Big Brother is watching you!

Hier kann über alles andere diskutiert werden.

Big Brother is watching you!

Beitragvon earlant » 10. Jul 2007 17:22

Im amerikanischen Forum ist aufgefallen, dass hier im englischen Antstore-Forum von usern diskutiert wird, wie man Ameisen nach USA einschmuggeln könnte:
Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar

Verlinkt wurde der thread „Traveling with Ant Queens”:
http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=5827

Jetzt ist sogar ein amerikanischer Fachkollege, anerkannter Wissenschaftler und Herausgeber der „Notes from Underground“ hier aufgetaucht:

Gordon C. Snelling
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Posted: Mon Jul 09, 2007 12:36 am Post subject:
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Yes the receiver can get in trouble. They are considered to be receiving prohibited material and can be charged with the crime. These days esp if you think the postal service and other authorities do not randomly open packages you are wrong. And you can be assured USFWS and USDA do absolutely monitor these forums as well.

(Ja, der Empfänger kann Schwierigkeiten bekommen. Man stuft das so ein, dass sie (die Empfänger) verbotenes Material erhalten und wegen einer Straftat zur Verantwortung gezogen werden. Du irrst, wenn Du annimmst, dass die Post und andere Behörden heutzutage nicht stichprobenweise Pakete öffnen. Und du kannst sicher sein, dass USFWS und USDA diese Foren auf jeden Fall auch überwachen.)
USFWS = US Fish and Wildlife Service. USDA = US Department of Agriculture.

Ich denke, wer mit dem Gedanken spielt, lebende Ameisen nach USA zu senden, oder von dort zu beziehen, sollte davon besser absehen!

Mit freundlichen Grüßen,
Earlant
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Beitragvon Gaster » 10. Jul 2007 18:31

Schon lustig, dass es dann eine Seite geben kann, wo öffentlich Ameisen aus den USA verkauft werden. Das nur mal so am Rande...


LG Jan
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Beitragvon Acid150 » 10. Jul 2007 18:46

Der verkauf von bestimmten Ameisen ist in den USA doch auch nicht verboten mein ich!? (War das nich irgendwie nur ohne Königin?) Nur ins Ausland ist verboten!

Mfg Acid!
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Beitragvon TiGGa » 10. Jul 2007 19:37

Die besagte Seite ist aber eine britische Seite. Wie der Ladenbesitzer die Königinnen nach England bekommt, weiss keiner so wirklich.
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Beitragvon Krümel » 10. Jul 2007 20:22

@ Acid: In den USA ist es verboten Ameisen in einen anderen Bundesstaat zu bringen, verschicken, schmuggeln, solange es sich um eine Kolonie mit Königin/nen handelt, ja.
Arbeiterinnen darf man verschicken (innerhalb des Landes).
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Beitragvon earlant » 11. Jul 2007 09:39

Da es immer wieder Verständnisprobleme gibt:

In den USA ist es gestattet, Königinnen und komplette Kolonien innerhalb eines Bundesstaates zu verkaufen oder sonst wie zu verteilen (also innerhalb von Texas, oder Maine, oder California usw.).

Es ist gestattet, Arbeiterinnen ohne Königin(nen) auch über die Staatsgrenzen hinweg zu verkaufen. Das wird in sehr großem Umfang gemacht für die Bestockung der diversen Ant Farms, die es in jedem Kaufhaus gibt (Uncle Milton’s, Gelfarmen usw.). Meist kauft man zu der Farm einen Gutschein, den man an eine Firma schickt, die dann die Ameisen liefert. Die Ameisen sterben dann halt vor sich hin, ohne Nachkommen in die Freiheit entlassen zu können.

Es ist nicht gestattet, lebende Ameisenköniginnen über die Grenzen der Bundesstaaten hinweg zu transportieren, zu verkaufen usw., also weder rein noch raus, auch nicht von/nach Übersee..

Sondergenehmigungen können erteilt werden, allerdings in aller Regel nur für Forschungszwecke, oder für Zoos, nicht für private Haltung. Das Procedere ist relativ umständlich, der Antragsteller muss vertrauenswürdig sein, in der Regel mit einer US-amerikanischen Forschungseinrichtung kooperieren..

Vergleichbar wäre es, wenn bei uns in der BRD der Ameisenhandel im Bundesland Berlin, oder im Freistaat Bayern usw., uneingeschränkt erlaubt wäre, aber nicht z. B. Versand von Berlin nach Bayern oder von Bayern nach Niedersachsen usw.

Das US-Gesetz verhindert die schlimmsten Auswüchse des internationalen Handels mit lebenden Ameisen. Leider verhindert es nicht die Ausbreitung dort bereits invasiv gewordener Ameisenarten wie
Solenopsis invicta (Fire ants)
Tetramorium tsushimae
Linepithema humile (Argentine ant)
Monomorium pharaonis (Pharaoameise)

Und andere.

Auch die in den NO der USA eingeschleppte europäische Myrmica rubra breitet sich “von alleine” weiter aus (wird in USA als “European fire ant” bezeichnet).

Es ist das grundsätzliche Problem mit eingeschleppten Ameisen und anderen Organismen: Wenn sie erst mal Fuß gefasst haben, ist ihr „Siegeszug“ durch nichts mehr aufzuhalten!

Schlimmstes Beispiel in den USA ist Hawaii (die Inselgruppe ist ja ein amerikanischer Bundesstaat): Dort gab es ursprünglich keinerlei soziale Insekten, weder Ameisen, noch Honigbienen oder Wespen, nicht eine einzige Art!
Inzwischen gibt es (letzte mir bekannt gewordene Zahl) bereits 48 Ameisenarten! und natürlich die Honigbiene (absichtlich angesiedelt) sowie einige Wespenarten.

Die konnten keine einheimischen Ameisen ausrotten, aber sie haben von der einzigartigen Fauna mit Hunderten von endemischen (NUR dort vorkommenden!) Arten anderer Insekten bzw. Arthropoden nicht viel übrig gelassen.

Merke: Jede einmal ausgerottete Art ist nicht ersetzbar, ist ein Verlust an Diversität, an ökologischer Stabilität, an möglicherweise nutzbaren „Inhaltsstoffen“ (Medikamente, Bekämpfungsmittel usw.), und an Evolutionspotenzial (aus einer ausgestorbenen Art können keine weiteren, anders angepassten Arten entstehen).

Das sollte man sich bei allen Diskussionen über Importe nicht-einheimischer Arten bzw. Exporte einheimischer Arten in andere Länder vor Augen halten. Und das betrifft nicht nur die Händler, sondern ebenso die „Urlauber“ und sonstigen Privathändler und –importeure, die sich klammheimlich freuen, wenn sie wieder mal den Behörden ein Schnippchen geschlagen haben: Den möglichen Schaden tragen wir alle!

Es ist durchaus verständlich, dass die US-Amerikaner den lockeren Umgang unserer Behörden mit Exoten-Importen mit Neid betrachten. Ich begrüße die Haltung der im Antfarm's Message Board Verantwortlichen, die jeden aufkeimenden Versuch zur Missachtung des Gesetzes gleich massiv unterbinden (mir ist die amerikanische Ameisenfauna ebenso wertvoll wie die deutsche und wie jede andere irgendwo heimische Fauna!).

Es ist sehr zu begrüßen, dass Uta im englischen Antstore-Forum gleich klar gemacht hat, dass dieses Forum keine Ausweich-Plattform sein darf, über die nun illegaler Ameisenhandel mit USA angebahnt werden sollte.

MfG
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Beitragvon Gaster » 11. Jul 2007 13:07

Wie sieht es eigentlich mit Arten aus, die Gamergates haben? Es geht mir gerade nicht darum, die Behörden zu umgehen, micht würde bloß interessieren, was in einem solchen Fall vorgesehen ist.


LG Jan
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Beitragvon earlant » 11. Jul 2007 14:12

Zu dem Zeitpunkt, als das Gesetz erlassen wurde, war noch nicht bekannt, dass es "queenless ants" gibt, deren funktionelle Königinnen (die "gamergates") wie Arbeiterinnen aussehen.

Das Gesetz zielte damals in erster Linie darauf ab, die Weiterverbreitung der fire ants zu verhindern und weitere invasive Arten aus dem Land zu halten. Da man einem Zoll- oder Polizeibeamten nicht zumuten kann, die Königinnen von S. invicta von Königinnen anderer Arten zu unterscheiden, hat man einfach "Königinnen" geschrieben.

Es ist ohnehin erstaunlich, dass man den Beamten zugetraut hat, Königinnen von Arbeiterinnen unterscheiden zu können :D (Ich denke an die Probleme, die mancher user in den Foren hat, eine Myrmica- oder Camponotus-Königin als solche zu erkennen :roll: )

Ich nehme an, dass man im Falle eines Falles das Gesetz im ursprünglichen Sinn auslegt: Mit der funktionellen Definition von Königin - das begattete Tier, das befruchtete Eier legt - ist es belanglos, wie sie aussieht!

MfG,
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