Der mit den Ameisen auf dem Dach war "schuhandi":
http://www.ameisenforum.de/90735-post7.htmlIhm ist auch mal eine große Kolonie Messor structor dort entkommen (in Bamberg, wo sie nicht heimisch ist), aber den Thread finde ich jetzt nicht.
lg derameisige
EDIT:Ich poste hier mal,was ich noch in meinen Aufzeichnungen fand:
Ameisenforum „Neuer Infektionsthread“ 06. Feb. 2005
("derameisige", der damals noch seinen Realnamen benutzt hat)
Um mal wieder etwas Sachkunde in die Diskussion zu bringen möchte ich einen anscheinend bereits vergessenen thread erinnern. Er stammt aus dem Mai vorigen Jahres;
http://www.ameisenforum.info/thread.php?threadid=3886&sid=b4958d7b08ad8a9e64ed8e822bca3fdc&hilight=Messor+AND+Bamberg
(Link geht nicht mehr!)Suche Messor structor InfosAntwort „schuhandi“: Haben tu ich leider keine - meine sind mir vor einem Jahr ausgebüxt! …... Meine ausgebüxte Kolonie habe ich 1993 in Mainz Laubenheim gefangen und dort aus einer sehr großen Kolonie 3 Königinnen und mehrere hundert Arbeiterinnen mit Brut und Nahrungsvorräten mitgenommen.
……
die Tiere haben sich außerordentlich wohl gefühlt und sich im Laufe der Jahre immer weiter vermehrt. Durch Inzucht (!) habe ich zum Schluß ca. 30 eierlegende Königinnen und zwischen 30.000 und 40.000 Arbeiterinnen in allen Größenstufen gehabt.
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("derameisige"):
Zur Zeit läuft ein Forschungsprojekt, i.W. in Österreich, aber auch unter Einbeziehung der Populationen um Mainz und Kaiserstuhl. Polygynie, Schwarmzeiten etc. sind dabei von Interesse. Zudem zeichnet sich ab, dass die Populationen von Mainz und von Österreich sich in bestimmten Merkmalen unterscheiden, und wahrscheinlich sind sie auch von den im Mittelmeergebiet verbreiteten verschieden (Arten? Unterarten?).
Wenn ich aber dann bei Schuhandi lese:
Zitat:
Haben tu ich leider keine - meine sind mir vor einem Jahr ausgebüxt!
dann kann man das ganze Forschungsprojekt schon teilweise mit Misstrauen betrachten. Gibt's jetzt also bei Bamberg auch ein "Vorkommen"? Sind andernorts auch schon welche freigekommen? Bei der jetzigen Klimaentwicklung können sie sich in D wohl an verschiedenen für sie neuen Orten ansiedeln und ausbreiten. Die bisher bekannten Vorkommen sind vermutlich Relikte aus einer nacheiszeitlichen Wärmezeit, wo die "Art" in D weiter verbreitet war. In den paar tausend Jahren seither haben die isolierten Restvorkommen wohl m.o.w. unterschiedliche genetische Entwicklungen erlebt.
NOCH kann man versuchen, das mit modernen genetischen Verfahren heraus zu bekommen. Aber wenn immer mehr Tiere durch Händler und Halter verschleppt und an verschiedenen Orten aus der Haltung entlassen werden (wobei sich das jetzt nicht auf M. structor beschränkt!), wird solche Forschung bald rausgeschmissenes Geld sein!
Wieder mal ein Hinweis auf den "Infektionsthread", der durchaus seine Bedeutung hat!
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Von „schuhandi“:
Meine Messor structor - ich vermute es einmal - haben den Winter hier in Bamberg nicht überlebt. Ich wohne in einem parkähnlichen Wohngebiet, in dem v.a. Lasius sp. und Formica sp. in teilweise großen Kolonien vorkommen. Meine Messor Kolonie hatte zwar an die 30 bis 40.000 Arbeiterinnen, aber sehr wehrhaft ist diese Ameisenart - bei nicht besonders starker Dominanz - nicht. Und die Nahrungsverhältnisse und klimatischen Bedingungen (sehr feuchter Untergrund und schattig) hier in der Gegend sind für diese Ameisenart auch nicht besonders gut geeignet.
Ich habe die letzten Wochen in der Gegend immer Ausschau nach ihnen gehalten, aber keine finden können!
Auf der einen Seite natürlich schade - aber vielleicht ja auch besser so??!
("derameisige"), 06. Feb. 05:
Vergleich Ameisen – andere Exoten:
Eine einzelne, im Sommer entlaufene Vogelspinne ohne Geschlechtspartner kann keine Population aufbauen. Sie ist groß und auffällig und endet voraussichtlich unter einem Autoreifen oder einem Schuh, oder wird wieder eingefangen, manchmal sogar von der Polizei verhaftet.
Eine Ameisenkolonie wie die oben beschriebene Messor structor hat Tausende von Arbeiterinnen, klein, unauffällig (halt „Ameisen“), die in allen Richtungen gleichzeitig nach Nistplatz und Futter suchen können. Dank ihrer Kommunikation werden die erfolgreichen scouts das ganze Volk an die passende Stelle führen. Vorhandene Geschlechtstiere, oder auch aus mitgeführter Brut neu aufgezogene, werden sehr schnell u.U. zahlreiche neue Kolonien gründen können ….
So, ich denke eigentlich, dass sich nach diesem Vergleich weitere Diskussionen über die Sonderstellung der Ameisen gegenüber anderen „Exoten“ erübrigen.
Und was hier mit den Messor geschehen ist (nicht „Exoten“ für Deutschland, „nur“ für die Region um Bamberg), ist sicher mit anderen m.o.w. exotischen Ameisen bereits mehrfach (vielfach?) geschehen. Nur selten wird jemand so ehrlich wie „schuhandi“ sein, das hier offen zu posten.
(@ schuhandi: Ich möchte Sie hiermit keinesfalls anprangern oder beschuldigen:
Zu jener Zeit konnten Sie nicht wissen, welche Folgen ein solches Entkommen haben kann. Niemand hat daran gedacht; ich selbst hatte noch vor 5 Jahren nicht darüber nachgedacht. Dazu hat mich erst der antstore veranlasst, als er zum ersten Mal australische Myrmecia feilbot, zufällig zu einer Zeit, als ich wissenschaftlich mit in Ameisen parasitierenden, für die Ameisen tödlichen Gregarinen arbeitete. Eine sehr ähnliche Gregarinenart war kurz zuvor auch bei Myrmecia nachgewiesen worden).