Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Tipps und Ideen zum Formicarienbau

Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon Pascal Ihle » 25. Jul 2018 23:20

Hallo, ich werde mir demnächst meine dritte Ameisenart anschaffen und habe mich dieses Mal zum ersten Mal entschlossen, Marke Eigenbau zu nehmen.

Habe mich dann für ein integriertes Ytongnest entschieden (abgekupfert von Amazing Ants auf Youtube, ist das nicht HarryAnt hier?), welches mir sehr zugesagt hat.

Es wird wohl zu 95% Manica Rubida und da diese es feucht mögen, habe ich Ytong gewählt, da dieser wohl weniger schimmelt als Gips. Nun sehe ich sehr oft, eigentlich fast immer, dass die Nester mit Gips (mal mit Farbe, mal nicht) ausgestrichen werden. Der besseren Optik und dem Vorteil, dass Eier kleiner Arten nicht in den Poren verloren gehen bin ich mir bewusst.

Nun frage ich mich aber: Schimmelt das Nest dann nicht leichter, gerade, da ich das Nest ja dauerhaft etwas feuchter halten muss oder wirkt sich das bei den geringen Mengen Gips nicht aus? Würde es im Falle der Schimmelgefahr bei schlichtem Ytong belassen, ansonsten gerne aus"malen". Schlitze für die Bewässerung habe ich im Übrigen in den Ytong eingeritzt.

Sommerliche Grüße und ein Dank an die schöne Nestbauanleitung,

Pascal
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon HabneMeise » 26. Jul 2018 00:27

Soweit ich das gelesen habe hat unbehandelter Ytong auch den Nachteil dass der Staub sich event. in den Atemorganen der Ameisen ablagern kann.
Ob das wahr ist : Wohl noch nicht bewiesen.
Ich habe selber schon ein Ytong nest gebaut und bin mir nicht sicher ob ich es anwenden soll.
Verdrecken wird es event auch recht schnell und wie soll man es reinigen wenn dort eine Kolonie drin lebt ?
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon trailandstreet » 26. Jul 2018 10:03

Genau deswegen sollte man ihn anschließend, also nach der Bearbeitung, auch ordentlich ausspülen.
Den Rest würden die Ameisen dann sogar selbst erledigen, wenn sie denn Substrat zur Verfügung haben und die Poren und Zwischenräume verschließen.
Bei kleineren Arten ist es alerdings sehr von Vorteil, wenn man das bereits selbst mit Gips erledigt.
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon Pascal Ihle » 26. Jul 2018 12:03

Eine leichte Bestreichung mit Gips birgt also nicht so viel Schimmelrisiko? Die Feuchtigkeit bleibt ja wohl auch überwiegend im Ytong?
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon Barristan » 26. Jul 2018 18:09

Gips selbst schimmelt ja nicht, da es anorganisches Material ist. Was schimmeln kann, sind beispielsweise Reste von Insekten. Solange Du genügend Lüftungsflächen einbaust, z. B. nicht nur einen Ein-/Ausgang, sollte der Schimmel kein Problem darstellen.

Bevor Du den Gips aufträgst das Ytongnest gut durchnässen, dann die die Gefahr, dass sich Risse im Gips bilden, geringer.
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon Pascal Ihle » 14. Aug 2018 19:25

So, nachdem ich jetzt wieder etwas mehr Zeit hatte, habe ich das Formicarium fertiggestellt und bin sehr zufrieden. Zum Abschluss nur ein kleiner Bericht, da ich recht stolz darauf bin.

An den Seiten habe ich den Ytong mit Gips bestrichen, um ihn möglichst kratzerfrei ins Becken zu bekommen (2 winzig kleine sind leider entstanden, aber nur in der Sonne sichtbar). Den Rest habe ich nicht mit Gips ausgemalt - da meine Manica rubida da einziehen sollen, sollten die die Poren von der Größe her bewältigen können und mir gefällt diese "Kraterlandschaft" irgendwie auch.

Bei den 2,7mm Bohrungen an der Seite habe ich eine Runde Kammer geschnitzt, dort tu ich vielleicht einen Schwamm zur besseren Feuchtigkeitsspeicherung rein, ist dann mit dem Stopfen super entnehmbar und irgendwann kann dort ein weiteres Formicarium angeschlossen werden.

Die 3 Nester sind separat, ich werde also vorherst 2 Nesteingänge schließen, damit die Kolonie dort hineinwächst.

Ich wollte zuerst die 3 Nester gar nicht mit Gips fixieren, habe es dann aber doch getan, da ich befürchte, die Ameisen werden in die Lücken ziehen. Leider habe ich nicht bedacht, den Boden mit Gips auszumalen, an gewissen Stellen werden die Ameisen theoretisch unter den Ytong ziehen können, wo der Ytong nicht 100% am Glas aufliegt...ich hoffe, sie tun dies nicht, vermute es aber - zum Glück besitze ich diverse beleuchtete Glasterrarien, dort würde ich das Formicarium in dem Falle einfach drauf stellen, sodass unten Licht ist, kann mir gerade bei Manica rubida nicht vorstellen, dass sie sich dann unter dem Ytong wohlfühlen.

Oben habe ich die Arena mit weißem Sand-Lehm eingerichtet und die Lücken, die man sieht, sind zur Bewässerung gedacht und natürlich die 3 Eingänge.

Ich hoffe, meine Ameisen werden sich dort wohlfühlen, das ganze muss aber erst einmal schön durchtrocknen und dann kommen sie morgen oder übermorgen dort hinein :)
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon Kuemmerz » 14. Aug 2018 21:01

Halte uns auf dem Laufenden! Gerade bei Manica rubida würde sich das lohnen, ist ja keine 0815 Ameise :D
Habe selber gerade noch 3 Gynen in der Gründung.
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon Pascal Ihle » 14. Aug 2018 22:09

Mache ich gern, derzeit ist es nur die Gyne mit 4 Larven ;)
Viel Erfolg mit den 3 Gynen :)
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Re: Ytong mit Gips ausstreichen, ja/nein

Beitragvon Pascal Ihle » 6. Okt 2018 17:15

Ich weiß noch nicht, ob ich einen Haltungsbericht schreiben will, schließlich ist nun ja auch bald Winterruhe und da ist ja nicht viel Action, aber heute habe ich etwas schönes mitzuteilen:

Vor gut 2 Wochen habe ich das letzte Mal ins RG geschaut, da waren es noch 2 oder 3 Larven und 1 ganz weiße Puppe. Die Fliegen wurden nicht mehr angenommen und so beließ ich es erstmal beim Nichtstun. Vor gut 3 Tagen habe ich aufgrund einer kleinen Fruchtfliegenplage wegen überreifer Birnen ein paar abgetötete Fruchtfliegen in den Napf gelegt...am nächsten Morgen waren alle weg...am nächsten Morgen wieder. Eben habe ich noch 2 kleine Fruchtfliegen erschlagen...und was sehe ich da? Eine Manica rubida Arbeiterin, wie sie beide Fruchtfliegen auf einmal ins RG bringt und daraufhin wieder zum Napf rennt und nichts findet und dann die gesamte Arena erkundet!

Eine wirklich tolle Entdeckung! Ich bin leider etwas paranoid, was Neststörung betrifft und versuche nie zu stören, da die Gyne im Gegensatz zu meiner Camponotus ligniperdus und Lasius niger ziemlich durchdreht, daher kann ich nicht genau sagen, ob es die einzige Arbeiterin ist. Auf alle Fälle sieht sie schon ziemlich ausgefärbt aus, obwohl ich nachts nicht mal 20 Grad hatte und tagsüber maximal 25...wobei ich von einer Dauer Puppe > Arbeiterin bis zu 30 Tagen gelesen habe.

Das Problem stellt sich bei meiner Camponotus ligniperdus nicht, da sie seit September keine Eier mehr gelegt hat (obwohl die Arbeiterinnen immernoch recht große Fliegen eintragen und auch zerteilen, vielleicht als Vorrat), aber wie sollte ich bzgl Winterruhe jetzt am besten vorgehen? Da sie offensichtlich noch immens viele Proteine eintragen für die Koloniegröße wird die Gyne sicher noch produzieren oder bereits Larven haben...Nesteinblick wagen und vor Verpuppung der Larven in die Winterruhe? Proteingabe komplett einstellen? Oder gar noch mit der Winterruhe bis zu einem eventuellen nächsten Schlupf warten? Habe da auch crazyants Haltungsbericht öfter angeguckt, wo seine Manica einfach nicht in die Winterruhe wollten...

Nun ja, das war es zumindest erst einmal von mir mit einer erfreulichen Nachricht!
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