Pristomyrmex pungens

Informationen, Haltungsberichte und Fotobeiträge - Diskussion und Fragen

Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 10. Jun 2006 15:26

Also nach dem ich jetzt lange zeit Ausgesetzt habe vom Ameisenhalten (wegen Schule etc.), habe ich beschlossen mir jetzt eine neue Kolonie zu besorgen. Dabei bin ich auf die Art Pristomyrmex pungens gestoßen und habe beschlossen eine solche Kolonie zu halten. Die Kolonie werde ich voraussichtlich Anfang nächster Woche erhalten. Solang schon mal ein paar allgemeine Informationen über die Art (Bilder stammen von der Japanese Ant Database Group):

Diskussionsbereich: http://www.antstore.net/viewtopic.php?p=29087#29087

[left]http://ant.edb.miyakyo-u.ac.jp/P/PCD0313/A/91.jpg[/left][left]http://ant.edb.miyakyo-u.ac.jp/P/PCD0313/A/92.jpg[/left][left]http://ant.edb.miyakyo-u.ac.jp/P/PCD0313/A/93.jpg[/left]













Körperbau:
Pristomyrmex pungens ist eine in Japan heimische einkastige Ameisenart. Die Tiere sind etwa 2,5mm groß. Sie sind am Kopf und am Mesosoma stark beharrt, während der Gaster vollkommen unbeharrt ist. Der Gaster ist auch weit aus dunkler braun gefärbt als der Rest des Körpers, wobei Fühler und Beine auch leicht gelbliche Farbe haben.

Besonderheit (keine Königinnen!!):
Pristomyrmex pungens hat ähnlich wie Pachycondyla spec. (sieh Haltungsbericht von Stefan_K) keine Königinnen Kaste. Allerdings läuft hier alles etwas anders ab als bei der Pachycondyla spec. Kolonie von Stefan_K. Bei Pristomyrmex pungens ist jede Arbeiterin in der Lage parthenogenetisch diploide (Arbeiterinnen-)eier zu legen. D.h. Jede Arbeiterin ist in der Lage selbst Eier zu legen aus denen wieder andere Arbeiterinnen schlüpfen usw. Dies geschieht dadurch, dass die Arbeiterin der Eizelle durch bestimmte Hormone eine Befruchtung vortäuscht und diese sich dann wie eine befruchtete Eizelle weiter entwickelt. Zusätzlich wird auch noch unterbunden dass sich der Chromosomensatz der Eizelle bei der Zellteilung halbiert (wie es normalerweise der Fall wäre). Dadurch entstehen quasi natürliche Klone der Mutter(-arbeiterin). Männchen werden nur sehr selten produziert, wenn dann meistens im Sommer, dies geschieht dann durch Halbierung des Chromosomensatzes bei der Zellteilung. Die Kolonienvermehrung erfolgt daher nicht durch Gründung sonder dadurch dass sich bei einer gewissen Koloniengröße ein Teil abspaltet, oft bleiben bei dieser Art jedoch die Mutter- und Tochterkolonien durch Tunnel oder Straßen miteinander Verbunden.

Kolonialverhalten:
Die Kolonie lässt sich trotz dass es nur Arbeiterinnen gibt in zwei Klassen aufteilen. Zum einen die sog. extranidalen Arbeiterinnen, die außerhalb des Nestes für Nahrungssuche, Patrouille, etc. aufhalten und die intranidalen Arbeiterinnen, die Im Nest bleiben die Brut versorgen und Eier legen. Normalerweise sind die jungen Arbeiterinnen immer extranidal während die älteren Arbeiterinnen intranidal sind. Oft werden auch zu Futterquellen auch lange Straßen angelegt. Die Kolonien können sehr groß werden (bis zu zehntausenden von Tieren!!!) und gelesen habe ich auch dass sie eher Temporäre Nester anlegen, d. h. sie bleiben nicht auf Dauer in einem Nest, sondern wechseln es des öfteren (Mal sehen wie es in der Haltung sich auswirkt).
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 16. Jun 2006 11:58

Ab hier beginnt das Haltungstagebuch:

16.06.06:
Heute ist die Kolonie per Post angekommn. Alle Arbeiterinnen sind Tod :priest: ... Ich denke es waren die Ausentemperaturen und wenn das Packet einen Tag lang in einem Postauto stand wo leicht temperaturen über 50°C entstehen hat eine Kolonie keine Chance. Versuche mir jetzt so schnell wie möglich eine neue Kolonie zu organisieren. Es geht auf jeden Fall weiter
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 21. Jun 2006 14:11

21.06.05

Heute ist die neue Kolonie angekommen. Allerdings sind ca. 8 Arbeiterinnen beim Transport verstorben. Vermutlich ist die Pristomyrmex pungens sehr empfindlich was Reisen betrifft ;). Allerdings hat sich auch im Gipsnest Schimmel gebildet deswegen verbinde ich es gleich mit einem RG damit die Tiere aus dem schimmligen Nest ausziehen können; wenn sie ausgezogen sind werde ich das Gipsnest befreit vom Schimmel wieder anbieten entweder als Arena oder als Nest…mal sehen…

Auf jeden fall ist sehr auffällig, dass sich einige Arbeiterinnen zu einem Haufen zusammenscharen und ständig dabei sind sich gegenseitig zu putzen, während der andere (weit aus größere) Teil der Kolonie gemütlich durchs Nest maschiert. Evtl. ist das ja schon ein Zeichen für die Einteilung in intranidalen & extranidalen Arbeiterinnen.

evtl. kommt heute noch ein Update also ruhig mal noch mal reinschaun. ;P

UPDATE:

So jetzt mal ein Update was den Tag so über passiert ist. Habe dann an das Gipsnest ein frisches RG mit roter Folie angeschlossen und es wurde sofort angenommen und innerhalb von einer Stunde war die Komplette Kolonie im RG versammelt. Allerdings sind meine Verluste durch den Transport weit aus größer als ich dachte. Es sind viel mehr Arbeiterinnen liegen geblieben als ich dachte und einige denen es vorher schon nicht gut ging liegen jetzt zwar noch im Nest doch so langsam wird eine nach der anderen von Arbeitern aus dem Nest getragen. Es scheint wirklich diese Art hat extreme Schwierigkeiten mit den Temperaturen zurzeit obwohl sie ja noch nicht so hoch sind aber im Packet werden sie ja nun mal weit aus höher.

Habe ihnen Vorhin zwei abgekochte Fruchtfliegen in ihre Arena (altes Nest) hineingetan. Diese werden ununterbrochen von einer Arbeiterin bearbeitet die dann an andere Arbeiterinnen das Eiweiß abgibt, die es dann ins Nest bringt,

Was mir schon aufgefallen ist dass nur ein Teil der Arbeiter sich in der Arena aufhält bzw. zwischen Nest und Arena patroulliert, während der andere im Nest bleibt. Es scheint mir es scheint bereits eine neue Einteilung zischen den Arbeiterinnen stattgefunden zu haben.

Sobald die alle die den Transport nicht überstanden haben aus dem Nest sind und mal nicht jede Menge Arbeiter in der Arena patroullieren werde ich das alte Gipsnest abschließen und es durch das der ersten Kolonie ersetzen, weil dieses Schimmelfrei ist.

UPDATE 2:

Also hab jetzt nochma die Kolonie beobachtet ein wenig. Auf die Fliegen sind sie ganz wild ^^. auf jeden fall scheinen nun doch nicht ganz so viele Tote dabei zu sein wie zunächst gedacht, hab die info bekommen von demjenigen von dem ich sie bezogen hab dass sich die arbeiter manchmal kaum bewegen. Bei näherem hinsehen erkennt man dann welche wirklich tot sind und welche nicht ^^ also ich halte euch weiter auf dem lauenden.
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 22. Jun 2006 16:07

22.06.06

Die Ameisen haben die zwei Fruchtfliegen von gestern (die doch schon recht groß waren). Komplett aufgefressen. Daher haben sie heute gleich eine kleine Stubenfliege bekommen. Scheinen wohl sehr auf Fleisch zu stehen die kleinen. Auf jeden fall ist mir Aufgefallen dass die extranidalen Arbeiterinnen die Toten ständig aus dem Nest bringen und dann doch wieder alle dort anhäufen. Mir ist auch Aufgefallen dass die gasterlose Arbeiterin die bereits von Anfang an in der Kolonie war und gestern dann gestorben ist (wer weiß wie das passiert ist mit dem Gaster) verschwunden ist. Ausgebrochen kann sie ja nicht da tote bekannter weise nicht mehr laufen können. Die einzige Erklärung wäre die anderen Arbeiterinnen haben ihre Leiche gefressen, was ich schon sehr seltsam fände. Sonst keine großen Auffälligkeiten.
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 23. Jun 2006 14:44

23.06.06

Habe mich heute zu einem stark eingreifenden Entschluss durchgerungen. Da immer mehr tote im Formicarium auftraten und ich nicht mehr überschauen konnte wie viele Arbeite nun noch am leben sind oder nicht und sowieso noch der gefährliche Schimmel im alten Nest war entschloss ich mich dazu Die extrem dezimierte Kolonie in das Gipsnest der ersten Kolonie umzusiedeln, da dieses schimmelfrei war. Dabei habe ich nun genaue Daten feststellen können. Also bis jetzt leben noch 17 Arbeiterinnen und 28 sind gestorben D. h. ein Verlust von 2/3 der Koloniegröße innerhalb von 6 Tagen (seitdem ist sie von der Mutterkolonie getrennt wurde). Nun da nur noch Arbeiterinnen die wohl auf sind im neuen Nest sind hoffe ich doch mal dass sich die Lage stabilisiert. Untersuche jetzt noch mal ob ich im alten bereich Brut finde, da die Kolonie wie verrückt auf Eiweiß ist und dieses ja irgendwo hin muss.
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 24. Jun 2006 15:42

24.06.06:

Heute habe ich eine weitere tote im neuen Nest erkennen können vermutlich wegen dem Umzugsstress von gestern, eine andere Arbeiterin der es auch erst nicht so gut ging ist von den anderen scheinbar wieder aufgepäppelt worden. Aufgefallen ist mir heute vor allem dass sich zwei Dreiergruppen von Arbeiterinnen gebildet haben die sich ständig gegenseitig vor allem den Gaster putzen. Hoffe doch mal dass hier sich mögliche intranidale Gruppen gebildet haben die mit der Produktion von Nachwuchs bald beginnen.
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 25. Jun 2006 16:50

25.06.06

Insgesamt sind jetzt 3 Tote im Nest zu sehen, dies waren auch die 3 Arbeiterinnen die geschwächt waren nach dem Umzug. Inzwischen haben sich alle Arbeiterinnen zu einer großen Traube in der Mitte des Gipsnestes zusammengehäuft. Habe jetzt nicht nach Brut gesucht da ich die Tiere nicht weiter stören wollte, aber ich denke wenn sich die Kolonie jetzt stabilisieren sollte dann wird die erste Brut nicht lange auf sich warten lassen.
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 28. Jun 2006 11:26

28.06.06

Es hat den Anschein die Kolonie habe sich nun stabilisiert. Es haben sich nun ganz deutlich zwei Trauben von Arbeiterinnen gebildet die sich in einem Abstand von je 5cm aufhalten. Brut konnte ich bis jetzt noch keine entdecken falls es etwas Neues gibt schreibe ich wieder.

P.S. Achja keiner hier um Forum stellt mehr Fragen oder gibt Kommentare zum Bericht mehr ab. Ist der Bericht so langweilig oder seit ihr alle so Schüchtern *lol*
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 4. Jul 2006 13:43

04.07.06

Bis jetzt gab es keine Toten mehr und inzwischen haben sich die Teilgruppen zu einer großen Traube zusammengetan. Gestern habe ich sie wieder gefüttert dabei haben sie frischen Honig bekommen und eine kleine Fliege. Honig weiß ich nicht ob sie angerührt haben. Die Fliege haben sie in ihren Nestbereich geschleppt aber noch nicht auseinander gelegt, da sie wohl zurzeit kein Eiweiß brauchen, da auch immer noch nicht Brut produziert worden ist. Daher werde ich auch nur noch einmal die Woche füttern da das füttern doch immer sehr stressreich für die Tiere ist da ich durch ein kleines Loch an der Nestseite das Futter „quetschen“ muss. Ich denke vor nächster Woche wird es kein Update mehr geben außer ich werde doch demnächst Brut sichten.
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 29. Jul 2006 14:43

29.07.06

In den letzten 4 Wochen ist es nicht wirklich voran gegangen mit der Kolonie, im Gegenteil. Durch die Hitze hat sich noch einmal die Population halbiert auf nur noch ca. 6. Tiere. Inzwischen leben Sie in einem kleinen RG da ich sie dort besser überwachen kann und dort auch nicht so ein hohes Schimmelrisiko ist wie im Gipsnest. Was ich auf jeden fall sicher beobachten konnte ist, dass die Ameisen ihre (Hitze-)Toten fressen, was eigentlich sehr ungewöhnlich ist…
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Re: Pristomyrmex pungens

Beitragvon Kafai142 » 5. Aug 2006 11:08

5.8.2006:

Die Kolonie ist wohl entgültig tod und konnte sich nicht mehr erholen. Nurnoch 2-3 Arbeiterinnen sind am leben und wer weiß wie lange noch... die Hitzewelle schein die Kolonie echt so geschwächt zu haben dass sie sich nicht mehr erholen konnt :(
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