Camponotus fulvopilosus

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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 2. Dez 2021 18:02

Hallo, zur Zeit habe ich 7 Kolonien in Pflege und letztes WE sollte die wirklich aller Letzte, die Nummer 8 hinzukommen. Nun habe ich doch 9 Kolonien. Meine bestellte Gruppe, 10 an der Zahl, holte ich persönlich ab. Eine zehnstündige Autofahrt war dafür notwendig. Er bat mich in die Wohnung. Die Übergabe erfolgte in seinem Ameisenzimmer. Ich entdeckte sie gleich in ihrer Gründungsbox Camponotus fulvopilosus. Welcher Ameisenhalter hat sich nicht schon einmal gedanklich mit dieser Art auseinandergesetzt. Ein Jahr zuvor hätte es fast geklappt, doch die Vernunft schaltete sich noch rechtzeitig ein. Bayern ist einfach zu weit und der Verkäufer wollte mir nicht entgegenkommen. Natürlich bemerkte er mein Interesse und erzählte mir von dem schlechten Zustand der Gyne. Wir waren uns einander ziemlich sympathisch. Es wurde viel geredet und gelacht. Aus dem Nichts plötzlich, " Willst haben?" Mist kein Geld dabei, dachte ich nur. Wie ? Schenke ich dir. :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Das hat gesessen, na diese Überraschung war gelungen. Mein Mundschutz hielt meine Kinnlade in die richtige Position. Da ich den positiven Redefluss nicht abwürgen wollte, nahm ich sie halt. :D :D :D
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 3. Dez 2021 17:58

Hallo,
die Gyne stammt aus Namibia und ist bereits vor 2 Jahren in Deutschland eingereist. Die Gründung war erfolgreich und mit ca. einem Dutzend Arbeiterinnen und entsprechender Brut wurde sie ins Ausland verkauft. Das war bereits im Sommer 2020. Vor einigen Wochen kehrte sie mit nur einer Arbeiterin nach Deutschland zurück, natürlich ohne Brut. Der Allgemeinzustand war sehr schlecht, ihr Gaster war eingefallen und ihr fehlte ein halbes Bein. Für mich erstaunlich das diese Gyne noch lebt. Beide Individuen sahen doch ziemlich verloren aus in ihrer Box. Beide saßen getrennt von einander in verschiedenen Ecken. Ich freute mich natürlich über dieses Geschenk und die Beiden haben nun meine vollste Aufmerksamkeit. Am folgenden Tag besorgte ich ihnen erst einmal Brut. Sie brauchen eine Aufgabe. Die Arbeiterin erkannte sofort den Schatz, schnappte den Haufen und wollte ihn sofort vor mir verstecken. Die Queen kauerte in ihrer Ecke und mir wurde klar, das der Erfolg nur über die Arbeiterin realisiert werden kann. Sie muss Überleben, bis die Brut schlüpft.
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 4. Dez 2021 12:41

Hallo, das Setup habe ich so belassen, worin ich sie auch bekommen habe. Nur keinen unnötigen Stress provozieren, so mein Gedanke. In der Box befindet sich ein RG mit Wassertank, das jedoch nur als Tränke genutzt wird. Brut von Camponotus fulvopilosus mag es sehr warm und trocken. So zu mindestens kann man es in den Haltungsberichten lesen. Eine 7 Watt Heizmatte sorgt für die entsprechende Wärmezufuhr. Eine Metallstange sorgt für den Abstand von 1cm zwischen Gründungsbox und Matte. Der Abstandhalter reduziert die Temperatur von ca. 43 ° auf 36 °. Das Metall leitet die 36 ° direkt weiter. Auf einer Breite von 1.5 cm wird der Boden der Box auf diese Temperatur erwärmt. Die Damen können nun ihren optimalen Temperaturbereich frei wählen. Temperaturzonen von 25° bis 36° stehen ihnen nun auf engstem Raum zur Verfügung. 33° wird derzeit als gut befunden. Am ersten Tag nahm die Gyne von der Brut nur wenig Notiz. Vielmehr war sie mit sich selbst beschäftigt. Eine Bindung zwischen Arbeiterin und Queen war nicht zu erkennen. Allein die Arbeiterin erkannte den Wert der Brut. Veränderte ich die Nestausrichtung zur Heizmatte, waren es nur Sekunden bis sie die Brut neu ausrichtete. Obwohl ich ihnen Versteckmöglichkeiten für Brut und sich selbst geschaffen habe, werden diese ignoriert. Die Brut liegt offen herum. Doch bereits am dritten Tag hat die Zugabe ihre gewünschte Wirkung erzielt. Als ich den Deckel öffnete, sprang mir sofort die Arbeiterin entgegen. Mit geöffneten Mandibeln drohte sie mir. Angst hatte sie keine mehr. Die Gyne stand über der Brut. Auch sie war inzwischen viel selbstbewusster und reagierte nun sehr gelassen auf meine Anwesenheit. Lugt man heimlich von Außen in die Box, stehen beide zusammen über der Brut. Die Art wird in ihrer Haltung als einfach beschrieben. Ich hoffe es, irgendwann selbst sagen zu können, leider ist es noch nicht so weit. 1000 Individuen im Jahr als Zuwachs im ersten Jahr soll möglich sein, Ei zur Imago 1,5 Monate, so stehts oft geschrieben. Zur weihnachtlichen Bescherung könnte bereits die erste Arbeiterin da sein. Insgesamt sind 7 neue Arbeiterinnen denkbar. Geht die Rechnung auf, beginnt die Gyne auch wieder Eier zu produzieren.
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 5. Dez 2021 13:16

Hallo,
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Bereits heute Morgen bemerkte ich die Arbeiterin mit Brut auf einer erhöhten Plattform. Die halbe Toilettenpapierrolle sollte lediglich als Versteckmöglichkeit genutzt werden. Wohl doch zu warm? :-k
Der Aufenthaltsort der Gyne mit Brut hatte sich aber nicht verändert. Es muss andere Ursachen haben, ist dann halt so, dachte ich mir. Sonntag werden alle Kolonien gestresst, denn es ist Fütterungstag. Als ich den Deckel der Gründungsbox öffnete, kam natürlich Unruhe ins Nest. Die Arbeiterin sprang von ihrer Erhöhung und plötzlich waren es drei Ameisen. Der blasse Gaster verräts schon. Sie ist die Neue und nur etwa halb so groß wie die alte Arbeiterin. Die wiederum kam aus ihrem Versteck heraus. Sie scheint tagsüber nun immer zu verschwinden, denn vormittags sah ich immer nur zwei.
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 6. Dez 2021 22:04

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Die Neugeborene hat die Brutpflege an sich gerissen.
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 13. Dez 2021 14:47

Hallo, es hatte sich eine trügerische Harmonie eingestellt. Nach meiner Meinung ist die Rollenverteilung jedoch falsch und ich musste eingreifen. Mit dem ersten Schlupf, hat sich das Verhalten der mitgebrachten Arbeiterin schlagartig geändert. Sie besetzte das RG und zeigte sich nicht mehr. Die Brutpflege wurde alleinige Aufgabe der Gyne und der Neugeschlüpften. Seit 2 Tagen war auch die Brut verschwunden. Alles verschwand in das RG. Arbeiterin und Gyne hatten wohl anfangs keinen Zutritt. Zuletzt wurde die Arbeiterin im RG toleriert. Die Queen zeigte nach Deutung ihres Verhaltens, sie würde gerne auch Wollen, traute sich aber nicht. Trophallaxis konnte auch nicht mehr gesichtet werden. Sie hielt sich permanent in der Nähe des Einganges auf. Der Zutritt war jedoch wohl verboten. Da die Rahmenbedingungen für die Brut sich nicht verändert haben, die Abtrünnige den optimalen Bereich selbst definiert hatte, muss ich davon ausgehen, das das Benutzen des RG`s allein zur Abgrenzung vor der Gyne benutzt wird. Schlüpfen in den nächsten Tagen die neuen Arbeiterinnen besteht vielleicht die Gefahr, das die Mini- Kolonie sich aktiv gegen die Queen stellt. Habe die Arbeiterin schweren Herzens entnommen. Ihr Verhalten zeigt leider auch das, die Gyne geschwächt ist und derzeit keine Dominanz ausstrahlt, vielleicht nie mehr dazu in der Lage sein wird. Monatelang keine Eier gelegt zu haben, könnte auch die Folge haben, das ihre Ovarien irreparabel verkümmert sind.
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Gyne sondiert die Lage und spürt das sie im RG unerwünscht ist.

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Neue Arbeiterin und Gyne vor dem Eingang des RG`s zu gerne möchten sie zur Brut.

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Unruhige Gyne

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Sie zeigt für mich Gynen Verhalten und versucht ein eigenes Team aufzubauen. Habe sie deshalb entnommen. Ihr Auftreten sagt jedoch, das wird nichts mehr mit der Queen.

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Da war der Weihnachtsmann ein wenig übermütig, erste Schatten zeigen sich auf. Der gewünschte geradlinige Durchlauf zum erneuten Gründungsversuch stellt sich wohl nicht ein.


Nach dem entnehmen der Arbeiterin, hatte die neue Arbeiterin zu mindestens 2 Puppen außerhalb des RG gelagert. Sieht sie mich, werden sie wieder versteckt. Die Queen hat das RG wieder Betreten und sie wurde gefüttert. Ihr eigentlicher Aufenthaltsort ist aber außerhalb neben dem RG. Vielleicht liege ich mit meinen Annahmen komplett falsch. Einfluss auf die Neugründung wird diese mögliche Falschannahme und mein Verhalten jedoch nicht haben. Die frischgeschlüpfte macht einen tollen Job.
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 14. Dez 2021 14:27

Hallo, heute ist eine Minor Arbeiterin geschlüpft, je kleiner desto feiner. Die Gyne ist ruhiger geworden und hat einen festen Platz vor dem RG eingenommen.
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 18. Dez 2021 15:17

Hallo, mein Gefühl sagt mir, die Entnahme war richtig. Die Queen ist wieder ein wichtiger Bestandteil des Neustartes, man kümmert sich um ihr, betritt wieder alle Zonen des Nestes und macht keinen geduckten Eindruck mehr auf mich. Derzeit wird sie von drei gepushten Arbeiterinnen umsorgt. Zwei sollten in den nächsten Tagen noch schlüpfen, dann ist die Mannschaft vollzählig. Zu sechst müssen sie es nun selbst regeln. Einen letzten Anschub gebe ich ihnen jedoch noch. Ich habe ihr Setup erweitert. Ein klotzt von einem Ytong Nest steht der Kolonie ebenfalls nun zur Verfügung. Man findet daran gefallen. Als ich 5 h später den Status überprüfte, waren sie bereits komplett umgezogen. Ihr altes Nest dient jetzt als Arena. Diese Plastikbox wird zwar von den Händlern hoch geschätzt für Gründung bzw. für den Transport. Für die Gründung halte ich sie weniger geeignet, wenn man mehrmals wöchentlich in ihr hantieren muss. Alle beteiligten sind gestresst, das nervt. Sie ist zu leicht, den Deckel lass ich schon gar nicht mehr einrasten, um bloß keine Erschütterungen zu verursachen. Das klappt aber nicht.
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Das, gefällt uns.

:lol:
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Re: Camponotus fulvopilosus

Beitragvon Abmeise » 23. Dez 2021 17:35

Hallo, das neue Setup gefällt allen Beteiligten, mit ruhigem Gewissen kann ich nun ca. alle 2 Tage ihnen, frische Proteine zuführen. Erstaunlicher Weise werden diese auch sofort angenommen, obwohl keine Larven zu versorgen sind. Eier habe ich nicht entdecken können, weil es wohl noch keine gibt. Die Gyne baut sich volumenmäßig immer noch auf, erst jetzt erkennt man, wie schlecht es ihr ergangen sein muss. Immer wenn man meint ihr Gaster sei prall, zeigt sie mir beim nächsten Kontrollblick, es geht noch praller. Ihr stumpfes Erscheinungsbild schwindet, allmählich zeigt sich ihre wahre Schönheit.
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Dafür sorgt das Stiefkind. Frischgeschlüpfte Heuschrecke steht heute auf dem Speiseplan, natürlich aus kontrollierter Eigenaufzucht.

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