Haltungserfahrungen Atta allgemein

Hier kann diskutiert und gefragt werden.

Haltungserfahrungen Atta allgemein

Beitragvon ElAurian » 25. Aug 2006 19:13

So Leuts,

nun werde ich mal aus meinen jahrelangen Erfahrungsschatz posten 8)

Ganz allgemein hab ich schon gelesen, dass Atta angeblich eine Art sei, die für Anfänger nicht geeignet ist. Dies kann ich absolut nicht bestätigen. Wenn man ein paar Grundregeln beachtet, kann sie wirklich jeder halten, der wirklich Willens ist, sie zu halten. Denn das ist mit das Wichtigste überhaupt.

Mit diesen Grundregeln fang ich erstmal an, bevor ich ins Detail gehe.

1.) Atta braucht sehr viel Platz, das heißt mindestens ein mittelgroßes (besser ein wirklich großes) Aquarium wählen, wenn man diese Art artgerecht halten will. Man ahnt am Anfang nicht, wie schnell Atta ab einem gewissen Zeitpunkt wachsen kann. Zylinderhaltung, wie ich auch schon gesehen habe, halte ich für nicht artgerecht, denn dadurch wird der Platz ziemlich eingeschränkt. Auch sollte man nicht geschockt sein, wenn man vor Ameisen irgendwann nichts mehr sieht. Das meine ich nämlich mit 'wirklich Willens sein', man muß damit rechnen, das es irgendwann vor Ameisen nur so wimmelt und das wirklich im wahrsten Sinne des Wortes! Immer dran denken, Atta erreicht eine Volksstärke von ein paar Millionen, daher kommt man wohl nicht um Aquarienanbau herum. Was ist mit mehreren Becken? Im Prinzip gute Idee, aber muß nicht sein, Atta baut automatisch ihre Entsorgungskammern wenn man sie in der Erde hält. Das spart viel Aufwand, Geld und Platz. Eine Kammer ist also im Prinzip völlig ausreichend. Zusätzlich oder artgerechter ist es meiner Meinung nach, Atta ordentlich "Auslauf" zu geben in Form möglichst langer Röhren oder Schläuchen. Das kommt auch der Natur recht nahe.

2.) Atta braucht viel Luftfeuchtigkeit, aber keine Staunässe. Diese muß man unbedingt vermeiden, daher immer drauf achten das das Aquarium unten Löcher hat. Damit die Luftfeuchtigkeit erhalten bleibt, einen Glasdeckel kaufen oder anfertigen lassen, der das Aquarium maximal 75 % bedeckt.

3.) Atta braucht eine konstante Temperatur. Dazu muß ich sagen, dass jede Form von zusätzlicher Heizung sich erübrigt, Zimmertemperatur ist ausreichend. Der Standort ist aber wichtig. Atta mag keine Zugluft und sollte weit genug weg von Heizungen stehen. Optimal für den Pilz sind Temperaturen von 24-27 Grad. Ist die Temperatur zu hoch, erkennt man das an den Puppen auf dem Pilz.

4.) Atta braucht, je größer sie werden, viel Pflege. Wenn sie keine Nahrung mehr haben, sind sie wahre Ausbruchskünstler und machen vor nichts Halt. Das Wichtigste ist also für genug Nahrung zu sorgen. Am Liebsten mag Atta Rosengewächse, das heißt Himbeerblätter, Brombeerblätter und Rosenblätter, aber auch Liguster wird genommen. Man kann variieren, muß aber nicht, ich fütter meine Attas mit Brombeerblätter, die sie sehr gerne und gierig nehmen. Wichtig ist nur, nichts Gespritztes zu nehmen. (Vor allem bei Rosen wichtig) Im Winter eignen sich als Geheimtipp sehr gut Grassamen, die man überall kaufen kann. Atta und auch Acromyrmex stürzen sich geradezu darauf. Haferflocken schimmeln leicht bei Feuchtigkeit, deswegen sind sie nur für den absoluten Notfall zu empfehlen. Um die Arbeiterinnen etwas zu entlasten, kann man gerne Früchte, wie Apfelhälften oder Bananen zum Beispiel mit in das Aquarium geben.

5.) Erde oder nicht Erde? Ich denke das kann man machen wie man will. Artgerechter finde ich jedenfalls mit Erde. Das Eingraben hält die Feuchtigkeit besser, der Pilz ist besser geschützt vor mechanischen Einflüssen und die Attas sind, da sie Licht nicht besonders mögen auf dem Pilz auch fleißiger. Nachteil ist, das man oft Erde entfernen muß, Attas sind wahre Baukünstler, die Gänge und Kammern in Rekordzeit graben. Erde wird dann rausgeschafft oder auf einen Haufen abgelegt. Nimmt man Erde, empfehle ich Weißtorf. Sand ist völlig ungeeignet, Lehm nur bedingt, wichtig ist, dass Atta sich gut eingraben kann. Weißtorf (kriegt man in Baumschulen und Gartencentern) ist ungedüngt, unbehandelt und kommt der Erde der Regenwälder am Nächsten. Man kann natürlich auch Anzuchterde nehmen, aber diese ist sehr teuer. Auf jeden Fall immer nachprüfen das die Erde unbehandelt ist!

6.) Unbedingt für Ausbruchsschutz sorgen! Ich hatte schon sehr erstaunliche Erlebnisse mit Atta, als sie nach Nahrung suchten. Scouts werden losgeschickt, der dann eine wahre Kolonne folgt. Dabei bilden sich Straßen ungeahnten Ausmaßes und Atta wird, wenn sich nichts besseres finden läßt, nicht wählerisch und nimmt alles mit, was irgendwie verwertet werden kann. Damals hatte ich nicht für Ausbruchsschutz gesorgt, was sich wie gesagt als fatal erwies. Zimmerpflanzen und Bananen wurden am anderen Zimmerende in Kolonnen abgenagt. Sogar zum Nachbarzimmer gingen die Kolonnen meiner Attas und entsorgten den vertrockneten Blumenstrauß meiner sehr geschockten Nachbarin :lol: Ich probiere es im Moment mit Wassergraben, scheint auch zu funktionieren, Talkum und PTFE ist unwirksam, da Atta sehr lange Beine hat.

Last, but not least immer dran denken, der Pilz ist das Entscheidende, Atta selbst ist sehr robust und verträgt sogar Insektizide in kleineren Dosen. (was wohl der Grund ist, warum sie in ihren Heimatländern nicht sehr beliebt sind)

Das war erstmal das Wichtigste zur Haltung, nächster Beitrag in diesem Thread handelt dann, eine gekaufte Kolonie erfolgreich bis zum Riesenpilz zu bringen.
Hoffe das war erstmal hilfreich für euch.

Grüßle

Freddy
Zuletzt geändert von ElAurian am 12. Sep 2006 23:21, insgesamt 3-mal geändert.
ElAurian
member
member
 
Beiträge: 18
Alter: 46
Registriert: 11. Jun 2006 18:30
Wohnort: Heidelberg
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon ElAurian » 12. Sep 2006 23:13

So hier der zweite Teil:

Erfolgreiche Koloniegründung! :-)

Eigentlich für den einen oder anderen nichts Neues, ist auch schnell erzählt. Man kriegt die Kolonie meistens in Heimchendosen oder seltener größeren Behältnissen. Ich halte nicht viel davon wenn man sie sich zuschicken läßt. Die Gefahr ist einfach zu groß. Man sollte daher genug Fahrtgeld investieren und sie sich persönlich abholen. So erspart man seinen Lieben einen eventuellen frühen Tod. Noch ein wichtiger Tip, auf die richtige Temperatur achten. Attas als tropische Ameisen reagieren sehr empfindlich auf niedrige Temperaturen, was ich selbst unglücklicher weise erfahren mußte. Daher eher im Sommer Anschaffung planen.

Thema Becken wurde oben schon geklärt, ich halte wie gesagt nur mit Erde, ist auch am Anfang beinah idiotensicher um die Kolonie einleben zu lassen und sie zum Wachsen zu bringen. Ohne Erde besteht immer die Gefahr das was schiefläuft. Aber das kann jeder so handhaben wie er will.

Als Erstes ist wichtig, die Erde gründlich feucht machen! Weißtorf läßt sich nur schwer durchfeuchten, Anzuchterde ist da vllt besser. Die Erde sollte nicht naß sein, aber feucht. Wichtig ist, dass sich kein Wasser am Boden sammelt (Löcher!)

Dann am Besten in der Aquariummitte ein mittelgroßes Loch ausheben. Tief genug sollte es sein, aber nicht zu tief (Einsturzgefahr). Gut ist so 20 cm Durchmesser und etwa dreiviertel so tief. Nun kommt die unangenehme Arbeit. Man sollte den Pilz möglichst heil in das Loch bringen, was aber nur sehr schwer möglich ist. Zuerst immer den ältesten Pilz ganz unten, dann den Rest drauf verteilen. Unbedingt drauf achten, das man die Königin separat auf den Pilz setzt. Diese wird ohnehin erstmal flüchten und das Volk wird ohnehin erstmal in Alarmzustand versetzt sein. Wenn der Pilz zerbröselt nicht schlimm, die Arbeiterinnen bauen ihn schnell wieder auf. Wichtig ist erstmal genug Blattmaterial auch ins Nest legen, damit der Pilz schnell wieder aufgebaut werden kann. Dann an den Rändern eine oder zwei Kuhlen reindrücken und einen alten Teller auf das Loch legen. Nach etwa einem Tag dürfte der Pilz wieder aufgebaut worden sein. Ich kontrolliere bei Koloniegründungen immer regelmäßig am Anfang, später ist es nicht mehr erforderlich, eher hinderlich, weil je weniger das Nest gestört wird umso schneller entwickeln sie sich. Am Anfang wird das Nest neu 'gestaltet', das heißt von den Arbeiterinnen wird erstmal viel Erde ausgegraben werden, was aber völlig normal ist. Einfach Wachstum des Pilz kontrollieren und die Erde wegschaffen.

Irgendwann wird man auch den Teller wieder wegnehmen können, Atta wird nämlich irgendwann den Pilz selbst "eingraben" um ihn zu schützen. Wenn also die Kuhle ganz mit dem Pilz ausgefüllt ist, einfach seine Neugier im Griff halten und ein paar Monate warten. Wann es genau soweit ist, weiß man nicht genau. Ich hatte bei meiner letzten Kolonie Glück, da der Pilz da schon fast eingegraben war.

Jetzt kann man eigentlich nicht viel mehr tun als warten. Wächst der Pilz, macht man alles richtig, schrumpft er, stimmt wahrscheinlich die Temperatur nicht. Meist wird man merken ob es den Meisis gefällt oder nicht, denn sie ziehen schnell um wenn der Pilz nicht optimal versorgt ist. Meist dürfte das aber kein Problem sein, wie gesagt, Atta ist eine einfach zu haltende Art.

Wer noch Fragen hat, einfach mailen oder PN ;-)
ElAurian
member
member
 
Beiträge: 18
Alter: 46
Registriert: 11. Jun 2006 18:30
Wohnort: Heidelberg
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Re: Haltungserfahrungen Atta allgemein

Beitragvon Antsoldier » 13. Sep 2006 15:25

ElAurian hat geschrieben:Ich probiere es im Moment mit Wassergraben, scheint auch zu funktionieren, Talkum und PTFE ist unwirksam, da Atta sehr lange Beine hat.


Aber Paraffinöl ist sehr wirksam! Ich spreche aus eigener Erfahrung :wink:
Benutzeravatar
Antsoldier
member
member
 
Beiträge: 108
Alter: 38
Registriert: 15. Mär 2003 20:23
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon Altum » 17. Sep 2006 22:45

Kleiner Tipp
Probiert mal Haselnuss als Futtermittel.
Klappt supi und das sammeln ist nicht so mühsam.
Zusammen mit Haferflocken und Apfel hat man ein tolles Pilswachstum.
Schöne Grüsse aus dem Zoo Osnabrück
Stefan Bramkamp
Altum
newbie
newbie
 
Beiträge: 6
Registriert: 11. Sep 2004 14:33
Wohnort: Ostercappeln
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon Moglie » 18. Sep 2006 11:18

Hi,

generell sollte man immer abwechslungsreich füttern, da die Kleinen irgendwann jedem Futter überdrüssig werden und etwas anderes bevorzugen Bei mir hat sich aber als Lieblingsfutter Liguster herausgestellt (bei allen Kolonien die ich bis jetzt hatte).

MfG Sven
Benutzeravatar
Moglie
member
member
 
Beiträge: 168
Alter: 45
Registriert: 10. Mai 2005 19:48
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon ElAurian » 19. Okt 2007 18:59

Es geht schon. Man braucht nur wirklich viel Platz. Wirklich viel. Also richtig viel. Richtig sehr viel. Ohne Scheiß. Kauft euch am besten nen Schrank.

Wenn die sich erstmal wohl fühlen wachsen sie wie blöde.

Und ich würde auch wirklich nur zu Atta cephalotes raten. Die ist sehr robust und verzeiht auch den einen oder anderen Fehler.

Achja, achtet auf stabiles Erdreich, ruhig mal Lehm mit reinmischen, sonst kann es teuer werden. Ich hab diesen Sommer deswegen eine Kolonie verloren, weil mir die Kammer eingestürzt ist.
ElAurian
member
member
 
Beiträge: 18
Alter: 46
Registriert: 11. Jun 2006 18:30
Wohnort: Heidelberg
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon Gubischubi » 19. Okt 2007 19:19

Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar

Hier kann man sich ein kleines Bild davon machen ;-)
Ich bezweifel zwar, dass "dermitdencamponotus" Englisch kann aber Bilder sprechen ja bekanntlich mehr als 1000 Wörter.
Gubischubi
member
member
 
Beiträge: 240
Alter: 34
Registriert: 25. Mär 2007 18:50
Land: Australia (au)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon dermitdencamponotus » 19. Okt 2007 19:49

Hey ich kann English aber danke für das Video.Ach ja kann man die Kolonie und ihr wachstum beeinflussen indem man nicht so viel Insekten verfüttert und auch die Becken weit auseinander stellt also lange Schläusche.Und wie viel Becken sollte man insgesamt nun haben.
dermitdencamponotus
member
member
 
Beiträge: 147
Alter: 31
Registriert: 2. Okt 2007 18:25
Wohnort: BERLIN
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon ElAurian » 19. Okt 2007 20:08

Wieviele Becken? Hast du doch gesehen wie groß eine Atta-Kolonie werden kann. Und nein beeinflussen kann man das Wachstum sicher nicht. Man riskiert bei Nahrungsmangel die Zerstörung der Kolonie.

Hast du nen Keller bei dir? Dann würde selbst der gesamte Keller vollgestellt mit Atta-Becken nicht ausreichen um eine ausgewachsene Kolonie zu versorgen.
ElAurian
member
member
 
Beiträge: 18
Alter: 46
Registriert: 11. Jun 2006 18:30
Wohnort: Heidelberg
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon ElAurian » 19. Okt 2007 20:12

Seid euch darüber im Klaren, daß es ein Fulltimejob wird, eine Atta Kolonie dahin zu bringen, bis sie ausgewachsen ist.

Aber das wird man in den eigenen vier Wänden sowieso so gut wie nicht schaffen.

Das ist eigentlich auch gar nicht nötig. Denn eine Attakolonie kann auch so Freude machen, man muß sie gar nicht (oder anders gesagt man kann in den vier Wänden auch gar nicht) bis zur vollständigen Koloniegröße bringen.
Zuletzt geändert von ElAurian am 19. Okt 2007 20:13, insgesamt 1-mal geändert.
ElAurian
member
member
 
Beiträge: 18
Alter: 46
Registriert: 11. Jun 2006 18:30
Wohnort: Heidelberg
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon dermitdencamponotus » 19. Okt 2007 20:12

Aha warum hast du dann selber Atta?
Wie viel Becken hast du?
dermitdencamponotus
member
member
 
Beiträge: 147
Alter: 31
Registriert: 2. Okt 2007 18:25
Wohnort: BERLIN
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon ElAurian » 19. Okt 2007 20:16

Ich hatte eine Kolonie vor mehreren Jahren. Bis sie mir zu groß wurde.

Ein Becken hatte ich. Das reichte dann für mehrere tausend Exemplare.
Aber das reicht sicher nicht um die Kolonie bis zur Endgröße zu bringen.
ElAurian
member
member
 
Beiträge: 18
Alter: 46
Registriert: 11. Jun 2006 18:30
Wohnort: Heidelberg
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon Gaster » 19. Okt 2007 20:45

Es gibt viele Blattschneider-Halter, weil es viele interessant finden, wie sie den Pilz kultivieren etc.
Und indem du deinen BLATTSCHNEIDERN weniger Insekten gibst, wirst du mit Sicherheit nicht verhindern, dass sie so extrem wachsen. Sag mal hast du dich auch nur ein Bisschen über die Art informiert?
Gaster
 

Beitragvon dermitdencamponotus » 20. Okt 2007 10:59

ElAurian hat geschrieben:Seid euch darüber im Klaren, daß es ein Fulltimejob wird, eine Atta Kolonie dahin zu bringen, bis sie ausgewachsen ist.
Das ist eigentlich auch gar nicht nötig. Denn eine Attakolonie kann auch so Freude machen, man muß sie gar nicht (oder anders gesagt man kann in den vier Wänden auch gar nicht) bis zur vollständigen Koloniegröße bringen.

Warum ist das nicht nötig sie bis zur vollen Koloniegröße zu bringen, weil sie vorher sterben oder wie?
Gaster ich hab mich über diese Art sehr extrem informiert z.B. durch Haltungsberichte, Filme und etc.
Aber was macht ihr eigentlich wenn die Kolonie zu groß wird?
dermitdencamponotus
member
member
 
Beiträge: 147
Alter: 31
Registriert: 2. Okt 2007 18:25
Wohnort: BERLIN
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Beitragvon Naranek » 20. Okt 2007 14:04

Hallo dermitdencamponotus,
Ich freue mich das du Interesse an exotische Ameisen entwickelst, aber ich halte Atta für keine gute Idee.

Erstmal versuch ich deine Fragen zu beantworten.
Warum ist das nicht nötig sie bis zur vollen Koloniegröße zu bringen, weil sie vorher sterben oder wie?


Nun vorrausgesetzt jemand würde es schaffen die Kolonie lange genug am leben zu erhalten um die maximale Koloniegröße zu erreichen. Würde es am Nahrungsangebot scheitern. Solch eine Kolonie benötigt unmengen an Blattmaterial das quasi unmöglich ist für ein Privatmann solch eine Menge zu bekommen. Atta ist auch recht wählerisch was es Blättern angeht. Man kann keine X-beliebigen Blätter reinschmeißen.
Außerdem benötigt solch eine Kolonie sehr viel Platz. Dafür müsstest du schon einige Räume zur Verfügung stellen.

Ach ja kann man die Kolonie und ihr wachstum beeinflussen indem man nicht so viel Insekten verfüttert und auch die Becken weit auseinander stellt also lange Schläusche.Und wie viel Becken sollte man insgesamt nun haben.


Atta ernährt sich nahezu ausschließlich von dem Pilz das sie aus den Blättern erzeugen. Die Becken weiter auseinander stellen , bringt nicht wirklich was. Die paar Meter distanz die dir möglich sind in der Wohnung beeinflussen in keinster Weise das Koloniewachstum.
Nun die Frage mit den Becken sollte anders heißen. Wie viele Becken benötige ich für eine artgerechte Haltung. Klar reichen am Anfang 3 Becken aus, doch ändert sich das schlagartig bei dieser Art. Das Wachstum von Atta ist ohne Frage mit der von Pheidole pallidula zu vergleichen. Sie vermehren sich sehr schnell so das bald alle möglichkeiten eines privaten Halters ausgeschöpft sind.

Ich weiß nicht genau wo aber in Deutschland gibt es einen Zoo der hält eine gigantische Kolonie Atta. Selbst dieser Zoo ist nicht in der Lage die maximal Koloniegröße für Atta zu erreichen. Sie benötigen derart viel Nahrung/Blätter das in regelmäßigen Abständen hunderte Atta-Arbeiterinnen überbrüht werden müssen.


dermitdencamponotus nimm es nicht persönlich, aber du sagtest du hättest dich gut belesen über diese Art. Wieso gehst du auf die Frage mit den Heimchen ein, wo Atta doch keine benötigt.

Mit freundlichem Gruß,
Steven
Naranek
member
member
 
Beiträge: 111
Alter: 38
Registriert: 24. Sep 2007 17:08
Wohnort: Falkensee bei Berlin^^
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 0 Danke

Nächste

Zurück zu Atta - Diskussion und Fragen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste