Paraponera clavata

Informationen, Haltungsberichte und Fotobeiträge

Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 12. Mai 2019 19:51

:sign_welcome:
Vorwort: Bin mir sicher die Kolonie wird es nicht schaffen. Die Ausgangslage ist zu schlecht. :( Meine Erfahrungen mit ihnen möchte ich dennoch mit allen Interessenten teilen. Informationen über Paraponera clavata sind dürftig. Interessantes Verhalten konnte bereits beobachtet und sollte erzählt werden. Reset.

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Am Freitag kam meine Kolonie per DHL bei mir an. Der Versand, Store zu mir dauerte 48 Stunden, zu lange für die 24 Stunden Ameise. Nach Aussage des Versenders ist Express nicht notwendig. Natürlich sollte man immer den schnellsten Weg zum Wohle der tropischen Ameisen wählen. Ich habe es vergessen, DHL- Express zu wählen. Ich erkannte es nicht als Problem und speicherte es schließlich nicht im Kopf ab. ](*,) Ich bestellte 1 Queen und 3 Worker. Eine tote Arbeiterin entdeckte ich gleich beim Auspacken und eine zweite verstarb in den ersten 4 Stunden. Hier kommt meine Unerfahrenheit eindeutig zur Geltung, die mit den Shops. Beide Koloniestarts Harpegnathor venator und Paraponera clavata hätten besser verlaufen können, wenn ich mich klüger Verhalten hätte. Ein herber Rückschlag für die Bullet Ant Kolonie. Entwicklung Ei zur Imago schätze ich auf 5 Monate. Die noch lebende Arbeiterin war voller Panik und wollte nur noch raus aus dem Reagenzglas. Empfohlen wurde jedoch 20 min abzuwarten, das war nicht möglich und ich entließ sie ins Terrarium. Ich zog an dem Stahlwollpropfen und sie drückte sich in die Freiheit. Die zweite Arbeiterin die zu dem Zeitpunkt noch lebte, schaffte es nicht einmal mehr raus. Die größte Arbeiterin überlebte. Die anderen waren deutlich kleiner. Schließlich konnte ich noch eine kleine Larve entdecken.
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Das Terrarium hatte ich auf Zimmertemperatur heruntergefahren und nur einen gewissen Bereich beheizt. Ich hoffte sie dazu bewegen zu können, ihr Erdnest schließlich genau an dieser Stelle zu errichten. Ich hätte dann begrenzte Nesteinsicht. Der fragile Zustand der Kolonie veranlasste mich jedoch die Anlage wieder hochzufahren. Das Reagenzglas wird weiterhin als Nest genutzt. Die toten Ameisen sind immer noch Bestandteil des Inventars. Die würde ich mir gerne noch genauer ansehen. Beide, glaube ich, haben ihre Köpfe noch. Meine jedoch, irgendetwas ähnliches gesehen zu haben. :idea:
Am Abend sprühte ich wie gewohnt das Terra aus. Der Zeitpunkt war gut gewählt. Die Arbeiterin war im Nest. Denn zu 99% ist sie es nicht.
Es dauerte keine Minute und sie war wieder da, klitsch nass stand sie vor mir. Als hätte ich sie besprüht, hatte ich aber nicht. Sie sammelte die Tropfen ein und wusch sich erst einmal. Das übermäßige Putzen konnte ich den ganzen Tag bei beiden Damen beobachten. Hier sehe ich auch eine mögliche Todesursache der Anderen. Trotz Wassertank erschien mir das Substrat ziemlich trocken, richtig staubig. Es bestand aus Moos und aus organischen Feinst Partikel. Diese klebten an der Glaswand. Wenn dieser Staub in die Tracheen eindringt, gibt es Probleme. Vielleicht war es aber nur der Stress.

Tag 1 Freitag
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Die Arbeiterin rannte und rannte, war nicht schön anzusehen. Jedoch normales Verhalten bei dem ganzen Stress. Sie lief in erster Linie nur den oberen Bereich ab. Ich erkannte schließlich das die Punkte die sie ablief nicht zufällig gewählt waren. Die Begegnung mit einer Heuschrecke hat es mir schließlich verraten, das ein System hinter dem Ganzen steckte, was sie tat. Auf einen waagerechten Bambusstarb saß eine Heuschrecke adult. Die Kundschafterin kam nicht vorbei, wollte wohl keinen Stress provozieren und kehrte um und lief das Nest an. Es verging keine Minute und das selbe Hindernis stand wieder vor ihr. Sie musste unbedingt vorbei ohne abzubremsen unterlief sie die Heuschrecke. Sie erstellt einen Lageplan bzw. baut sich eine Straße. Ihr ganzer Bewegungsdrang hätte man als panisches Verhalten deuten können, wenn sie nicht immer wieder die Königin aufgesucht hätte. Die Königin blieb im Reagenzglas. Keine Anzeichen das Nest verlegen zu wollen.
Ich ließ sie schließlich erst einmal in Ruhe.


Tag 2 Samstag
Komme gerade von der Nachtschicht und sie rennt. Man sieht sie überall, alles wird angerannt. Eine Arbeiterin fühlt das ganze Terra- Becken 120x100x60 aus. Der Bodenbereich wird größtenteils gemieden nur wenn es zum Nest geht. Es gibt viele Versteckmöglichkeiten. Sie hat noch nicht einmal unter einem Stück Kork geschaut. Ich erwarte doch das sie umziehen. Sie arbeitet jedoch eine Prioritätenliste ab.
In dem jetzigem Entwicklungsstadium sind beide Paraponera clavata sehr friedliche Ameisen. Stehe ich vor dem Becken werde ich überhaupt nicht wahrgenommen. Wenn ich innerhalb des Beckens hantiere werde ich nicht registriert oder vielleicht auch nur ignoriert. Sie zu beobachten oder Fotos zu machen, außerhalb des Nestes, wird nicht als Stress empfunden. Sie Verhalten sich wie Insekten eben, anders wie meine Harpegnathor Venator. Das wollte ich schließlich auch.
Erst wenn ich 3cm mit dem Finger vor der Ameise hantiere zeigt die Freigängerin eine Reaktion auf meine Anwesenheit. Sie dreht den Kopf und mit den Fühlern wird analysiert. Ich schätze ihre Sehkraft ist schlecht und die Tastsinne der Fühler ohne vorgefertigtes Duftstraßensystem sind mangelhaft. Ein Stück zuckersüße Birne wurde erst nach Stunden entdeckt, durch Zufall. Zu deren Verteidigung muss ich jedoch noch sagen, das das Terra ein Duftcocktail ist. Eine einzelne Arbeiterin kann schon überfordert sein, gerade wenn sie neu ist. Ich war Zeuge wie sie den leckeren Happen fand. Gierig schabte sie an dem Fruchtfleisch, ließ davon ab, um nach einigen Minuten, die süße Frucht erneut aufzusuchen. Ich wartete, sie muss doch die Königin füttern. Nach 30 min war es dann schließlich so weit. Die Mutti wurde aufgesucht. Die Arbeiterin versuchte ins Nest zu gelangen, erstaunlicher Weise wusste die Königin das Futter in Anmarsch war und bettelte bereits. Zwischen ihnen lagen nur 3 cm. Doch brach sie den Versuch ab, ins Innere zu kommen. Das kann doch nicht sein, dachte ich. Den Stahlwollpropfen hatte ich nur zum Teil geöffnet. Sie kam doch sonst auch rein. Ich entfernte ihn gänzlich. Die Königin selbst hatte von Innen bereits mit Hilfe des Inventar Mooses eine natürliche Barriere errichtet. Ich wartete, jetzt wird es gelingen. Die Arbeiterin startete keinen weiteren Versuch. Plötzlich fing sie an zu markieren :shock: Du bist allein, was soll das :?: Gaster gesenkt bis zum Boden zeichnete sie ein Rechteck ca. 50cm x 40 cm auf. In diesem abgesteckten Bereich befindet sich ein senkrecht stehender Ast. Er verbindet zusätzlich die Obere- und die untere Etage miteinander. Dient als Zentraler Anlaufpunkt, am unteren Ende befindet sich mein anvisiertes Erdnest. Er wurde auch markiert aber nur die ersten 20 cm :?: Die Arbeiterin war fertig und schon war sie da. Sie wurde nicht abgeholt. Die Queen verlässt das Nest und betritt den eingezäunten Bereich. Sie läuft leicht torkelnd. Ihre Beine sind zu dünn und zu lang für diesen schweren Körper. Ständig kratzt sie mit einem Hinterbein über ihrem Gaster. Wird dieser vielleicht stimuliert? Wäre es eine Vogelspinne, würde ich meinen sie werfe ihre Brennhaare ab. Sie besteigt das Dach des Nestes, wurde mit Eichenrinde abgedeckt, mit zuckendem Gaster nach unten gekrümmt, Abstand zum Boden noch gegeben. Für mich sieht es so aus, als würde sie es besprühen :?: Schon klar, sie will zur Birne und natürlich möchte sie ihr Nest wiederfinden.

Unsicher bewegt sie sich in dem eingezäunten Bereich. Sie erklimmt auch den senkrecht stehenden Stab. War schließlich auch markiert worden. Da wo die Duft spur aufhörte nach 20 cm, kehrte sie schließlich um :idea: Sehr interessant. In Ameisensprache heißt es also :arrow: Alle Gegenstände die innerhalb eines markierten Bereiches sich befinden sind begehbar und können erklommen werden. Soll etwas nicht benutzt werden, wird es dennoch markiert. Die Markierung wird aber unterbrochen. Erst jetzt erfolgt die Information für die Folgende, hier geht es nicht weiter. Der gleiche Duft in Anwendung bitte Folgen/ bitte Halt. :lol:
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Queen und Arbeiterin

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Die Birne wurde gefunden, aber erst lief sie die Grenze ab. Meiner Meinung führte kein direkter Duft weg zur Birne. Konnte ich nicht beobachten, das einer angelegt wurde. Die Königin zeigte es mir auch nicht an. Sie bekam ein Gebiet zu gewiesen, hier durfte sie suchen und sich auch darin frei bewegen. Die Arbeiterin hatte ihr ja bereits die Information zu gesteckt gehabt, was es leckeres zu finden gibt. Wir wurden beide von ihr getäuscht. Sie hatte nie vor sie zu füttern. Die Mama wurde gelockt. =D> Die Queen genoss es regelrecht ihr Gefängnis verlassen zu dürfen. Die Arbeiterin hatte es schließlich gestattet. Sie wiederum zeigt kein Interesse sich an der Brutpflege zu beteiligen. Die Königin befindet sich wohl noch in der Gründungsphase. Das ist schlecht.
Bis zum späten Nachmittag ist die Dauerläuferin aktiv am Rennen. Dann scheint sie weg zu sein. Ins Nest ist sie nicht verschwunden, freue mich, vielleicht ist sie endlich zur Ruhe gekommen und Normalität kehrt ein :lol: Eine Stunde später entdecke ich sie oberhalb des Spotstrahlers bei 29 ° chillend. Die Queen bemerkte auch das es verschiedene Temperaturzonen gibt. Nahm auch ein Sonnenbad bei gemütlichen 28 °. Habe die Nesttemperatur von 25 ° auf 27 ° erhöht. Später konnte ich noch beobachten wie sie die Larve fütterte, war mir nicht sicher, ob sie überhaupt noch lebte.

Tag 3 Sonntag
Heute muss ich die Arbeiterin im Terra schon suchen, das ist gut. Viel ruhiger ist sie geworden. Ihre Aktivitäten hat sie nun mehr auch auf dem Boden ausgeweitet. Zeitweise ist sie schon einmal verschwunden. Denke sie sucht den besten Platz für die Errichtung eines Erdnestes. Wenn ich eine Ameise wäre, wüsste ich wo. Genau diesen Platz hat sie gefunden und verweilte heute Morgen dort auffällig lange. Es ist ein demontierter Springbrunnen. Das entstandene Loch habe ich erst vor 3 Wochen mit Walderde aufgefüllt. Das Unterteil, eine Schüssel in Steinoptik habe ich umgestülpt in den Bodengrund eingedrückt. Wird dieser Hohlraum entdeckt, werden sie dort einziehen. Das war Plan B, falls sie mein favorisiertes Nest nicht annehmen sollten. Mein Nest hat die Queen selbst bereits in Augenschein genommen. Die Entscheidung trifft wohl eher die Arbeiterin. 19.30 Uhr die Gründerin zeigt sich heute das erste mal. Nestputz ist angesagt. Überschüssiges Zeug wird hinausgeworfen. Denke Ziel der Aktion sind die Kadaver.
Zwei Arbeiterinnen der Kolonie sterben und die Queen befindet sich in der Gründungsphase. Das kann kein Happy End geben, niemals.

Mfg Denny
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Queen baut am Nest
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 16. Mai 2019 19:56

Hallo, die Arbeiterin rennt und rennt, nun nicht mehr. Sie scheint ihr neues, zu Hause zu akzeptieren. Es wird allmählich schwer sie, im Terra zu sichten. Das freut mich. Ich weiß sie ist da. Die Königin und das Nest werden manchmal aufgesucht, nicht oft und nie lange. Ihre Ruhephasen verbringt sie nicht im Nest, sondern im Outback. Sie ist nie länger als 1 min im Nest und wird wohl dann die Queen füttern. Die Königin zeigt keine Anzeichen noch hungrig zu sein. Das sie selbst noch frisst, konnte ich auch nicht mehr beobachten. Sie selbst füttert ihre Larve. In den Abendstunden verlässt sie schließlich das Nest und geht auf pirsch. Ich hoffe doch, sie ist nicht auf der Suche nach einer weiteren Queen, das würde wohl heißen, ihre Gründung ist gescheitert. Den Nesteingang hat sie in zwischen auch geöffnet, war anfänglich immer gut vermauert. Das abgesteckte Areal durch die Arbeiterin zählt für die Königin nicht mehr. Sie bewegt sich frei. Konnte sie bis jetzt nur im vorderen und übersichtlichen Teil des Beckens sehen. Definitiv sucht sie etwas. Sie sucht ein Nest. Dachte diese Aufgabe fällt der Arbeiterin zu und Madam müsse sich fügen. Sie fügt sich nicht. Ich konnte beobachten wie sie in ein etwa 4cm tiefes Loch abstieg und etwa 10 min kopfüber verweilte. Sie prüfte augenscheinlich den Mikrokosmus und wieder das seltsame kratzen mit dem Hinterbein am Gaster. Zum zweiten mal erst konnte ich dieses Verhalten beobachten. Dort ein Erdnest zu errichten, würde mir gefallen. Es befindet sich im Frontbereich und ich könnte mit Hilfe einer Heizmatte von Außen Einfluss auf die Nesttemperatur nehmen. Denke, Auslöser das genau diese Stelle interessant ist, ist die aufgeheizte Stelle Nachts. Der Kamin steht dort. Nach dem sie das Loch verlassen hatte, installierte ich eine 7 Watt Heizmatte darunter. Die Frage ist nun, wer hat das Loch zu erst entdeckt. Die Arbeiterin vielleicht und hat diesen Punkt markiert oder doch sie selbst? Die Kundschafterin lief 2 x vorbei. Beim dritten Mal tauchte sie selbst darin ab. Dieser Platz war also ihr auch bekannt oder von der Jungkönigin markiert worden? Denke die Zuständigkeit liegt bei der Gyne. Am folgenden Tag fand ich das Loch versiegelt vor. Mehre Pinien- Rindenstücke sind darin abgelegt worden. Das bedeutet wohl reserviert und man möchte wohl dieses verhindern.
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Heimchen im Underground auf der Suche nach einem Ort, wo sie ihre Eier ablegen kann. Das Becken mit ihnen zu impfen, war ein Fehler und sie stellen wo möglich eine ernsthafte Gefahr für die Larve da, gerade weil die Jungkönigin, das Nest immer mal wieder verlässt. Bereits vor Ankunft der tropischen Riesenameisen hatte ich damit begonnen die Population zu minimieren. Etwa 100 adulte Tiere konnten erlegt werden mit Hilfe meiner Heimchenreuse bestückt mit Hundefutter.
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Die nächste Generation wächst jedoch schon heran. Es sind hunderte von Mikroheimchen, gegen sie setze ich klebrigen Honig ein. Eine Ausrottung ist unmöglich. Habe deshalb einen Versuch gestartet, würde ein Heimchen eine lebendige Larve fressen?. Als Angler habe ich immer Angelmaden im Haus. Zwei habe ich in die Heimchenreuse gelegt. Diesmal konnten die Heimchen hinein aber auch wieder hinaus gehen. Die Köder liefen 2 Tage herum und die Heimchen nahmen keine Notiz von ihnen. Die erste verpuppte sich die zweite folgte 2 Tage später. Insgesamt lagen die verpuppten Maden 2 Tage in der Reuse. Dienstag 17 Uhr waren sie noch da, um 21 Uhr waren beide weg. Heimchen verstecken sich mit Futterresten, um nicht teilen zu müssen. Sie legen aber keine Depots an. Hier war Intelligenz am Werk, hier wurde eingetragen. Es muss die Arbeiterin gewesen sein. Dieses Futter ist für Mindestens 1 Woche als Puppe konserviert. Ein natürliches Speichermedium, welches sich der Halter zu nutzen machen kann. Denn was die Nestpflege betrifft ist es keine saubere Ameisenart. Beide Kadaver liegen immer noch im Nest. Bei falscher Haltung sind Milben vorprogrammiert. Nur deshalb lässt sich für mich begründen, warum eine trockene Haltung empfohlen wird. Die Art selbst liebt das Wasser. Die Larve liegt direkt am Wassertank an der feuchtesten Stelle. Wenn ich das Becken mit Wasser besprühe, ist sofort die Arbeiterin ran und wäscht sich. Ich konnte auch schon beobachten wie sie ein Bad im Wassernapf nahm. Der Wasserstand war etwa 1mm hoch Sie legte sich auf die Seite und putzte sich. Man sah es ihr an, das sie es genoss.
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7. Tag Donnerstag
Ruhig ist es geworden. Die Gyne habe ich in den letzten 24 h nicht mehr gesehen. Die Arbeiterin zeigt mir an, das das Reagenzglas immer noch als Nest genutzt wird. Die Kadaver sind wo möglich immer noch darin. Ich habe die Vermutung die Queen habe sich erst einmal für das bisherige Nest entschieden und sieht vorerst von einem Umzug ab. Finde ich gut. Habe auch optimale Bedingungen hergestellt. Es liegt leicht erhöht, es gibt nur einen Zugang und ich habe Einfluss auf die Nesttemperatur, 26 °/ 27 °. Bei Bedarf kann ich auch Nesteinsicht nehmen. Ist sicher, gerade vor den Heimchen.
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Die Arbeiterin hat ihren Auftritt immer nur dann, wenn ich 2x m Tag das Terra besprühe. Man sieht sie nicht, dennoch ist sie immer im Outback und nicht im Nest :?: Überlebt die Larve könnte diese Kolonie Ende Juli eine weitere Arbeiterin bekommen.

Mfg. Denny
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 18. Mai 2019 09:44

Hallo,
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Schade, Schade

Die Paraponera clavata haben endlich ihr Nest aufgeräumt und die beiden toten Arbeiterinnen entsorgt. Habe noch einmal Nesteinsicht genommen, wollte sicherstellen, das die Gyne noch lebt. Außenaktivitäten von ihr sind, keine mehr zu beobachten. Sie bewohnt eine etwa 5 cm große Kammer direkt am Wassertank, der wiederum etwa 1/4 des Reagenzglases ausmacht. Der restliche Bereich dient als Eingangsschleuse befüllt mit Moos. Diese natürliche Barriere soll ungebetene Gäste fernhalten. Die Fliegenpuppen konnte ich nicht sichten. Dennoch ist es nicht auszuschließen, das diese im Moosbereich abgelegt waren. Die Larve ist deutlich gewachsen und hat ihr Volumen verdoppelt. Sie ist jetzt etwa Erbsen Groß. Neben ihr konnte ich noch 2 Eier entdecken. Das hellorangene Ei ist wo möglich mitgeliefert und anfangs von mir übersehen worden. Das tieforangene hingegen ist erst wenige Tage alt und wurde wahrscheinlich bei mir gelegt. Ich hoffe mit Ihnen einen Entwicklungszyklus von Ei, zur Imago dokumentieren zu können. Bin zu frieden. :)

Mfg.Denny
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 20. Mai 2019 11:14

Hallo, die Arbeiterin hat ihr Ziel erreicht.
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Das Nest ist leer.


Schon gestern früh zeigte sie auffälliges Verhalten. Ich besprühte das Becken und sie ließ sich nicht blicken. Natürlich war sie nicht im Reagenzglas, das war mir klar. Erst im Laufe des Tages erblickte ich sie chillend bei 30 ° über der Wärmelampe. Da war wohl jemand ausgepauert. Aufgrund der nun ansteigenden Außentemperaturen habe ich das Terra neu ausgerichtet und entsprechende Heizelemente neu angepasst, um eine Überhitzung zu vermeiden. Heute Morgen 1.30 Uhr :lol: überprüfte ich noch einmal die Werte im Becken. Ich erblickte die Queen wie sie gerade das Nest verließ und zum Zuckerwasser ging. Nachdem sie sich gestärkt hatte, suchte sie die Arbeiterin auf. Die war mal wieder an der Wassertränke. Die Arbeiterin schien etwas von ihr zu wollen und wich ihr nicht von der Seite. Sie wurde regelrecht bezirzt aber auch gefüttert. Das Prozedere beobachtete ich 90 min lang. Alles spielte sich an der Wassertränke ab. Schließlich ging ich wieder zu Bett. Doch die Nacht war für mich vorbei. 4.50 Uhr beim nächsten Kontrollgang, kam gerade die Königin aus dem Nest. Ich erwischte sie beim Umzug. Denn zwischen den Mandibeln befand sich die Larve. Als sie mich bemerkte rannte sie um beider Leben. Keine Spur mehr von Gelassenheit. Sie verschwand schließlich hinter der Wassertränke. Der Nest- Eingang befindet sich direkt am demontierten Brunnen. Ich schaute ins Reagenzglas, wollte wissen, welche Prioritätenliste sie abarbeitet, Ei oder Larve. Im Nest selbst lag nur noch ein Ei. Aus dem Reagenzglas überführte sie also erst Ei Nr. 1, dann die Larve und schließlich Ei Nr.2.
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Ei von Paraponera clavata

Als die Queen im Alt- Nest verschwand, um das letzte Ei zu holen, brachte ich mich vor der Terra- Scheibe in Position. Ich wollte ein Schnappschuss. Ich erblickte das Ei. Die Mandibeln hatten es fest umschlungen. Sie selbst befand sich noch im Reagenzglas und bevor ich ihre Augen sehen konnte, brach sie die Überführung ab. Meine Anwesenheit war entdeckt worden. Damit ist auch meine Frage beantwortet, nehmen sie mich nicht war oder ignorieren sie mich nur, wenn sie keine Reaktion auf meine Anwesenheit innerhalb des Terra zeigen. Sie wissen, ich bin da, aber es ist ihnen schlichtweg egal.

Warum dieses Nest?
*Die Arbeiterin hatte sich von Anfang an dafür entschieden gehabt.
-Gegenüber dem Reagenzglas hatte sie eine gefühlte Abneigung. Wir würden sagen durch Liebesentzug, bei Ameisen durch Führsorgeentzug hat die Entscheiderin die Queen scheinbar genötigt. Die Arbeiterin war nie dauerhaft im Nest, am Nestausbau hat sie sich nicht beteiligt, um die Larve sich nicht gekümmert. Sie war nicht wirklich eine Hilfe. Die Queen hat sich gefügt. Aus Sicht des Parameters Temperatur hat sie eine Verschlechterung in Kauf genommen, mit 24.5 °. Dieser Wert wird natürlich optimiert.
*Die noch stehende Unterkonstruktion des Brunnen bietet einen Hohlraum.
- Dieser kann als Nest genutzt werden.
- Schirmt vor Eindringlingen ab.
* Direkter Zugang zum Wasser, oberhalb befindet sich die Wasserschale.
- Die Tropischen Riesenarbeiterinnen scheinen eine Affinität zu Wasser zu haben. Bei Nester Ausgrabungen kam öfter die Frage auf, warum bei augenscheinlichen ähnlichen
Waldstrukturen es Regionen gibt wo diese Ameisenart nicht vorkommt. Es könnte das natürliche Wasservorkommen sein. Ich konnte beide Ameisen beobachten wie sie über 1
Minute lang Wasser zu sich genommen haben und dieses nach nur kurzer Zeit wiederholten. Ich vermute, sie sind in der Lage Wasser ins Nest einzutragen.
* Es ist die einzige Stelle im Terra, wo reiner Waldboden ist.
* Ein Heizkabelstrang verläuft direkt unter dem Neuen Nesteingang.
* Störungen durch den Halter werden minimiert.
- Durch das zweimalige Besprühen muss ich natürlich beide Schiebetüren immer wieder öffnen und schließen. Der Eingang hat die maximale Entfernung vom Störfaktor.
* Besonders feuchtes Milieu
- Durch Überfüllung der Wasserschale säubere ich diese zu gleich ca. alle drei Tage. Das überlaufene Wasser versickert direkt in den Waldboden.

Die Tochter mutiert zur Dienerin, der namensgebende Begriff " Arbeiterin" erfährt erst jetzt seine Berechtigung. Sie ackert und man bekommt das Gefühl, sie möchte der Queen gefallen. Ständig trägt sie Nestmaterial ein. Zeit zu chillen, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das Reagenzglas wurde noch unbeaufsichtigt verlassen, beim Umzug der Jungkönigin war die Arbeiterin stehts im neuen Nest und übernahm endlich Verantwortung gegenüber der Brut. =D> Die Arbeiterin ist Bestandteil des Nest- Inventares geworden.
Die Berichtsaison neigt sich erst einmal dem Ende zu. Wie zu erwarten war, bringt die erste Woche die meisten Erkenntnisse. Das nächste Update kann nur heißen Kolonie tot :cry: oder zweite Arbeiterin gesichtet. :wink:
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Hoffe doch das ist die letzte Aufnahme der Paraponera Queen außerhalb des Nestes, denn ihre Bestimmung ist eine Andere

Gruß Denny
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 10. Jun 2019 12:41

Tag 32
Kurzes Update
Nachdem der Umzug abgeschlossen war. Ist die Präsens beider Clavata im Terrarium zurückgegangen. Anfänglich zeigte sich die Arbeiterin noch, wenn ich sprühte. Dieses Interesse ist ihr verloren gegangen. An diesen Umstand muss ich mich als Halter erst einmal gewöhnen. Sie einen Tag nicht zu sehen, verunsichert mich und ich rechne immer mit dem schlimmsten. Ich mag sie. Die Queen habe ich in der letzten Woche gar nicht mehr gesehen. Das ist gut. Als sie das neue Nest bezogen hatten , zeigte sie sich in den folgenden Tagen immer wieder mal. Besorgnis erregend empfand ich ihr Erscheinen nicht. Sie gierte eigentlich nur nach dem Zuckerwasser. Ihr Auftritt dauerte nie länger als 5 min und sie war wieder verschwunden. Sie sieht wohl genährt aus. Ihr schwarzer glänzender Gaster ist prall gefüllt und das Volumen hat sichtbar zugenommen. Ist sie jedoch mit den Haltungsparametern nicht einverstanden, zeigt sie es mir durch verstärktes Wanderverhalten an.

Beispiel 1
Die Arbeiterin hatte immer Nestmaterial eingetragen. Somit ging ich davon aus, das direkt der Hohlraum des Brunnen als Nest genutzt wurde. Die Gefahr von Stickluft und Wärmestau war gegeben. Eine 7 Watt regelbare Heizmatte am Terraboden von außen installiert, Abstand ca. 15 cm zum Nest. Sollte mir die Möglichkeit geben, zusätzlich Einfluss zu nehmen. Die Glasplatte erwärme ich auf 30 °. Genügend Spielraum sich den optimalen Bereich, durch Graben, auszusuchen. Um die möglichen Gefahren Stickluft und Wärmestau abzuwehren, bohrte ich ein Loch in den Hohlraum. Sekunden später war die Arbeiterin anwesend. Bingo sie sind wirklich dort. Eine Luftzirkulation sollte nun möglich sein. Jedoch versenkte ich darin den Temperaturfühler, der die Zirkulation wieder hemmte, gerade zu diesem Zeitpunkt setzte die Hitzewelle ein. Außentemperaturen von über 30 °, Zimmertemperatur 25 ° ergab schließlich eine Nesttemperatur von 28° und mögliche Stickluft. Queen und Arbeiterin wuselten durch das ganze Becken. Ich entfernte den Fühler und mit Hilfe eines Trinkröhrchen das als Schornstein fungiert, verhindert es auch das Eindringen von ungebetenen Gästen. Gleichzeitig senkte ich die Raumtemperatur insgesamt. Nach einer Stunde war der Ausnahmezustand vorbei.


Beispiel 2
Zwei mal täglich besprühe ich das Becken. Mein Temperaturfühler am Nest außerhalb zeigt ein Temperatursturz von bis zu 4 ° an. Fällt er unter 24° nimmt die Queen die Anomalie war und zeigt ihr Unbehagen durch Erscheinen an. Auf die eigentliche Nesttemperatur kann es meiner Meinung keinen großen Einfluss haben. Sie registriert es jedoch, was außerhalb geschieht und ist besorgt. Habe deshalb oberhalb des Nestes eine 35 Watt Lampe installiert, um dem Temperaturgefälle entgegenwirken zu können. Diese Maßnahme stimmt beide Ameisen nun zur Gelassenheit. Diese kleine Birne macht mich auch ein wenig unabhängiger von den Temperaturschwankungen die von außerhalb auf das Terra einwirken.


Beispiel 3
Die Temperaturkapriolen nerven, wollte deshalb das Terra unabhängiger von den äußeren Einflussfaktoren machen. Als Werkzeug diente ein Schal. Ziel war es die Menge an Luftzuvor zu reduzieren. Die Schiebetüren sind nicht luftdicht und das Becken ist 1 m hoch. Stickluft hinzubekommen sollte so mit schwierig sein. Ich legte den Schal locker über die Luftaustrittsleiste. Luftaustausch war noch gegeben. Beim Sprühen erkannte man die Auswirkungen, Kondenswasser bildete sich in den oberen Bereich und beide Paraponera Clavata waren anwesend und zeigten mir deutlich an, das meine Maßnahme nicht erwünscht war. Wir fanden einen Kompromiss, der beide Seiten zu frieden stellte.

Seit zwei Tagen trägt die Arbeiterin Substrat aus dem Nest hinaus, das kann nur Bedeuten das der Wohnbereich ins tiefere Erdreich verlagert werden soll, in Richtung Heizmatte. Ein Grund dafür könnten die Kubanischen Asseln "orange" sein. Im Frühjahr erst aus Hamm mitgebracht, 50 Stück. Es sind keine hunderte mehr. Milben haben es schwer sich hier zu etablieren. Mittlerweise sind sie in der Lage eine Wanderheuschrecke adult binnen eines Tages aufzufressen.
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Eine Reduzierung wie bei den Heimchen steht an. Die 35 Watt Birne ist eine wirksame Waffe. Heimchen mögen auch diese angenehme Wärme. Bietet man ihnen an dieser Stelle Versteckmöglichkeiten an, lassen sie sich leicht fangen. Es waren gestern über 100 kleine bis mittlere.

Fazit: Queens die alleine Gründen werden angeblich nur ein 3/4 Jahr alt. Sie befindet sich immer noch in der Gründungsphase und der Ausgang ist für mich nun ungewiss. Ich war mir sicher es kann nicht funktionieren, aber es kann. Es ist die Arbeiterin die darüber entscheidet über Leben und Tod dieser Kolonie. Sie gibt sich Mühe, meine kleine Dienerin. :lol:
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Re: paraponera clavata

Beitragvon password-remind@mail.ru » 14. Jun 2019 18:50

Hello! Can u help me pls? I have a problem with my paraponera clavata's colony. Ants for the fourth time in a row open the cocoon ahead of time. In the photo they just got this ant out of the cocoon. Tell me, please, what could be the reason?
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 14. Jun 2019 19:24

Hallo, stimme Serafine zu. Meine Ants lieben es feucht. Empfohlen wird oft eine trockene Haltung. Ich glaube wegen der Milbengefahr. Du musst die Luftfeuchtigkeit erhöhen und möglichst das Formicarium und Nest mit Springschwänzen impfen. Im Nest, wenn noch möglich solltest Substrat z.B. Sand/ Kokoshumus einbringen, nichts organisches wie Blumenerde, das schimmelt.
Viel Glück.

Mfg. Denny
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 12. Jul 2019 19:11

Hallo, nach meinem letzten Haltungspost kippte die Gesamtsituation. Die Arbeiterin zeigte sich vermehrt. Sie suchte verbissen ein neues Nest. Die Haltungsparameter waren konstant geblieben, außer Parameter :
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Kubanische Kellerassel orange. Fangergebnis einer Woche.
Ich stellte ein Ytong- Nest auf. Es wäre auch durch eine einzelne Ameise gut zu verteidigen gewesen.
Das Altnest, das alte Reagenzglas, war für sie keine Option. Am Tag 2 fraß sie sich bereits durch die Styroporrückwand. Am dritten Tag trat die Gyne in Erscheinung. Alles klar, die Arbeiterin ist tot.
Die Königin zeigte sich nur noch eine Woche. Sie wurde tapsig in ihrem Verhalten und viel auch schon mal von Gegenständen hinunter. Dann war auch sie fort.
Wo liegt mein Haltungsfehler? Was habe ich falsch gemacht?
Im Nachhinein wäre das Optimum für diese beiden Individuen gewesen, ein Tropenbecken ohne Kleinstgetier. Das stand nicht zur Verfügung. Die Ausgangslage war schließlich anders definiert gewesen. Ich glaube dennoch nicht,das es funktioniert hätte. Der Schlüssel zum Gelingen war die Arbeiterin. Ihre beiden Schwestern sind sofort verendet. Auch wenn sie diesen Transportstress überlebte, bin ich mir sicher, das es Spuren bei ihr hinterlassen hat, die sich in ihrer Lebenserwartung und wie sie mit Stress umgeht wieder spiegelt. Jede Ameise verbirgt ein Mindesthaltbarkeitsdatum in sich . Stress beschleunigt den Ablauf und trotz später hergestellter optimaler Bedingungen kann dieser Verfall nur gestoppt aber nicht rückgängig gemacht werden. Eine Lebenserwartung von 3 Jahren kann schnell auf ein Jahr reduziert werden oder nur auf wenige Monate. Die Arbeiterinnen sind in der Regel Wildfänge. Sie haben die Freiheit bereits erlebt. Eine Gründungsbox wäre für die Koloniegröße sinnvoll gewesen, aber nicht für eine wilde Arbeiterin. Versuch 1 ist gescheitert.


Versuch 2 Gründungsbox mit drei Queens, heute eingetroffen.

LG Denny
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 17. Jul 2019 07:33

Hallo, zum 2. Versuch
Ich hatte kurz überlegt diesen Weg der Gynen hier in diesem Forum nicht zu beschreiben. Die erste Kolonie hat es schließlich nicht geschafft und es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Man fühlt sich auch nicht wirklich gut. Ich habe aber mein Bestes gegeben. Viele Haltungsberichte fangen erst Monate später an und zwar erst dann wenn der Ameisenhalter sich dessen sicher ist, das es funktioniert. Bei denen, die jungen Kolonien oder die Gründungsversuche scheitern wird man also nie etwas lesen können.Es entsteht ein verzehrtes Bild. Ich verstecke mich in meiner Anonymität und möchte ehrlich bleiben und genau das Berichten so wie es sich tatsächlich zuträgt. Jeder Leser soll sich seine eigene Meinung darüber machen und daraus lernen. Meine Realität sieht nun einmal so aus und genau so soll sie auch erzählt werden.


Ich bestellte die drei Gynen Sonntag. Ich überwies per Vorkasse. Wollte diesmal nichts dem Zufall überlassen, dem Versender nicht die Möglichkeit geben irgendetwas zu verbocken. Ich möchte endlich mal einen perfekten Start hinlegen. Keine Starterkolonie durchgefroren auf der Fensterbank vorfinden, weil er mich über das versende Datum nicht informiert hat, trotz Expressversand oder eine Kolonie erhalten wo 2 von 4 Ameisen bereits tot sind. Per Mail, Expressversand gefordert und aufgefordert beim Versenden bescheid zu sagen. Am Mittwoch schließlich kam die Meldung, das Päckchen ist raus. Liefertag also Donnerstag. Ich aus der Nachtschicht, Frühs gewartet, kommt bestimmt wieder 11 Uhr. Wurde müde, spürte schon das schaff ich nicht 1.5 h noch. Wecker gestellt, schnell 1 h die Augen zu. Augen auf 13. 30 Uhr, Mist. Schnell raus. Im Briefkasten ist nichts. Die Nachbarn rechts und links nichts. Schnell an den Laptop wo sind meine Ants. Die Sendeverfolgung meint Zustellung bis 22 Uhr. Glück gehabt. Atme wieder normal. Ich warte. 21 Uhr und ich werde unruhig, denn 22.30 Uhr geht's zur Arbeit. Sendeverfolgung zeigt an Übergabe erfolgt 17.05. Uhr :shock: in Erlangen ](*,) Hier ist nicht Erlangen. #-o Meine Ameisen machen eine Deutschlandreise? Panisch. Per Mail sofort storniert. Die will ich nicht mehr. [-( Er meldet sich prompt" kann nicht sein, die müssten schon da sein." Ich reagiere gar nicht mehr, habe keine Lust mehr. Die nächste Mail 22 Uhr vom Versender. "Ist erst heute raus, habe eine falsche Sendenummer erhalten, meine sei weg, das System haut nicht hin." :^o Ich glaube nichts mehr. Brauchte erst einmal Ruhe, ging zur Arbeit, um mich wieder zu regenerieren.

Einen Tag später hielt ich sie in der Hand. Endlich ein gelungener Koloniestart, Start bei Null und nicht bei - 10. Die drei Gynen sind wohl auf, sehr ruhig und machen keine Anstalten das Reagenzglas verlassen zu wollen. Ich konnte eine Wächterin ausmachen direkt am noch verschlossenen Ausgang positioniert. Die Hauptgyne, so meine Vermutung, saß gekrümmt an der feuchten Watte. Die dritte Queen befand sich in der Mitte und nahm die Larve auf, die wohl da nicht hingehörte und brachte sie zur Hauptqueen zurück. Auffällig war die Gynen hatten maximalen Abstand von einander gehabt. Es könnten vielleicht noch mehr Larven da gewesen sein. Wollte nicht stressen. Habe das mit Pappe abgedeckte geöffnete Reagenzglas sofort in die transparente Gründungsbox gelegt. Diese Wiederum ins Terra gestellt. Zwei Stunden starrte ich in die Box. Es war fantastisch. Keine Ameise zeigte sich, bis heute. Das Reagenzglas ist etwa 20 cm lang und hat etwa einen Durchmesser von 1 cm, natürlich mit Wassertank. Das Reagenzglas der ersten Kolonie war im Durchmesser deutlich größer mit 3 cm. Es zeigt mir, der Versender weiß, Arbeiterinnen haben Probleme mit der Enge.
Mfg.
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 21. Jul 2019 08:08

Hallo,
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Die Gründungsbox ist etwa 20cmx 35cm groß. Der Deckel ist zur Hälfte aufgeschnitten und mit Lochgase wieder verschlossen worden. Nichts kann rein bzw. raus, Luftzirkulation ist dennoch gegeben. Ich biete Zuckerwasser, Wasser und getötete Insekten alle 2 Tage frisch an. Aufbau und die Art der Durchführung ist der vorgehensweise von User Camaross nachempfunden. Unter dem Stein befindet sich das angebotene Nest, eine Erdmulde. Bis heute wird das Reagenzglas bevorzugt. Die Substrathöhe beträgt etwa 5 cm und am Boden habe ich mit Hilfe von Seramis eine Dranageschicht angelegt. Das Nest selbst werde ich nie direkt befeuchten, sondern benutze den Bodengrund als gleichmäßigen Verteiler.
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Gyne rechts ist als Wächterin eingesetzt und nimmt die Aufgabe ziemlich ernst. Steht nur vor dem Eingang und wartet. Glaube auch nicht das sie diejenige ist die das Bindeglied zwischen Nest und Außenwelt ist. Könnte mir Vorstellen es ist die mittlere im Reagenzglas. Sie ist mit Abstand die Aktivste und kümmert sich um die Brut. Die eine verharrt am Eingang und die andere befindet sich dauerhaft, stehend eingerollt am Wassertank.
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Da kommt nichts ungebetenes rein.
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Eier sind reichlich vorhanden mehr als 10 Stück. Bei Ankunft habe ich keine gesehen, es werden wohl dennoch einige vorhanden gewesen sein. Die hohe Anzahl verwundert mich doch und lässt nur den Schluss zu, hier legen mehrere. Mit Sicherheit konnte ich eine weitere Larve sichten, vielleicht sind es auch drei, denn die eine war mini.

Außenaktivitäten konnte ich noch nicht beobachten. Futtertiere bietet man meistens umsonst an. Die Reserven der Queens scheinen auszureichen. Ein wilder Grashüpfer ist dennoch verschwunden.
Der perfekte Start.
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 26. Jul 2019 10:34

Hallo, der perfekte Start wird nun doch komplizierter.
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Wie man sehen kann haben sich die Gynen getrennt. Eine befindet sich weiterhin im Reagenzglas, mit ihr die große Larve. Komplette Einsicht habe ich nicht, denn in der Watte wurde ein Tunnel gegraben. Ich vermute sie ist im Besitz sämtlicher Brut. Die Beiden anderen sind unter das Moos gezogen. Sie haben sich dort eine kleine Mulde gegraben. Brut konnte ich nicht entdecken. Ich hoffe sie finden wieder zusammen. Vielleicht sind sie gerade im Begriff umzuziehen. Den Eindruck hatte ich jedoch nicht.

In freier Natur gründen Paraponera Clavata zusammen. Mehrere Queens finden sich, um gemeinsam eine Kolonie aufzubauen. Ab einer gewissen Koloniegröße gibt es schließlich nur noch eine Queen. Man geht davon aus das die überschüssigen Königinnen getötet werden. Sie selbst scheinen ein Gen in sich zu tragen. Das es ihnen erlaubt, trotz unterschiedlicher Koloniegerüche sich gegenseitig zu akzeptieren und sich nicht zu eliminieren . Im Laufe der Zeit könnte dieses Gen verloren gehen. Die zu tötende gibt sich ihrem Schicksal hin :?: würde sie sich nicht wehren? Wäre das Verletzungsrisiko für die Hauptqueen nicht viel zu groß? Macht es biologisch gesehen überhaupt einen Sinn? Diesen Job könnten jedoch auch die Arbeiterinnen übernehmen und die Stiefmütter als Eindringlinge identifizieren und Ausmerzen. Dafür ist eine zahlenmäßige Überlegenheit von Nöten. Anfangs gibt es nur Eine und das wahrscheinlich für Wochen, vielleicht so gar für Monate. Sie duldet den fremdriechenden Eindringling und wartet bis ihre Schwestern geboren sind? Die totgeweihte Queen bemerkt die zunehmende Aggressivität und wartet dennoch ab? Schwer vorstellbar für mich, aber nicht auszuschließen. Der biologische Sinn könnte darin begründet sein, die "Natürliche Auslese". Der stärkste kommt nur weiter. Die Art zahlt dafür einen sehr hohen Preis, wenn sie sich selbst töten. Die Evolution hat immer Recht und findet schließlich das Optimum für die Art. Das ist es sicherlich nicht.

Meine Theorie: :idea: User Camaross hatte in seinem HB beschrieben, wie 2 Gynen zusammen erfolgreich gegründet haben. Ein Jahr in etwa hatte er Sichtkontakt zu den Gynen, bis er sie ins Tropenbecken überführte. Er konnte keine Aggressivität zwischen ihnen feststellen, auch die 30 Arbeiterinnen haben sich nicht für eine Mutter entschieden. Ich glaube gründende Gynen töten sich nicht gegenseitig, auch werden sie nicht von ihren eigenen Arbeiterinnen hingerichtet, wenn sie können gehen sie freiwillig, denn sie möchten selbst Gründen. Die Aufgabe einer Arbeiterin zu übernehmen damit die Anderen die Gründung vollziehen können, kann nicht die Erfüllung einer begatteten Königin sein. Camaross zweite Königin war gefangen im Becken und konnte deshalb nicht weg. Der Drang war bestimmt dar. In der Natur besteht die Möglichkeit. Ich denke davon wird auch Gebrauch gemacht. In der Regel findet man in einer Kolonie nur eine Queen. Es ist bekannt, das ganzjährig Schwarmflug ist. Sie fliegen aber nicht sondern laufen. Eine Gyne die keine Flügel mehr hat, ist so mit nicht benachteiligt. Da sie selbst hier ist, müssen es noch weitere in direkter Umgebung geben. Da die suchende bereits an einer Koloniegründung mitgewirkt hat, könnte der Gründungsdrang besonders groß sein, gegenüber den frischgeschlüpften Königinnen würde sie wohl dominieren und als Hauptqueen aufsteigen. Schließlich würde sie jetzt zum Zuge kommen. Es werden von der Anzahl her, oftmals unterschiedlich viele Königinnen in den Gründungskammern gefunden. Ich denke nicht das die Anzahl, vorausgesetzt es sind zwei; ausschlaggebend ist, wann der Zugang verschlossen wird, vielmehr wenn die Arbeitsteilung gesichert ist. Im günstigsten Fall trifft sich eine Altqueen, sie legt die Eier, und eine Jungqueen, sie bewacht das Nest, erledigt die Außengänge und wenn der Drang zu groß wird, selbst Gründen zu wollen, verlässt sie die Kolonie. Wäre ich die Evolution würde ich es so machen =D> Wahrscheinlich ist es doch eher :^o Wer weiß, meine Gynen werden vielleicht etwas Licht ins Dunkle bringen.

Mfg.
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 29. Jul 2019 14:00

Hallo, die Queens sind wieder vereint. Die beiden Flüchtigen sind ins Reagenzglas zurückgekehrt. Ich gehe davon aus, es wurde ihnen zu warm. Die Temperaturkapriolen haben das Terra aufgeheizt. Der Innenfühler, platziert im Nest, zeigte in der Spitze 28,9 ° an. Er selbst ist eingebettet in der Dränage Schicht etwa 5cm unter den Ameisen. Sie selbst dürften einer Temperatur von ca. 28,5 ° kurzzeitig ausgesetzt gewesen sein. Meine Primären Heizelemente werden elektronisch überwacht und gesteuert. Beide waren inaktiv. Verantwortlich für den Anstieg war ein 25 Watt Heizkabel, das im Terraboden vergraben ist und dauerhaft eingeschaltet ist. In Kombination mit der Zunahme der Außentemperaturen in den letzten Tagen ist dieser Anstieg zu erklären. Natürlich habe ich entsprechend reagiert. Das Heizkabel ist vom Netz. Die gewünschte Temperatur 26° / 27° ist wieder hergestellt. Bin dennoch überrascht, wie sensibel die Queens darauf reagiert haben. Der Ausflug selbst scheint, hungrig gemacht zu machen. Eine frischgetötete Stubenfliege wurde über Nacht eingetragen :P
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Die linke Anzeige steuert die Nesttemperatur der Paraponera Clavata 26°/27° durch eine 7 Watt Heizmatte. Die Rechte Anzeige steuert das Nest der Harpegnathos Venator 27°/28° normal, derzeit jedoch 26°/27° aufgrund der hohen Außentemperaturen. Beheizung erfolgt von oben mit einem 40 Watt Keramikstrahler im Sommer, 60 Watt im Winter.
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 14. Aug 2019 21:35

Hallo, Gedankenspiel.
Zwei der drei Gynen hatten das Nest wegen zu hoher Temperatur verlassen. Die Hauptgyne und die Brut wurden im Stich gelassen. Das eigene Wohl war ihnen wichtiger. Lebensgefahr bestand jedoch nicht. Eine Evakuierung der Brut wäre möglich gewesen. Die Heizmatte befindet sich 15 cm unterhalb des Nestes und erwärmt nur ein Teil der Brutbox, deshalb sind mehrere Temperaturzonen vorhanden. Die Hauptgyne sah noch keinen Anlass, mit der Brut umziehen zu wollen. Die Bindung zur Brut/ vielleicht auch zur späteren Kolonie ist wahrscheinlich unterschiedlich bei ihnen definiert. Die eine ist die Mutter, die Anderen nur Helfer. Würden Helferinnen ihre eigene Brut zurück lassen? Denke nicht. Ich schließe daraus, das jede Larve von der Hauptqueen stammt. Sie mögen zwar Eier legen, die jedoch primär als Futter dienen. Wenn es Probleme gibt wird diese lockere Vereinigung gekündigt. Eine Gyne will/ muss Gründen. Die Helferinnen gründen nicht aktiv mit, sie machen einen Job und bereiten sich wohl auf ihre eigene Gründung vor. Eine Gyne die ständig auf dem Absprung ist, zeitlich oder auch stressbedingt, wird meiner Meinung, nie Opfer der Hauptqueen bzw. die der Arbeiterinnen werden. Sie wird rechtzeitig das Weite suchen und ihrer wahrlichen Bestimmung nachkommen. Hier bin ich mir ziemlich sicher, aber vielleicht ist dennoch alles anders, lach. :grin:
Biete ihnen Mittlerweise ein neues selbst zusammengeschustertes Reagenzglas aus Plastik an.
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Das mitgelieferte ist vom Durchmesser zu klein, für den Transport gut gewählt, können schließlich dadurch nicht so umhergeschleudert werden, aber der begrenzte Wassertank nimmt zusehends ab. Habe das neue RG auf Füße gestellt. So präpariert, das zwar der Eingang in luftiger Höhe ist, dennoch ein Gefälle künstlich geschaffen wurde, das dafür sorgt, das der Wasserstrom zur Watte bis zum letzten Tropfen gewährleistet ist. Der erhöhte Eingang soll Vermeiden das ungebetene Gäste Eindringen können. Die sind schließlich da. Kellerasseln, Heimchen und nun leider auch Camponotus nicobarensis, angelockt durch Zuckerwasser und Proteine, haben auch sie den Weg in die Tupper Dose gefunden. Hatte am 07.08. Nesteinsicht genommen. Die Hauptgyne war am Fressen und alle waren vereint im Pulk. Ich denke eine Nico, wurde gerade verspeist. Den möglichen Fluchtweg der Asiaten, dachte ich, hätte ich erkannt. Die Gase mit den zu großen Löchern am Formicarium habe ich ersetzt. Die Tupperdose der Paraponera schließt nicht richtig, muss ich wohl erneuern. Ich ging anfangs von einzelnen Kundschafterinnen aus, das wahre Ausmaß erkannte ich schließlich 2 Tage später. Freitag früh machte ich meinen Kontrollblick bei meinen Harpegnathos Venator und sah das :shock: Ihr Trinkgefäß war mit Sand gefüllt.
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Ich entdeckte eine Nico. Es müssen mehr sein und kontrollierte das Nest der Camponotus. Es fehlten 200 Ameisen :| Die Queen war noch im Nest. Alarmstufe rot.
Meine Paraponera und die Venatoren waren in Gefahr. Deren Nester habe ich versiegelt. Das Nest der Asiaten ist undicht. Feuchter Sand zwischen Ytong und Abdeckplatte hat eine Schraube gesprengt. Ich behob das Problem und hoffte das die Abtrönigen den Weg ins Hauptnest, zur Gyne, alleine wieder Ansteuern würden. Ich bot ihnen einen Neuen Zugang über das Formicarium an. Es verging 1 Stunde, zwischen Tropenbecken und Eingang entstand eine stark frequentierte Ameisen-Straße.
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Die Richtung ob rein bzw. raus war für mich anfangs nicht eindeutig bestimmbar. Erst als eine Puppe ins Outback unterwegs war, wusste ich, hier läuft etwas falsch. Habe deshalb den Versuch abgebrochen. Es war nun klar, das gesamte Tropenbecken muss temperaturtechnisch herunter gefahren werden und nur noch das Nest darf beheizt werden. Es bedeutete aber auch Harpegnathos venator und Paraponera clavata müssen evakuiert werden.
20190808_190718.jpg

Alles musste nun ziemlich schnell durchgeführt werden, denn ich musste zur Arbeit. Mir fehlte die Zeit, die Temperatur entsprechend richtig einzustellen. Das Resultat am nächsten Morgen, alle drei Gynen waren aus dem RG ausgezogen, 31° war zu warm. Sie nutzten einen kühleren Bereich. Die gefahrene Strategie mit den Camponotus nicobarensis, ging zum Glück auf. Die Streitmacht ging in ihr Hauptnest zurück. Habe daraufhin ihnen sofort ein Zweitnest angeboten, welches auch sofort bezogen wurde. Das Altnest war voll. 3 Wochen zuvor schätzte ich das Potential der Brut auf etwa 70 weitere Ameisen, jetzt eher 200. Wie das geht, keine Ahnung. :-k Schließlich konnte ich die Gründungsbox der Paraponera wieder ins Tropenbecken überführen. Das RG wurde wieder bezogen. Die Larve ist nicht gewachsen. Meine Vermutung es ist eine Andere. :?
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 25. Aug 2019 18:38

Hallo, die Gründung scheint zu kippen. Die Larve ist nicht mehr Existenz, nur drei Eier konnte ich sichten. Eine Gyne ist wohl ausgezogen. Ich glaube sie will selbst Gründen.
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Die Wächterin scheint, zwischen beiden Queens zu pendeln. Beim öffnen der Box befand sie sich bei der Abtrünnigen, flüchtete jedoch ins Nest. Die Hauptqueen, Gyne im RG, zeigte gegenüber der Wächterin, als sie sich ihrem Gelege näherte aggressives Verhalten. Ich denke sie plündert das Nest, da sie selbst als Dienerin zwischen zwei Gynen steht. Befindet sie sich vielleicht im Zwiespalt.

Warum jetzt?

Sind die Camponotus nicobarensis die Ursache?
Denke nicht. Sie traten in der Gründungsbox vereinzelt auf. Das RG war leicht zu verteidigen. Vielleicht der Stressfaktor der Evakuierung, die zu hohe Temperatur im RG, die zum Umzug veranlasste. Danach schien jedoch alles wieder normal zu sein. Die Larve war noch da.


Kann es an die Haltungsparameter liegen?
Temperatur 26°- 27 ° konstant, denke nicht. Das Zweignest der Nico. habe ich auf die Gründungsbox gestellt. Zur Stabilisierung, habe ich eine flache Schieferplatte auf die Box gelegt. die Belüftung war zwar weiterhin gesichert, vielleicht eingeschränkt, sie verlief etwa 2cm über der Lüftungsgase, doch wurde die Wärmestrahlung von oben so weit abgeschirmt, das sich oberhalb Kondenswasser bildete. Während des Zeitraumes wurde meine alle zwei Tage angebotenen Futtertiere definitiv angenommen. Ist doch ein Zeichen, sie fühlen sich wohl. Habe dennoch den Alten Zustand wieder hergestellt. Möchte Stickluft vermeiden. Dieses Futtertier durfte ich entsorgen. Einige HB´s schwören auf Frischluft, der wichtigste Parameter, und andere auch erfolgreich, nehmen eine geschlossene Tupper Dose, um die hohe Luftfeuchtigkeit zu erreichen. :-k Kann es im RG zu trocken sein?
Meine Strategie, setzte die Schieferplatte wieder ein und erhöhe so mit die Luftfeuchtigkeit. Das hat vielleicht Auswirkungen auf die Brut, auf die Abtrünnige Queen eher ich nicht. Kehrt sie nicht freiwillig zurück, muss sie raus. Denke sie bringt das Gefüge durcheinander. Die Wächterin reibt sich auf.
Was meint ihr? Habe ich einen Parameter übersehen?
Gruß
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Re: paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 30. Aug 2019 15:05

Hallo, die Gynen sind wieder vereint.
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Es war der Parameter Temperatur. Ganze 1° Temperaturunterschied machte den Unterschied. Die Gründungsbox wird von zwei unterschiedlichen Heizelementen beeinflusst. Das Reagenzglas, primär durch eine Heizmatte, sekundär durch einen Spotstrahler. Der Strahler hat jedoch größeren Einfluss auf die restliche Gründungsbox. Er machte es schließlich um das RG einen Grad wärmer und das gerade jetzt, weil ich das Zweignest der Camponotus nicobarensis zusätzlich als Hitzeschild eingesetzt hatte. Der Einfluss des Spotts auf das Nest war gänzlich unterbrochen. Die Abtrünnige verließ den kälteren Ort 26+x und nutzte den wärmeren Platz 27+x. Zeigt mir jedoch wieder einmal wie locker die Verbindung zum Nest ist. Sie gründet nicht, sie macht nur einen Job.
Folgende Veränderungen die direkten Einfluss auf das Nest haben, habe ich vorgenommen. Das Nico Nest ist entfernt. Der Strahler erreicht wieder das RG. Die Heizmatte um 1° Heizleistung erhöht, theoretisch auf 27 °. Tatsächlich werden Temperaturen von ca. 28 ° erreicht. Der Grund ist die Schieferplatte. Sie reduziert die Frischluftzufuhr. Dadurch erhöht sich auch die Luftfeuchtigkeit. 50 % des Deckels ist durch luftdurchlässige Gase ersetzt worden. Ich meine es ist zu viel.
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zu viel Gase, glaube ich.

:-k
20190827_154417.jpg
Zwischen der Schieferplatte und Gase besteht noch ein Hohlraum.

Die Gründung verläuft schlecht. Derzeit befinden sich 3 Eier im Nest. Weiterhin reduziere ich das Geben von Zuckerwasser. Mit der Zugabe von Proteinen, alle 2 Tage, habe ich auch die Kohlenhydrate gereicht. Paraponera sind Zuckerjunkies. In anderen HB´s war dieses zwar kein genanntes Problem, dennoch ist die Empfehlung des Verkäufers nur alle 14 Tage es zu reichen, klar formuliert gewesen. Sie müssen Proteine zu sich nehmen und erst recht die Larven müssen damit gefüttert werden. Die toten Insekten biete ich ihnen jetzt direkt vor dem Nesteingang an. Meine Larve ist nicht mehr, sie schien auch nicht gewachsen zu sein. Von solchen Larven ist öfters die Rede. Sie sind schließlich eines Tages weg. Das ist eben so und ich nehme es auch nicht persönlich. Vielleicht wurde ihnen diese auch zu gesteckt und es wurde erkannt. Wer weiß 8) Schade nur um die verlorenen 2 Monate.
Wer genau das erste Bild betrachtet hat, erkennt das Gyne 2 auf dem Rücken liegt. :shock:
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Gyne 2 füttert die Hauptqueen ?

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Ich glaube sie fütterte die Queen oder eine Form der Demutshaltung/ Unterwürfigkeitsretual :?: Die Hauptqueen bekräftigt ihre Dominanz in dem sie mit ihren Fühlern auf den Köpfen der Untergebenen trommelt und das im Vorwärtsgang. So das die Helferinnen zurückweichen müssen.
Die alte Ordnung ist erst einmal wieder hergestellt und allmählich lassen die Panikattacken nach, lol. Na dann, auf ins nächste Abenteuer. :P
Gruß
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