Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

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Re: Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

Beitragvon Abmeise » 4. Okt 2019 14:59

Hallo, zum Wiederholten mal konnte ich eine Pygmäe beobachten, wie sie etwas zwischen ihren Mandibeln trug, was kein Futtertier war. Ich wunderte mich bereits, warum sie so viel Zeit benötigte, ein Futtertier aufzuspüren und es zu erlegen. Ein Heimchen zu fangen, geht doch sonst ziemlich fix. Man erkannte schnell, sie suchte etwas anderes. Schließlich fand sie es und war gleich bestrebt, dieses ins Nest zu tragen. Doch sie erschrak als sie mich sah und ließ es fallen. Die Chance für mich zu prüfen, was es ist. Sah aus wie Sand. Hatte aber die Konsistenz von Knete. Es war feuchter Kot, vielleicht von den Heuschrecken oder Gespensterschrecken :wink: Ich glaube sie benutzen es, um im Nest die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, vielleicht aber auch, um die Larven bei deren Verpuppung zu unterstützen.
20191001_162836.jpg

Gruß :)
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Re: Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

Beitragvon Abmeise » 14. Okt 2019 20:24

Kurzes Update. Meinen Venatoren habe ich einen neuen Nest- Deckel spendiert.
20191001_220510.jpg

Das soll den Zulauf von unerwünschten Gästen minimieren. Gerade adulte Heimchen zeigen immer wieder großes Interesse Eindringen zu wollen, um dort ihre Eier abzulegen. Das muss nicht sein. Es gibt jetzt nur noch einen Seiteneingang. Die Kubanischen Asseln möchte ich bei meinen Harpegnathos nun nicht mehr missen, alles natürlich in Maßen. Trotz ihrer Größe verursachen sie keinen Stress, auch innerhalb des Nestes nicht. Da es einen internen Müllplatz geben muss, ist es gut zu wissen, das jemand da ist, der aufräumt. Springschwänze und weiße Asseln halten sich in diesem Nest Milieu nicht. Es ist schlichtweg, immer wieder mal zu trocken. Was auf die Brutbereitstellung der Schnappkiefer Ameisen keinen Einfluss hat. Sie scheinen es selbst auszugleichen. Betrachtet man das Bild, erkennt man unterhalb der Puppen einen Schwarzen Sandstrich. Das könnte der eingetragene feuchte Kot sein. Denn eigentlich ist der komplette Boden der Box mittlerweile freigelegt. Nach meinem letzten Sichtkontakt mit der Pygmäe konnte ich in den letzten Tagen keine Außenaktivitäten mehr feststellen. Da sie Brut haben und ich die Zufütterung eingestellt habe, muss sich das Jagd- Zeit- Fenster geändert haben.
20191014_175837.jpg

Das Brutbild sieht seit den letzten Wochen immer gleich aus. Das was schlüpft, wird sofort durch neue Puppen ersetzt. Das Larvenbild verhält sich genau so, man bekommt den Eindruck trotz 14- tägigen, ich schau mal hinein, Rhythmus , nichts hätte sich getan. Ich schätze, es dürften bereits mehr wie 10 Ameisen sein.
Ich plane, mir eine zweite Harpegnathos Venator Kolonie zu holen. Ich richte gerade ein Pandinus Imperator Becken ein. Das Skorpionbecken bekommt eine Etage draufgesetzt. Diese möchte ich nutzen, um meine gründenden Kolonien einen Ort zu geben, der ruhiger ist. Das jetzige Becken muss ich täglich 2x Besprühen. Das Öffnen/ Schließen der Glasschiebetüren nervt zum Beispiel einer meiner Paraponera Clavater Gyne. Hier bietet es sich an eine weitere Kolonie anzusiedeln. Da die Skorpione bereits ausgewachsen sind, fällt diese Ameise aufgrund ihrer Größe nicht mehr ins Beuteschema. Das Becken selbst impfe ich nur mit Heimchen und der gewohnten Bodenpolizei. Die Kubanische Kellerassel bleibt diesmal draußen.
Gruß :)
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Re: Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

Beitragvon Abmeise » 13. Nov 2019 21:02

Hallo, das Brutbild bleibt fast gleich. Die Taktzahl der Larven scheint sich jedoch zu erhöhen, derzeit > 10. Gehe davon aus das wöchentlich 2 Worker hinzukommen. Im Nest ist reges Treiben. Zählen fällt schwer. Gehe von 15 + x aus. Der Weihnachtsmann darf nachlegen. 20 Venatoren sollten kein Problem sein. Meine Haltungsstrategie funktioniert. Folgendes konnte ich auf Youtube hören. Harpegnathos venator mögen es feucht. DAS IST FALSCH. [-(

Steckbrief für die Gründung
Ausgangspunkt: mangelhafte Haltungsparameter führen zum Tod. Anzeichen für Missstände sind aktive Worker außerhalb des Nestes. Zu 99 % sind sie im Nest bei Gründungskolonien, schlecht für den Halter.
Temperatur: 26 - 29 °ca., 24 h, nur durch eine Lampe von Oben, nicht zentriert, sondern seitlich versetzt = unterschiedliche Temperaturzonen
Luftfeuchtigkeit: Befeuchtet wird mäßig, d.h. 6ml Wasser auf 1l Substrat und das 2x die Woche, zentriert auf 2 immer die selben Stellen. Da der Brutplatz mit der kälteste Ort im Nest ist, weil die Wärme von Oben kommt, ist die relative Luftfeuchtigkeit am Höchsten. Das ist besonders wichtig. Mit minimalem Aufwand sind Harpegnathos venator nun in der Lage, selbst die optimale Luftfeuchtigkeit für sich und die Brut einzustellen. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit wird belüftet und feuchtes Substrat hinausgetragen. Schwer bei einem geschlossenem System. Ist es zu trocken, kann feuchtes Substrat eingetragen werden. Hier begünstigt das Setup mit minimalem Aufwand die Luftfeuchtigkeit ins Optimum zu bringen.. Gegen eine Heizmatte die von Unten heizt und das Substrat permanent austrocknet, würden die Venatoren nicht gegen ankommen. Wichtig: Der Halter muss feuchtes Substrat zum Eintragen zur Verfügung stellen. Meine Empfehlung ist feuchte Buchenspäne (Reptilieneinstreu) in einem Schälchen in der Arena anbieten. Für die Schnappkieferameisen ist es einfacher zu befeuchten als zu entfeuchten. Das Setup begünstigt das Befeuchten und nicht das Entfeuchten.
Nest: Plastikbox 20cmX20cm, Deckel 1/7 mit Gase ) (minimale Belüftung schütz vor übermäßiger Austrocknung)
Substrat: Kokoshumos, Buchenspäne, ( schimmelt nicht) Körnungsgröße ca. 2 mm.(muss zu bewegen sein für die Ants), Walderde
-oberhalb des Substrates mit Baumrinde in Schindelsystem Abdecken. Verhindert Nesteinsturz, wenn sie alles Aushöhlen.
Futter: tot vor dem Nesteingang alle drei Tage platzieren. Die gelieferten Ameisen haben Angst. Sie wurden schließlich Zwangsumgesiedelt und von ihrer eigentlichen Kolonie getrennt. Jeder verängstigter Nestausgang verkürzt die Lebenserwartung. So oder so sie werden sterben. Sie müssen unbedingt Durchhalten bis die Wiedergeburt eingeleitet wurde. Die neu geschlüpften Ameisen zeigen selbst bewussteres Verhalten. Sie gehen auch ins Outback ohne Angst. :wink: Sie dürfen Jagen.
Gruß
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Re: Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

Beitragvon Abmeise » 2. Dez 2019 12:22

Hallo, die Vermehrung läuft. 10 Ants konnte ich auf einmal Sichten bei 1\3 Nesteinsicht. Teile der Deckenkonstruktion sind abgebröckelt und bedecken Teile des Bodens. Die Einsicht wird erschwert. Dennoch konnte ich 10 Larven und 7 Puppen in Augenschein nehmen. Das Nest ist zu trocken, das Nestsubstrat wird krümelig. Der Abstand Nest zur Heizquelle hat sich verändert, die Temperatur sollte dennoch gleich geblieben sein, da der Temperaturfühler, der den Strahler steuert, sich in der Nestbox befindet. Die Feuchtigkeit im Nest hat sich aber verändert. Es ist trocken. Hier muss ich nach steuern. Da Brut vorhanden ist, scheinen die Worker dieses Problem selbst zu kompensieren oder die Brut ist gar nicht so empfindlich wie gedacht. Konnte einmal beobachten wie feuchtes Seramis eingetragen wurde. Das Nest meiner Venatoren stand auf dem Nest meiner Camponotus nicobarensis. Diese habe ich nach dem zweiten Ausbruchsversuch verbannt. Externe Nester sollte man eben nicht als interne Nutzen. Da hatte der Insektenprofi recht. Ich habe ihnen einen neues ausbruchsicheres Ytong- Nest gebaut und sie durften in meinem neuen Ameisenschrank einziehen.
20191116_161130.jpg

Meine Harpegnathos venator sind derzeit ziemlich inaktiv, selten nur noch bekomme ich sie außerhalb des Nestes zu Gesicht. Die Futtertiere müssen nicht mehr gesucht werden. Sie suchen mittlerweile die Prädatoren von selbst auf. Da das Angebot wieder reichlich ist. Vor ca. 6 Wochen gab es eine Phase, da hat die Kolonie es doch tatsächlich geschafft, die Heimchen fast aufzubrauchen, zu mindestens klein bis mittel. Adulte Heimchen habe ich immer wieder einmal selbst heraus gefangen. Sah mich genötigt, welche dazu zukaufen. Durch den Ausbruch der Nico, habe ich meine Schnappkiefer- Ameisen erst einmal ins Skorpion Becken überführt. Die Heimchen nutzten die 14 Tage für die Reproduktion ihrer Art. Das Nahrungsangebot ist wieder gesichert.
Die eine Kolonie mußte raus, dafür durfte eine Neue einziehen. Ich hoffe sie als Bodenpolizei rekrutieren zu können. Sie sind winzig und haben einen Stachel und somit ungefährlich für meine Venatoren.
20191105_111650.jpg
Pseudomyrmex pallidus

Gruß :wink:
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