Messor barbarus - Anfängerfragen

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Re: Messor barbarus - Anfängerfragen

Beitragvon Thrawns » 6. Feb 2021 11:52

Hallo,

ich plane, mir im März Ameisen zuzulegen und bin also derzeit in der Planungs- und Lernphase. Entsprechend habe ich ein paar grundsätzliche Fragen, die ich gerne klären möchte, bevor ich mir die kleinen Krabbler zulege.

Als Art habe ich mir die Messor barbarus ausgesucht. Erstens wegen der reduzierten Winterruhe im Vergleich zu anderen Arten. Aber auch weil ich die Körnereinlagerung mag und sie mir überhaupt optisch gut gefallen.

Wenn ich heute die Sachen einkaufen würde, läge folgendes bei mir im Warenkorb:
1x ANTCUBE Starter Set für Messor spec.
1x Heizmatte 13x10cm - 3W für die Rückseite der Arena
zzgl. eine Königin mit oder ohne Arbeiterinnen (s. Frage unten)

Auch wenn ich ein Freund von Fließtexten bin, werde ich meine Fragen durchnummerieren, da es doch einige sind und ich glaube dass es das für alle Beteiligten leichter macht. ;)

1) Optisch gefallen mir die 30x30cm Farmen besser als die 20x20cm aus dem Starterset. Spricht was dagegen, wenn ich gleich mit den großen Farme beginne; also kann eine Farm in den Maßen "zu groß" für das Aufbauen einer Kolonie oder in diesem Fall für die Ameisenart sein? In der Natur gibt es ja auch keine Beschränkungen, wobei das ja nicht heißen muss, dass das für das Wohlbefinden der Ameisen besser sein muss. In dem Fall, dass nichts dagegen spricht, würde ich auf das Starter-Set verzichten und mir die Sachen selbst zusammenstellen. Das führt mich auch gleich zur zweiten Frage.

2) Wie groß wird eine Messor-barbarus-Kolonie letztendlich? Ich lese dazu sehr unterschiedliche Zahlen (5000-15000 oder mehr) und kann die nicht interpretieren. Gehen wir mal von der Maximalgröße aus: wie viele Farmen/Arenen brauche ich nach X Jahren? Es geht mir vor allem darum zu planen, wie ich das Formicarium gleich zu Beginn am besten aufbaue, um es dann entsprechend erweitern zu können. Geplant ist es in den Fächern von Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar. Die Fächer sind zwar nur 33cm breit und hoch, da würde ich im Falle der großen Farmen aber entsprechend mit Bohrungen arbeiten. Was mich widerrum zu Frage drei bringt.

3) Wie lang dürfen die Schläuche/Wege zwischen den Nestern selbst und zwischen Nestern und Arena sein? Und welchen Steigungswinkel schafft die Messor barbarus inkl. Körner? Gerade wenn es über mehrere Etagen im Regal geht, wäre das gut von Anfang an einzuplanen.

4) Ist es egal, wie die Farmen/Nester zueinander stehen? In den Videos und auf vielen Websites sind sie fast immer "in Reihe" montiert. Ich nehme an, es ist kein Problem, die auch parallel nebeneinander zu stellen? Ggf. auch mit mehreren Ein- und Ausgängen!? Mein Gedanke ist, z.B. zwei Nester (Brut und Futter) parallel in ein Regalraum zu stellen und die Arena z.B. in ein Regalraum daneben oder darüber.

5) Wie temperaturempfindlich ist die Messor barbarus? Die Nester sind mit 21°C - 26°C kein Problem, da 21-23°C auch unsere normale Temperatur im Wohnzimmer ist. Für die Arena würde ich oben verlinkte Heizmatte an die Rückwand montieren. Glaubt ihr das reicht um dort die gewünschten 25°C - 30°C zu erzielen? Und bezüglich überwintern: ich würde - wenn konstruktionsbedingt möglich - die Farmen in einen Keller in einem Mehrfamilienhaus stellen. Da wir erst in Kürze dort einziehen, kann ich noch nichts zu den Temperaturen dort sagen. Ist ein Ausprobieren mit Min-Max-Temperaturmesser und ggf. Styroporbox möglich oder 1-2 Tage Temperaturen < 15°C schon eine Gefahr für die Tiere?

6) Und als letzte Frage: wie schwer ist es für einen Anfänger wie mich, nur mit einer Königin zu beginnen - ohne Arbeiterinnen. Ich mag den Gedanken, dass aus nur einem Tier eine Kolonie mit mehreren tausend Tieren entsteht und mag da eigentlich gerne zuschauen, auch wenn es länger dauert. Gefährden will ich die Königin durch meine Unerfahrenheit aber nicht und wenn ihr sagt, es ist sicherer mit ein paar Arbeiterinnen zu beginnen, mache ich das.

So, das sind mal meine Einsteiger- und Planungsgedanken. Ihr seht: noch recht viel auf's Formicarium und dessen Konstruktion/Aufbau bezogen. Aber das ist für mich derzeit einfach die Grundlage, auf der ich den Rest dann aufbauen (und euch dann mit weiteren Fragen löchern) möchte. Ich danke schon mal für eure Zeit und etwaige Antworten.

Liebe Grüße
Stephan
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Re: Messor barbarus - Anfängerfragen

Beitragvon HarryAnt » 7. Feb 2021 02:28

Servus,

Messor barbarus ist eine tolle Ameisenart zum Einstieg =D>


- Prinzipiell kann ein Farm nicht zu groß sein, da diese Nestform ja von den Tieren selbst gegraben wird nach Bedarf.
Dazu kommt, dass die Jungkolonie die ersten Wochen und Monate in der Regel erstmal im RG Nest mit Wassertank verbringt (aus div. Gründen auch die beste Nestform für eine Gründerkolonie).

- Messor wird sehr zahlreich; genau Angaben kann ich dir auch nicht machen aber mehr als 5.000 wohl sicher. Aber du hast bis dahin einiges an Zeit.

- Am Anfang würde ich dir eher kurze Wege empfehlen von 10-50 cm max.; wenn die Kolonie eine gewisse Größe erreicht hat können die Schlauchwege quasi unendlich lang sein (Schlauchspirale mit 20 Meter und mehr möglich usw.)
Sie sind nicht die besten Kletterer - ich würde max. 45 Grad im Winkel machen oder wenn es steiler ist ein Hanfseil durchziehen als Kletterhilfe.

- Die Anordnung der Becken und Farmen ist langfristig eigentlich egal. Hier sind deiner Kreativität fast keine Grenzen gesetzt.

- Bzgl. der Temperatur brauchst du dir bei Messor kaum Gedanken machen. Für die Arena reicht deine normale Raumtemperatur völlig aus, selbst 10 Grad macht ihnen dort nichts aus.
Entscheidend ist eher die Temperatur im Nestbereich, dort solltest du einen teil mit einer kleinen einstellbaren Heizmatte beheizen. Gerne ca. 30 Grad am HotSpot im Nest.
Optimal für die Winterruhe wäre ein unbeheiztes Zimmer mit ca. 12-18 Grad und natürlich in dieser Zeit die Heizmatte am Nest ausschalten. Im Keller könnte es zu kalt sein; sollte wenn möglich 2-stellig bleiben.

- Der Beginn mit einer Königin ist für einen Anfänger möglich. Viele haben aber nicht die Geduld bzw. können sich nicht zurück halten und schauen zu oft nach und stören damit die Gründung. Messor ist hier etwas empfindlich.
Z.B. kann es passieren, dass die Königin ihre Brut frisst wenn man ins RG schaut oder ähnliches. Sicherer bzw. einfacher wäre der Beginn mit einer Gründerkolonie mit ca. 10 Arbeiterinnen oder mehr.


Langfristig (so ab dem 3ten Haltungsjahr, natürlich auch früher möglich) würde ich dir einen Eigenbau aus Aquarium und z.B. integrierten Ytong Nestern empfehlen.
Sieht schön aus, bietet vielen Tieren Platz und die Kosten und der Platzbedarf bleiben überschaubar.
10 Farmen und X-kleine Becken brauchen mehr Platz, werden unübersichtlich und teuer.


Hier als Anhaltspunkt mein damaliges 60x30 cm Becken mit Messor barbarus im 3ten Haltungsjahr nach der Gründung. Zu diesem Zeitpunkt sollte erweitert werden da es langsam zu voll wird in der Arena und der Nestfläche.



Hier ein größeres Formicarium aus zwei 120cm Beckenund langen Schlauch wegen von mir in dieser Bauweise - so in der Art für deine Messor langfristig auch denkbar:



Schlauchspiralen zum separaten kleinen Futterbecken
1.jpg
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Re: Messor barbarus - Anfängerfragen

Beitragvon Daniil2705 » 10. Mär 2021 12:00

Hallo, ich selber halte bis jetzt eine Pheidole pallidula und Messor Barbarus Kolonie und ich konnte beobachten das die Tiere Mohn mögen aber auch andere kleine Samen eignen sich am Anfang gut. Am besten soltestdu dir eine Königin mit Arbeiterinnen kaufen.



LG Daniil :grin:
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Re: Messor barbarus - Anfängerfragen

Beitragvon ameisen_checker » 17. Mär 2021 17:36

Ich habe das Forum nach "Umsiedeln" durchsucht und bin etwas klüger. Leider fühle ich mich unsicher und stelle daher eine Frage, die evtl. schon beantwortet sein könnte.

Ich habe eine Königin und eine einzige Arbeiterin in einem Mininest. Die beiden sind derzeit noch im Winterschlaf, aber April sollte es wohl langsam losgehen. Nun habe ich den beiden ein großes Formicarium gebaut, damit diese umsiedeln können. Klar Geduld ist hier ein Zauberwort.

Mein Plan: Das alte Nest nicht mehr befeuchten, damit die Königin merkt, dass es zu trocken ist und von allein beginnt in die neue Nestmöglichkeit umzuziehen. Für mich logisch, für meine Königin aber vielleicht nicht.


Wie ist Eure Vermutung, ob das gut gehen wird? Vielleicht zieht die Königin auch nicht um und vertrocknet/stirbt lieber im alten Nest anstatt sich in das neue, große, schöne und feuchte Nest aufzumachen.

Klar könnte ich die Königin aus dem alten Nest jagen, aber ich möchte sie nicht unnötig stressen. Sie soll einfach merken, dass es zu trocken ist und von allein Ihr neues Zuhause finden. Fraglich ist für mich nur, ob die Ameise so denkt wie ich. Am Ende stirbt bzw. vertrocknet sie im alten Nest lieber, als sich mal nach einem neuen Nestplatz umzuschauen.
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Re: Messor barbarus - Anfängerfragen

Beitragvon HarryAnt » 19. Mär 2021 12:53

Den Job des Auskundschaftens erledigen eigentlich die Arbeiterinnen - wenn eine Kundschafterin ein neues "besser" geeignetes Nest findet wird der Rest der Truppe informiert und zu gegebenem Zeitpunkt ein Umzug eingeleitet.

Ich würde dir empfehlen, das alte Nest einfach in der neuen Arena zu platzieren und sie dann selber entscheiden zu lassen wann es Zeit ist umzuziehen.


Fördern kann man einen Umzug natürlich indem das neue Nest so attraktiv wie möglich gestaltet:

- abdunkeln
- dezent befeuchten
- bei einer Farm zum graben einen kleinen Eingang vorbohren
- etwas erwärmen z.B. mit einer kleinen einstellbaren Heizmatte (Nr. 1 Umzugsargument)


Eine Jungkolonie mit 1-XX Arbeiterinnen wäre übrigens noch am besten im RG mit Wassertank aufgehoben. Dort herrscht das richtige Mikroklima und sie fühlen sich sicher in dem kleinen Nest.
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Re: Messor barbarus - Anfängerfragen

Beitragvon Simonsim » 29. Mär 2021 18:45

Guten Abend euch allen zusammen,
Ich habe mir vor ca 5 Monaten eine Messor Barbarus Kolonie zugelegt, bis dahin hatte alles gut funktioniert, es waren ca.30-40 Individuen als sie mit der Winterruhe begonnen hatten, vor ca 2 bis 3 Wochen ist mir aufgefallen das immer mehr kleine Arbeiterrinen sterben, vorallem die kleinen , die großen machten ihr Ding weiter wie gewohnt.
Nun ist vor ein paar Tagen die Königin gestorben, habe sie leblos in der Farm gefunden, ich kann nicht genau sagen wie lange sie schon Tod war und auch nicht aus welchem Grund sie gestorben ist ( ich stelle mal Bilder mit rein damit ihr sehen könnt wie ich sie halte )
Kurze Eckdaten :
Ich habe eine Arena mit integrierter Farm, die Arena und die Farm sknd zu 40% mit einer 3w heizmatte beheizt sodas ich ca. 22-26 c° in der Arena habe, oben ist eine Lüftungs Öffnung um Stau Wärme zu vermeiden die luftfeuchtigkeitlag ca zwischen 40 und 70 % jenachdem wann ich befeuchtet hatte . Futter bekommen sie flüssig Proteine sowie getrocknete Käfer, und hauptsächlich zerkleinerte Leinsamen und China samen sowie eine Zucker Wasser Lösung und natürlich Wasser aus 2 Reagenzgläsern, ich weiß das ist alles sehr viel für 30-40 Stück aber ich wollte das es ihnen gut geht und ihnen an nichts fehlt um groß und stark zu werden :)

So leider war die Kolonie verloren und ich habe gestern meine Nachfolger Kolonie bekommen, nun wollte ich euch um Hilfe bitten und mir eventuell sagen was ich falsch gemacht habe oder was ich nun besser machen kann und muss um nicht wieder eine Kolonie zu verlieren.
Bilder der neuen Kolonie und deren Lebensraum sende ich euch dann später um die Bilder der Kolonien nicht zu vermischen

Vielen Dank schonmal für eure Tips und das ihr das gelesen habt

Mfg Simon
Dateianhänge
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Alte Kolonie
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