Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon Masd_13 » 18. Jan 2019 20:03

Guten Tag liebe Foristen,

zunächst möchte ich mich im Voraus für die folgenden Hilfestellungen eurerseits bedanken. Mehrere Jahre habe ich mit dem Gedanken gespielt, in die Ameisenhaltung einzusteigen. Nun passen die allgemeinen Rahmenbedingungen um den Einstieg zu wagen. Trotz reichlich mitlesen habe ich einige Fragestellungen, die ich gerne gelöst haben möchte bevor im Frühjahr eine Kolonie bestellt wird.

Ich habe ein altes Aquarium umgestalten und ein Ytongnest gefertigt. Trotz mehrer Kleinigkeit, die ich im Nachgang anders machen würde, bin ich unterm Strich zufrieden mit meinem Werk. Das Nest wurde von mir Fest in die Arena integriert. Eine Erweiterung über Schläuche im Zukunft ist möglich. Offen ist für mich die Fragestellung ob ein Deckel benötigt wird und wenn ja, ob dieser massiv (Bspw. Glas) sein muss oder ob feinmaschiger Draht reicht.

Grundsätzlich sollte der Ausbruchsschutz (Puder, Öl, etc.) die Tiere ja abhalten. Doch wie ist dies beim Schwarmflug? Diese Fragestellung konnte ich mir noch nicht beantworten.

Die Zweite Fragestellung ist die nach der Art der Ameisen. Ich bin da nicht festgelegt und offen. Das umgebaute Aquarium hat die Maße 50*30 und das Ytongnest ist 26*15. Der Eingang ins Nest müssten ca. 15mm sein. Ich würde Europäische Arten bevorzugen und könnte mit einer Wärmeplatte die Temperatur regeln. Die Luftfeuchtigkeit wird meinerseits nicht geregelt werden und entspricht der eines Wohnraumes.

Das umgebaute Aquarium kann erweitert oder ersetzt werden. Ein Platzmangel besteht nicht. Grundsätzlich fände Ameisen mit größer Körperstatur und dem Potential eines größeren Volkes interessanter. Sie sollten einem Anfänger gerecht werden, aber auch längerfristig Potential zum beobachten und basteln bieten.

Ich habe mich beim Antstore durch die Europäischen Ameisen geklickt und versucht zu Filtern. Jedoch ist die Auswahl nicht gerade gering. Ich habe meine Gedankenblitze einfach mal runter geschrieben:

- Die Lasius Niger haben mich bisher nicht gefesselt.
- Crematogaster scutellaris: Interessante Ameisenart. Als einziger Nachteil für einen Anfänger wird das Wachstum benannt. Ist dieses so rasant, dass es einem keine Zeit zum reagieren lässt?
- Camponotus herculeanus: Ist hier die Größe der Ameisen schon problematisch bzgl. des Nesteingangs?
- Camponotus ligniperdus: Hier wird vor der Inaktivität gewarnt
- Messor barbarus:
- Camponotus barbaricus
- Cataglyphis rosenhaueri

Vielleicht habt Ihr ja Meinungen zu den Arten. Auch anders gelagerten Anregung bin ich aufgeschlossen.
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon HabneMeise » 18. Jan 2019 20:40

Hallo

Ich versuche mal ein paar kleine Hilfen zu geben:

Als Anfänger würde ich sehr zu einer kleineren Ameisenart raten (bis Größe M) die nicht so wehrhaft ist und um unkompliziert ein paar Erfahrungen zu machen.Messor barabrus eignen sich schonmal gut dafür

Wenn du wirklich ein selbstgebautes Becken bevorzugt sollte es komplett dicht sein - wenn Zeifel bestehen sind die Antstorenester immer noch am besten.Zumal es nicht unbedingt einfach ist Abdeckung zu basteln die 100% dicht ist.Das gilt besonders dann wenn du alles in deiner Wohnung hälst.Dann sind die vorgefertigten Abdeckungen hier im Shop wirklich besser weil Puder und Öl nicht immer vollkommen reichen.
Am besten find ich die Glasrahmen da sie einen Eingriff ins Becken und in Kombi mit Öl selbst die agilsten Ameisenarten im Zaum halten.
Kannst ja mal ein Bild posten wie der Behälter ausschaut von dir.Dann kann man das ein wenig einschätzen.

Ansonsten find ichs gut das du vorher fragst und es kommen bestimmt noch weitere Tipps hier :D
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon HarryAnt » 18. Jan 2019 21:09

Als Anfänger würde ich sehr zu einer kleineren Ameisenart raten (bis Größe M) die nicht so wehrhaft ist und um unkompliziert ein paar Erfahrungen zu machen.Messor barabrus eignen sich schonmal gut dafür


Messor barbarus ist zwar keine kleine Art (weder Körpergröße noch Koloniegröße) sondern gehört zu den größeren und durchaus wehrhaften Arten aber kann ich dir sehr empfehlen.


Halte ich persönlich für eine der interessantesten klassischen Ameisenarten für Einsteiger.


- sehr unterschiedliche Arbeiterkasten
- recht bald sehr imposante Majore, knapp so groß wie die Königin, sehr kräftig und machen allerlei Schabernack in der Arena
- sehr vielfältige Futtermöglichkeiten, neben div. Körner, Samen, Insekten, nehmen sie auch Fleisch, Eier, Fisch usw. an
- Können recht lange alleine gelassen werden
- Keine echte Winterruhe

Brauchen aber etwas Platz ab dem 3ten Jahr der Haltung!

C. barbaricus wäre auch eine schöne Möglichkeit - hier ein aktueller HB:

https://www.ameisenforum.de/camponotus-barbaricus-welcome-to-lazy-tube-t55904.html
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon Masd_13 » 18. Jan 2019 22:32

Vielen Dank für die zeitnahen Antworten.

Das umgebaute Aquarium ist zu den Seiten und nach unten dicht. Auch wenn die Ameisen das Silikon wegfressen sollten sind die Glasscheiben gut verbaut. Nur nach oben habe ich nichts. Deswegen die Frage, ob ein Deckel zum Schwarmflug erforderlich ist.

Den Rahmen hab ich schon überlegt nachzubauen, da die vorhandenen im Shop meiner Größe leider nicht entsprechen.
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon HabneMeise » 18. Jan 2019 22:43

Wenn das klappt mit dem Nachbau wäre da auf jeden Fall sicher.
Die nach unten gewandten Flächen haben selbst meine Hochseilakt-Spezies noch nicht überwunden wenn ein bisschen Öl draufkommt. :grin:
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon Serafine » 18. Jan 2019 23:14

Masd_13 hat geschrieben:Den Rahmen hab ich schon überlegt nachzubauen, da die vorhandenen im Shop meiner Größe leider nicht entsprechen.

Antstore macht Rahmen auf Anfrage in jeder beliebigen Größe.
Bei meinen C. barbaricus reicht der auch aus (hab Deckel, wäre aber nicht nötig, der Lack vom Antstore hält bei mir seit 2 Jahren - musste den noch nie auffrischen).

Camponotus barbaricus sind sehr ruhige entspannte Ameisen, die nie Probleme machen.
Sie brauchen halt Insekten als Futter (man sollte nicht versuchen sie mit Ei zu füttern, das gibt eine extreme Sauerei und gegessen wird nichts). Wachstum ist in Ordnung, wenn die Bedingungen gut sind nimmt die Kolonie bereits nach der ersten Winterruhe erstaunlich schnell an Größe zu (v.a. wenn man bedenkt wie riesig die Arbeiterinnen sind). Wenn sie hungrig sind können sie ziemlich aggressiv werden. Das erste halbe Jahr hat man halt nicht so extrem viel von ihnen, da sind sie sehr schüchtern. Sie mögen kein helles Licht, was Filmaufnahmen mit ihnen recht undankbar macht.

Messor barbarus sind deutlich aktiver (und können länger alleine gelassen werden, dank Kornkammern), haben aber auch das Potenzial deutlich mehr Probleme zu machen (alles umgraben, Tränken annagen, Tränken zuschütten, Nestdeckel anheben, Vinylschläuche durchbeißen, etc.). Dennoch eine sehr interessante und extrem populäre Anfängerart.
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon HarryAnt » 18. Jan 2019 23:51

Bzgl. Rahmen hilft dir das hier vielleicht weiter:

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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon Masd_13 » 20. Jan 2019 14:34

Vielen Dank für die Anregungen, gerade das Video für den Rahmen stellt sich als nützlich heraus.

Es ist nun eine Messor Barbarus geworden. Ich hoffe, ich hab soweit an alles gedacht. Aber eigentlich müsste soweit alles bereit sein.

Danke
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon HarryAnt » 20. Jan 2019 17:57

Sehr gute Wahl - viel Spaß beim beobachten.


Was ich dir noch empfehlen kann:
Im Aldi gibt es für kleines Geld Pfefferkörner in der Mühle. So eines kaufen, den Pfeffer raus, kurz auswaschen.
Dann deine Körnermischung, Samen, paar Nüsse usw. rein, durchmischen und auf einen kleinen flachen Napf mahlen - damit kommen gerade junge Gründerkolonien viel besser zurecht als mit den harten Körnern am Stück.
Auch keimen dann die Samen nicht usw.
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Re: Start der Ameisenhaltung (Art und Deckel)

Beitragvon HabneMeise » 20. Jan 2019 23:24

Du kannst auch selber Löcher in die Becken bohren.
Habe eben gerade wieder 2 Bohrungen gesetzt.Der Glasschneider hat mal 7€ gekostet und jetzt 8 Einsätze hinter sich.
Lässt zwar irgendwann etwas nach aber dann ist mehr Gefühl gefragt - umso weniger splitterts.
Das hat den Vorteil dass man nicht immer unter Bodensubstrat-Niveau liegt wie das die Standart -Becken haben....
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