Wenn es schon um alltägliche Tiere geht, um Natur und Umwelt und um das Wahrnehmen eben dieser, dann finde ich auch Messor barbarus zu exotisch. Dann pflegen die im Unterricht Tiere, die sie sonst wohl nie sehen werden.
Meiner Meinung nach ist eine mittelgroße Camponotus-Kolonie besser geeignet. Es gibt ja C. ligniperdus und herculeanus. Da kommt man bestimmt an eine etwas größere Kolonie heran. Dann lernen die Kinder/Jugendlichen auch, was Ameisen hier im Winter machen, wie das alles Funktioniert und was im Frühjahr/Sommer passiert. Das ist doch viel Realer/Greifbarer als eine exotische Art aus Italien, Spanien, Griechenland.
Muss am Ende jeder selbst wissen. Aber wenn man hier etwas über Natur lernt, dann sollte man das meiner Meinung nach auch mit den hiesigen Gegebenheiten verknüpfen.
MfG
Ich bin hier, um eure Meinung zu hören ;-). Wie man sieht, streiten sich auch in diesem kleinen Rahmen die Geister.
Auf die Rossameise bin ich schon zu Beginn gestoßen, aber die hat bisher keiner erwähnt; ich wusste nicht wieso. Und das ist definitiv greifbarer. Danke auch für deine Antwort!
Ja, da hast du auch wieder recht, Krabbeltierfan.
Camponotus herculeanus wären wohl gut geeignet, ich glaube bei Leuten die wenig bis keine Ahnung haben dürfte die verwechslungsgefahr mit Formica rufa und den restlichen Hügelbauern recht groß sein, aber das sollte kein Problem darstellen.
Eher die langsame Brutentwicklung könnte ein Problem darstellen, wenn man sich die begrenzte Zeit anguckt.
Ich glaube eine Formica Art wäre eher von Vorteil, wenn du etwas wirklich interessantes einheimisches willst, eine kleine Kolonie mit einem nicht zu langsamen und nicht zu schnellen Koloniewachstum, dann würde ich dir zwar Polyergus rufescens nicht dierekt empfehlen, da ich nicht weiß wie schwer sie zu halten sind, aber ich persönlich würde die Art nehmen.
Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass du irgendwann das Koloniewachstum zu langsam findest, dann könntest du bei Polyergus rufescens nämlich Puppen und Larven einer anderen Art hinzufügen wie du willst, oder auch nicht und so ein Wachstum hämmen. Aber diese Art könnte schwer sein, lassen wir sie also außenvor.
Meine momentaner Vorschlag wäre also eine Formica Art (ohne jegliche Parasiten wie Polyergus rufescens), aber die Diskussionsentwicklung hier gefällt mir...
Welche Formica-Art genau?
Ich würde Componotus ligniperdus empfehlen, weil:
Pro:
- kommt in deutschen Wäldern vor
- ist einfach in der Haltung
- ist groß
- hält Winterruhe auch bei sehr niedrigen Temperaturen
Kontra:
- entwickelt sich nicht so schnell wie kleinere Arten
LG,
Tolga
Messor sind fein für sowas, ich empfehle dir M. structor.
Die kommen teilweise auch in DE vor, halten eine verkürzte Winterruhe und sind sehr pflegeleicht.
Gutes Gelingen wünsch ich dir :sign_welcome:
Edit Antstore wg. Nichtbeachtung unserer Hausordnung (8)
Bitte den ganzen Thread lesen, Messor sind Exoten, nur weil sie als Kulturfolger einen Neozoon in urbanen Gebieten mit milden Wintern darstellen sind sie NICHT heimisch!
Ich würde auch zu Lasius niger reten. Die Schüler (von welcher Altersgruppe wird hier eigentlich gesprochen?) werden sicherlich an fangs ständig um die Kleinen herumschwirren, was einige Arten empfindlich stören könnte. Zudem kannst Du bei Lasius nigern zumindest die erste Winterruhe ausfallen lassen (hab ich irgendwo mal gelesen). Damit hätest Du im Frühjahr schon eine grössere Kollonie.
Bei der Grösse kannst Du Dir gut mit einem USB-Mikroskop behelfen. Wenn Dein Klassenzimmer über einen Laptop und Beamer verfügt. Eignet sich sicherlich gut zum beobachten. Dazu gibt es diverse Programme die auf Bewegungen reagieren und dann beginnen auf die Festplatte aufzuzeichnen. Da füllst Du die Festplatte nicht mit unnötig leeren sequenzen, und wenn was passiert kannst Du es Deinen Schülern trotzdem vorführen.
Ist nur eine Idee... :grin:
Bitte den ganzen Thread lesen, Messor sind Exoten, nur weil sie als Kulturfolger Neozyten in urbanen Gebieten mit milden Wintern darstellen sind sie NICHT heimisch!
Das würde ich so nicht unterschreiben aber du hast auch nicht unrecht.
Fakt ist allerdings, dass die Schüler meiner Meinung nach kaum Messor von Myrmica und Formica von Camponotus unterscheiden können (außer anhand der Färbung).
Myrmica wäre auch eine weitere Lösung, diese können auch ohne Probleme warm durchgepflegt werden, bilden aber keine Staaten wie Lasius niger. Eine Lösung wäre es aber auch eine etwas größere Camponotus Kolonie zu kaufen.
Finde die Idee klasse. Muss man sich auf eine Art beschränken?
Winterruhe dürfte eher ungünstig sein. Wenn die Ameise 6 Monate in dem Reagenzglas sitzt und absolut nichts passiert, das wäre doch schade. Ich würde mich davon als Schüler nicht begeistern lassen.
Nimm doch gleich mehrere einheimische Kolonien. Könntest ja eine und eine L. niger und eine L. flavus warm durchpflegen, und je eine einwintern. Kostenpunkt 10€ + Versand...
Wenn sie einem über den Kopf wachsen "pflanzt" man sie raus. Oder ein Schüler nimmt sie ab?
LG