Holznest mit Erweiterungsmöglichkeit für Pachycondyla apical

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Holznest mit Erweiterungsmöglichkeit für Pachycondyla apical

Beitragvon tenebrae » 19. Sep 2007 22:40

Hallo,

trotzt Suche im Forum fand ich meine Frage nicht beantwortet. Evtl. kann mir ja jemand hier einen Tipp geben?

Da Pachycondyla apicalis meines Wissens grundsätzlich nur in Totholz nisten sollen, muß ich mich vor Anschaffung natürlich mit dem Nest beschäftigen. Viele Informationen zu dieser Art sind ja auch nicht zu finden.

Ich komme aber nicht so ganz weiter.
Welches Holznest wäre ideal? Baustamm, Tunnel etc. und bis zu welcher Koloniegröße wären sie ausreichend?
Wie sieht es mit der Erweiterbarkeit aus?
Muß man das Nest mit Material fülen?

In der Natur gibt es ja auch keine fertigen Stämme. Wie funktioniert es dort und kann man die natürliche Vorgehensweise nicht im Formicarium nachbilden???

Ok, ich weiß Fragen über Fragen, aber ich würde mich über viele Infos freuen.
tenebrae
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Beitragvon Gaster » 20. Sep 2007 09:38

Hallo tenebrae, ließ dir vielleicht mal meinen Haltungsbericht durch. Schon am Anfang wirst du merken, dass sie eben nicht nur in Holz nisten. Bei mir ist ein großer Teil des Nestes auch in der Erde. Natürlich solltest du aber Holz anbieten.
Hier ist der Link zum Bericht: http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=4686
Da du das Topic im Forum "Hilfe für Einsteiger" geöffnet hast, denke ich mal, dass du auch einer bist. In dem Fall würde ich dir von Pachycondyla apicalis, sowie Exoten im Allgemeinen abraten. Damit würdest du dein Geld aus dem Fenster schmeißen.
Zurück zum Thema: Ein Holznest sollte eigentlich, genau wie ein Erdnest, nicht vorgefertigt werden. Man muss einfach ein Stück morsches, feuchtes Holz anbieten, und irgendwann werden die Ameisen von alleine ein Nest darin bauen. Natürlich kann man durch ein Loch einen Anfang vorgeben, es ist jedoch nicht garantiert, dass dieser Anfang auch angenommen wird.
Auch ist es unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen), dass die Ameisen ihre Gänge und Kammern an der Scheibe anlegen. In den meisten Fällen werden sie in der Mitte des Holzes nisten.
Auch ist zu sagen, dass sich viele Ponerinen ganz und gar nicht für Einsteiger eignen. Die meisten, die mit der Ameisenhaltung beginnen, sind davon fasziniert, wie die Ameisen in der Kolonie zusammenarbeiten können, wie sie gemeinsam Beute zerteilen, sie ins Nest schaffen und dieses gemeinsam ausbauen. Das alles hat man bei den meisten Ponerinen nicht. Ihr Sozialleben ist nochnicht soweit entwickelt, dass sie so extrem kooperieren, wie die meisten anderen Ameisen. Arbeiten werden meist alleine erledigt. Eine Arbeiterin übernimmt den Nestbau, eine geht auf Futtersuche, eine kümmert sich um die Brut. Fast niemals wird man sie dabei in Kooperation miteinander beobachten können. Wenn die Kolonie größer wird, werden natürlich auch mehrere Arbeiterinnen gleichzeitig auf Jagd gehen, doch werden sie sich nicht gegenseitig helfen. Wenn eine Arbeiterin Beute gemacht hat, muss sie selber sehen, wie sie sie zurück zum Nest bekommt.
Und das ist es eben, was die etwas erfahreneren Halter an den Ponerinen, den Urameisen, fasziniert. Man kann an ihnen sehen, wie sich die Koloniestruktur der Arten entwickelt hat, die sie früher (oder während dessen) halten/gehalten haben. Für einen Einsteiger könnte das eher ernüchternd sein, zu sehen, wie wenig kooperativ Ameisen sein können, zu sehen, wie egoistisch die einzelne Ameise ist, dass sie sogar versuchen kann, die Königin zu ersetzen. (Bei vielen anderen Ponerinen der Fall)
Ich hoffe, dass ich damit auch für die anderen Halter von Pachycondyla apicalis schreibe und dass sie den gleichen oder ähnliche Gründe haben. Ponerinen zu halten.


LG Jan
Gaster
 

Beitragvon steven3000 » 20. Sep 2007 09:48

Hallo
Pachycondyla apicalis nisten bei mir nicht im holz sondern im erdnest. es ist aber richtig das sie gerne holz nehmen um darin zu nisten. meine große kolonie nistete auch im holz bis sie zu groß wurde und sie dann zu 50% in die erde zog.
du solltest dir ein sehr weiches holz aus der natur beschaffen was schon längere zeit tot ist. am besten eins was man fast mit dem finger bearbeiten kann(also sehr weich).
dies wird sehr gerne angenommen da sie sich die gänge selbst erweitern werden wenn die kolonie größer wird. hartes holz ist eher ungeeignet.
wichtig ist das holz nicht vorher abzukochen oder in irgendeiner weise zu erhitzen da dann der natürliche schutz vor schimmelpilzen dahin ist.


@Gaster: meine apicalis jagen gemeinsam. wenn ich eine 4cm große schabe ins becken gebe ist die hölle los und alle verbeißen sich an ihr um sie zu töten. danach zerlegen dann ca.15 tiere die schabe so das sie komplett eingetragen wird. dies ist aber erst bei einer bestimmten koloniegröße zu beobachten.

grüsse steven
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