Ausbruchsschutz mit Batterien:Es funktioniert (leider nicht!

Tipps und Ideen zum Formicarienbau

Ausbruchsschutz mit Batterien:Es funktioniert (leider nicht!

Beitragvon S.T.K » 2. Aug 2008 21:46

Nachdem ich nun schon länger die Idee des elektronischen Ausbruchsschutzes in die Tat umsetzen wollte, habe ich mich heute ganz spontan dazu entschlossen es einmal mit ganz gewöhnlichen Batterien zu versuchen.

Zum Aufbau eines solchen Ausbruchsschutzes gibt es hier schon mehrere Threads, leider bisher keinen, der wirklich zu einem Ergebnis gekommen ist.

Der Aufbau meines Ausbruchsschutzes:
Am oberen Ende einer Box sind einige geschlossene(!) Bänder aus Aluminium angebracht, mit einem Abstand von nicht mehr als 1 Milimeter. Diese sind mit einen Satz Batterien (mindestens 10 Volt) verbunden. Die Hälfte mit dem Pluspol, die andere Hälfte mit dem Minuspol, und zwar immer abwechselnd.

Läuft nun eine Ameise über diese Bänder, schließt sie damit den Stromkreis und bekommt einen kleinen Schlag, wodurch sie wieder auf den Boden der Box befördert wird. Es kann natürlich vorkommen, dass eine Ameise ein Paar dieser Bänder überqueren kann; doch für diesen Fall gibt es ja die restlichen Bänder, die sogar die motivierteste Ameise aufhalten sollten.

Es klingt unglaublich einfach, und eigentlich ist es das auch.

Bisher konnte ich es an Formica cinerea und Camponotus vagus Arbeiterinnen ausprobieren. Formica cinerea kommt nicht einmal über das erste Paar Bänder, genauso wie kleinere Arbeiterinnen von Camponotus vagus. Major-Arbeiterinnen von Camponotus vagus können gelegentlich einige Bänder überqueren, aber keine hat es bis jetzt über alle geschafft.
Da die erforderliche Anzahl an Volt mit der Körpergröße zu steigen scheint, müssten kleinere Arten wie Lasius niger diese 10Volt Barierre unmöglich passieren können. Für größere Arten sollte man wohl lieber mit 15-30Volt rechnen, wenn man sicher gehen will, dass wirklich keine Ameise flüchten kann.

Über Langzeitwirkungen dieser Schocktherapie kann ich noch nichts sagen, aber soweit ich das jetzt schon sagen kann, scheinen mir meine Versuchstiere noch kerngesund zu sein.

Wie lange die Batterien halten, kann ich auch noch nicht wirklich sagen. Aber ich rechne doch mit einer recht langen Zeit, da der Strom theoretisch nur dann verbraucht wird, wenn eine Ameise ausbrechen möchte.

Ob sich dieser Ausbruchsschutz als praktikabel erweist, wird die Zeit zeigen. Zumindest funktioniert er :lol:

Edit Antstore - damit keine Missverständnisse entstehen, habe ich nach Feststellung, dass dies Experiment unpraktikabel ist, die Überschrift präzisiert. :)
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Beitragvon G4m813R » 2. Aug 2008 23:20

Wow endlich hats einer umgesetzt. Wär super wenn du noch ein paar Bilder dazu machen könntest.
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Beitragvon GoSh » 2. Aug 2008 23:37

Coole Idee nur ohne Bilder oder ne Anleitung zum Bau unbrauchbar:)
ALSO her mit den Bildern^^
mfg
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PS: Gute Arbeit
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Beitragvon baumarkthammer » 3. Aug 2008 00:31

@GoSh
Da is doch eine Bauanleitung?

Eine super Idee.
Meiner Meinung nach sollte es keine langzeit schäden geben, da Ameisen über kein Gehirn verfügen, sollten ekine Gehirnzellen absterben. Wenn es eine Ameise gebe die 10 mal am Tag darüberläuft, dann könnte es vllt. zu Nervenschäden kommen.
Wobei diese Sorte des Ausbruchsschutzes nicht so viel Stil hat, das mit dem Strom hat etwas von Gefängnis.
Bei größeren Arten würde ich jedes Paar Aluminiumstreifen allerdings mit einer eigenen Batterie versähen, falls es mehrere Ameisen gleichzeitig versuchen sollten.
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Beitragvon Formicula » 3. Aug 2008 12:15

baumarkthammer hat geschrieben:da Ameisen über kein Gehirn verfügen, sollten ekine Gehirnzellen absterben.


wo hast du das denn her ?
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Beitragvon GoSh » 3. Aug 2008 12:20

hi
@bauamrkthammer: Ich meinte mit Baubericht oder sowas ne skizze... Und detalierte sachen. Ist ein wenig knapp was er geschrieben hat.
mfg
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Beitragvon PluckyDuck » 3. Aug 2008 12:58

Huhu, also ich hätte gerne auch ein paar BIlder, wenn möglich, ich kann mir das irgendwie schwer vorstellen, aber war schon immer eher der bildlichetyp *G*
Zudem würde mich auch interessieren, wie es vom Optischen her wirkt.

Zudem wäre es schön, wenn du uns auf dem laufenden halten könntest, mich würde interessieren, ob eine Ameise auf Dauer doch schaden davon nimmt, oder ob sie es überhaupt weiter versucht. Weil auf der einen Seite klingt das schon irgendwie sehr hart, die Ameisen mit einem "Stromzaun" festzuhalten.

LG Plucky
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Beitragvon S.T.K » 3. Aug 2008 16:27

Fotos werde ich auch noch machen, habt aber bitte etwas Geduld, ich bin momentnan ziemlich beschäftigt.

Bisher konnte ich an den Formica cinerea Arbeiterinnen noch keine Schäden feststellen, und das obwohl sie nun schon seit gestern in der Box sind. Sie laufen übrigens von sich aus kaum noch zu den Streifen, nur wenn man sie reizt. Und da taucht auch schon das erste Problem auf. Wenn man sie reizt, dann sind sie so agil und angriffslustig, dass es schon einmal vorkommen kann, dass sie über einige Streifen laufen. Deshalb denke ich, dass die momentanen 10V zu wenig sind. Bevor ich die aber erhöhen kann, muss ich mir erst einmal mehr Batterien kaufen :roll:

Und was die Anleitung angeht:
Alles, was das von mir beschriebene System nutzt, sollte auch funktionieren. Eine allgemeine Anleitung, bis auf die die ich schon gegeben habe, sollte daher nicht nötig sein. Aber vielleicht mache ich trotzdem noch eine. Hängt ganz davon ab, ob ich selbst davon überzeugt werde, oder ob mich dieser Ausbruchsschutz enttäuscht.
Übrigens wäre es wohl noch effektiver, wenn die Bänder nicht waagerecht, sondern horizontal angebracht wären, also unter einer Art Rand, die man oben an den Wänden der Arena anbringt.
Man könnte auch die Streifenpaare mit eigenen, nach oben hin immer stärkeren Batterien versorgen, damit man für mehrere Ameisen gerüstet ist (gute Idee baumarkthammer!), und nicht gleich jede Ameise, die sich zufällig auf die Streifen verirrt einen 30Volt-Schlag bekommt.

@PluckyDuck:
Was das Optische angeht: Die glänzenden Striefen machen schon was her 8)
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Beitragvon Bloodyfist » 3. Aug 2008 18:51

Hi,
ich beobachte die Diskusion hier auch.... Finde es spannend, die Idee an
sich ist sehr gut und wenn die Ameisen dadurch kein schaden nehmen auch
sehr gut. Ich sehe das ihr mit Batterien experimentiert die ja immer gewechselt werden müssen, Und da eh alle immer vom Umwelt und Klima reden im moment ist mir die Idee gekommen das mit einem Kleinen 12v Akku aus dem Modellbau bereich zu nehmen und den Tagsüber mit einem Kleinem Solarpanel zu laden.

Da wäre das ganze auf dauer auch noch Umweltfreundlich.

Wenn es sich denn Nach einem Langzeittest Bewährt.

Gruß
Manuel
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Beitragvon Gast » 3. Aug 2008 22:31

...hätte auch gern mal ein Foto gesehen, kann mir die Sache so (ohne ein Bild) nicht ganz vorstellen.....

Ehrlich gesagt glaub ich es nicht einmal.....
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Beitragvon Yash » 4. Aug 2008 11:27

hmmm also jetzt bin ich ja auch was neugierig...

Also nur mal als Theorie. Man nehme 4 1cm breite Holzsuecke und bastel sich daraus ein 4eck das exakt Passgenau in das Formi passt. (außen kein Rand) und dann auf die Holzstücke einfach Kupferdraht wickeln in 2 Linien mit einem mm oder weniger Abstand. auf der aussenseite zum Schutz der Leitungen beim anbringen und um Kurzschlüsse zu vermeiden mit Nagellack einige Schichten abschirmen. Somit hätte ich einen diagonalen mehrreihigen Ausbruchschutz. Wenn ich das Holz vorher PTFE versiegle müssen die Meisen sich auf die Drähte stellen und wären somit nicht in der Lage den Schutz zu überwinden. Als Stromquelle würde ich eher ein Stinknormales Netzteil nehmen.

Damit sollte doch dann ein nahezu perfekten schutz hinbekommen...
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Beitragvon ursusovaris » 4. Aug 2008 16:11

klingt auch gut diese idee. aber ich würde davon abraten ein netzteil kurzzuschließen. wenn eine ameise drüber läuft wird warscheinlich nicht viel passieren - aber wenn der kurzschluss länger dauert (durch feuchtigkeit oder sonst irgendwas verursacht) ist man mit batterien glaub ich besser beraten als mit einem netzteil.
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Beitragvon baumarkthammer » 4. Aug 2008 17:04

Ich baue gerade ein Becken da ich nichzts zu tun habe und werde es (mit dem Handy) fotografieren, ich werde diese neue Ausbruchssicherungsmethode und auch einige andere Inovationen ausprobieren. Ich stelle die Fotos danach vllt in meinen Haltungsbericht zu Myrmica rubra und hier rein.
Zuletzt geändert von baumarkthammer am 4. Aug 2008 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon S.T.K » 4. Aug 2008 17:11

Es tut mir wirklich leid, aber ich komme im Moment einfach nicht dazu, Fotos zu machen. Das werde ich aber garantiert nachholen, spätestens nächstes Wochenende.

An Akkus hatte ich auch schon gedacht, aber das ist dann der Feinschliff. Zuerst muss sich das System bei meinen Ameisen bewähren.

Wann ich mir endlich neue Batterien kaufen kann, weiß ich jetzt auch noch nicht. Aber ich muss mir auch unbedingt ein Gerät besorgen, mit dem ich die restliche Ladung der Batterien messen kann, damit ich immer weiß, wann ich sie austauschen muss.
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Beitragvon Dixon328 » 5. Aug 2008 07:28

Die Idee mit dem Stromzaun hatte ich auch schon aber ich finde auch, dass das mit artgerechter Haltung nicht viel tun hat.

Wenn du mal eine grössere Kolonie hast und sie dauerhaft versuchen auszubrechen, fliegen dir die Ameisen ja um die Ohren :-)

Bald bekommt noch jede Ameise ein Halsband und wenn sie über die rote Linie geht, explodiert es....nein, mache nur Spass!

Aber artgerecht finde ich es trotzdem nicht.....
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