Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

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Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 24. Okt 2008 18:09

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Name:     Crematogaster rogenhoferi
Taxonomie:    Myrmicinae
Verbreitung:    Südostasien (Thailand)
Kaste:    fakultative Polygynie, leicht polymorph.
Königin:    10 mm, Kopf/Thorax beige, Hinterleib braun
Arbeiterinnen:    3-4 mm, beige, Hinterleib braun
Soldaten:    nicht vorhanden
Nahrung:    Honigwasser, Insekten
Luftfeuchtigkeit:    50 - 80 %
Temperatur:    20-28 °C
Winterruhe:    nein
Nestbau:    Nisten gerne in Bäumen, Büschen, Baumstümpfen und anderen Tothölzern um Kartonnester anzulegen. (In 2 bis 3 Meter Höhe)
Bodengrund:    Torf, Humus, Rindenmulch, sowie Äste und Wurzeln
Bepflanzung:    Moos, Gräser und andere Pflanzen
Gefahren:    
Da die Nester wie bei Wespen aus Holz (Kartonnest) gebaut werden, kann es bei einem Ausbruch eventuell zu einem Holzschaden kommen. Evtl. Nestreste oder leere Nester, die nicht mehr benötigt werden, bitte wegen der Infektionsgefahr vor der Entsorgung mit heissem Wasser überbrühen!
Im Hinblick auf den Ausbruchsschutz ist die die Haltung dieser Art in einem Glasbecken mit Glasdeckel am optimalsten.
Entscheidet man sich für eine offene  Inselvariante, so sollte bei Abwesenheit  des Halters unbedingt ein zusätzlicher
Ausbruchsschutz angebracht werden.

Beschreibung:    
Aggressiv gegen andere Ameisen und Neststörungen, wobei als Abwehr das Stielchen mit Gaster senkrecht hochgestreckt wird und das Abwehrsekret der Ameisen zum Einsatz kommt.
Angebotene Menge:    eine begattete Königin und Arbeiterinnen (siehe Auswahl); Brut (je nach Jahreszeit und Entwicklung unterschiedlich)


Am 23 Oktober habe ich eine Kolonie Crematogaster rogenhoferi bekommen. Grössenangabe im Shop war 1000+ Arbeiterinnen.
Ich hatte mich für diese Art sehr spontan entschieden weil ich mit dem Antstore telefoniert habe und Martin mir sagte, er bekommt eine frische Lieferung rein. Das war mir sehr wichtig damit die Nester sich nicht lange plattlegen, vor sich hinschimmeln oder ähnliches. ;) (keine Unterstellung an Antstore)
So halte ich die Sendung nun wenige Tage nach der Lieferung aus Asien in den Händen, hoffentlich ist die Brut im Nestinneren sogar noch intakt?

Vorbereitet ist ein Becken 60x30x30cm mit einem Plexiglasdeckel der fest mit dem Becken verklebt werden soll. In dem Deckel wie üblich 2 Luken ca. 15x15cm, eine davon mit Metallgaze und verschraubtem Lüfter. Der Bodengrund besteht aus einer aufwändigen Mischung aus Humus-Bricks, Pinienrinde und Terrarienerde. ;) In einem Eck ist schön feuchtes Java-Moos ausgelegt. Vorbereitet sind weiterhin 3 kleine Astgabeln die jeh nach Nestgrösse kurzfristig passend verschraubt werden.

Das Nest ist in einer kalten Transportbox, ca. 10cm auf 20cm gross, es sind vielleicht 20 Ameisen zu sehen. Ich lege die Box ins Formicarium und halte Astgabeln daneben um zu sehen wie ich sie verschrauben muss. Dann verschraube ich die Äste mit einer Plexiglasplatte, immer mehr Ameisen wuseln in der Box, es sind sicher 300 Stück. Ich schneide die Transportbox auf und setze das Nest flink auf die Astgabeln, drücke es zurecht.. meine Hände sind voller kleiner Ameisen, die die in der Transportbox sassen sind rausgeklettert und fliehen direkt nach Oben an den Beckenrand. Mit einem weichen Pinsel lassen sie sich aber gut zurückdrängen und von Händen und der Transportbox entfernen. Schnell den Deckel drauf, die Heizmatte wärmt das Formicarium nun auf lockere 23° und immer mehr Ameisen strömen aus dem Nest. Es nimmt garkein Ende, tausende überfüllen das viel zu kleine Becken.
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In jeder kleinen Wabe des Kartonnestes verstecken sich dutzende Ameisen, wie viele es insgesamt sind werde ich wohl nie herausfinden:
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Sie bilden regelrechte Strassen die Baumstämme hinunter:
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Nach einer Stunde traue ich mich das Becken zu öffnen, der Ausbruchschutz aus Paraffinöl scheint zu halten. Ich stelle eine erste Schale mit Honigzuckerwatte rein. Hunderte von Ameisen stürzen sich gierig darauf und saugen die Watter binnen weniger als einer Stunde trocken, sie ist nun wieder weiss. Das Foto entstand eine Stunde nachdem ich die Schale reingestellt hatte.
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Am Freitag sah die Situation zum Glück entspannter aus, es waren vielleicht noch 300 Ameisen am furagieren, der Rest war wieder im Nest.
Ich habe direkt wieder eine Zuckerwatte reingelegt und 5 mittelgrosse Heimchen wie ich sie auch an die viel grösseren Polyrhachis dives verfüttere.
Gut zu beobachten, wie die Entdeckerinnen direkt zum Nest laufen und schon auf dem Weg jede Ameise der sie begegnen rekrutieren. Sind sie dann erstmal im Nest verschwunden ergiesst sich Sekunden später eine schier unglaubliche Masse an Ameisen zur Futterquelle. Erst dachte ich sie haben keinen Sozialmagen? Aber ich konnte schon öfters beobachten, wie sie sich gegenseitig füttern. Warum schwärmen dann hunderte Ameisen zur Futterquelle? Vermutlich weil im Nest zigtausende warten?

Die Heimchen werden mit einer unfassbaren Geschwindigkeit vollkommen zerschnitten und rückstandslos in winzigen Stückchen ins Nest eingetragen. Keine Ameise die ein ganzes Bein oder ähnliches schleppt, sie zerstückeln ihre Beute brutal. Mittags habe ich bereits weitere 4 Heimchen reingelegt, sie verschwinden innerhalb von 60 Minuten.
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Was bewegt einen dazu, mit einer so grossen Kolonie zu beginnen, was können die Ziele der Haltung sein?

Erstmal muss ich einen optimalen Wert für die Feuchtigkeit des Bodengrundes finden, sie komplett trocken zu halten verspricht mir wenig Erfolg, sie kommen ja aus Thailand. Der unfassbare Bedarf an Honigwasser, wohlmöglich auch weil sie damit ihr Kartonnest bauen müssen? Das ist meine Vermutung, ich versuche jedenfalls ihnen so viel anzubieten dass sie rund um die Uhr genug haben - sehr schwer. Für eine erfolgreiche Haltung am Wichtigsten erscheint mir, dass sie sichtbar die Schäden an ihrem Nest beheben, es ausbauen. Was nehmen sie zum Bau? Man liest Humus, hoffentlich stimmt es. Regnet es in Thailand regelmässig auf das Nest oder bauen sie es extra in Bäumen damit es vor Regen geschützt ist? Hier gilt es zu experimentieren. Wie viel Proteine brauchen sie, 10 Heimchen zerlegt in einem Tag, haben sie Massen von Brut im Nest oder tragen sie einfach ein und das Futter schimmelt unbenutzt im Nestinneren vor sich hin? Fragen über Fragen und keine Antworten, nur die Möglichkeit zu experimentieren.

Ziel der Haltung also das nackte Überleben einer gigantischen Kolonie.

Ich wurde gefragt wie viele Ameisen es sind, Zahlen zu nennen ist in meinen Augen unsinnig. Es sind tausende, ob 2000 oder 10000 ich weiss es nicht, eher dran an der 10.000 als an 1000..

Hier wird es also in Zukunft keine täglichen Updates geben (sie haben neue Larven oder ähnliches :mrgreen:) sondern meine Erfahrungswerte im Umgang mit dieser extrem interessanten und verlockenden Ameisenart, dazu viele Fotos und einige Videos.

Mit freundlichen Grüssen Jan

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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 29. Okt 2008 20:28

29.10.2008

Kaum dass sich die Kolonie eingelebt hatte habe ich sie schon wieder umziehen müssen. Das Becken war zu klein bzw. die Laufwege für eine so gigantische Kolonie viel zu kurz/einfach. Das Nest kann man einfach umsetzen, die restlichen Arbeiterinnen habe ich mit mehreren Honigschalen angelockt und dann mitsamt den Schalen umgesetzt. Jetzt leben sie erstmal in zwei 30x20 Becken verbunden durch einen 3 Meter langen Schlauch. Im einen Becken ist das Nest, füttern werde ich sie nur im anderen Becken. Wenn ich sehe, dass sie mit dem Schlauch gut zurecht kommen kann ich direkt noch ein drittes Becken anschliessen. Geschlechtstiere konnte ich bis jetzt noch keine sehen, auch keine Parasiten. Eine einzige komische Fliege war im Becken, sie sah auf den ersten Blick aus wie eine der Ameisen, hatte aber grosse Facettenaugen und Flügel. Sie wurde von den Ameisen nicht angegriffen und ist mit ihnen rumgerannt. Es war aber definitiv kein Ameisen-Männchen!
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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 30. Okt 2008 21:18

30.10.2008

Neuer Tag, neuer Haltungsfehler. Da habe ich doch dumm wie ich bin die Dichtungsringe vom Antstore Beckenverbinder mit reingeschraubt und schon fressen sie sich nach aussen. Vielleicht auch interessant für Mr. Kanister der seine Schläuche auf Gummipfropfen gebohrt hat. ;)
Konnte den Dichtungsring vorhin mit Hilfe eines Pinsels (zum Ameisen wegschieben) ausbauen. Leider knabbern sie auch an den winzigen Belüftungslöchern im Schlauch, ich hoffe mal sie sind nicht stark genug sich da auch durchzubeissen.

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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 2. Nov 2008 13:02

02.11.2008

Die Schwachstellen bei den Schlauchanschlüssen sind beseitigt. :jerk: Auch an den kleinen Luftlöchern sitzen sie zum Glück nicht mehr dran. Die gesamte Aussenaktivität ist drastisch zurückgegangen. Im Anschluss zum Futterbecken sitzen ständig ein paar Ameisen, ansonsten sind Schlauch und Nestbecken ziemlich leer. Wenn ich füttere werden dann schleppend die Spuren zum Nest gelegt und nach einer Stunde oder mehr bildet sich die gewohnte Ameisenstrasse durch den langen Schlauch. Sie brauchen jetzt aber fast einen halben Tag um das Honigwasser zu trinken, vorher nichtmal eine Stunde. Vielleicht sind sie endlich satt? Ich hoffe jedenfalls, dass es nicht an einer fehlenden Königin liegt. Insekten werden über Nacht spurlos beseitigt und ins Nest/Mägen vergebracht :lol: ich konnte bis jetzt keine Reste finden die das Nest jemals wieder verlassen hätten. Tote Ameisen gibt es keine mehr, jedenfalls konnte ich schon lange nicht mehr beobachten, dass welche rumgetragen wurden.
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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 17. Nov 2008 21:46

17.11.2008

Fragen die mich von Anfang an quälen: Sitzt in dem Nest überhaupt eine Königin, haben sie Brut... Was erwarten mich für Überraschungen, laut Ameisenwiki sollen sich mehrere tausend Geschlechtstiere in den Nestern befinden.
Kurzum eine Haltung wie bisher wollte ich nicht fortsetzen. Heute also der extreme, drastische Entschluss, das Nest zu zerlegen! Schicht um Schicht vorsichtig mit der Pinzette abtragen, befeuchten, abtragen, befeuchten usw. Schon nach den ersten Bewegungen bricht Panik aus, mit einem Pinsel wische ich mir andauernd Ameisen von den Händen. Nach ca. 10 Schichten sehe ich endlich Brut, tausende wenn nicht sogar zehntausende Eier und kleine Larven. Ganz nah am Stamm vermute ich die Königin, für die letzten wenigen Schichten brauche ich über 90 Minuten. Inzwischen sind die Wände des Formicariums komplett Schwarz vor Ameisen.. Ganz in der Mitte finde ich die Königin, mitsamt einer intakten Wabe und ein paar hundert Eiern setze ich sie um. Keinerlei Männchen oder Jungköniginnen befanden sich im Nest. Das Nest war komplett Ungezieferfrei. Als neues Nest müssen Korkplatten herhalten in die ich gänge geritzt und dann übereinander gestapelt habe.
Im Moment ist die Königin schon eingezogen, 90% der Arbeiterinnen sitzen aber noch in den alten Becken. Die Becken zu verbinden macht keinen Sinn da ansonsten die Königin eventuell wieder in eine der zerbrochenen Nestwaben verschleppt wird. Ich werde sie mehr oder weniger "von Hand" umziehen müssen weil ich das neue Becken komplett ohne Nestschrott halten will.

Eine englische Studie beschrieb, wie Forscher regelmässig ganze Kolonien betäubten, dann die Nester entfernten. Die Ameisenkolonien lebten danach in Bambusröhren, einige Kolonien hatten garkeinen Antrieb ein Kartonnest zu bauen, andere bauten ein komplett neues Nest. Ob die Kolonie meine Aktion unbeschadet übersteht kann ich jetzt noch nicht abschätzen, ich hoffe es natürlich! Für mich steht auf jeden Fall fest, nie wieder die Katze im Sack zu kaufen, jetzt weiss ich wenigstens, dass ich auch wirklich eine Königin bekommen habe, laut Ameisenwiki und anderen Quellen baut diese Art nämlich massig Zweignester und nicht wenigen Haltern gingen die Kolonien auf mysteriöse Weise nach ein paar Monaten ein...
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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 19. Nov 2008 14:56

19.11.2008

Ein kurzes Update. Die Umsiedlung ist abgeschlossen, ich konnte fast alle Ameisen umsetzen, grosse Teile der Brut mussten sie/ich aber aufgeben, trotzdem besitzten sie noch hunderte von Eiern. Als neues Nest habe ich mich in letzter Sekunde noch für einen YTong entscheiden müssen, das Korknest war hoffnungslos zu klein. Obwohl der YTong 3 Eingänge hat benutzen sie nur einen in der Mitte, dieser ist extrem überlastet :roll: Die Ameisen sitzen hinter dem Eingang und in den umherliegenden Kammern in pechschwarzen blickdichten Trauben, auch in den Gängen. Die äusseren Kammern sind dafür noch garnicht besiedelt. Sie lieben es wohl eng, trotzdem befürchte ich, dass auch dieser 40cm lange YTong spätestens dann zu klein sein wird, wenn aus all den Eiern Larven oder Puppen schlüpfen.
Sobald die Kolonie zur Ruhe gekommen ist und wieder geregelten Tagesabläufen nachgeht werde ich mir überlegen müssen, ob ich einen gigantischen YTong baue oder sie ein natürliches Nest in einer intakten Pflanze errichten lasse.
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ytonghaltung tag 1.jpg
Das neue Nest, Mittig verstopft, aussen freie Kammern....
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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 22. Nov 2008 18:43

22.11.2008

Da das YTong-Nest verstopft war musste ich mir schnell was anderes einfallen lassen. Ich bin also in den Baumarkt und habe mir ein unbehandeltes Bauholz gekauft, 8cm lang/breit. Insgesamt habe ich mir 3 Stücke a 20x8x8cm zusägen lassen. In diese Kanthölzer habe ich von einer Seite mit einem dicken Holzbohrer unzählige Löcher gebohrt, so tief dass sie fast durchgebohrt wären, aber eben nur fast. Von den Seiten habe ich weniger Löcher gebohrt aber immer auf gleiche Höhe und so, dass am Ende alle Gänge irgendwie miteinander verbunden waren. Einige dieser Bohrungen habe ich durchgebohrt so dass dieses neue Nest nun mehrere Ausgänge hat und nicht wieder verstopft. Auf die Rückseite mit den vielen Löchern habe ich eine Plexiglasscheibe geschraubt. Durch die Tiefe der Löcher habe ich jetzt nur einen beschränkten Nesteinblick aber man sieht schon einiges, vor allem weil sie ihre Brut wegen der wärmenden Heizmatte gerne an die Scheibe legen.
Seit die Kolonie dort eingezogen ist tragen sie ständig kleine Holzspähne raus, vermutlich sind die noch vom Bohren übrig aber ich denke, sie werden sich weitere Gänge nagen. Das Holz ist zwar hart aber hoffentlich nicht zu hart, ich fände es super wenn in ein paar Monaten unzählige neue Gänge entstehen würden. ;)

Ich denke in den kaputten alten Nestteilen haben sich doch noch eine Menge Arbeiterinnen versteckt die so leider überbrüht wurden, die Aktivität ist jedenfalls nicht mehr so hoch wie zuvor. Trotzdem tragen sie jeden Tag eine handvoll Heimchen weg, sie werden den Verlust sicher wieder ausmerzen können.

Ich werde die Kolonie nun ohne (Erd/Humus)Substrat halten, sie verteilen ja ständig Holzmehl im Becken und so kann ich einfach besser überwachen ob sie nagen oder Müll aus dem Nest tragen. Erst dachte ich ich streue eine dünne helle Sandschicht aber meine Tests haben ergeben, dass sie auf Glas besser laufen können.
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nestholz.jpg
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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 25. Nov 2008 17:37

25.11.2008

Interessante Beobachtung: Wo die Kolonie früher ständig an den Scheiben rumlief und auch unter dem Deckel den Ausbruchschutz testete befindet sich jetzt keine einzige Ameise mehr an den Scheiben... Sie fressen sich voll und räumen auch ihren Müll auf einen Haufen aber sie erkunden die Scheiben nicht mehr. Ob es daran liegt, dass der kahle Glasnboden ihre Wege weder durch Erde noch durch Sand und Steine erschwert? Das ist jedenfalls meine einzige Theorie, auch bei anderen Kolonien konnte ich bereits beobachten, dass die Ameisen lieber über die Scheiben flitzten als über unwegsamen "natürlichen" Boden. Vielleicht ist für diese baumbewohnende Art ein erdreicher oder steiniger Boden sogar unangenehm?
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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 2. Dez 2008 22:17

02.12.2008

Der Umzug scheint ein Erfolg zu sein. Die Rekrutierung klappt wieder so gut wie im Kartonnest, wenn ich was reinlege strömen sie aus allen Löchern. An der Rückseite lagern sie jetzt nicht nur Larven sondern auch die ersten Puppen. Sie scheinen sich in Platznot übereinanderzuquetschen aber dem ist nicht so, sie machen es freiwillig, die hälfte der Bohrlöcher ist noch unbewohnt.
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bruteinblick.jpg
Ein paar Kammern
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Re: Meine Crematogaster rogenhoferi Armee (grosse Bilder)

Beitragvon donbilbo » 10. Dez 2008 20:52

10.12.2008

Hallo,
wollte euch informieren, dass ich die Haltung demnächst einstellen werde. Mal schauen ob ich sie verkaufen kann oder wie es weitergeht. Es sind einfach zu viele Ameisen um irgendein Wachstum, neues Verhalten oder sonstiges beobachten zu können, ob es nun 5000 sind oder 5500, wer sieht den Unterschied? Ich hätte sehr gerne versucht, sie in einem riesigen, artgerechten Becken auf einem neuen Baum anzusiedeln, sie zu animieren dort ein neues Kartonnest zu bauen. Der erste Schritt, sie aus ihrem alten Nest umzusiedeln war erfolgreich - aber für den zweiten Schritt fehlt mir nicht nur der Platz sondern auch das Geld. Geld welches ich brauche um meine Polyrhachis dives Kolonie auch weiter zu halten, so zu halten dass sie es nicht nur gut haben sondern es auch noch gut aussieht im Zimmer. ;) Bin immer dafür reinen Wein einzuschenken, so ist nun mal die Lage! :^o
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