Paraponera clavata

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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 11. Mai 2020 22:45

Hallo, die 20 h Autofahrt mit Reifenpanne haben sich gelohnt. Trotz der anstrengenden Fahrt, zu mindestens anscheinend nur für mich. Haben die Clavata nach der Ankunft sofort ein frisch getötetes Heimchen eingetragen und verwertet. Für mich immer wieder erstaunlich wie relaxt diese Art ist.
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 17. Mai 2020 09:25

Hallo, die Neuen sind der absolute Wahnsinn. Hinter dem Ytong Nest befand sich noch eine Art Erdnest, deshalb war es schwer alle Arbeiterinnen zu erfassen. Mittlerweile wurde der Eingang verschlossen, also sollten jetzt alle Individuen im sichtbarem Nest sein. Es sind 1 Gyne, 14 Arbeiterinnen, 18 Puppen und genauso viele Larven. Was für eine Performance =D> . Das Formicarium ist ein 60 l Aquarium. Ein Ytong Nest, mit zwei Etagen, erstreckt sich im Frontbereich über die ganze Sichtfläche. Laut Vorbesitzer hat sie auch darin vor etwa 2 Jahren gegründet. Der Vorteil einer solchen großen Gründungsbox sind klar, Parameter wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich einfacher an einem bestimmten Ort konstant halten und die Gyne hat die Möglichkeit bei Ungünstigen Werten auszuweichen bzw. sich in dem von ihr gewählten optimalen Bereich aufzuhalten. Die Nesttemperatur lag nie höher als 25 °. Die Gyne startete einst mit zwei Larven bei dem Vorbesitzer. Sein Konzept war erfolgreich, ich habe es kopiert und dieses Formicarium nachgebaut.

Gyne 4 kommt nicht zur Ruhe, das Erdnest und das RG werden nicht angenommen. Mehrmals täglich schiele ich in die Box, sie bemerkt mich nicht und das stresst auch nicht, doch hält sie sich immer in der Arena auf oder hängt an der Gaze des Deckels. Man muss kein Genie sein, sie will raus. Dieser Umstand ist Dauerstress und führt unweigerlich zum Tod. Sie bleibt ein Pflegefall.

Mit den drei Gynen sieht es leider genauso aus. Sie schaffen es nicht. Es verdichtet sich immer mehr der Verdacht, unter ihnen befindet sich eine konkurrierende Gyne die die Brut frisst. Es gibt keine. Durch ein Missgeschick habe ich die Brutbox auf die Seite gelegt, zu viele Kabel in der man sich verfangen kann. Die Panik war groß zu mindestens bei mir, sie waren erstaunlich ruhig und versammelten sich in einer Ecke und warteten ab. Ich untersuchte das Nest nach Brut, mal wieder nichts.

Was kann ich tun? :?:
:idea: Gyne 4 überführe ich zu den anderen drei Gynen
- Andere Halter die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, vermuteten ihre Gyne sei nicht befruchtet und war bestrebt begattet zu werden. Vor etwa zehn Jahren war es noch nicht bekannt, das für die erfolgreiche Gründung man mindestens 2 Gynen benötigt. Natürlich gab es auch Ausnahmen. Die Erkenntnis sie sucht etwas war richtig, aber kein Männchen sondern eine weitere Königin für die Pleometrose, so meine Annahme. Sollte ich mich in diesem Punkt Irren, gibt es wahrscheinlich Tote. Sie würde erheblichen Schaden anrichten. Meine Wächterin wäre ihr wohl im Einzelkampf unterlegen. Ob die Anderen beiden Gynen einschreiten, ist zu bezweifeln. Schließlich befinden sie sich immer noch in einer Art Trancezustand. Dieser Zustand wäre natürlich das worst case Scenario.

:idea: Gyne 4 bekommt aus der neuen Kolonie Larven und Puppen.
-Das Pushen kann helfen, aber doch nur wenn die Gyne in Gründungsstimmung ist. Das ist sie leider nicht. Würde aber vielleicht diese Stimmung auslösen? Die Gefahr das es schief geht, ist hoch. Auch möchte ich noch nicht bei meiner neuen Kolonie wildern gehen.

:idea: Gyne 4 bleibt in Einzelhaft.
- Sie wird dann sterben

:idea: Gyne 4 wird überführt in die neue Kolonie.
- Berichte von Sammlern haben gezeigt, nach dem man Königinnen entnommen hatte, im Folgejahr wieder neue Queens sich eingefunden hatten. Die Einzusetzende würde hier geringen Schaden machen, wenn es schief geht. Die Arbeiterinnen würden sie strecken. Hier würde ich aber wieder in einer intakten Kolonie eingreifen.

Die Gründungsbox des dreier Gespann war nun auf die Seite gekippt, Brut war wieder einmal nicht auszumachen, das neue Formicarium mit Ytong Nest war fertiggestellt und bereits eingelaufen und auf Temperatur gebracht. Alles ging dann schließlich ganz schnell. Ich habe meine drei Queens überführt. Sie krabbelten gleich unter ein Baumrindenstück, die einzige Versteckmöglichkeit. Hier befindet sich auch der Einstiegsbereich ins Nest.
Nun auch Gyne 4?, das Territorium ist von den Anderen noch nicht vereinnahmt. Die Verteidigung sollte auch noch nicht stehen, bei Hunden funktioniert es, aber bei Clavata? Blick in die Gründungsbox der Gyne 4. Sie klebt am Deckel, übermüdet von der Nachtschicht, eine tolle neue Kolonie im Besitz. Machen einen risikofreudiger, also rein damit.
Gruß :roll:
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 18. Mai 2020 23:47

Hallo, die Gyne 4 im neuen Setup spürte sofort die Gegenwart der anderen Gynen, ohne sie sehen zu können, wusste sie dennoch, wo sich das dreier Gespann aufhielt. Sie rannte aufgeregt durch das 60 l Becken. Reduzierte jedoch ihren Bewegungsdrang auf 1/3 des Beckens, genau in dem Bereich wo sich das Korkstück mit den Queens sich befand. Ihre Kreise zog sie immer enger in Richtung Begierde. Schließlich lugte sie unter das Holz, nur kurz, sie war sehr vorsichtig. Binnen einer Sekunde brach sie die den ersten Kontakt auch wieder ab. Nun rannte sie wieder durch die Arena und zog ihre Kreise. Sie verringerte immer wieder den Radius und suchte den Kontakt zu mindestens für einen Augenblick. Berührungen vermied sie. Das Wiederholte sie immer und immer wieder. Gyne 4 war entzückt, man spürte das es ihr gefiel. Sie war zwar für Clavata ungewöhnlich flink im Becken unterwegs, dennoch habe ich ihr Verhalten nicht als einen Fluchtreflex gedeutet. Sie nutzte die gesamte Fläche der Arena nicht aus. Auch waren Scheibenläufe nicht zu beobachten. Ich hatte das Gefühl es tat ihr gut. Da meine Indikatorameise überhaupt nicht auf die fremde Queen reagierte, wurde sie nicht als Gefahr gedeutet, so zu mindestens habe ich die Lage so eingeschätzt. Ich ging dann schlafen. In der Hoffnung es geht gut.
Den Schlaf habe ich nach 4 h unterbrochen und geschaut. Die drei Gynen saßen am alten Fleck. Gyne 4 war weg. Ich suchte die Arena nach einer toten Ameise ab, doch nichts. Plötzlich sehe ich wackelnde Fühler in ihrem alten RG. Dieses hatte ich ins neue Setup mit überführt. Zuvor zeigte sie dafür überhaupt kein Interesse. Nach zwei Stunden riskierte ich noch einmal einen Kontrollblick. Sie hatte am Nest gebaut. Moos wurde rausgetragen. Mittlerweile sitzt sie bereits drei Tage im Nest. Zuversicht macht sich breit. :lol: Die Anderen sitzen leider immer noch unter dem Rindenstück. Sie haben das Ytong Nest noch nicht angenommen. Ihnen habe ich eine Plastikbox übergestülpt. Gyne 4 hat keinen Zugang mehr, möchte nichts anbrennen lassen.
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 21. Mai 2020 16:13

Hallo, Gyne 4 ist aus ihrem Reagenzglas verschwunden und hat sich irgendwo im Becken eingenistet. Vorerst ist sie erst einmal verschwunden. Das ist ein gutes Zeichen.
Mein dreier Gespann zieht nicht ins Nest. Ich habe ihnen ein eigenes 60l Becken zur Verfügung gestellt.
Die neue Kolonie hat bereits 21 Puppen, theoretisch weil:
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Arbeiterin befreit die schlüpfende Imago aus ihrem Kokon.

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Es ist anfänglich mehr eine Nacktpuppe, denn bewegen tut sie sich in den ersten 24 h nicht.

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Nach 24 h kehrt Leben in die neue Arbeiterin ein. Die ersten Gliedmaßen beginnen an zu zucken. Der Chitinpanzer ist deutlich nachgedunkelt.

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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 4. Jun 2020 23:44

Hallo, Gyne 4 bleibt unsichtbar. Das angebotene Nest wurde nicht bezogen. Ich befeuchte es zwar 2 x die Woche und beheize es auf 25 °. Dennoch zieht sie es wohl vor, sich bei einer Umgebungstemperatur von nur 22° Aufhalten zu wollen. Da sie bereits einmal Proteine angenommen hatte. Ist sie wohl noch da. In der Arena stehen ihr zwei Korkrinden zur Verfügung. Unter einer wird sie wohl stecken.
Die drei Gynen haben ihr Nest nicht bezogen, habe aber eben meine Wächterin im Stein Sichten dürfen. Da sie der Entscheider ist, bin ich zuversichtlich. Ich beheize es auf 25 °. Derzeit sitzen sie immer noch unter dem Rindenstück. Ich habe von Außen Einblick. Keine Brut zu sichten. Proteine werden nicht angenommen. Bei der letzten Überführung ins neue Setup, habe ich mich getraut. Ich hatte meine vertraute Indikatorameise auf der Hand. Ich lebe noch. Habe es zwar dokumentiert, doch leider gelöscht. Zusammengefasst lässt sich sagen, es war aufregend und schön.
Die neue Kolonie entwickelt sich weiterhin gut. Die großen Larven waren wohl alle im Verzug. In den letzten Tagen haben sie sich alle verpuppt. Eine imposante Arbeiterin, sie hatte die Größe einer Gyne, ist leider Verstorben. Sie hat von sich aus, das Nest verlassen. Weiterhin wurde eine Puppe geöffnet. Die Imago war tot. Denke die Ursache lag an der Überführung zu mir. Larven sind reichlich da. Die Gyne hat bereits viele Eier gelegt.
Da der Deckel einmal nicht richtig verschlossen war, fand ich eine Arbeiterin auf meinem Sofa. :D
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 5. Jun 2020 19:01

Hallo,
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Meine Wächterin hat es wieder einmal geschafft. Hauptqueen und Gyne 2 im Ytong. Haben sich von der wärmsten Stelle 25 ° entfernt. Eingenistet haben sie sich bei ca. bis zu 24 °. Der Boden ist an dieser Stelle offen und hat somit direkten Kontakt mit dem Erdreich. Obwohl diese Stelle nicht abgedunkelt war, bevorzugen sie diesen Platz. Jetzt ist abgedunkelt. Es nervt, wenn der Halter ständig hinschauen muss. Es sieht gut aus.

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Die tote Arbeiterin. Sie ist so groß wie meine Gynen. Allein ihr Thorax verrät ihre einstige Stellung in der Kolonie. Sie ist mir bereits in den letzten Wochen durch ihr sonderliches Verhalten aufgefallen. Ständig war sie Präsenz. Schade

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Paraponera clavata, Camponotus nicobarensis, Pheidole megacephala nicht von Unten nach Oben, lol.

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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 31. Okt 2020 02:52

Hallo,
die zu gekaufte Kolonie entwickelt sich gut. 15 Individuen habe ich im Mai übernommen. 3 Arbeiterinnen sind in den ersten Wochen gestorben. In den letzten Monaten gab es keine Ausfälle mehr. War wohl dem Transport geschuldet. Die anfängliche Brutperformance ist aber nicht mehr gegeben. Ich habe den Verdacht, ich habe zu wenig und das falsche gefüttert. Nach Anraten des Vorbesitzers habe ich alle 2 bis 3 Tage gefüttert. Ich nahm Schokoschabe männlich, diese wurde zum Teil wieder komplett entsorgt. Meine Annahme war, sie brauchen keine Proteine in dieser Menge. Plötzlich musste ich ansehen wie Kokons geöffnet und fertige, lebensfähige Imagos zerteilt wurden und diese an die Brut verfütterten, was für ein Schmerz. Auch die Larvenanzahl ging zurück, vermutlich. Einsicht habe ich nur im Ytong Nest, dieses ist jedoch mit einem Erdnest verbunden. Die tatsächlichen Zahlen sollten deshalb immer höher sein, zu mindestens bei den Workern und den Puppen. Die Larven befinden sich immer im Ytong. In der Regel ist es hier 1 ° wärmer, sie nutzen hier die feuchteste Stelle. Die Puppen wandern, momentan befinden sie sich vornehmlich im Erdnest. Hier nutz man, das trockene und konstantere Milieu. Die Temperaturschwankungen hervorgerufen durch eingesetzte Heizmittel sind gering. Eier sind immer im Sichtfeld. Sie befinden sich bei den Larven. Die Larvenanzahl schwankt, derzeit sind es 6. Davon werden sich in den nächsten Tagen 3 verpuppen. Über Wochen zählte ich 17 Individuen. Heute das erste mal 21 im Sichtfeld sowie 3 Puppen. Da ich bereits vor kurzem 9 sehen durfte, gibt es noch eine Puppenkammer im Erdnest. Dort sollten sich auch noch weitere Arbeiterinnen aufhalten, insgesamt würde mir die Zahl 30 gefallen. Momentan füttere ich täglich 1 Futtertier und rede mir ein es genügt, da die Außenaktivität spärlich ist. Nur eine Arbeiterin nutzt täglich die Dunkelheit, Zuckerwasser für die Kolonie einzusammeln. 2 Arbeiterinnen im Outback gibt es nicht, schade. Meine Hoffnung ist, wenn der Winter Einzug hält, das die Heizmatte im Ytong- Bereich endlich ihre Aufgabe annimmt und die komplette Kolonie mit gesamter Brut sich dem Halter zeigt. Derzeit liegt die Nesttemperatur bei konstanten 23,5°.
Mit der Entwicklung bin ich dennoch sehr zu frieden.
Gruß :grin:
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 8. Nov 2020 18:07

Hallo,
die erhoffte Situation ist eingetreten, meine Heizmatte am Ytong Nest schaltet sich ein. Die Puppen wurden ins Sichtteil aufgestapelt. Es sind 15 Stück. Außerdem konnte ich 27 Individuen zählen. Gehe jedoch von mehr aus.
\:D/ \:D/ \:D/ =D> =D> =D>
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Geflügelte Nummer 1

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Prinzessin Nummer 2

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Die Puppengrößen zeigen bereits an, das weitere Jungqueens schlüpfen werden.
Wer Männchen hat, kann sich bei mir melden.
Hat jemand Infos darüber ob unbegattete Queens überhaupt Gründen und Männchen aufziehen?
Gruß
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 6. Dez 2020 14:38

Hallo,
seit heute Morgen 7 Uhr herrscht bei meinen CLAVATAS der Ausnahmezustand. Keine Ahnung was mit ihnen los ist. Die Parameter stimmen, innerhalb des Nestes läuft der gewohnte ruhige Ablauf ab, keine Auffälligkeiten zu sichten. Dennoch sind bis zu 9 Arbeiterinnen in der Arena unterwegs, nicht vereinzelt, jeher als Trupp und immer nur zentriert in Höhe der gemachten Bilder. Man bekommt den Eindruck die Kolonie möchte sich teilen. Jetzt 14 Uhr kehrt wieder Ruhe ein, alle sind ins Nest zurückgekehrt. Das sie furagieren, schließe ich aus. Viele Arbeiterinnen waren wohl das erste Mal außerhalb des Nestes, das konnte man von ihrem Verhalten Ableiten. Die Ursache für ihr sonderliches Verhalten muss innerhalb des Nest geschehen zu begründen sein.
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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 22. Apr 2021 14:55

Hallo, den im Dezember beschriebenen Ausnahmezustand hat es nie wieder gegeben. Im Sichtfeld habe ich eben 30 Individuen gezählt. Die Dunkelziffer ist deutlich größer, in ihr bewegen sich auch die beiden Jungqueens. Eine von ihnen habe ich noch einmal sehen können. Das Brutbild bleibt in etwa konstant, 20 Eier und 10 Larven. Die Puppen habe ich nicht mehr gesehen. Das Befeuchten des 60 l Nest- Formikarium habe ich eingestellt. Vereinzelt konnte ich immer wieder beobachten wie Puppen, vielleicht einmal im Monat, entsorgt wurden, seit dem ist Schluss. Schließlich hat das Außen- Formikarium eine Luftfeuchte von nahezu 100 %. Die Kolonie ist groß genug, selbst regulierend im Bedarfsfall einzuschreiten. Die Kolonie macht Spaß.
Mein Star ist eine fünf Beinige Paraponera. Eigentlich ist sie immer anwesend, muss man sie suchen, macht man sich gleich Sorgen. Man sieht es ihr an, sie genießt das Privileg im Outback herumstreifen zu dürfen. In der Hierarchie ist sie ganz weit Unten, tiefer geht s wohl nicht. Sie organisiert Zuckerwasser und Proteine, wenn eigentlich noch kein richtiger Bedarf ist. Zeigt sich eine weitere Arbeiterin, weiß ich ,es muss gehandelt werden. Entweder ist nichts da zum Eintragen oder es geht der Kolonie nicht schnell genug. Die fünf Beine stellen sich als Nachteil da, bei großer Beute. Schließlich muss diese gestemmt ins Nest gebracht werden. Das größte Problem ist jedoch ihre Kopfarbeit. Sie scheint auch hier ein wenig eingeschränkt zu sein. Sie läuft schon mal am Nesteingang vorbei bzw. unterlässt es an notwendigen Kreuzungen abzubiegen. Dennoch kommt ein anderer Pfad nicht in Frage. Den gibt es bereits, angelegt durch eine Andere, halbe Wegstrecke. Es wird so lange gekreist bis der Fehler behoben wurde. Bis die Beute ins Nest findet, vergehen schon einmal 45 Minuten. Eine geschulte Arbeiterin braucht 1 Minute. Nicht nur das ihr Weg nicht effizient ist, auch zeigt sie sich unbeholfen darin wie man die Beute trägt. Wegen der Lastenverteilung sollte man zum Beispiel der Mehlwurm mittig tragen, wenn die Kraft nicht ausreicht. Ihre Schwestern machen es ihr schließlich vor. Sie ist anders. Ich mag sie, deshalb gibt es nur kleine Beute. :grin: Dauert es dennoch zu lange, kommt eine Schwester und nimmt ihr die Beute gegen ihren Willen ab. Es ist eine ungleiche Auseinandersetzung.
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Der Star in der Manege.

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Wenn drei Arbeiterinnen sich zeigen, ist Zeit zu füttern. Jetzt muss es schnell gehen, bevor meine eigentliche Einträgerin erkennt was passiert ist, trägt ihre Schwester bereits ein.

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Halbe Mehlwürmer zappeln, da wird einfach noch einmal zu gestochen.

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Bis jetzt haben sie Obst/ Früchte immer verschmäht, deshalb habe ich es gelassen. Meine Bodenpolizei reiche ich immer wieder eine Portion. Zu sehen ist ein Stück Mango. Sie lag 4 Wochen bei tropischen Temperaturen. Binnen 2 Tagen hat eine einzelne Arbeiterin, die Menge in der Größe eines Tischtennis Balles eingetragen. Sie scheinen auf faules vergorenes Obst zu stehen, Wespen halt. Ich legte eine Erdbeere dazu. Das wollte ich nun genau Wissen.

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Seit heute mundet es nun, drei Wochen später. Die Frucht ist nun reif. Na dann guten Appetit.


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Re: Paraponera clavata

Beitragvon Abmeise » 26. Apr 2021 11:50

Hallo, neun Clavatas heute im Outback unterwegs. Futtersuche ist angesagt. Ihr Futterbedarf scheint größer zu werden. Ich gab ihnen 3 Buffalowürmer, Fliegenmaden und Schokoschabe. Leider werden die Schaben immer wieder verschmäht. Sie scheinen nur von mir gekaufte Proteine annehmen zu wollen. Binnen weniger Minuten wurde der Rest eingetragen und die gewohnte Ruhe kehrte zurück. Erstmalig konnte ich beobachten wie eine Arbeiterin lebende wehrhafte Beute überwältigte. Ein Zeichen die Kolonie wird erwachsen.
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Die Erdbeere löst sich allmählich auf.

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