfängerfreundlich sein sollte.
Wie reif und geduldig ist denn bitte ein Anfänger ??
Ein Anfänger möchte eine aktive,oft zu sehende Ameisenart die sich gut vermehrt und sich nicht krampfhaft im RG festkrallt.
Geduld ist da noch nicht vorhanden.
Ihr vergleicht einen Anfänger immer mit euch selber und genau das ist der Fehler.
Das man eine 5000 Tiere Kolonie nicht mal eben aus dem Nichts erschaffen kann steht nirgends.
Wer mit 20 Tieren anfängt muss dazu erstmal elendig lange warten und mehrere Monate Winterpause im Jahr
abwarten wo die Tiere Null Aktivität haben.
Wem wollt ihr das zumuten ? Macht einmal die Augen auf und bezieht nicht alles auf euch selbst...
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HarryAnt » 30. Nov 2018 00:53

Ein Anfänger möchte eine aktive,oft zu sehende Ameisenart die sich gut vermehrt


Und genau das ist Lasius niger - die sind schon sehr aktiv von Anfang und haben eine sehr schnelle Entwicklung im Verhältnis.

Dazu kommt (und das ist der Hauptgrund, das sie als die Anfänger Ameise gelten) das sie robust, genügsam, überaus günstig und immer verfügbar sind und quasi überall nisten können.
Das sie später (recht schnell) sehr zahlreich und dementsprechend aggressiv werden und dann auch jede Ausbruchsmöglichkeit finden und nutzen überfordert später viele.


Und das Ameisenhaltung (wenn man den mit einer kleinen Kolonie oder gar mit einer Gründung) Geduld erfordert weiß auch jeder sich etwas informierende Anfänger.
Das ein 10 jähriger das nicht hat ist mir klar. Da wäre ein Hamster auch das passendere Haustier.

Für viele (auch Einsteiger) ist es einfach toll die Entwicklung von Anfang an mit zu erleben, die erste Brut wachsen zu sehen, die erste geschlüpfte Arbeiterin, erste vorsichtige Erkundung, erste eingetragene Beute, erster Umzug in das neue Nest usw.

Wenn man gleich Gewusel haben will kauft man sich eine entsprechend große Kolonie. Hast du ja auch gemacht bei deinen Pheidolen ...auch hier wäre eine Gründung übrigens "LANGWEILIG" :roll:


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Genau das machst du leider #-o
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon Serafine » 30. Nov 2018 11:01

HabneMeise hat geschrieben:Nein natürlich stimmt das nicht.
Deswegen geben auch die meisten es wieder auf mit den Lasius....
Und deswegen halten sie viele auch über Monate im Reagenzglas weil sie einfach nicht in die Farm ausziehen wollen.
Das ist Fakt .
Aber was man nicht wahr haben will existiert für einen nicht....das war schon immer so. :)

Wer nicht genug Geduld hat um zu warten bis die Ameisen von selbst umziehen der sollte überhaupt keine Ameisen halten. Dieses Hobby erfordert oft Geduld - wer die nicht hat ist fehl am Platz.

Lasius niger sind übrigens extrem aktiv, selbst als kleine Starterkolonie - meine haben nicht mal 3 Monate gebraucht um es auf über 100 Arbeiterinnen zu schaffen und zu dem Zeitpunkt waren sie schon viel draußen. Zwei Monate später, zu Beginn der Winterruhe, waren es schon ungefähr 300.

Der Grund warum viele mit Lasius niger aufgeben ist, weil die Ameisen nach ein paar Jahren nahezu unkontrollierbar werden, nicht weil sie langsam wachsen oder inaktiv wären (sie sind nämlich das genau Gegenteil, schnell wachsend und hochgradig aktiv bereits als Kleinkolonie).


HabneMeise hat geschrieben:Da sieht man mal wieder dass du vollkommen am Thema vorbeischreibst :
Wir reden hier von einer Ameisenart die anfängerfreundlich sein sollte.
Wie reif und geduldig ist denn bitte ein Anfänger ??
Ein Anfänger möchte eine aktive,oft zu sehende Ameisenart die sich gut vermehrt und sich nicht krampfhaft im RG festkrallt.
Geduld ist da noch nicht vorhanden.
Ihr vergleicht einen Anfänger immer mit euch selber und genau das ist der Fehler.
Das man eine 5000 Tiere Kolonie nicht mal eben aus dem Nichts erschaffen kann steht nirgends.
Wer mit 20 Tieren anfängt muss dazu erstmal elendig lange warten und mehrere Monate Winterpause im Jahr abwarten wo die Tiere Null Aktivität haben.
Wem wollt ihr das zumuten ? Macht einmal die Augen auf und bezieht nicht alles auf euch selbst...

Um mal ganz klar zu sein, nicht jeder Anfänger ist ein hyperaktives ADHS-Kind mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege. Gerade im Ants&Antkeeping Discord haben wir eine Menge Minderjährige, die locker die Geduld aufbringen können um auch Camponotus (oder noch extremer, Myrmecia) aufzuziehen.

Ich hab mit Camponotus barbaricus angefangen, die Mitte November bei mir ankamen und von Anfang Dezember bis Anfang März erstmal drei Monate lang ÜBERHAUPT NICHTS gemacht haben, weil Winterruhe. Und bis August saßen sie in einem RG, was auch vollkommen in Ordnung war, da es ihnen dort offensichtlich gut ging und sie fleißig Brut aufzogen.

Was ist eigenlich das Problem, wenn Ameisen länger als ein paar Wochen in einem Reagenzlas sitzen? Reagenzgläser sind ideal für die Ameisen und wenn man sie mit einem gefalteten Stück Papier abdeckt kann man die Ameisen sogar störungsfreier beobachten als in einem kleinen Nest, weil man das Stück Papier praktisch ohne Vibrationen hochheben kann (das geht mit einem Nestdeckel nicht). Ein guter Teil meiner Kolonie lebt auch heute noch in fast einem Dutzend RG-Satellitennestern, die sind teilweise sogar komplett mit Ameisen vollgestopft. Auch ein Teil der Brut wird in die RGs exportiert, so schlecht können die also nicht sein.

RGs haben auch den Vorteil dass man gerade als Anfänger praktisch nichts falsch machen kann, was die Befeuchtung angeht. Die Masse an Vorfällen im Discord, in Foren und auf Reddit mit sterbenden Ameisen, missgebildet oder dysfunktional schlüpfenden Arbeiterinnen, verschwindender Brut, nicht eierlegenden Königinnen und anderen Problemen, die letztlich alle auf mangelnde Feuchtigkeit zurückzuführen waren, kann ich schongarnicht mehr zählen.

Ich finde es ja schon bezeichnend, dass man - ganz besonders im englischsprachigen Raum - mit "Starter-Nestern" zugeworfen wird, es aber kaum große Nester für große Kolonien gibt. Offenbar sind Ameisen noch immer Wegwerfhaustiere und Hersteller, die unerfahrene Halter dazu verleiten ihre Ameisen unter suboptimalen Bedingungen zu halten (was zu allen oben genannten Problemen führen kann), haben meiner Meinung einen erheblichen Anteil daran, dass es viele Neulinge nicht mal über die Gründungsphase schaffen.
Übrigens wird selbst AntsCanada (den Channel kann man mittlerweile leider nur noch mit sehr viel gutem Willen als "educational" bezeichnen) nicht Müde zu betonen, dass Ameisen auf keinen Fall mit weniger als 50 Arbeiterinnen in ein Nest umgesiedelt werden sollten. Bei kleineren Arten dürfen das gern auch mal ein paar Hundert sein.


Meine Camponotus barbaricus haben btw nicht mal ein Jahr gebraucht um von 4 Arbeiterinnen auf über 1000 Arbeiterinnen anzuwachsen, als "langsam" würde ich das bei der Körpergröße (8-18mm) nicht gerade bezeichnen. Meiner Meinung liegt das auch daran, dass ich Geduld hatte, sie nicht genötigt habe in ein zu großes Nest zu ziehen und es ihnen selbst überlassen habe, zu tun was sie für richtig halten. Der einzig andere längere HB den ich zu der Art jemals gelesen hab kam nach 5 Jahren auf eine Arbeiterinnenzahl die meine Kolonie schon nach einem Jahr hatte.
Camponotus barbaricus würde ich als eine perfekte Anfängerart bezeichnen für jeden der sehr große, etwas ruhigere Ameisen möchte, die keine Probleme machen und letztlich zu einer schön großen Kolonie heranwachsen.


Zum anfänglichen Thema

Wer wirklich sehr wenig Platz hat liegt am besten mit Temnothorax, da die dauerhaft auf wenig Raum gehalten werden können, keine großen Kolonien bilden und selbst bei einem Ausbruch nicht weit kommen - auch brauchen sie kein externes Nest. Sind wie gesagt Liebhaberameisen, sehr entspannt, stören sich nicht an Geräuschen oder Vibrationen (wenn man Laubstreu als Bodensubstrat verwendet und kleine Objekte als Nest auf das Streu legt federt das auch Vibrationen enorm gut ab) und können die Winterruhe auch einfach draußen in einer Box verbringen (enorme Kälteresistenz). Sie sind auf ihre eigene Art auch sehr aktiv, bilden halt keine Ameisenstraßen oder generell großartiges Gewusel, finden aber erstaunlich schnell jede Futterquelle.

Kann man etwas mehr Raum schaffen oder den vorhandenen Raum sehr effizient nutzen (z.B. Vinylschlauch 3x um das Becken legen bevor es ins nächste führt, Becken stapeln, mehrere Becken an verschiedenen Stellen im Raum/Regal, mit Schlauch verbunden etc.) wäre auch Formica fusca eine Idee, die mit ca. 3-4000 Arbeiterinnen auch nicht zu groß wird, aber ein sehr beachtliches Wachstum hinlegt, wenn man sie mit Protein zuwirft. Die Art ist halt sehr lauffreudig und braucht entsprechend größere Laufstrecken (da kann man wie oben beschrieben gut tricksen). Auch wäre ein externes Nest zu empfehlen, da Serviformica oft so schreckhaft sind, dass beim abheben des Deckels sonst die gesamte Kolonie durchs Becken rennt.

Camponotus mit geringer Koloniegröße wären auch eine Option (C. japonicus, C. turkestantus - NICHT C. raufoglaucus feae, zu denen gibt es einen HB im AF, die wachsen bei guter Pflege doch sehr schnell gen Tausende und brauchen definitiv größere Laufstrecken), die brauchen halt oft auch entsprechend lange in ihrer Entwicklung.
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HabneMeise » 30. Nov 2018 19:21

Um mal ganz klar zu sein, nicht jeder Anfänger ist ein hyperaktives ADHS-Kind mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege. Gerade im Ants&Antkeeping Discord haben wir eine Menge Minderjährige, die locker die Geduld aufbringen können um auch Camponotus (oder noch extremer, Myrmecia) aufzuziehen.

Ich hab mit Camponotus barbaricus angefangen, die Mitte November bei mir ankamen und von Anfang Dezember bis Anfang März erstmal drei Monate lang ÜBERHAUPT NICHTS gemacht haben, weil Winterruhe.



Glaubst du denn das jede Person die nicht Lust hat 3 Monate auf einen trockenen Haufen Erde zu starren gleich ADHS haben muss ?? :lol:
Das find ich ein wenig engstirnig.Es ist ja schön wenn einige diese Geduld aufbringen aber ich finde es nicht angebracht sowas von einer Person zu verlangen egal wie alt sie ist....
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon Fl_rian » 8. Dez 2018 16:57

Vielen Dank an alle, ich habe mich nun für temnothorax entschieden und werde mir im Frühjahr eine kleine Kolonie mit wenigen Ameisen zulegen. Wenn die Tiere wieder aktiv sind.

MFG
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HarryAnt » 8. Dez 2018 21:17

Schöne Wahl :)


Da kann ich dir noch einen günstigen und (für mich) schicken Nestvorschlag machen. Dazu sehr kompakt und absolut ausbruchsicher.

Besteht aus:
- Frischhaltebox
- Astscheibe mit Borhungen und kleine Plexi Abdeckung
- 2 RGs als Tränke
- Etwas Deko & ein wenig Sand

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Habe dann später einen 2ten Stock angefügt - gestappelt nach wie vor sehr kompakt und bietet reichlich Auslauf zum herumstöbern.
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Und hier paar Videos von der Kolonie - sie sind übrigens nach 10 min aus dem RG in das Nest gezogen:

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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon Fl_rian » 9. Dez 2018 12:47

Viele Dank für den Tipp, ich habe jetzt mal alles zusammen gesucht und würde einen Großteil wie Schläuche hier im Schop holen. Ich würde einen 14mm schlauch nutzen dann ist genügent Platz, für RG würde ich 100x16mm nutzen und eine 40mm Schale. (wie oft sollte das Wasser gewächselt werden?)

Dosen konnte ich von Emsa Clip and Close 30x40 finden. Oder können Sie mir hier etwas anderes empfehlen?
Wo kann ich den so kleine Kunstpflanzen finden?

Gruf Florian
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HabneMeise » 9. Dez 2018 13:19

Find ich gut - tolle Entscheidung.
Es ist wirklich nicht verkehrt mit einer kleineren Ameisenart.
Kunststoffpflanzen sind im Zoogeschäft recht teuer aber wenn du doch welche haben möchtest würd ich mal bei ebay vorbeischaun.
Da gibts in Sachen Deko einfach alles.Habe mir dort einen "Schädel eines Krokodils" gekauft. Natürlich aus Plastik und im Kleinformat.



Grüße Chris
Zuletzt geändert von HabneMeise am 9. Dez 2018 21:28, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon HarryAnt » 9. Dez 2018 16:10

EMSA ist gut - das von mir gezeigte ist auch eine EMSA Dose.
Ansonsten habe ich öfters noch Dosen von Lock&Lock (z.B. HPL894) verwendet.

Den Schlauch und die RGs kannst du auch deutlich kleiner wählen um es kompakter zu halten bei dieser Art.

Das Wasser brauchst du nur wechseln wenn z.B. die Watte stark verschmutzt ist.
Im 2ten RG verwende ich meistens Invertzucker Lösung für die Kohlenhydrate - das hält auch recht lange ohne einzutrocknen oder zu vergammeln. Sollte man so alle paar Wochen erneuern.
Du kannst natürlich auch Zuckerwasser, Honigwasser oder Tröpfchen von Ahornsirup usw. anbieten - das muss man aber öfters erneuern.

Pflanzen und Deko gibt's wie erwähnt im Zooladen oder Internet - bei uns im Kölle gibt es z.B. so eine Tüte mit den kleinen Pflanzen, runder Sockel 10 Stück für 1,99€
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Re: Ist ein Formicarium etwas für mich? (Wohnungsbedingt)

Beitragvon Serafine » 9. Dez 2018 16:51

Fl_rian hat geschrieben:Viele Dank für den Tipp, ich habe jetzt mal alles zusammen gesucht und würde einen Großteil wie Schläuche hier im Schop holen. Ich würde einen 14mm schlauch nutzen dann ist genügent Platz, für RG würde ich 100x16mm nutzen und eine 40mm Schale. (wie oft sollte das Wasser gewächselt werden?)

Dosen konnte ich von Emsa Clip and Close 30x40 finden. Oder können Sie mir hier etwas anderes empfehlen?
Wo kann ich den so kleine Kunstpflanzen finden?

Gruf Florian

14mm ist in Ordnung für Temnothorax, es würde auch 9mm reichen, die sind ja nicht groß. Größe für das Tränken-RG passt auch, das Wasser muss nicht gewechselt werden, es sei denn es bildet sich Schimmel auf der Watte oder das Wasser verfärbt sich stark - normalerweise passiert da aber nichts, es ist ja nur Wasser (wenn man einen Strohhalm als Zugang benutzt hält so ein Wasser-RG 6-12 Monate). Die Schale mit 40mm passt auch, würde eine weiße Schale (Keramik, Plastik, 3D-Druck) empfehlen, auf einer durchrsichtigen sieht man die Ameisen eventuell nur schlecht (und auf so einem braunen Reptilien-Napf garnicht).

Die Emsa-Dose müsste passen, verwende selber ähnliche Dosen. Die Metallgaze (0,2mm Maschenweite) bekommt man beim Antstore oder bei Simants, Aquariensilikon hat jeder Baumarkt mit Zooabteilung, Kunstpflanzen findet man meist dort ebenfalls (sonst mal nach Zooläden in der Nähe schauen).
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