Die Diskusion gibt Anlass, mal über die Begriffe „Europa“ bzw. „europäische Ameisen“ nachzudenken. Die sind nämlich völlig ungeeignet um Ameisenarten irgendwie zu charakterisieren. Europa ist eine Bezeichnung, die der Mensch willkürlich einem Teil der Welt verpasst hat.
Eine „europäische Ameise“ aus Finnland, z.B. Formica aquilonia, wird auf Kreta oder Sizilien im Freien kläglich verenden, ebenso wie eine Cataglyphis aus Südspanien in Finnland.
Dieselbe „europäische“ Cataglyphis kann dagegen in Afrika bestens überleben, z.B. in Marokko, wo sie wahrscheinlich ohnehin vorkommt.
@ heiko24:
Glaube aber nicht das Ameisen in Griechenland z.B. Winterruhe halten, oder?
Lies mal Zeitung oder sieh Fernsehnachrichten! Fast jedes Jahr gibt es Berichte über Schneekatastrophen in Athen.
Die „europäische“ Lasius niger hat (wie sehr viele andere in Europa vorkommende Ameisenarten) ein Verbreitungsgebiet, das weit nach Asien hineinreicht. Eure L. niger sind damit genauso gut „asiatische Ameisen“.
Die Bezeichnung „europäische Ameisen“ wird oft falsch verstanden und mit „einheimische Ameisen“ gleichgesetzt. Über ihre klimatischen Ansprüche sagt das aber gar nichts aus. Schnee gibt es in ganz Europa, zumindest in den bergigen Regionen. Ätna in Sizilien und Sierra Nevada in Südspanien sind Skigebiete ebenso wie der Hohe Atlas in Afrika, in Marokko.
Und in Griechenland, auf dem südlichen Peloponnes, packt die Bevölkerung auch an der Mittelmeerküste erst zu Ostern die Wintermäntel weg!
„Einheimische Ameisen“ kann somit, richtig gebraucht, nur heißen, dass die Tiere aus der Region des Halters stammen. Manica rubida aus den deutschen Alpen sind in Niedersachsen schon nicht mehr „einheimisch“, sind dort "exotische Ameisen".
Eine Empfehlung an den Antstore daher: Bitte die Herkunft der verkauften Tiere genauer angeben! Dann kann sich der Käufer im Klimaatlas schon besser informieren, welche Ansprüche seine Tiere stellen werden.
Happy Easter,
Earlant