Paraponera clavata

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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 14. Okt 2021 15:57

Hallo,
die Annahme scheint sich zu bestätigen. Eine der Jungqueen habe ich heute Morgen wieder einmal im Outback gesehen, kam definitiv nicht aus dem Hauptnest. Hat sich wohl eingenistet und war ziemlich flink unterwegs, erkennt wohl allmählich das sie unbegattetet ist. Zum Glück war es nicht die Gründerin, das habe ich gleich überprüft. Dummerweise den Deckel nicht richtig verschlossen. Das Resultat finde eben eine Arbeiterin im Bad. Die Gelegenheit eine Paraponera auf die Hand zu nehmen und es zu dokumentieren. Leider war sie ziemlich aufgeregt. Plötzlich waren wir beide gleichermaßen nervös. Ich ließ von meinem Vorhaben ab. Die Ausbrecherin scheint, am Ausflug jedoch gefallen gefunden zu haben. Die Clavata zeigt mir das das Becken wieder dicht ist.
Unter einem Korkrindenstück befinden sich immer wieder mehrere Arbeiterinnen. Sie sichern einen Zugang. Hier könnte die zweite geborene Gyne stecken.
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 14. Okt 2021 16:29

20211014_170842.jpg

Nachtrag:
Diese Jungqueen hat eben das Outdoor Zweignest verlassen und ist ins Hauptnest zurückgekehrt. Nach ca. 2 min kam sie wieder raus und zog sich unter der bereits erwähnten Korkrinde zurück. Dieser Unterschlupf befindet sich in Reichweite des Hauptnestes scheint aber nicht miteinander unterirdisch verbunden zu sein.
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 25. Okt 2021 05:44

Hallo, die unbegattete Outdoor- Jungqueen zeigt nun doch starke Abwanderungstendenzen. Sie ist unglücklich und möchte die Kolonie verlassen. Das bedeutet Stress, ihr Mindesthaltbarkeitsdatum läuft wahrscheinlich ab. Diese suchenden Königinnen, Leben dann ca. noch ein 3/4 Jahr, ohne Kolonie. Diese Queen erfährt jedoch Unterstützung, ob das Einfluss auf ihre Lebenserwartung hat, werden wir sehen. Vielleicht ist sie auf der Suche nach einem Männchen, um sich begatten zu lassen oder möchte mit einer bereits begatteten Queen eine Gründung starten. Bei der Pleometrose, könnte sie die Rolle der Arbeiterin übernehmen.
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 1. Nov 2021 18:10

Hallo, die Jungqueen konnte ich besänftigen. Sie ist wieder verschwunden. Das Milieu war ihr wohl zu nass. Die Arena ist zu feucht, obwohl ich bereits seit einem Jahr nicht mehr bewässere. Schuld waren zwei Mini- Teiche meiner Zwergkröten. Zu dem zersetzt sich meine eingebrachte Walderde, dazu tragen gewiss die Springschwänze bei, aber auch einheimische Ameisen. Ich habe sie entweder eingeschleppt oder es sind die aus einer Eichel die ich vor etwa 2 Jahren in einem anderen Becken überführt hatte und die den Weg ins Paraponera Becken gefunden haben. Die 2 mm großen Ameisen schwärmen regelmäßig und ich habe den Verdacht sie sind polygyn. Binnen eines Jahres sind sie auf geschätzte 50000 angewachsen. Sie sind überall. Ihre Individuen Anzahl übertrifft die der Springschwänze bereits. Feuchtigkeit scheint ihnen nichts auszumachen. Die Clavata erobern immer mehr den nassen Außenbereich. Sie erweitern ihr Nest und scheinen Zweignester bilden zu wollen. Habe deshalb mit trockener Kokos- und Wald- Erde aufgefüllt. Eine einzelne Arbeiterin hat die neue Herausforderung bereits angenommen. Seit Tagen baut sie an einem Nest/ Tunnelsystem. Wie gesagt, ganz allein. Ihre Standortwahl gefällt mir. Es ist der Frontbereich, direkt an der Scheibe. Habe nun begonnen diese Stelle zu beheizen. Ein Zweignest an dieser Stelle käme mir doch sehr gelegen.
Gruß
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon derameisige » 2. Nov 2021 17:53

Abmeise hat geschrieben:Hallo, die Jungqueen konnte ich besänftigen. Sie ist wieder verschwunden. Das Milieu war ihr wohl zu nass. Die Arena ist zu feucht, obwohl ich bereits seit einem Jahr nicht mehr bewässere. Schuld waren zwei Mini- Teiche meiner Zwergkröten. Zu dem zersetzt sich meine eingebrachte Walderde, dazu tragen gewiss die Springschwänze bei, aber auch einheimische Ameisen. Ich habe sie entweder eingeschleppt oder es sind die aus einer Eichel die ich vor etwa 2 Jahren in einem anderen Becken überführt hatte und die den Weg ins Paraponera Becken gefunden haben. Die 2 mm großen Ameisen schwärmen regelmäßig und ich habe den Verdacht sie sind polygyn. Binnen eines Jahres sind sie auf geschätzte 50000 angewachsen. Sie sind überall. Ihre Individuen Anzahl übertrifft die der Springschwänze bereits. Feuchtigkeit scheint ihnen nichts auszumachen. Die Clavata erobern immer mehr den nassen Außenbereich. Sie erweitern ihr Nest und scheinen Zweignester bilden zu wollen. Habe deshalb mit trockener Kokos- und Wald- Erde aufgefüllt. Eine einzelne Arbeiterin hat die neue Herausforderung bereits angenommen. Seit Tagen baut sie an einem Nest/ Tunnelsystem. Wie gesagt, ganz allein. Ihre Standortwahl gefällt mir. Es ist der Frontbereich, direkt an der Scheibe. Habe nun begonnen diese Stelle zu beheizen. Ein Zweignest an dieser Stelle käme mir doch sehr gelegen.
Gruß

Hallo Abmeise,
An Deiner Stelle würde ich mich bemühen, die kleinen Mitbewohner zu identifizieren!
Es gibt in Mitteleuropa keine einheimische Ameise, die man mit einer Eichel einschleppen könnte und die auf solche Koloniegröße anwachsen würde. Nach deinen sonstigen Angaben kämen infrage:
Im günstigsten Fall: Plagiolepis alluaudi. Exotisch, oft massenhaft in feuchtwarmen Gewächshäusern von Bot. Gärten, kann u.a. in einem Blumentopf auf der Fensterbank leben. Hellgelb.
Riskant: Tetramorium bicariatum. Exotisch, gelegentlich im Handel, kann u. U. in der Wohnung leben. Relativ dunkel braun.
Gefährlich: Monomorium pharaonis, Pharaoameise. Exotisch, weltweit verschleppt, kann ganze Wohnsiedlungen befallen. Gelb mit dunkleren Bereichen. Bekämpfung schwierig und sehr teuer.

Für alle drei sind in den Foren nähere Angaben zu finden. Alle sind hochgradig polygyn und kopulieren in Nestnähe. - Sollte es keine der drei Arten sein, wäre eine Klärung und Bestimmung natürlich ebenfalls wichtig.
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 2. Nov 2021 22:39

Hallo Herr Buschinger, sie sind der Spezialist.
20211102_220735.jpg

20211102_220740.jpg

20211102_221140.jpg

20211102_221144.jpg


Kein Kolonieverhalten zu erkennen, irgendwie alles Individualisten.
Gruß
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon derameisige » 3. Nov 2021 13:54

Hallo Abmeise,

Nein, ich bin nicht der Spezialist für irgendwelche eingeschleppten Ameisen!
Nach den Bildern handelt es sich eindeutig um Ponerinae.
Die beiden Arten der Gattung Ponera, die bei uns im Freiland leben, dürften es nicht sein.
Infrage käme eine der Hypoponera-Arten. Dazu verlinke ich zwei Artikel:

Seifert, B. 2003. Hypoponera punctatissima (Roger) and H. schauinslandi (Emery) - two morphologically and biologically distinct species (Hymenoptera: Formicidae). Abh. Ber. Naturkundemus. Görlitz 75(1): 61-81 (page 68, Lectotype designated, senior synonym of tarda, androgyna, jugata, exacta)
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Seifert, B. 2013: Hypoponera ergatandria (Forel, 1893) – a cosmopolitan tramp species different from H. punctatissima (Roger, 1859) (Hymenoptera: Formicidae)
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H. schauinslandi gilt laut AntWiki inzwischen als Synonym von H. punctatissima.
Für die exakte Bestimmung fehlt es mir allerdings an optischem Equipment. Nach Bildern geht es definitiv nicht.

Immerhin ist es keine der wirklich riskanten oder gefährlichen Arten.
Gruß
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 7. Nov 2021 18:15

Hallo,
danke für die Mühe, finde ich doch sehr interessant, das es sich wohl um keine einheimische Art handeln könnte. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.
20211107_161247.jpg


Ich habe einige der geflügelten Geschlechtstiere überprüft und es stimmt, es sind alles Gynen. Männchen sollen ja flügellos sein. Die Koloniegröße mit max. 200 pro Nest passt halt nicht. Naja wer weiß, wie viele Nester es sind. Beim Einrichten hatte ich mir weiße Asseln zugekauft, sie müssen darin gewesen sein. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Sie sind sehr Orts treu. Verlassen die Streuschicht nicht, erklimmen somit auch nicht das Glas des Formikarium. Habe noch keine Hypoponera außerhalb des Beckens angetroffen, die perfekte Bodenpolizei. Sie vertilgen nicht nur Aas sondern sind auch Jäger. Milben dürften deshalb wohl auch auf ihrem Speiseplan stehen :grin: . Jeweils 2 Gynen habe ich auf 2 weitere Becken überführt.
Mittlerweise geht die Hauptaktivität der Paraponera clavata Kolonie vom Outdoor Zweignest aus. Die Trockenlegung entfaltet ihre Wirkung. Das Ytong- Nest wurde zusehends leerer, damit nicht auch noch die Brut verschwindet, habe ich die Temperatur auf 26 ° erhöht. 43 Individuen konnte ich bereits zählen, es sind aber mehr.
Gruß
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