Rückkehr zur Ameise

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Rückkehr zur Ameise

Beitragvon Tobias H. » 24. Jun 2014 14:26

Hallo Ameisenfreunde,

Nachdem ich beim Entrümpeln meiner Wohnung 2 Aquarienbecken (samt Messgeräte etc) entdeckt habe , und meine neue Wohnwand eine gewisse gähnende Leere aufweist, möchte ich mir wieder ein Ameisenvolk zulegen.

Zu mir , mit 15 hatte ich meine erste Kolonie Lasius niger und etwas später folgte dann ein Volk Myrmica rubra, die beide erfolgreich gediehen sind. (Eigenfang)
Mit 21 und festem Gehalt entschied ich mich für eine Kolonie Pheidologeton diversus, die nach 4 Jahren stolze 5 Becken füllte und später, aus beruflichen Gründen, in die Hände eines Vogelspinnen- und Reptilienhändlers abgegeben wurde.
Nun bin ich bald stolze 30 , sesshaft und nicht mehr beruflich ausserhalb.

Nach langem Lesen und Durchforsten diverser Foren und persönlicher Parameter habe ich "Polyrhachis dives" ins Auge gefasst, weil diese eine interessante Lebensweise haben und doch recht tolerant zu sein scheinen was Klima angeht.
Jedoch schreckt es mich ab, dass viele Haltungsberichte abrupt oder negativ enden.

Und bevor ich nun anfange zu basteln, wollte ich mal eure/die Meinungen lesen von ehemaligen/erfolgreichen Polyrhachis dives Haltern , da ich ungern nach einem Jahr vor 2 leeren und teuer eingerichteten Formicarien stehe.
Und ob diese Art für einen Wiedereinsteigenden zu empfehlen ist oder doch lieber ein anderes (exotisches) Volk (ausser Pilzzüchter) :wink:

Negative wie positive Meinungen sind gleichermassen willkommen.

Vielen Dank schon mal im Voraus.
Tobias H.
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Re: Rückkehr zur Ameise

Beitragvon moscher » 1. Jul 2014 08:36

Lieber Tobias,

ich habe vom Antstore mir Odontomachus hastatus gekauft.

Ich kann sie wärmstens empfehlen. Eine Ameisenart, die wunderbar zu beobachten ist und wirklich sehr interessant sind. Sie können keine Glaswände hochlaufen. Dies ist sehr gut, da sie relativ aggressiv sind.

Da sie sich mehr mit den Fühlern orientieren, kann man relativ gefahrenfrei im Terrarium rumhantieren.

Dazu braucht man keine Heizung für die Tiere und keine zu hohen Ansprüche am Nestbau.

Am interessantesten ist wirklich das Verhalten der einzelnen Tiere, man kann wirklich eigene Individuen erkennen. Es sind teilweise sehr herrische und dominante Ameisen. Untereinander gibts eine genaue Hackordnung. Das erkenn ich daran, dass die älteren Tiere dunkler in der Farbe sind und die "jüngeren" noch rötlich sind.

Man kann genau erkennen, wenn die "dominanten" Tiere mit ihren Fühlern einen Trommelwirbel auf eine Unerfahrene loslassen und diese sich duckt und sich sozusagen unterwirft. Teilweise sogar abtransportiert wird.

Auch das abendliche Ausschwärmen, wenn es um Futtersuche geht, ist Klasse. Plötzlich sind alle Ameisen draussen.

Dazu braucht man keine Heizmatten, spezielle Entfeuchtung, Befeuchtungsgeräte. Die Ameisen fühlen sich bei 24-28 Grad wohl, und das bei 60-80 % Luftfeuchtigkeit.
Wenn es zu kühl ist, schalte ich die 25 Watt Wärmelampe an und wenn die Feuchtigkeit zu niedrig ist, wird mit der Sprühflasche etwas rumhantiert.

Ich werde demnächst einige Bilder zeigen:-)

LG

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Re: Rückkehr zur Ameise

Beitragvon Tobias H. » 1. Jul 2014 15:04

Danke erstmal für deine Antwort moscher,

Ich hab mich dazu umentschieden mir keine Polyrhachis dives anzuschaffen dafür aber eine Kolonie Messor spec (rötlich) aufzunehmen, da mir diese für den Wiedereinstieg sehr geeignet erscheinen und ebenfalls sehr interesannt sind.
Was du über Odontomachus hastatus berichtest, hört sich unglaublich faszinierend an, und über ein paar Bilder oder einen Haltungsbericht würde ich mich freuen, aber ich denke auch andere.

Wenn ich meine Ameisenhaltungskenntnisse aufgefrischt habe und die Kolonie erfolgreich ist, kann ich in 2 bis 3 Jahren (oder mehr) sicherlich auch mal darüber nachdenken mir eine "schwierigere" Art anzuschaffen, vorerst siegt aber die Vernunft. :)
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Re: Rückkehr zur Ameise

Beitragvon moscher » 1. Jul 2014 22:26

Also, ich bin absoluter Anfänger. Aber ich bin schon seit Jahren Ameisenfan. Schon als Kind.

Eigentlich wollte ich für meinen Sohn, dem ich seine 2. Ameisenart geholt habe (seine erste war die europäische Rossameise, die leider einging, da wir nicht Proteine verfütterten)
ein paar Fruchtfliegen im Antstore kaufen.

Mein Sohn (10. Jahre) Hat zur Zeit Aphaenogaster senilis. shop/Ameisen-und-Wirbellose/Ameisen-aus-Suedeuropa/Aphaenogaster-senilis.html
Auch eine tolle Ameisenart. Sie brauchen jedoch nicht die Winterruhe[den Winterschlaf] wie unsere Heimischen und da sie heisses Klima gewöhnt sind, ist die Terrariumgestaltung relativ einfach. Sandfarm und Arena, einige Steine und etwas Holz und eine 25 Watt Heizlampe.

Wenn man denen Obstfliegen reinschüttet, kommen sie alle rausgeströmt und beginnen eine regelrechte Treibjagd. Klasse Jägerinnen.

Nun aber sah ich durch Zufall eine Kolonie der Schnappkiefer. Eine Königin mit ca 30 Tieren.
Meine Odontomachus hastatus sind noch eine Unterart, die nicht rötlich sind sondern schwarz. Die jüngeren Ameisen sind rötlich und dunkeln nach. So kann man sie toll unterscheiden.
http://www.antstore.net/shop/Ameisen-und-Wirbellose/Ameisen-aus-Amerika/Odontomachus-hastatus--Schnappkiefer-.html
Da ich ungeduldig bin, dachte ich mir, lieber eine ausgereifte Kolonie anstatt Monate zu warten. Da diese Art "eigentlich" relativ einfach zu halten sein soll, hab ich mir sie geholt.
Bin selber gespannt was da noch auf mich zu kommt. Aber eins weiss ich, die Schnappkiefer verdrücken pro Woche 1 Packung Fliegen oder kleine Grillen und mindestens ein Protein Jelly Päckchen.

Insgesamt habe ich 2 tote Arbeiterinnen. Ein Todesfall kommt daher, da ich zuviel Wasser gegeben habe (ich wollte den Humus befeuchten, das Wasser war zuviel und hat die Sandarene zu sehr durchnässt. und 1 Arbeiterin mit Schlamm bedeckt. Eine andere Arbeiterin kam und hat sie regelrecht tot gebissen. Ich wollte sie noch trennen, aber das bedeckte Tier hatte kaum noch Kraft gehabt. Die andere Arbeiterin könnte gestorben sein, da ich Obst gegeben habe und nicht daran gedacht, dass es gespritzt sein könnte.

Aber nun hat sich die Kolonie ein Erdnest gegraben das es ständig ausbaut. Die Königin hat Ihren Ruhepool und ihre Wächterinnen /Brutpfleger. Ich habe 2 grosse Eierpakete mit ca. 20 Eiern und 1 fette Larve, die jeden Tag dicker wird:-) Die Schnappkiefer haben einen Sozialmagen, ich konnte den Austausch genau beobachten. Die Königinn wird auch gefüttert.

Klasse Tiere:-)

PS: Messor Ameisen finden wir auch Klasse, da sie Major Arbeiterinnen entwickeln und es Ernteameisen sind.
Die Messor spec sollten keine Winterruhe [Winterschlaf] halten oder?
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Re: Rückkehr zur Ameise

Beitragvon Tobias H. » 3. Jul 2014 09:34

Hi moscher,

Ja mir gings genauso, schon als kleines Kind hab ich Ameisen gesammelt, und Stunden damit verbracht zu beobachten ^^

Da war dann natürlich die Freude gross als ich den Antstore gefunden habe, und man endlich eine kompetente Community zum ansprechen hatte.

Meine damalige Pheidologeton diversus Kolonie war wohl auch mehr ein Glücksfall das die es soweit gebracht haben.
Ich hatte am Anfang richtige Probleme mit der Sterberate und einige Arbeiterinen rannten ohne Gaster rum, ich hab dann von jemanden einen arbeiterinnen schub bekommen, da Pheidologton diversus auch "adoptiert", danach und nach genauem einstellen des Klimas im beckens gings steil bergauf.

War super zu beobachten, sobald Futter gefunden wurde kam ein regelrechter Schwall an mini Arbeiterinnen und mitten drin natürlich diese überdimensionalen Soldaten.
Deswegen auch die entscheidung für eine Messor art da diese auch grössen Unterschiede hat, und auch keine Winterruhe hält da meine baldige Kolonie aus Afrika kommt.

Nun werd ich erstmal ein 60x30 Becken einrichten mit dem Thema "Australien" , da mir ein 100x50 Becken doch zu gross vorkommt für den Start, erweitern kann man ja immer.
Sobald alles fertig ist natürlich einen mehrtägigen Testlauf, ob ich mit einer 28W Heizfolie an der Rückscheibe hinkomme, oder doch lieber einen Heizstrahler anschliesse.
Am Wochenende ist erstmal Ytong dremeln angesagt und eine Landschaft zu modellieren.

Freu mich schon aufs Basteln :)

PS: Was ich dir aber empfehle, ist das du alle Futtertiere egal ob ausm Shop oder nicht überbrühst wegen Milbengefahr, ich sprech da aus leidiger eigener Erfahrung. (Myrmica rubra Kolonie eingegangen)
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Re: Rückkehr zur Ameise

Beitragvon moscher » 3. Jul 2014 12:44

Ich wünsche Dir viel Spass beim Thema Australien:-)

Das wird Dir gewaltig Spass machen, aber pass auf Dein Portemonnaie auf:-)

Wegen den Sachen mit den Milben, da habe ich schon gewaltig Angst vor und werde um die Milbengefahr auszuschliessen, mir Ofenfischchen halten.
Dies sollen die "besten" lebenden Ameisenfutterinsekten sein, da sie absolut milbenfrei sein sollen.

Hier ein Link

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Das spart enorm Geld und ich kann trotzdem meine Ameisen jagen sehen, Klasse:-)

Hier kann man sich günstig ein Set zusammenstellen:

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Ich hol dort mir die Ofenfischen, da leider Antstore sie nicht vorrätig hat.

Leider möchte ich nicht nur tote Tiere anbieten, ich mag das Jagdverhalten beobachten, das ist mir wichtig.

Ich hab bei meinen Ameisen beobachtet, dass sie sich sehr pflegen und putzen und auch untereinander sich ablecken/abknabbern, um sich so absolut milbenfrei zu halten.
Hoffentlich sind sie dadurch "milbenresistenter"
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