Adoptionsversuch

Hier kann diskutiert und gefragt werden.

Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 25. Jun 2011 10:50

Sicherlich sind nicht alle Arbeiterinnen der neuen Kolonie Pygmäen. Viele sind jedoch etwas kleiner als die Arbeiterinnen der Alten Kolonie. So zumindest mein Eindruck.
Drosophilia, eben angeboten angeboten werden gut angenommen. Eintragen und Rekrutierung funktionieren wieder.

FAZIT:
Arbeiterinnen einer weisellosen Pheidole pallidula Kolonie ließen sich nicht zu einer Gründerkolonie zugeben. Nach 36 Stunden gab es noch agressives Verhalten und eine Gruppenbildung bzw. beginnende Teilung innerhalb in der Kolonie. Der Versuch wurde beendet.
Ein Zuckerwasser-Bad oder eine Kühlung auf 2-3°c waren hilfreich unmittelbare kämpfe zu unterdrücken.

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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon AntsInSL » 25. Jun 2011 10:56

Wieso versucht du nicht, nur die Königin adoptieren zu lassen? Viele Arten sind doch Gynen gegenüber toleranter.. Vielleicht hast du so eine Chance.
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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 25. Jun 2011 11:13

Habe tatsächlich mit dem Gedanken gespielt. Denke auch es wäre villeicht möglich.
Dazu müsste ich die Königin jedoch kühlen oder in Zuckerwasser baden. Das will ich vermeiden.
Kann mit nicht so ganz vorstellen dass sie einfach angenommen wird wenn ich sie in die Arena "werfe".

Hinzu kommt, dass die Arbeiterinnen der alten Kolonie schon alt sind. Ich schätze ihre Lebenserwartung auf 3 Monate. In den letzten Monaten gab es immer weniger Nachwuchs. Die Kolonie wird bald aussterben. Alte Arbeiterinnen sind normalerweise nicht für die Brutpflege zuständig. Habe meine Zweifel ob ihnen das gut gelingen würde. Auf die jungen Arbeiterinnen der neuen Kolonie müsste ich verzichten wenn ich eine Adoption der Königin alleine versuche.

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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon Insekten Züchter » 8. Aug 2011 23:25

Hallo.
Mich würde jetzt interessieren, ob du es geschafft hast, die Kolonie mit einer neuen Königin zu versorgen oder ob die Königin von den Arbeiterinnen umgebracht wurde.
Oder hast du den Versuch ganz gelassen, weil dir das Risiko eines Verlustes zu groß war und die Junge Kolonie großgezogen.
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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 9. Aug 2011 01:08

Habe es nicht weiter versucht. Die Art entwickelt sich zum Glück schnell und bietet auch schon als Gründerkolonie viel Action.
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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 13. Aug 2011 17:25

Durch Ausbrüche und einige Todesfälle ist die neue Kolonie ziehmlich dezimiert.

Von der alten Kolonie sind noch an die 1000? Arbeiterinnen übrig.
Die Königin ist lange tot.

EIN NEUER ANLAUF

Einige Arbeiterinnen der alten Kolonie habe ich in ein RG gegeben, dies in Wasser + Eißwürfel gestellt. Sie erstarren.
Die Königin der neuen Kolonie habe ich separiert.

Dann die erstarrten Arbeiterinnen zu der neuen Königin gegeben.
(Nach etwa 10 Minuten verhalten sich auch diese Weise gekühlte P pallidula Arbeiterinnen wieder relativ normal. So meine früheren Beobachtungen)

Das Verhalten ist vollkommen friedlich. Es sind jetzt 30 Minuten rum. Ich werde einige ungekühlte Arbeiterinnen der alten Kolonie zugeben.

Die Zugabe einer ungekühlten Arbeiterin zu der neuen Königin und den vorher gekühlten Arbeiterinnen verlief ohne agressives Verhalten.

Das Reagenzglas mit der Königin und den (bereits adoptierten?) Arbeiterinnen der alten Kolonie habe ich in die Arena der alten Kolonie gegeben.

Einzelne Arbeiterinnen gehen aufeinander los. Dabei stammen alle aus der gleichen Kolonie.

Es kommt zu einem "Run" in das RG mit der neuen Königin. Pheidole pallidula ist großartig darin Ameisenstraßen zu bilden. Um den "Run" etwas zu bremsen nehme ich das RG samt königin einige Male hoch.

Als die ersten Soldaten zu der Königin rennen, mache ich mir erst Sorgen. Doch sie greifen nicht an.
Einige Arbeiterinnen beginnen an der Königin zu zerren. Mittlerweile ich sie eng umringt von Arbeiterinnen.
Die Königin bewegt sich praktisch nicht.

Eine Soldatin hat das Bein gepackt. Die meisten Arbeiterinnen hören auf an ihr zu zerren.

Nach etwa 10 Minuten krabbelt die Königin selbstständig scheinbar zielstrebig (noch immer mit der Soldatin am Bein) in den Schlauch zum Nest. Jetzt sehe ich sie nicht mehr.

Nach kurzem war sie wieder zu entdecken. Momentan kann ich sie nicht genau sehen. Aber es scheinen keine Gliedmaßen verloren gegangen zu sein.

Die Soldatin hat von ihr abgelassen. Die Königin kann sich jetzt zwar relativ frei bewegen habe ich den eindruck, wird jedoch belagert von Arbeiterinnen.

Wieder 15 Minuten später ist nun Ruhe eingekehrt. Ich kann auch kein Gerangel mehr shen. Das Belagern geht weiter.

Ob es geglückt ist? Momentan bin ich optimistisch. Aber man muss wohl länger abwarten.



EDIT: In den letzten Stunden hat das Belagern der neuen Königin aufgehört. Alles wirkt jetzt ganz normal.


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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 16. Aug 2011 09:58

Soeben konnte ich die ersten zwei Eier entdecken.

Das Verhalten war in den letzten drei Tagen unverändert unauffällig.
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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 21. Aug 2011 14:51

Nach der Eiablage vor 5 Tagen konnte ich 5-6 Eier zahlen.
Heute kam es offenbar erneut zu einer Eiablage. Ich konnte nun insgesamt ca 10 Eier erkennen.

Falls weitere Eier dazu kommen so wird es schrierig sie genau zu zählen. Das Nest ist zwar komplett einsehbar, die Eier sind jedoch sehr klein und auf einem Haufen. Wenn ich versuche sie zu zählen bleibt wenig Zeit. Das Licht führt dazu dass die Eier schnell weggeschafft werden.

Die Eiproduktion (10) bleibt weit hinter der Sterberate der Arbeiterinnen (mehr als 200) zurück.
Wie lange es wohl dauern wird, bis die Eiproduktion gestiegen und an die Koloniegröße angepasst ist?

Die Kolonie ist Überaltert. Die letzte Puppe ist am 10. Juni geschlüpft ( viewtopic.php?f=169&t=16097 ). Somit sind die jüngsten Arbeiterinnen mindestens 2 Monate und 10 Tage alt.

Bisher ging ich von einer mittleren Lebenserwartung von ca. 3 Monaten für Arbeiterinnen von Pheidole pallidula aus. Es könnte mehr sein.
Momentan bin ich optimistisch dass die erste Brut schlüpft bevor alle Arbeiterinnen der alten Königin sterben. Die Brutentwicklung soll ja um die 6 Wochen dauern.

Nebenbei sieht es so aus, dass die Soldatinnen etwas länger leben.

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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 13. Sep 2011 13:43

Die letzte Puppe ist vor über 3 Monaten geschlüpft. Es sind noch viele hundert Arbeiterinnen übrig.

Die Eimenge ist gestiegen. Sie passt nach meiner Einschätzung bei weitem nicht zu der Koloniegröße, sondern ist zu gering.

Wie viele der Eier geschlüpft sind kann ich nicht erkennen. Nur eine noch sehr junge Larve war zu sehen. Gerade junge Larven sind schwer von Eiern zu unterscheiden. Zumindest dort wo sie im Nest liegen.

Eben habe ich noch etwas beobachtet was mich stutzig macht! Eine Soldatin hat ein Ei gelegt. Es sah zumindest aus wie ein Ei, kam aus ihrem Hinterleib und wurde sofort von einer Arbeiterin weggeschafft. :shock:

Wird das Ei gefressen werden oder schlüpft ein Männchen? Sind das womöglich alles Eier von Arbeiterinnen?

Wusste nichtmal das P. pallidula Soldatinnen Eier legen können. Bei anderen Myrmicinae hatte ich davon gehört. :idea:

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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 17. Sep 2011 10:59

Vor einem Monat habe ich die ersten Eier entdeckt. Jetzt kann ich die ersten Larven genau erkennen. Sie sind noch klein und werden sich jetzt noch nicht verpuppen.

Das Nest ist beheizt. Der wärmste Bereich im Nest ist so warm, dass sie ihn fast meiden. Die Temperatur wird mittels Thermostat gehalten. Zu kalt wird es nicht sein.

Vielleicht ist aus den Eiern, die schon vor einem Monat gelegt wurden, nichts geworden? Waren sie von Soldatinnen?
Oder stimmt die 6 Wochen Angabe für die Brutentwicklung nicht?

Noch etwas. Die Sterberate ist leicht gefallen. Die Arbeiterinnen halten sich deutlich besser als erwartet! :shock: Sie leben wohl doch ziehmlich lange.

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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 29. Sep 2011 22:02

Heute habe ich die erste Puppe entdeckt. Etwa einen Monat ist die Adoption her. Die königin hat fast direkt die ersten Eier gelegt.
Die Sterberate ist bei 5-10/Tag momentan. Die Kolonie hat noch viele Hundert Arbeiterinnen.

Die Eimenge ist stark gestiegen. Würde sagen die Legeleistung passt langsam zu der Koloniegröße.
Auch die Gaster der Königin ist angeschwollen.

Larven kann ich nur wenige weitere erkennen. Das sollte aber nur eine Frage der Zeit sein.

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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon Findas » 9. Okt 2011 01:27

MrIglo hat geschrieben:ine Soldatin hat ein Ei gelegt. Es sah zumindest aus wie ein Ei, kam aus ihrem Hinterleib


Hallo MrIglo,

ich bin seit einigen Monaten Hobbyimker. Da Bienen über drei Ecken mit den Ameisen verwandt sind halte ich es für möglich das es auch bei ihnen so etwas gibt.

Ist ein Bienenvolk weisellos, also ohne Königin, und es gibt keine Möglichkeit eine neue Weisel zu ziehen, passiert es, dass gewöhnlich Arbeiterinnen mit Gelee Royal gefüttert werden. Da diese aber weder befruchtet sind noch befruchtet werden können,legen sie nur unbefruchtete Eier (Drohnenbrut) sprich Männchen. Man nennt sie deshalb Drohnenmütterchen, sie sind sehr aggressiv und müssen, wenn man das Volk saniet, aus dem Volk entfernt werde.

Es ist vielleicht weit hergeholt, aber es ist immerhin möglich, dass manche Ameisen ein ähniches verhalten haben.

Gruß
Findas
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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 23. Okt 2011 12:28

@Findas
Hinweise auf mänchen / männliche Brut kann ich nicht entdecken. Sind die Eier der Soldatinnen "Blindgänger" gewesen?.. oder wurden sie nicht aufgezogen? Wer weiß das schon?

Einen ähnlichen Mechanismus wie von dir beschrieben halte ich für v,erantwortlich dafür dass Pheidole pallidula Soldatinnen Eier legen. Ich gehe allerdings davon aus, dass durch das Fehlen des Königinnen-Geruchs die Eiablage der Soldatinnen nicht mehr unterdrückt wird.

Dies ist aber nur eine Annahme. Über Eiablage von weisellosen Pheidole Soldatinnen habe ich nie etwas wissenschaftliches gelesen.



Zu dem Verlauf der Adoption, gut drei Monate nach Zugabe der Königin:

Die erste Puppe (die ich vor knapp 4 Wochen entdeckt habe) schlüpft bald. Sie wird langsam gelb.
Gesamt kann ich mindestens 10 Puppen zählen. Werden alles Arbeiterinnen.
Es gibt ca. 20-40 große Larven.
Kleine Larven und Eier sind viele da, zählen kann ich sie nich mehr.
Das Sterben hält an. Es sind aber hunderte Arbeiterinnen übrig.

Ich werde, da die Brut sich etwas langsam entwickelt und und keine Soldatinnen dabei sind, den Thermostat fürs Nest hochdrehen.

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Re: Adoptionsversuch

Beitragvon MrIglo » 29. Dez 2011 15:29

Die Koloniegröße hat sich bei 100-200 Arbeiterinnen gefangen und steigt tendenziell. Alles ist ganz normal.
Falls jetzt etwas schief geht sollte es wohl nicht mehr direkt auf die Adoption einer neuen Königin zurück zu führen sein.

FAZIT
Die Arbeiterinnen der alten Königin dürften langsam alle tot sein. Damit hatten sie eine Lebensdauer von höchstens 6 Moanten.

Die adoptierte Gründerkönigin hat ihre Legeleistung nicht schlagartig an die Kolonie angepasst (ca. 1000 Individuen). Sondern langsam über Monate gesteigert.

Arbeiterinnen beider Kolonien sind agressiv gegeneinander gewesen. Mit der Königin waren sie vorsichtig. Die Königin zeigte defensives Verhalten gegen fremde Arbeiterinnen.

Die kolonie war 2 Monate weisellos und hat eine neue Königin angenommen. Adoption also möglich. Ob man so lange warten muss oder gleich eine neue Königin zugeben kann?

Umgekehrt betrachtet lässt sich eine Pheidole pallidula Königin mit Arbeiterinnen pushen. =D>

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