Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Hier kann diskutiert und gefragt werden.

Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Attahalter19 » 10. Sep 2013 16:08

Liebe Leser und Leserinnen meines Berichtes,

hier erstelle ich einen Diskussionsthread über den ihr Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge einbringen könnt.
Fragen zu der Anlage könnt ihr ebenfalls stellen!
Freue mich auf eine interessante Diskussion für alle!
Den Bericht könnt Ihr hier verfolgen:
viewtopic.php?f=148&t=19000&p=157084#p157084

Attahalter19

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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Kellogz1337 » 11. Sep 2013 19:12

Dein Foto hat wirklich sehr schlecht Qualität :-( Ist es wohl möglich ein besseres zu machen? Ich kann leider kaum etwas erkennen außer ein paar Blumentöpfe in einem Heizungskeller.

Ich frage mich wo da der Ausbruchsschutz ist. Wasser und Sperrriegel?

Meine Acromyrmex haben mir jeden Ausbruchsschutz dieser Art mühelos überwunden. Wie funktioniert das denn bei dir genau?

MfG Kellogz
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Attahalter19 » 11. Sep 2013 19:40

Hallo Kellogz,

von welchem Foto sprichst du genau? Man kann die Fotos durch draufklicken deutlich vergrößern. Für die schlechte Qualität mancher Fotos muss ich mich entschuldigen...
War mein erstes Fotouplade und Ich werde versuchen die Qualität zu verbessern.
Da das Außengelände (z.T. Blumentöpfe) aus Plastik bestehen, habe ich dort Paraffinöl aufgetragen, das durch die deutlich niedrigere Luftfeuchtigkeit hält.
Aber die Tiere interessieren sich eigentlich gar nicht für die Außenwände in der Außenanlage!
Ja Ich habe selbst lange Acromyrmex gehalten, aber ich glaube auf einer Freilandanlage würde dieser Ausbruchsschutz auch funktionieren.
Das Problem ist eigentlich die hohe Luftfeuchtigkeit und die hohe Tierchendichte.

MfG Attahalter19
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Gast » 23. Sep 2013 22:01

Hallo Attahalter19,

tolle Anlage!

Hoffe, Du wirst uns dann auch NACH dem Massenausbruch der Kolonie (der sicher bald kommen wird!) weiter auf dem Laufenden halten! Bitte nebst Fotobericht!

Dafür schon mal vorab ein herzliches Dankeschön! :!:

Gespannt: docwood
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Attahalter19 » 24. Sep 2013 13:09

Hallo docwood

bis jetzt gibt es noch keine Anzeichen für einen Massenausbruch, in der Anlage ist alles ruhig und die Tiere interessieren sich (bei ausreichend Futter) nicht sonderlich für den Rand.
Bei der abgeschlossenen Anlage vorher waren die Tiere weitaus agressiver und ausbruchsfreudiger.
Das wird auch ein Grund sein, das sehr wenige Berichte über gößere Attakolonien (Tiere > 10.000) existieren.
Ja Ich bin selbst gespannt ob und wie lange die Inselhaltung bei einer Attakolonie funktioniert.
Wie dieses Experiment ausgeht weiß Ich selbst nicht, habe auch nirgends etwas anderes behauptet.
Ich bleibe nur dabei das sich bis jetzt die Inselhaltung im Vergleich zu einer Haltung in der abgeschlossenen Anlage deutlich vereinfacht hat.
Wenn Ich Massenausbrüche erleben sollte werde Ich natürlich auch das posten, dies gehört alles zu dem Experiment dazu.

mfG

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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Jumpstyle » 24. Sep 2013 18:29

Ich kann docwood absolut beipflichten, früher oder später wirst Du die Inselhaltung aufgeben müssen!
Eigentlich wollte ich schon früher etwas dazu schreiben, aber ich rechne mit geringen Erfolgschancen Dich von Deiner Haltungsart abzubringen.
Offenbar liest Du nicht so gerne Haltungsberichte von anderen Haltern?
Mir fehlt jegliches Verständnis für eine solche Haltung. :/

Die Statistik sagt, dass Du den Haltungsbericht noch innerhalb des ersten Jahres abbrechen wirst.
Ich hoffe es ist nicht so. ;)


Trotzdem viel Erfolg!

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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon derameisige » 25. Sep 2013 10:32

Die „freie“ Haltung von Atta sp. ist uralt, wie dieses bemerkenswerte Bild aus der Würzburger Tageszeitung "Die Mainpost " von 1967 zeigt.

Prof. Gößwald im damaligen Institut für Angewandte Zoologie der Univ. Würzburg in einem der Räume, die von seiner Atta-Kolonie beansprucht wurden. Hinter der Wand links im Bild schloss ein größerer Raum an, in den die Attas über einen dicken, durch die Wand geführten Schlauch zu weiteren Terrarien gelangten. Das Bild zeigt also nur einen kleinen Teil der Kolonie, die jenseits des Flurs (hinter Prof. Gößwald) auch noch 2 oder 3 Räume gegenüber bewohnte. Für das Sammeln bes. von Brombeerblättern im Winter war fast das gesamte Personal des Instituts bis hin zur Putzfrau eingesetzt.

Bitte zum Vergrößern anklicken, dann kann man auch den Text lesen und Details erkennen.

Lg,
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Attahalter19 » 25. Sep 2013 13:54

Zu Jumpstyle:

Habe Ich behauptet das die Inselhaltung immer funktionieren wird?

Ganz im Gegenteil: Ich lese sehr gerne andere Haltungsberichte, habe auch deinen Bericht auf blattschneiderameisen.org gelesen der mir sehr gut gefallen hat.
Deine Acrylglasanlage ist auch sehr schön anzusehen,aber Ich bin mir sicher das du bis jetzt für deine Gesamtanlage über 1000€ ausgegeben hast.
Wie lange bleibt deine Anlage bei dem Wachstum der Attakolonie noch bezahlbar?
Außerdem kannst du mit den Acrylglaszylindern nur einen kleinen Teil der Fläche nutzen, die du mit den Becken zustellst.
Und viel ausbruchssicherer ist deine Anlage auch nicht.
Das hier nicht jeder Verständnis für diese Art der Haltung aufbringt, kann Ich nachvollziehen.

Zu derameisige:

Es wird immer wieder fälschlicherweise behauptet, dass eine Attakolonie dem Besitzer über den Kopf wachsen kann.
Jetzt ist es aber so, dass die Ameisen in einer Symbiose mit dem Pilz stehen, der von den Ameisen mit Futter versorgt wird. Vor allem die Brut, wie auch die Ameisen (wenn kein Zuckerwasser zur Verfügung steht) benötigen den Pilz zum Überleben. Wenn jetzt die Kolonie stark wächst, aber das Futter nicht ausreichend vorhanden ist, kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen der Pilzmenge und der Anzahl der Tiere und der Brut, das zum Kollaps der Kolonie führen kann. Dieser Kollaps kann auch nicht durch Extrafütterungen aufgehalten werden sondern nur durch eine Verkleinerung der Anzahl der Tiere so das das passende Verhältnis zwischen Pilzmenge und Tiere wieder hergestellt wird.

Kommt es zu diesem Kollaps, kann auch eine 5.000 Tiere große Attakolonie binnen 2 Wochen eingehen!!!
Mir ist genau das passiert, Ich habe die Kolonie nur noch mit ca. 30 Tieren retten können, das bedeutet das die Kolonie nach 1,5 Jahren wieder genauso groß war wie am Anfang, obwohl sie mehr als rasant gewachsen ist.

Das ist genauso wie bei dem Verhältnis der Soldaten und Arbeiterinnen von Pheidologeton: Wenn dort durch eine unpassende Haltung durch Wegsterben der kleinen Arbeiterinnen das Verhältnis der Beiden zueinander gestört wird kann die Kolonie kollabieren. Der Kollaps kann nur aufgehalten werden, wenn Soldaten entfernt werden.
Diese Tatsache macht die Haltung der Arten dieser Gattung auch so schwierig, zumal die kleinen Arbeiterinnen noch sehr empfindlich sind.

Bei der Attakolonie, die man auf dem Zeitungsartikel sieht, wären Futtermengen nötig die eine Privatperson nicht beschaffen kann. Das bedeutet aber das eine Kolonie in Privathaltung NIEMALS so groß werden kann.
Vorher kollabiert die Kolonie aus den oben beschriebenen Gründen. Bei der Attahaltung bestimmt der Halter über die äußeren Einflüsse wie Platz und Futter und somit über die Endgröße der Kolonie. Man kann die Kolonie fleißig füttern und rasant wachsen lassen, solange das Verhältnis zwischen der Pilzmenge und Arbeiterinnenanzahl stimmt. Nur irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem man dem Futterbedarf nicht mehr nachkommen kann und es zum Kollaps kommt.

Deswegen mache Ich mir keine Sorgen darüber das mir die Kolonie über den Kopf wächst.

MfG

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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon derameisige » 25. Sep 2013 20:41

@ Attahalter19:

Du weißt so toll Bescheid über Atta und die Atta-Haltung! =D> Schreibst Du ein Buch darüber? Ich melde mich schon mal für ein signiertes Exemplar an. :D

lg,
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Gast » 25. Sep 2013 22:04

@ Attahalter19

Bei der Attahaltung bestimmt der Halter über die äußeren Einflüsse wie Platz und Futter und somit über die Endgröße der Kolonie.


Richtig, so lange die Theorie nicht von der Praxis eine auf´s Maul bekommt! :grin:

Bei Platz- u. Futtermangel werden sich deine Attas schon zu helfen wissen und ihr Heil in der Flucht suchen, anstatt (wie prognostiziert) zu verrecken. In einem (zwangs-belüfteten!) Heizungsraum wird es da, zumindest in den Sommermonaten, auch sicher einen unkomplizierten Weg nach draußen geben.
Aber wurscht, will nicht weiter schwarzmalen, sondern bin gespannt auf weitere Haltungsberichte von dir. Sollte etwas schief gehen, es wäre ja auch nicht das erste Mal; also, alles nicht so dramatisch(*)! :wink:

[*Edit: mal abgesehen von hysterischen, rosenzüchtenden Nachbarn und durch die Presse aufgebauschten Geschichten!]:

Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar

viewtopic.php?f=134&t=4177&st=0&sk=t&sd=a

usw.

Grüße und weiterhin viel Erfolg mit der Haltung!
docwood
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Tesee » 25. Sep 2013 23:59

Finde es schade das man ihn so "hart angeht"

Da ich selber seit ca. 6 Wochen eine Atta cephalotes habe bin ich über jeden Aktiven hier der was schreibt froh. Wie ihr ja wißt ist es ja nicht ganz einfach, aber bis jetzt entwickelt sie sich gut. Es ist ja auch noch ne kleine Kolonie. Ich werde in naher Zukunft euch meine Anlage vorstellen. Ich hoffe, dass dann ein paar es verfolgen und mir Tipp´s geben bzw. mich kritisieren was falsch ist.

Gruß....
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Attahalter19 » 26. Sep 2013 12:59

Zu derameisige:

Nein für ein Buch reicht es leider noch nicht :D ; Ich gebe hier nur MEINE Erfahrung aus fast 4 Jahren Blattschneiderameisenhaltung wieder. Mich faszinieren einfach Superorganismen!
Es freut mich das meine Sicht auf die Haltung auf Interesse stößt, auch wenn nicht alle diese Art der Haltung nachvollziehen können.


Zu docwood:

Mein Primärziel in der Attahaltung ist NICHT die Kolonie so groß zu ziehen, das Ich sie nicht mehr ausreichend füttern kann. Vielmehr interessiert es mich, die Kolonie ab einer bestimmten Koloniegröße konstant zu halten, was hier noch nie jemandem gelungen ist, nach meiner Theorie (vgl. letzter Beitrag) jedoch möglich sein müsste.
Ja ich bin auch gespannt auf die weitere Haltung und den damit verbundenen Herausforderungen :D

Den Zeitungsbericht habe Ich auch gelesen.... halte ihn jedoch für ein wenig aufgebauscht.

Zu tesee:

Ich finde es gut das mich andere User hart angehen, kann gut damit umgehen.
Harte Diskussion gehört in ein Diskussionsforum, zumal die Attahaltung selbst sehr umstritten ist.

Wie groß ist denn deine Kolonie?
Wie hälst du deine Kolonie?

MfG

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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon MajorSpud » 26. Sep 2013 13:51

@attahalter19:

Habe gerade Deine Äußerung bezüglich der Pheidologeton gelesen.

Leider muß ich da widersprechen. Gerade WENN die kleineren Arbeiterinnen weggestorben sind läßt man die Majoren drin, da diese als Nahrungsspeicher genutzt werden. So sorgt vor allem eine kleine Kolonie für effiziente Nahrungsverwertung bei Überangebot.

Daher kommt es auch, das sobald die ersten Media da sind die Kolonie mitunter eine Woche keine Nahrung aufnimmt - sie verwerten dann das, was in den Media gespeichert wurde.
Dies bedeutet in der Natur das Sie nicht raus müssen, und das Risiko fressfeinden zu begegnen minimieren.

Beo großen Kolonien werden die majoren dann als Notreserve angelegt, um einer evtl. folgenden Knappheit vorzubeugen.
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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Jumpstyle » 26. Sep 2013 14:05

die Kolonie ab einer bestimmten Koloniegröße konstant zu halten, was hier noch nie jemandem gelungen ist

Ich mache das seit knapp drei Jahren mit einer Atta sexdens Kolonie. ;)
Es wurde tatsächlich manchmal etwas heikel, aber machbar ist das auf jeden Fall.

Da ich selber seit ca. 6 Wochen eine Atta Cephalotes...

Die Gattung wird groß geschrieben, das Artenanhängsel aber klein.

Bei Platz- u. Futtermangel werden sich deine Attas schon zu helfen wissen und ihr Heil in der Flucht suchen, anstatt (wie prognostiziert) zu verrecken.

Exakt!
Ich habe das auch nicht geglaubt, musste es aber vor ein paar Wochen erstmals schmerzlich feststellen.

Schreibst Du ein Buch darüber? Ich melde mich schon mal für ein signiertes Exemplar an. :D

Ich natürlich auch! :D

Deine Acrylglasanlage ist auch sehr schön anzusehen,aber Ich bin mir sicher das du bis jetzt für deine Gesamtanlage über 1000€ ausgegeben hast.

Da hast Du Dich aber verschätzt, meine Anlage ist weitaus teurer. :)

Wie lange bleibt deine Anlage bei dem Wachstum der Attakolonie noch bezahlbar?

Viel mehr Geld werde ich gar nicht brauchen, denn die Kolonie braucht jetzt schon mehr Blätter als ich besorgen kann.

Und viel ausbruchssicherer ist deine Anlage auch nicht.

Sicherer als eine Insel definitiv, obwohl die Statistik etwas anderes behauptet. :P


Aber wie gesagt, bitte weiter berichten!
Und halte bitte eine Kamera für den Super-GAU bereit. :)



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Re: Diskussion zur Haltung einer großen Attakolonie auf Insel

Beitragvon Attahalter19 » 27. Sep 2013 12:44

Zu MajorSpud:

Habe nicht gewusst, dass die Soldaten von Pheidologeton als Futterspeicher genutzt werden. Ich weiß jedoch, dass zu viele Soldaten in der Kolonie für die Kolonie gefährlich sein können.

Zu Jumpstyle:

Bei welcher Koloniegröße hältst du deine Atta sexdens konstant? Und wie machst du das genau?

Wie groß ist deine Atta cephalotes Kolonie mittlerweile?

Ich werde gerne weiter über meine Kolonie berichten!

MfG

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