Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Hier kann diskutiert und gefragt werden.

Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 7. Jun 2015 16:15

Hallo,

ich habe mich seit Jahren nun doch wieder dazu entschieden, es mit der Ameisenhaltung zu probieren.
Ich hatte mir früher kurz vor dem Winter eine Königin mit Arbeiterinnenstamm (~ 3 Stück) organisiert, diese
abgedunkelt und kühl gelagert (bis max. 10°C, nie unter 0°C)...Jedoch war diese Minikolonie im nächsten Jahr eingegangen -
Wasser war auch vorhanden, aber anscheinend sollte es nicht sein.

Die Jahre gingen ins Land, die Ameisenfarm samt Arena wurden verstaut und es kam später zum Umzug.
Da fiel mir das Starterset wieder in die Finger und ich dachte mir "Mensch, da könnte ich doch wieder Ameisen reinsetzen!"

Guter Plan, aber erst dieses Jahr am 25.05.2015 in Angriff genommen. Da der Antstore die C. ligniperdus leider nicht hatte, musste ich ausweichen und habe die Ware woanders geordert. Ich plante ca. ~max. 3 Tage Lieferzeit ein. Aber nein, die Post wollte streiken. Ich bekam nur Mails, dass meine Ameisen ins Fahrzeug geladen wurden...herumgefahren wurden...ausgeladen wurden...und weils so schön war, gleich mehrfach.

Natürlich macht man sich Gedanken, dass die das übel nehmen oder gar hopps gehen. Am 01.05.2015 konnte ich dann das Paket annehmen und der erste Blick bestätigte: Alles OK! - Eine schöne Gyne und 5 Arbeiter unterschiedlicher Größe saßen im Reagenzglas.

Ich hatte schon Tage zuvor die Arena und das Nest vorbereitet, also nahm ich es in kauf, die Ameisen noch einmal zu stressen und entfernte die Watte des Reagenzglases und platzierte es in der Arena - Deckel rauf und gut.

Den Ameisen schien das öffnen des Glases egal zu sein, denn es gab keine grössere Reaktion darauf.
Nun gut, erst einmal in Ruhe lassen, die machen den Rest schon alleine - Honig gab es auch in der Arena zu finden,
in der Form eines Tropfens, bereit, gefunden zu werden.

So, was passierte dann?

4 Ameisen blieben bei ihrer Königin und 1 ging auf Erkundungstour. Mich wundert, dass sie sehr schnell die Schlauchverbindung zum Nest fand und dieses dann auch erkundete.

Tag aus, Tag ein war eigentlich nur 1 Ameise am rumrennen, wenn überhaupt. Gerne waren sie auch alle zusammen im Reagenzglas. Der Scout fand aber auch sehr schnell den Honig und so gab es erst einmal Futter für alle.

Nicht sehr spannend soweit, man konnte nicht viel beobachten und mir drängte sich die Frage auf: Wann ziehen die denn um?
Wie geht das von statten? Die machen selber nichts und schafft die riesen Königin überhaupt, das Glas hoch zu krabbeln und dann den Schlauch?

Deswegen wollte ich mich hier anmelden und Fragen, was man tun solle, ausser warten. Ob man das vll Beschleunigen könnte oder so.

Naja, was soll ich sagen? Bevor ich die Frage hier stellen konnte, kam immer mehr Leben in die kleine Arena. Plötzlich rannte eine Ameise immer wieder zum Nest und zurück zum Reagenzglas. Dann schlossen sich andere Ameisen an und machten mit. Die Gyne war alleine mit der Brut im Nest.

Was war geschehen? Die Arbeiter hatten beschlossen: UMZUG!

Nachdem alle Arbeiter ein paar Mal hoch und runter gelaufen waren, trafen sie sich bei der Gyne. Aber die fand das doof und kroch erst einmal zur Watte. Das fanden die Arbeiter wiederum doof. Sie packten die Gyne an den Vorderbeinen und zogen sie ein paar Zentimeter zum Ausgang. Dann liessen sie sie los und die Königin begann, aufzuleben. Doch sicher war sie sich wohl nicht. Die Brut hatte keine Chance, während die Königin sich noch genierte, wurde die Brut zur Kugel geformt und nach oben gebracht und dort im Schlauch abgelegt - und alleine gelassen.

Dann wurde ich für ca. 15 Minuten abgelenkt.

Als ich wieder reinschaue, ist die Königin schon im Schlauch, schafft aber die Steigung nicht. Vorsichtig bocke ich die Arena auf und halte dann zusätzlich noch den Schlauch etwas höher und siehe da, die Königin schafft die Steigung. Das nachgeholfen wurde, hat anscheinend niemand mitbekommen. Was noch sehr interessant war:

Eine Ameise ist im Reagenzglas verblieben, als wollte sie nicht umziehen, dann kam eine Ameise aus dem Schlauch zurück und es sah so aus, als ob die beiden kämpfen würden. Die nicht umzugswillige Ameise "verbiss" sich in die ankommende Ameise - ich konnte nicht genau sehen, ob es die Fühler oder Mandibeln waren. Dann machte sie sich sehr klein. Die andere Ameise schien dies aber nicht zu stören. Sie trug dann diese "verbissene" Ameise zu den anderen, als sie genau bei der Brut angekommen war, liess die andere Ameise sofort los, putzte sich und kümmerte sich um die Brut. Ist das eine Art Taxiunternehmen für faule Ameisen?

Nun kommen wir zum IST-Zustand:

Anscheinend ist der Schlauch das perfekte Nest, denn dort ist nun alles mit Rang und Namen vertreten.
Meine Frage: Wie lange bleiben denn Ameisen gerne mal im Schlauch? Ich sähe es lieber, wenn sie das Nest annehmen würden. Obwohl - im Schlauch kann man ALLES sehr genau beobachten :)

Was ich bisher beobachten konnte:

Es scheint klar geregelt zu sein, wer was macht und zur Zeit gibt es diese Jobs im Nest:
- Scout ( 1 Ameise)
- Wächter am Eingang ( 1 Ameise)
- Brutpflege und evt Mädchen für alles ( 3 Ameisen)
- Eier legen ( 1 Königin)

Was an Brut genau vorhanden ist, kann ich nicht sagen, denn die Brut wird immer verdeckt und als Kugel unter den Ameisen gelagert.

Der Umzug war sehr interessant und was da alles passiert ist, sieht man wohl auch nicht alle Tage.

MfG Stadtfuchs

Eine Frage habe ich noch zum Schluss:

Wie haltet Ihr das Nest feucht, bzw, wie befeuchtet Ihr es später erneut, ohne, dass Ameisen flüchten oder Stress haben?

[Mod: Titel auf Wunsch geändert.]
Zuletzt geändert von Stadtfuchs am 7. Jun 2015 18:04, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Lenny-NP » 7. Jun 2015 17:41

Wann die Ameisen ins Nest ziehen, weiß man nie , aber die Ameisen wissen in der Regel, wo der beste Platz zum Leben ist. Man muss Geduld haben. Früher oder später wird die Kolonie wachsen und dann wird sie minimum zu einem Teil im Nest leben vermutlich.
Ich befeuchte meine Farm immer über einen Schlauch (Aquaristik ),den ich durch die andere Öffnung der Farm mache und auf der einen Seite unten ins Seramis stecke und auf der anderen Seite verschließe.
Und so einen Umzug kann man nicht alle Tage beobachten. Sehr schön, dass du uns deine Erlebnisse so detailliert mitteilst.
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 7. Jun 2015 18:03

Hallo Lenny-NP,
danke für die Infos :)

Das mit dem Bewässern werde ich dann wohl genauso machen.

Geduld habe ich mit der Art ja sowieso, die brauchen ja etwas länger für die Koloniegründung.
Wobei ich finde, dass der Umzug wirklich sehr rasch von statten ging.

Zur Zeit befinden sich alle Ameisen im Schlauch und die Gyne kann sich nicht entscheiden, ob sie oben, bei der Brut sein soll
oder unten, in der Nähe des Wächters ausharren soll.

Und die Arbeitsteilung scheint sich nun auch etwas verschoben zu haben, denn nun gibt es fast durchgängig 2 Scouts, die viel die Arena erkunden, das Reagenzglas begutachten und auch zu zweit den Honig holen.

Für 5 Ameisen + Gyne ist doch eine Menge los.

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 14. Jun 2015 19:10

Update:

Also wie gehabt, die Kolonie ist der Meinung, der Schlauch sei perfekt als Nest.
Die Gyne ist eigentlich zu 99% oben im Schlauch, in der Nähe der Brut.

Apropos Brut, anscheinend geht es den Ameisen gut, denn das Eierknödel ist gewachsen,
wie viele, kann ich leider nicht sagen, da mindestens immer 1 Ameise darauf sitzt.

Die Arena wird als Rennstrecke benutzt und es wird tüchtig im Kreis gerannt, einen grösseren Sinn
kann ich darin nicht erkennen.

Das Nest hingegen wird auch schon des öfteren mal erkundet, aber an Nestbau scheint noch niemand
zu denken. Warum auch? Schliesslich gibt es doch einen tollen Schlauch.

Habe heute eine Obstflieger erwischt und in der Arena im Futterschälchen angeboten.
Die Fliege wurde sehr schnell gefunden und ins "Nest", also den Schlauch, gebracht und im Teamwork haben
2 Arbeiter dann diese Fliege verarbeitet - sie ist nun weg, höchstwahrscheinlich schon verfüttert.

Etwas später habe ich noch einen undefinierbaren Käfer (jedes Jahr im Juni hab ich diesen Mist in der Wohnung!) ~1mm Grösse in die Futterschale getan. Auch dieser Käfer wurde schnell gefunden.

Erst mit den Mandibeln gepackt, einmal mit Ameisensäure "begrüsst" und dann sofort ins "Nest" gebracht.
Dort wurde er dann professionell von einer Ameise "entflügelt" - auch der Käfer ist nun verschwunden.

Ich glaube, das Futterangebot ist sehr gut, denn im Vergleich zum Tag des Einzuges sind sie nun alle irgendwie
fetter geworden. Mir ist es recht, die Brut wächst ja auch ganz gut.

Ich hoffe, es ist OK, wenn ich hin und wieder mal Updates hier reinschreibe - gerade in der Zeit der Gründung sollte
es doch am interessantesten sein.

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 15. Jun 2015 18:50

Zwischenfrage:

Kann mir wer sagen, wie schnell eine Larve dieser Art wächst?
Denn irgendwie kommt es mir so vor, als wäre eine der Larven um
ein vielfaches über Nacht gewachsen.

Die Larve ist nun fast so gross, wie eine Arbeiterin.

Vielleicht ist es ja auch normal. Immerhin kann ich jederzeit beobachten, wie
die Brut gepflegt und gefüttert wird.

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Andi89 » 16. Jun 2015 11:06

Huhu,

ist sehr unterschiedlich, wie die Larven wachsen. Manche scheinen eeeeeewig zu brauchen und andere sind plötzlich riesig. Vielleicht hast du sie auch zwischendurch nur nicht bemerkt und es ist eine, die auch vorher schon größer war?

So ging es mir vor kurzem bei meinen: Plötzlich waren da drei Larven da, die größer als eine mittlere Mediaarbeiterin sind. Keine Ahnung, wo die herkommen XD
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 17. Jun 2015 21:22

Also momentan wachsen die Larven bei mir alle sehr gut.
Das ich sie übersehe, bezweifle ich derzeit noch, da sie schön offen im Schlauch liegen.

Meine Ameisen sind ausserdem schon recht verwöhnt:

Keine Ameise in der Arena, ich lege eine Motte in die Futterschale.
10 Sekunden später trabt eine Ameise vom Schlauch aus, direkt hin zur Futterschale
und holt die Motte, als hätten die drauf gewartet, dass ich etwas reinlege.

Mit der Motte taten sie sich etwas schwer. Erst wurde sie im Schlauch deponiert.
Dann hat jede Ameise mal in die Flügel gebissen. Erst nach ca. 20 Minuten hat sich eine
Arbeiterin gezielt der Motte angenommen. Die Flügel wurden langsam und effektiv abgefressen, dann
wurde das Flügellose Insekt zerkaut und schon gab es Futter für die gesamte Kolonie.

Heute ein ähnliches Spiel:

Wieder keiner in der Arena anwesend, dann lege ich eine Obstfliege in die Futterschale. Kaum
30 Sekunden später befand diese sich dann schon im Schlauch und wurde sehr lange zu einem Brei verarbeitet.
Die Ameise, die dies tat, war sehr...sehr... faul. Erst tat sie dies in normaler Ameisenposition, also so,
wie man Ameisen üblich kennt. Dann hat sie sich auf den !!Rücken!! gelegt, die Fliege mit nahezu allen Beinen
zu den Mandibeln geführt und in dieser Position dann weiter gemacht. Erst dachte ich, sie hätte irgendetwas,
aber nein, sie konnte so nun mit allen Beinen das Futter nach belieben drehen und rannte nach getaner Arbeit
wieder rum, wie immer.
Dass die Larven sehr gestopft und prall sind, muss ich wohl nicht erwähnen.

Anbei, ich beantrage, Ameisen in Schweine umzubenennen...meine kleinen Ferkel drücken derzeit jeden Mist in den Honig.
Und der Schlauch ist auch durchgängig mit Sand und anderem zugemüllt - nein, kein Lichtschutz oder Wall, einfach nur verteilter Dreck.

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 21. Jun 2015 16:15

Update:

Nun, was soll ich grossartig schreiben?

Vielleicht das wichtigste: Meine Ferkel... ehm..Ameisen haben sich entschlossen, das Verbindungsstück vom Schlauch zum Nest als momentanes Hauptnest zu nutzen. Ich sehe demnach nur noch ein Hinterteil der Queen und 4 Ameisen.

Brut und eine weitere Ameise sind wahrscheinlich im Zwischenstück. Da nun nur noch das Hinterteil der Königin herausragt, kann man beobachten, was dort passiert. Den Arbeitern scheint langweilig zu sein und sie versuchen das Hinterteil der Königin mit ihren Fühlern zu animieren - ich kann nur raten - um wohl weitere Eier zu legen.

Ansonsten rennen die Ameisen nun in einem 3er Trupp durch die Arena, die vierte sichtbare Ameise wird als Schlauchwache abgestellt.

Das angeschlossene Nest wird nun auch regelmäßig besucht und es wurden schon Sandklümpchen herumgetragen, aber einen Erfolg beim Nestbau konnten die Ameisen bisher noch nicht verzeichnen.

Auf jeden Fall beschützen die Ameisen schon ihr nicht bewohntes Nest:
Die gesamte Mannschaft war zu dem Zeitpunkt im Schlauch und ich wollte etwas am Nest überprüfen. Dazu hebe ich ganz langsam und vorsichtig den Deckel des Nestes an - keine Wackler, kein Rütteln. Aber es wurde sofort zur Kenntnis genommen, dass ich wohl etwas am Nest mache. Hab mein Vorhaben sofort abgebrochen und das Nest nicht mehr geöffnet, der Effekt war aber jener: als ob man in ein Ameisennest gegriffen hat. Wild wurde das Nest abgesucht.

Naja, dann schau ich da eben nicht nach (wollte nur testen, ob das Sand-Lehmgemisch nicht zu fest/trocken zum Buddeln ist)

Auf äussere Reize reagieren meine kleinen Racker aber sonst wohl nicht. Denen ist es egal, ob ich einen Schatten auf das Nest werfe oder sie längere Zeit mal beobachte. Die einzige Reaktion kam, als ich die Brut fotografieren wollte: Dazu war das Blitzlicht aktiviert - BLITZ - ja...schön...einmal geblitztdingenst, schon wurde die Brut in das Zwischenstück verfrachtet.

Also merke man sich: Blitzlichter werden nicht gemocht.

Sollte etwas neues geschehen, gebe ich hier die Infos bekannt.

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 22. Jun 2015 13:20

Etwas sehr interessantes konnte ich gestern noch beobachten und zwar, wie sich Ameisen gegenseitig putzen.

Eine Ameise liess sich komplett von einer anderen putzen, Fühler, Beine, einfach alles.
Die putzende Ameise drehte die geputzte Ameise dazu komplett herum,
es sah teilweise so aus, als würde ein Dackel auf dem Boden liegen, mit allen Beinen von sich gespreizt,
während ihm der Bauch gekrault wird.

Zuerst sieht man das und denkt: Was passiert denn da? Wieso liegt da eine Ameise so komisch unter der anderen, wird
die gefressen?

Aber es war nur eine Putzorgie, die wirklich sehr interessant war.
Die geputze Ameise liess wirklich alles mit sich machen, egal, ob auf dem Rücken oder auf der Seite liegend.

Gerade bei solchen Dingen lohnt es sich, eine so große Art, wie Camponotus ligniperdus zu halten. Man kann eine Menge entdecken und
beobachten.

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Andi89 » 26. Jun 2015 15:13

Huhu,

wenn du sie schneller zum Umzug bewegen willst, beheize einfach die Farm etwas. Hat bei meinen bereits am zweiten Tag geklappt, trotz komplett neuem Nest und Arena und gut 1m "Fußweg" vom alten zum neuen Nest^^
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 26. Jun 2015 20:34

Hallo und danke für den Tipp ;)

Aber ich lasse sie mal machen, wie sie wollen.

Momentan wird das Nest auch öfter mal erkundet oder durch Wachen besetzt und ich konnte
beobachten wie hin und wieder gezielt von einer Stelle Sand entnommen wird und ca. 5cm weiter getragen wird.
Leider aber noch sehr unregelmäßig, von Nestbau kann man irgendwie noch nicht reden.

Nun, wie schaut es sonst zur Zeit aus?

Also weiterhin ist der Schlauch, bzw das Verbindungsstück vom Nest das Nest der ersten Wahl.
Die Queen sehe ich eigentlich gar nicht mehr, genauso, wie die Brut. Gestern wollten mir die kleinen
Racker wohl zeigen, dass sie schon 2 Puppen haben und haben kurzerhand die gesamte Brut für ein
paar Minuten in den Schlauch gebracht. Aber leider nur für kurze Zeit, es ist nun wieder alles im Verbindungsstück.

Tja, und sonst sehe ich nur noch 4 Ameisen, was mir nur 2 Überlegungen übrig lässt:

1. die 5te Ameise befindet sich mit der Queen im Verbindungsstück und bemuttert die Brut - diese Option
würde ich vorziehen

...oder...

2. die 5te Ameise ist dem Kanibalismus zum Opfer gefallen und wurde verspeist - jedoch kann ich es nicht bestätigen..aber auch nicht dementieren.

Gut, ich könnte alle aus dem Verbindungstück treiben und wüsste dann zu 100%, was Stand der Dinge ist, aber ich will es nicht tun, weil sie alles, soweit möglich in einer Farm, selber entscheiden sollen.

MfG Stadtfuchs

P.S. die zuvor in einem Beitrag beschriebene Putzorgie findet hin und wieder nach dem gleichen Schema statt - sind also reinliche Schweinchen :)
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 27. Jun 2015 13:04

Update:

Entwarnung, alle 5 Arbeiterinnen sind noch vorhanden. Wie erwartet, eine blieb wohl dauerhaft bei der Brut.
Eben haben alle 5 mal wieder den Kopf rausgestreckt und mal wieder das Brutknödel in den Schlauch gelegt.

Ich vermute, dass das Klima vielleicht zeitweise im Schlauch besser ist und
deswegen die Brut hin und wieder ausgelagert wird.

In der Natur wird die Brut ja auch an wärmere oder besser gelegene Orte gebracht.
Aber vielleicht wollen sie die Brut einfach auch nur bewegen.

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 28. Jun 2015 16:43

Breaking News:

Es gibt nichts Nenneswertes zu berichten ;)

Anscheinend wird 1x am Tag die gesamte Brut in den Schlauch gebracht, dort
wird sie dann ca. 2 Stunden gelagert und dann geht es wieder zurück ins Nest (Verbindungsstück).

Interessant zu beobachten ist, dass der Honig immer besonders gerne angenommen wird,
wenn ich das Schälchen gereinigt habe und neuen Honig anbiete.

Ansonsten wird noch immer gerne Sand in den Honig gedrückt - naja, wenn sie es so mögen.

Die Arena wurde wieder zur Rennstrecke umfunktioniert, zumindest für eine Ameise. Immer schön im Kreis,
irgendwohin muss man ja mit seiner überschüssigen Energie - nein, für den Nestbau wird keine Energie
aufgebracht.

Ansonsten mal ein paar Daten am Rande:

Luftfeuchtigkeit liegt bei etwas über 60%
Temperatur ist derzeit bei 25°C

MfG Stadtfuchs
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Lenny-NP » 28. Jun 2015 21:05

Es macht Spaß deine detailreichen Beobachtungen zu lesen. Warte schon sehensüchtig auf die Meldung das eine Neue Arbeiterin geschlüpft ist.
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Re: Stadtfuchs' Haltungsbericht: Camponotus ligniperdus

Beitragvon Stadtfuchs » 29. Jun 2015 20:14

Danke für das Feedback - es ist schön zu hören, dass sich wer für die Beobachtungen eines "Ameisenhalterneulings" wie mir interessiert ;)

Ich schreibe hier auch gerne meine Beobachtungen rein, weil ich so auch mal nachlesen kann, was wann war und man selber kann sehen, wie es sich entwickelt...oder eben auch nicht entwickelt.

Und keine Angst, ich habe nicht vor, hier alles voll zu spammen, ich gebe nur gerne Neuigkeiten meiner Kolonie preis :D

Wo wir bei der Kolonie sind:

Wenn es 25°C oder mehr sind, wird die Arena gerne für Ausflüge oder als "Rennbahn" genutzt, ist es kälter, befinden sich alle im "Nest" oder in unmittelbarer Nähe davon.

Seit neustem sind die Ameisen wohl auch der Meinung, die Wasserstelle - das Reagenzglas, mit Watte und Wasser - müsse beschützt werden. Täglich für ein paar Stunden am Tag darf eine Ameise dort Wache schieben. Wenn sie dies getan hat, frischt sie ihre Wasserreserven auf und es geht zurück zum Nest. Ich vermute mal, die Wasserstelle wird bewacht, weil sie vll. noch Pheromone vom alten Nest an sich hat oder einfach nur so, als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

MfG Stadtfuchs
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