paraponera clavata

Informationen, Haltungsberichte und Fotobeiträge

Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 12. Mai 2019 20:51

:sign_welcome:
Vorwort: Bin mir sicher die Kolonie wird es nicht schaffen. Die Ausgangslage ist zu schlecht. :( Meine Erfahrungen mit ihnen möchte ich dennoch mit allen Interessenten teilen. Informationen über Paraponera clavata sind dürftig. Interessantes Verhalten konnte bereits beobachtet und sollte erzählt werden. Reset.

20190510_133406.jpg

Am Freitag kam meine Kolonie per DHL bei mir an. Der Versand, Store zu mir dauerte 48 Stunden, zu lange für die 24 Stunden Ameise. Nach Aussage des Versenders ist Express nicht notwendig. Natürlich sollte man immer den schnellsten Weg zum Wohle der tropischen Ameisen wählen. Ich habe es vergessen, DHL- Express zu wählen. Ich erkannte es nicht als Problem und speicherte es schließlich nicht im Kopf ab. ](*,) Ich bestellte 1 Queen und 3 Worker. Eine tote Arbeiterin entdeckte ich gleich beim Auspacken und eine zweite verstarb in den ersten 4 Stunden. Hier kommt meine Unerfahrenheit eindeutig zur Geltung, die mit den Shops. Beide Koloniestarts Harpegnathor Venator und Paraponere Clavata hätten besser verlaufen können, wenn ich mich klüger Verhalten hätte. Ein herber Rückschlag für die Bullet Ant Kolonie. Entwicklung Ei zur Imago schätze ich auf 5 Monate. Die noch lebende Arbeiterin war voller Panik und wollte nur noch raus aus dem Reagenzglas. Empfohlen wurde jedoch 20 min abzuwarten, das war nicht möglich und ich entließ sie ins Terrarium. Ich zog an dem Stahlwollpropfen und sie drückte sich in die Freiheit. Die zweite Arbeiterin die zu dem Zeitpunkt noch lebte, schaffte es nicht einmal mehr raus. Die größte Arbeiterin überlebte. Die anderen waren deutlich kleiner. Schließlich konnte ich noch eine kleine Larve entdecken.
20190508_182107.jpg

Das Terrarium hatte ich auf Zimmertemperatur heruntergefahren und nur einen gewissen Bereich beheizt. Ich hoffte sie dazu bewegen zu können, ihr Erdnest schließlich genau an dieser Stelle zu errichten. Ich hätte dann begrenzte Nesteinsicht. Der fragile Zustand der Kolonie veranlasste mich jedoch die Anlage wieder hochzufahren. Das Reagenzglas wird weiterhin als Nest genutzt. Die toten Ameisen sind immer noch Bestandteil des Inventars. Die würde ich mir gerne noch genauer ansehen. Beide, glaube ich, haben ihre Köpfe noch. Meine jedoch, irgendetwas ähnliches gesehen zu haben. :idea:
Am Abend sprühte ich wie gewohnt das Terra aus. Der Zeitpunkt war gut gewählt. Die Arbeiterin war im Nest. Denn zu 99% ist sie es nicht.
Es dauerte keine Minute und sie war wieder da, klitsch nass stand sie vor mir. Als hätte ich sie besprüht, hatte ich aber nicht. Sie sammelte die Tropfen ein und wusch sich erst einmal. Das übermäßige Putzen konnte ich den ganzen Tag bei beiden Damen beobachten. Hier sehe ich auch eine mögliche Todesursache der Anderen. Trotz Wassertank erschien mir das Substrat ziemlich trocken, richtig staubig. Es bestand aus Moos und aus organischen Feinst Partikel. Diese klebten an der Glaswand. Wenn dieser Staub in die Tracheen eindringt, gibt es Probleme. Vielleicht war es aber nur der Stress.

Tag 1 Freitag
20190510_181023.jpg


Die Arbeiterin rannte und rannte, war nicht schön anzusehen. Jedoch normales Verhalten bei dem ganzen Stress. Sie lief in erster Linie nur den oberen Bereich ab. Ich erkannte schließlich das die Punkte die sie ablief nicht zufällig gewählt waren. Die Begegnung mit einer Heuschrecke hat es mir schließlich verraten, das ein System hinter dem Ganzen steckte, was sie tat. Auf einen waagerechten Bambusstarb saß eine Heuschrecke adult. Die Kundschafterin kam nicht vorbei, wollte wohl keinen Stress provozieren und kehrte um und lief das Nest an. Es verging keine Minute und das selbe Hindernis stand wieder vor ihr. Sie musste unbedingt vorbei ohne abzubremsen unterlief sie die Heuschrecke. Sie erstellt einen Lageplan bzw. baut sich eine Straße. Ihr ganzer Bewegungsdrang hätte man als panisches Verhalten deuten können, wenn sie nicht immer wieder die Königin aufgesucht hätte. Die Königin blieb im Reagenzglas. Keine Anzeichen das Nest verlegen zu wollen.
Ich ließ sie schließlich erst einmal in Ruhe.


Tag 2 Samstag
Komme gerade von der Nachtschicht und sie rennt. Mann sieht sie überall, alles wird angerannt. Eine Arbeiterin fühlt das ganze Terra- Becken 120x100x60 aus. Der Bodenbereich wird größtenteils gemieden nur wenn es zum Nest geht. Es gibt viele Versteckmöglichkeiten. Sie hat noch nicht einmal unter einem Stück Kork geschaut. Ich erwarte doch das sie umziehen. Sie arbeitet jedoch eine Prioritätenliste ab.
In dem jetzigem Entwicklungsstadium sind beide Paraponera Clavata sehr friedliche Ameisen. Stehe ich vor dem Becken werde ich überhaupt nicht wahrgenommen. Wenn ich innerhalb des Beckens hantiere werde ich nicht registriert oder vielleicht auch nur ignoriert. Sie zu beobachten oder Fotos zu machen, außerhalb des Nestes, wird nicht als Stress empfunden. Sie Verhalten sich wie Insekten eben, anders wie meine Harpegnathor Venator. Das wollte ich schließlich auch.
Erst wenn ich 3cm mit dem Finger vor der Ameise hantiere zeigt die Freigängerin eine Reaktion auf meine Anwesenheit. Sie dreht den Kopf und mit den Fühlern wird analysiert. Ich schätze ihre Sehkraft ist schlecht und die Tastsinne der Fühler ohne vorgefertigtes Duftstraßensystem sind mangelhaft. Ein Stück zuckersüße Birne wurde erst nach Stunden entdeckt, durch Zufall. Zu deren Verteidigung muss ich jedoch noch sagen, das das Terra ein Duftcocktail ist. Eine einzelne Arbeiterin kann schon überfordert sein, gerade wenn sie neu ist. Ich war Zeuge wie sie den leckeren Happen fand. Gierig schabte sie an dem Fruchtfleisch, ließ davon ab, um nach einigen Minuten, die süße Frucht erneut aufzusuchen. Ich wartete, sie muss doch die Königin füttern. Nach 30 min war es dann schließlich so weit. Die Mutti wurde aufgesucht. Die Arbeiterin versuchte ins Nest zu gelangen, erstaunlicher Weise wusste die Königin das Futter in Anmarsch war und bettelte bereits. Zwischen ihnen lagen nur 3 cm. Doch brach sie den Versuch ab, ins Innere zu kommen. Das kann doch nicht sein, dachte ich. Den Stahlwollpropfen hatte ich nur zum Teil geöffnet. Sie kam doch sonst auch rein. Ich entfernte ihn gänzlich. Die Königin selbst hatte von Innen bereits mit Hilfe des Inventar Mooses eine natürliche Barriere errichtet. Ich wartete, jetzt wird es gelingen. Die Arbeiterin startete keinen weiteren Versuch. Plötzlich fing sie an zu markieren :shock: Du bist allein, was soll das :?: Gaster gesenkt bis zum Boden zeichnete sie ein Rechteck ca. 50cm x 40 cm auf. In diesem abgesteckten Bereich befindet sich ein senkrecht stehender Ast. Er verbindet zusätzlich die Obere- und die untere Etage miteinander. Dient als Zentraler Anlaufpunkt, am unteren Ende befindet sich mein anvisiertes Erdnest. Er wurde auch markiert aber nur die ersten 20 cm :?: Die Arbeiterin war fertig und schon war sie da. Sie wurde nicht abgeholt. Die Queen verlässt das Nest und betritt den eingezäunten Bereich. Sie läuft leicht torkelnd. Ihre Beine sind zu dünn und zu lang für diesen schweren Körper. Ständig kratzt sie mit einem Hinterbein über ihrem Gaster. Wird dieser vielleicht stimuliert? Wäre es eine Vogelspinne, würde ich meinen sie werfe ihre Brennhaare ab. Sie besteigt das Dach des Nestes, wurde mit Eichenrinde abgedeckt, mit zuckendem Gaster nach unten gekrümmt, Abstand zum Boden noch gegeben. Für mich sieht es so aus, als würde sie es besprühen :?: Schon klar, sie will zur Birne und natürlich möchte sie ihr Nest wiederfinden.

Unsicher bewegt sie sich in dem eingezäunten Bereich. Sie erklimmt auch den senkrecht stehenden Stab. War schließlich auch markiert worden. Da wo die Duft spur aufhörte nach 20 cm, kehrte sie schließlich um :idea: Sehr interessant. In Ameisensprache heißt es also :arrow: Alle Gegenstände die innerhalb eines markierten Bereiches sich befinden sind begehbar und können erklommen werden. Soll etwas nicht benutzt werden, wird es dennoch markiert. Die Markierung wird aber unterbrochen. Erst jetzt erfolgt die Information für die Folgende, hier geht es nicht weiter. Der gleiche Duft in Anwendung bitte Folgen/ bitte Halt. :lol:
20190511_101256.jpg
Queen und Arbeiterin

20190511_101145.jpg


Die Birne wurde gefunden, aber erst lief sie die Grenze ab. Meiner Meinung führte kein direkter Duft weg zur Birne. Konnte ich nicht beobachten, das einer angelegt wurde. Die Königin zeigte es mir auch nicht an. Sie bekam ein Gebiet zu gewiesen, hier durfte sie suchen und sich auch darin frei bewegen. Die Arbeiterin hatte ihr ja bereits die Information zu gesteckt gehabt, was es leckeres zu finden gibt. Wir wurden beide von ihr getäuscht. Sie hatte nie vor sie zu füttern. Die Mama wurde gelockt. =D> Die Queen genoss es regelrecht ihr Gefängnis verlassen zu dürfen. Die Arbeiterin hatte es schließlich gestattet. Sie wiederum zeigt kein Interesse sich an der Brutpflege zu beteiligen. Die Königin befindet sich wohl noch in der Gründungsphase. Das ist schlecht.
Bis zum späten Nachmittag ist die Dauerläuferin aktiv am Rennen. Dann scheint sie weg zu sein. Ins Nest ist sie nicht verschwunden, freue mich, vielleicht ist sie endlich zur Ruhe gekommen und Normalität kehrt ein :lol: Eine Stunde später entdecke ich sie oberhalb des Spotstrahlers bei 29 ° chillend. Die Queen bemerkte auch das es verschiedene Temperaturzonen gibt. Nahm auch ein Sonnenbad bei gemütlichen 28 °. Habe die Nesttemperatur von 25 ° auf 27 ° erhöht. Später konnte ich noch beobachten wie sie die Larve fütterte, war mir nicht sicher, ob sie überhaupt noch lebte.

Tag 3 Sonntag
Heute muss ich die Arbeiterin im Terra schon suchen, das ist gut. Viel ruhiger ist sie geworden. Ihre Aktivitäten hat sie nun mehr auch auf dem Boden ausgeweitet. Zeitweise ist sie schon einmal verschwunden. Denke sie sucht den besten Platz für die Errichtung eines Erdnestes. Wenn ich eine Ameise wäre, wüsste ich wo. Genau diesen Platz hat sie gefunden und verweilte heute Morgen dort auffällig lange. Es ist ein demontierter Springbrunnen. Das entstandene Loch habe ich erst vor 3 Wochen mit Walderde aufgefüllt. Das Unterteil, eine Schüssel in Steinoptik habe ich umgestülpt in den Bodengrund eingedrückt. Wird dieser Hohlraum entdeckt, werden sie dort einziehen. Das war Plan B, falls sie mein favorisiertes Nest nicht annehmen sollten. Mein Nest hat die Queen selbst bereits in Augenschein genommen. Die Entscheidung trifft wohl eher die Arbeiterin. 19.30 Uhr die Gründerin zeigt sich heute das erste mal. Nestputz ist angesagt. Überschüssiges Zeug wird hinausgeworfen. Denke Ziel der Aktion sind die Kadaver.
Zwei Arbeiterinnen der Kolonie sterben und die Queen befindet sich in der Gründungsphase. Das kann kein Happy End geben, niemals.

Mfg Denny
Dateianhänge
20190512_192257.jpg
Queen baut am Nest
Abmeise
member
member
 
Beiträge: 17
Alter: 43
Registriert: 28. Mär 2019 04:42
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 4 mal



Werbeanzeige: Paraponera clavata



Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 16. Mai 2019 20:56

Hallo, die Arbeiterin rennt und rennt, nun nicht mehr. Sie scheint ihr neues, zu Hause zu akzeptieren. Es wird allmählich schwer sie, im Terra zu sichten. Das freut mich. Ich weiß sie ist da. Die Königin und das Nest werden manchmal aufgesucht, nicht oft und nie lange. Ihre Ruhephasen verbringt sie nicht im Nest, sondern im Outback. Sie ist nie länger als 1 min im Nest und wird wohl dann die Queen füttern. Die Königin zeigt keine Anzeichen noch hungrig zu sein. Das sie selbst noch frisst, konnte ich auch nicht mehr beobachten. Sie selbst füttert ihre Larve. In den Abendstunden verlässt sie schließlich das Nest und geht auf pirsch. Ich hoffe doch, sie ist nicht auf der Suche nach einer weiteren Queen, das würde wohl heißen, ihre Gründung ist gescheitert. Den Nesteingang hat sie in zwischen auch geöffnet, war anfänglich immer gut vermauert. Das abgesteckte Areal durch die Arbeiterin zählt für die Königin nicht mehr. Sie bewegt sich frei. Konnte sie bis jetzt nur im vorderen und übersichtlichen Teil des Beckens sehen. Definitiv sucht sie etwas. Sie sucht ein Nest. Dachte diese Aufgabe fällt der Arbeiterin zu und Madam müsse sich fügen. Sie fügt sich nicht. Ich konnte beobachten wie sie in ein etwa 4cm tiefes Loch abstieg und etwa 10 min kopfüber verweilte. Sie prüfte augenscheinlich den Mikrokosmus und wieder das seltsame kratzen mit dem Hinterbein am Gaster. Zum zweiten mal erst konnte ich dieses Verhalten beobachten. Dort ein Erdnest zu errichten, würde mir gefallen. Es befindet sich im Frontbereich und ich könnte mit Hilfe einer Heizmatte von Außen Einfluss auf die Nesttemperatur nehmen. Denke, Auslöser das genau diese Stelle interessant ist, ist die aufgeheizte Stelle Nachts. Der Kamin steht dort. Nach dem sie das Loch verlassen hatte, installierte ich eine 7 Watt Heizmatte darunter. Die Frage ist nun, wer hat das Loch zu erst entdeckt. Die Arbeiterin vielleicht und hat diesen Punkt markiert oder doch sie selbst? Die Kundschafterin lief 2 x vorbei. Beim dritten Mal tauchte sie selbst darin ab. Dieser Platz war also ihr auch bekannt oder von der Jungkönigin markiert worden? Denke die Zuständigkeit liegt bei der Gyne. Am folgenden Tag fand ich das Loch versiegelt vor. Mehre Pinien- Rindenstücke sind darin abgelegt worden. Das bedeutet wohl reserviert und man möchte wohl dieses verhindern.
20190515_195736.jpg



Heimchen im Underground auf der Suche nach einem Ort, wo sie ihre Eier ablegen kann. Das Becken mit ihnen zu impfen, war ein Fehler und sie stellen wo möglich eine ernsthafte Gefahr für die Larve da, gerade weil die Jungkönigin, das Nest immer mal wieder verlässt. Bereits vor Ankunft der tropischen Riesenameisen hatte ich damit begonnen die Population zu minimieren. Etwa 100 adulte Tiere konnten erlegt werden mit Hilfe meiner Heimchenreuse bestückt mit Hundefutter.
20190516_192900.jpg


Die nächste Generation wächst jedoch schon heran. Es sind hunderte von Mikroheimchen, gegen sie setze ich klebrigen Honig ein. Eine Ausrottung ist unmöglich. Habe deshalb einen Versuch gestartet, würde ein Heimchen eine lebendige Larve fressen?. Als Angler habe ich immer Angelmaden im Haus. Zwei habe ich in die Heimchenreuse gelegt. Diesmal konnten die Heimchen hinein aber auch wieder hinaus gehen. Die Köder liefen 2 Tage herum und die Heimchen nahmen keine Notiz von ihnen. Die erste verpuppte sich die zweite folgte 2 Tage später. Insgesamt lagen die verpuppten Maden 2 Tage in der Reuse. Dienstag 17 Uhr waren sie noch da, um 21 Uhr waren beide weg. Heimchen verstecken sich mit Futterresten, um nicht teilen zu müssen. Sie legen aber keine Depots an. Hier war Intelligenz am Werk, hier wurde eingetragen. Es muss die Arbeiterin gewesen sein. Dieses Futter ist für Mindestens 1 Woche als Puppe konserviert. Ein natürliches Speichermedium, welches sich der Halter zu nutzen machen kann. Denn was die Nestpflege betrifft ist es keine saubere Ameisenart. Beide Kadaver liegen immer noch im Nest. Bei falscher Haltung sind Milben vorprogrammiert. Nur deshalb lässt sich für mich begründen, warum eine trockene Haltung empfohlen wird. Die Art selbst liebt das Wasser. Die Larve liegt direkt am Wassertank an der feuchtesten Stelle. Wenn ich das Becken mit Wasser besprühe, ist sofort die Arbeiterin ran und wäscht sich. Ich konnte auch schon beobachten wie sie ein Bad im Wassernapf nahm. Der Wasserstand war etwa 1mm hoch Sie legte sich auf die Seite und putzte sich. Man sah es ihr an, das sie es genoss.
20190513_071335.jpg




7. Tag Donnerstag
Ruhig ist es geworden. Die Gyne habe ich in den letzten 24 h nicht mehr gesehen. Die Arbeiterin zeigt mir an, das das Reagenzglas immer noch als Nest genutzt wird. Die Kadaver sind wo möglich immer noch darin. Ich habe die Vermutung die Queen habe sich erst einmal für das bisherige Nest entschieden und sieht vorerst von einem Umzug ab. Finde ich gut. Habe auch optimale Bedingungen hergestellt. Es liegt leicht erhöht, es gibt nur einen Zugang und ich habe Einfluss auf die Nesttemperatur, 26 °/ 27 °. Bei Bedarf kann ich auch Nesteinsicht nehmen. Ist sicher, gerade vor den Heimchen.
20190512_004303.jpg



Die Arbeiterin hat ihren Auftritt immer nur dann, wenn ich 2x m Tag das Terra besprühe. Man sieht sie nicht, dennoch ist sie immer im Outback und nicht im Nest :?: Überlebt die Larve könnte diese Kolonie Ende Juli eine weitere Arbeiterin bekommen.

Mfg. Denny
Dateianhänge
20190513_071335.jpg
Abmeise
member
member
 
Beiträge: 17
Alter: 43
Registriert: 28. Mär 2019 04:42
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 4 mal

Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 18. Mai 2019 10:44

Hallo,
20190517_071621.jpg
Schade, Schade

Die Paraponera clavata haben endlich ihr Nest aufgeräumt und die beiden toten Arbeiterinnen entsorgt. Habe noch einmal Nesteinsicht genommen, wollte sicherstellen, das die Gyne noch lebt. Außenaktivitäten von ihr sind, keine mehr zu beobachten. Sie bewohnt eine etwa 5 cm große Kammer direkt am Wassertank, der wiederum etwa 1/4 des Reagenzglases ausmacht. Der restliche Bereich dient als Eingangsschleuse befüllt mit Moos. Diese natürliche Barriere soll ungebetene Gäste fernhalten. Die Fliegenpuppen konnte ich nicht sichten. Dennoch ist es nicht auszuschließen, das diese im Moosbereich abgelegt waren. Die Larve ist deutlich gewachsen und hat ihr Volumen verdoppelt. Sie ist jetzt etwa Erbsen Groß. Neben ihr konnte ich noch 2 Eier entdecken. Das hellorangene Ei ist wo möglich mitgeliefert und anfangs von mir übersehen worden. Das tieforangene hingegen ist erst wenige Tage alt und wurde wahrscheinlich bei mir gelegt. Ich hoffe mit Ihnen einen Entwicklungszyklus von Ei, zur Imago dokumentieren zu können. Bin zu frieden. :)

Mfg.Denny
Abmeise
member
member
 
Beiträge: 17
Alter: 43
Registriert: 28. Mär 2019 04:42
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 4 mal

Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 20. Mai 2019 12:14

Hallo, die Arbeiterin hat ihr Ziel erreicht.
20190520_050816.jpg
Das Nest ist leer.


Schon gestern früh zeigte sie auffälliges Verhalten. Ich besprühte das Becken und sie ließ sich nicht blicken. Natürlich war sie nicht im Reagenzglas, das war mir klar. Erst im Laufe des Tages erblickte ich sie chillend bei 30 ° über der Wärmelampe. Da war wohl jemand ausgepauert. Aufgrund der nun ansteigenden Außentemperaturen habe ich das Terra neu ausgerichtet und entsprechende Heizelemente neu angepasst, um eine Überhitzung zu vermeiden. Heute Morgen 1.30 Uhr :lol: überprüfte ich noch einmal die Werte im Becken. Ich erblickte die Queen wie sie gerade das Nest verließ und zum Zuckerwasser ging. Nachdem sie sich gestärkt hatte, suchte sie die Arbeiterin auf. Die war mal wieder an der Wassertränke. Die Arbeiterin schien etwas von ihr zu wollen und wich ihr nicht von der Seite. Sie wurde regelrecht bezirzt aber auch gefüttert. Das Prozedere beobachtete ich 90 min lang. Alles spielte sich an der Wassertränke ab. Schließlich ging ich wieder zu Bett. Doch die Nacht war für mich vorbei. 4.50 Uhr beim nächsten Kontrollgang, kam gerade die Königin aus dem Nest. Ich erwischte sie beim Umzug. Denn zwischen den Mandibeln befand sich die Larve. Als sie mich bemerkte rannte sie um beider Leben. Keine Spur mehr von Gelassenheit. Sie verschwand schließlich hinter der Wassertränke. Der Nest- Eingang befindet sich direkt am demontierten Brunnen. Ich schaute ins Reagenzglas, wollte wissen, welche Prioritätenliste sie abarbeitet, Ei oder Larve. Im Nest selbst lag nur noch ein Ei. Aus dem Reagenzglas überführte sie also erst Ei Nr. 1, dann die Larve und schließlich Ei Nr.2.
20190520_050718.jpg
Ei von Paraponera clavata

Als die Queen im Alt- Nest verschwand, um das letzte Ei zu holen, brachte ich mich vor der Terra- Scheibe in Position. Ich wollte ein Schnappschuss. Ich erblickte das Ei. Die Mandibeln hatten es fest umschlungen. Sie selbst befand sich noch im Reagenzglas und bevor ich ihre Augen sehen konnte, brach sie die Überführung ab. Meine Anwesenheit war entdeckt worden. Damit ist auch meine Frage beantwortet, nehmen sie mich nicht war oder ignorieren sie mich nur, wenn sie keine Reaktion auf meine Anwesenheit innerhalb des Terra zeigen. Sie wissen, ich bin da, aber es ist ihnen schlichtweg egal.

Warum dieses Nest?
*Die Arbeiterin hatte sich von Anfang an dafür entschieden gehabt.
-Gegenüber dem Reagenzglas hatte sie eine gefühlte Abneigung. Wir würden sagen durch Liebesentzug, bei Ameisen durch Führsorgeentzug hat die Entscheiderin die Queen scheinbar genötigt. Die Arbeiterin war nie dauerhaft im Nest, am Nestausbau hat sie sich nicht beteiligt, um die Larve sich nicht gekümmert. Sie war nicht wirklich eine Hilfe. Die Queen hat sich gefügt. Aus Sicht des Parameters Temperatur hat sie eine Verschlechterung in Kauf genommen, mit 24.5 °. Dieser Wert wird natürlich optimiert.
*Die noch stehende Unterkonstruktion des Brunnen bietet einen Hohlraum.
- Dieser kann als Nest genutzt werden.
- Schirmt vor Eindringlingen ab.
* Direkter Zugang zum Wasser, oberhalb befindet sich die Wasserschale.
- Die Tropischen Riesenarbeiterinnen scheinen eine Affinität zu Wasser zu haben. Bei Nester Ausgrabungen kam öfter die Frage auf, warum bei augenscheinlichen ähnlichen
Waldstrukturen es Regionen gibt wo diese Ameisenart nicht vorkommt. Es könnte das natürliche Wasservorkommen sein. Ich konnte beide Ameisen beobachten wie sie über 1
Minute lang Wasser zu sich genommen haben und dieses nach nur kurzer Zeit wiederholten. Ich vermute, sie sind in der Lage Wasser ins Nest einzutragen.
* Es ist die einzige Stelle im Terra, wo reiner Waldboden ist.
* Ein Heizkabelstrang verläuft direkt unter dem Neuen Nesteingang.
* Störungen durch den Halter werden minimiert.
- Durch das zweimalige Besprühen muss ich natürlich beide Schiebetüren immer wieder öffnen und schließen. Der Eingang hat die maximale Entfernung vom Störfaktor.
* Besonders feuchtes Milieu
- Durch Überfüllung der Wasserschale säubere ich diese zu gleich ca. alle drei Tage. Das überlaufene Wasser versickert direkt in den Waldboden.

Die Tochter mutiert zur Dienerin, der namensgebende Begriff " Arbeiterin" erfährt erst jetzt seine Berechtigung. Sie ackert und man bekommt das Gefühl, sie möchte der Queen gefallen. Ständig trägt sie Nestmaterial ein. Zeit zu chillen, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das Reagenzglas wurde noch unbeaufsichtigt verlassen, beim Umzug der Jungkönigin war die Arbeiterin stehts im neuen Nest und übernahm endlich Verantwortung gegenüber der Brut. =D> Die Arbeiterin ist Bestandteil des Nest- Inventares geworden.
Die Berichtsaison neigt sich erst einmal dem Ende zu. Wie zu erwarten war, bringt die erste Woche die meisten Erkenntnisse. Das nächste Update kann nur heißen Kolonie tot :cry: oder zweite Arbeiterin gesichtet. :wink:
20190520_073908.jpg
Hoffe doch das ist die letzte Aufnahme der Paraponera Queen außerhalb des Nestes, denn ihre Bestimmung ist eine Andere

Gruß Denny
Abmeise
member
member
 
Beiträge: 17
Alter: 43
Registriert: 28. Mär 2019 04:42
Land: Germany (de)
Hat sich bedankt: 0 Danke
Danke bekommen: 4 mal




Werbeanzeige: Paraponera clavata


Zurück zu Paraponera - Informationen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste