Wassertank Ytongnest Lasius niger + Größe

Tipps und Ideen zum Formicarienbau

Wassertank Ytongnest Lasius niger + Größe

Beitragvon schaf » 29. Aug 2009 19:41

Hallo,

abgeguckt von einem anderen Thema hier im Forum habe ich angefangen ein Formicarium für Lasius niger zu designen.

Wie auf der Skizze erkennbar denke ich an eine Arena-Nest Kombination.
Da ich noch ein 40x25x25 Becken übrig habe würde ich es gerne dort hineinbauen.

Zur Erklärung:
An der linken Seite steht ein 20x30 Y-Tong Block, der nach 20cm über 10cm hin flach abfällt.
Die Gänge sollen zu beiden Seiten an den Scheiben entlang eingeritzt werden.
Der Ausgang befindet sich auf Bodenhöhe auf die letzten 10cm des Beckens zulaufend, ganz rechts, wo ein wenig Sand liegt, sodass die Ameisen dort hinaus können und über die Schräge die Oberfläche des Y-tong Blockes als Arena nutzen können.
Der Wassertank soll ganz links mittig an die Scheibe.

Als Ausbruchsschutz habe ich 5cm PTFE rundum am Rand und noch das ganz feine Netz aus dem Antstoreshop im Sinn.

Nun zu meinen Fragen:
Wie groß sollte der Wassertank sein, damit er einen Block von dieser größe angemessen feucht hält ?
Sollte der Wassertank bis zum Boden des Beckens gehen ?
Wie lange wäre ein Nest dieser Größe für eine L. niger Kolonie ausreichend ?
Wie könnte man es hinbekommen, dass keine Zwischenräume zwischen dem Nest (an den Seiten, an denen die Kammern eingeritzt werden) und den Scheiben entstehen ?
Ich muss die Kammern ja dann einritzen und den Block dann in das Becken schieben, oder wie macht man das ?
Der Block vielleicht noch extra Scheiben links und rechts und dann ins Becken ?

Tut mir leid, viel Text, viele Fragen :oops:
Danke schonmal !
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Re: Wassertank Ytongnest Lasius niger + Größe

Beitragvon Cordovan » 30. Aug 2009 16:22

:sign_welcome: im Forum schaf!

Was mir noch nicht ganz klar ist: Wird der Ytong in der Breite genau so groß sein, wie das Becken? Oder andersherum formuliert, zeigt die Draufsicht bei deiner Skizze das komplette Becken? Du hast 20cm in der Höhe und 30cm in der Länge angegeben, aber wie sieht's mit der Breite aus?

Wenn der Ytong das Becken genau ausfüllen soll, könntest du natürlich auf allen 3 Seiten Kammern/Gänge einritzen, allerdings wirst du den dann kaum noch mit Silikon an die Scheiben kleben können, da dir das beim Einsetzen alles verschmieren würde.
Um es sicherer für die Ameisen zu machen, könntest du auch auf jeder Seite die von dir erwähnten Scheiben an den Ytong kleben und es dann einsetzen, allerdings wäre passgenaues Arbeiten in dem Fall genau so wichtig, sonst verlagert sich das Problem nur... ^^

Um direkter auf die Fragen einzugehen:
- Wassertank: Da du die mittlere Fläche des Ytongs nicht als Nestbereich nutzen kannst, würde ich empfehlen, den Tank dorthin zu setzen. Ruhig bis fast ganz nach unten durch und dann mit Seramis auffüllen, damit die kleinen nicht ertrinken; eignet sich auch gleich als Wasserquelle... ;-)
Für den Durchmesser kann ich dir keine genaue Zahl sagen, aber ich denke 5cm würden ausreichen. Mein größter Ytong zieht das Wasser von unten etwa 20cm hoch und wenn das Wasser in dem Ytong steht, sollte der Druck schon ausreichen, um es in alle Winkel zu drücken...
Als Bodengrund würde ich dir dann aber eine sehr dünne Schicht Sand, oder gleich feinen Kies empfehlen, damit die Ameisen nicht dort graben. Eine kleine Plexiglasplatte als Abgrenzung sollte den Zweck auch erfüllen.

- Größe/Nutzungsdauer: Ich denke, dass du mit der Größe einige Jahre zurecht kommen wirst. Lasius niger wachsen zwar schnell, sind aber auch sehr genügsam im Platzbedarf. Empfehle dir allerdings eine 10mm-Bohrung in die freie Seite des Beckens zu schneiden. Eine kleine Kerbe im Ytong und es ließe sich auch eine ziemlich stabile Brücke einsetzen. Damit wäre das Becken dann erweiterungsfähig...

- Zwischenräume: Oben schon angedeutet, die Gefahr, dass Brut oder Arbeiterinnen in die Zwischenräume gelangen und nicht mehr freikommen. Sehr kleine Zwischenräume dichten die Ameisen selbst mit Sand ab. Hier hilft meiner Meinung nach nur sehr passgenaues Arbeiten.
Um die Idee mit den Zusatzscheiben nochmal aufzugreifen: Wenn du den Rand zwischen dem Becken und der Zusatzscheibe mit einer Silikonwurst abdichtest, sollte das Problem eigtl gelöst sein. Der schwierigere Part wäre es da, die Scheiben passend zurechtzuschneiden (Plexiglas ist einfacher).

- einsetzen: Jepp, genau so sieht's aus... ;-)
- Extra-Scheiben: Siehe oben... ^^

Fand die Idee erst sehr unpraktisch, einen derart großen Block einzusetzen (Verhältnis belegte Fläche zu Nestfläche), aber beim lesen hab ich mich damit i-wie angefreundet... :D
Was aber meiner Meinung nach als Haken bleibt, ist die geringe Fläche, die du in die Höhe nutzen kannst. Am problematischsten finde ich das immer mit der Tränke, für die man mindestens 11cm Höhe bräuchte, allerdings wäre die Tränke nicht notwendig, wenn der Wassertank als Quelle dient.
Der Grund, warum ich die Höhe als Problem sehe, ist die Frage, ob man noch einen Deckel aufsetzen will. Im Zweifelsfall würde eine Tränke aber auch immer noch auf den 10cm-Bodenstreifen passen. Die Futternäpfe sind eh keine 5cm hoch, stellen also kein Problem dar...


Hoffe jetzt mal, der Text war halbwegs nachvollziehbar... Wird bisweilen etwas chaotisch, wenn ich beim Schreiben noch am hin- und herüberlegen bin... :grin:
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Re: Wassertank Ytongnest Lasius niger + Größe

Beitragvon schaf » 30. Aug 2009 17:55

Danke für die freundliche Begrüßung ! :D

Ja, zuerst habe ich mir das so vorgestellt, dass die Scheiben des Beckens zugleich die Kammern an den Seiten des Y-tongs verschließen, aber dann muss ich ja wirklich milimetergenau arbeiten, da mit Silikon kleben dort wegen dem Verschmieren ja nicht möglich ist.

Ich würde auch sagen, dass es einfacher ist, den Y-tong erst an den Seiten mit Glas zu verkleiden und ihn dann ins Becken zu schieben und den Hohlraum zwischen den Scheiben "drumherum " mit Silikon abzudichten.

"Als Bodengrund würde ich dir dann aber eine sehr dünne Schicht Sand, oder gleich feinen Kies empfehlen, damit die Ameisen nicht dort graben. Eine kleine Plexiglasplatte als Abgrenzung sollte den Zweck auch erfüllen."
Den Bodengrund in den 10cm vorne, oder wo ?
Ein bisschen kann ich dann ja auch oben auf den Y-tong und auf die Schräge streuen, allein schon als Deko.

Die Block-Maße habe ich einfach mal so geschätzt, ich kann den ja auch nicht ganz so hoch machen.
Eine Hufeisenform wäre ja Platztechnisch am besten, man kann ja eh nur außen nester hinmachen, aber irgendwo möglichst zentral muss ja auch der Wassertank hin.

Was ich aber vollkommen vergessen habe ist die Tränke. Brauchen die Ameisen nicht einfach nur ein Schälchen mit Wasser oder einem feuchten Schwamm ?
Tränke und Futternapf können doch bestimmt auch gut auf die Schräge, wenn ich nur einen Teil schief lasse und in den Rest Stufen einsäge, dann hätte man auch viel mehr Platz...

Deckel sollte auf jeden Fall, nur dem PTFE vertraue ich nicht... :D
Ich dachte an das hier: http://antstore.net/shop/product_info.p ... 8bcd039da5

Also quasi so:
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Re: Wassertank Ytongnest Lasius niger + Größe

Beitragvon Cordovan » 31. Aug 2009 00:29

PTFE und Talkum, beide schwierig in der Auftragung. Öl ist da einfacher, allerdings sollte man dann eine Laufsperre aus Tesafilm, Dichtungsband o.ä. anbringen, damit's nicht die Scheiben runterläuft. Das Netz klingt auch nicht schlecht, der Haken ist allerdings, dass es passieren kann, dass die Scheiben voller Ameisen sind, wenn die Kolonie größer wird und ab und an muss der Deckel ja runter, z.B. um Futter nachzulegen... ;-)

Zur Grafik: Jepp, so ging mir das mit dem Tank durch den Kopf...

Bodengrund: Ja, da meinte ich die 10cm vorne. Die meisten Arten graben gerne und ohne eine Abgrenzung wird der Sand durch den Ytong nass werden, was optimale Grabbedingungen schafft. Deswegen sollte der Boden (wenn keine Abgrenzung eingebaut wird), entweder sehr dünn sein, oder nicht grabfähig...
Gegen etwas Sand auf dem Ytong zur Deko spricht auch nix. Wenn du es leiden magst, könntest du den Ytong auch mit Lehm einstreichen, dann wären auch gleich die Poren im Stein verschlossen... ^^

Wasserversorgung: Ein Schälchen mit Watte, Seramis, einem Schwamm o.ä. tut's natürlich auch. Tränken sind insofern praktisch, weil sie mehr Wasser aufnehmen. Wie gesagt, wenn in dem Wassertank Seramis oder Kies drin wäre, damit die Arbeiterinnen nicht ertrinken, sollte es auch gehen. Kies hab ich deswegen mit in die Überlegung aufgenommen, weil er nicht schwimmt. Ist beim Tongranulat etwas nervig...
Für die Schalen passende Stufen aus dem Gestein zu säbeln klingt, als ob es sehr schick aussehen könnte. Zumal man dann auch eine Verwendung für die schräge Fläche hätte...
Wenn du eine Tränke einbauen willst, passt die aber auch auf den vorderen Teil. Die sind nur etwa 3-4cm im Durchmesser und von der Höhe würde es dort passen...

Die Blockform hat allerdings auch einen Vorteil gegenüber einem Hufeisen (mal ganz abgesehen von der Bruchgefahr): Bei einem Hufeisen würde man nicht sehen, was zwischen den Wänden passiert. Bei dem Block hatte man trotzdem noch volle Einsicht in die Arena.
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Re: Wassertank Ytongnest Lasius niger + Größe

Beitragvon schaf » 31. Aug 2009 14:53

Gut, dann kommts nurnoch auf die Umsetzung an !

Leider glaube ich, habe ich meine Chance, noch eine begattete Lasius niger Königin zu finden, mittlerweile verpennt... :cry:

Eine Frage bleibt mir noch:
Wenn ich in ein 5x5cm Loch fast bis zum Boden im Y-tong Seramis und dann Wasser reinkippe, schimmelt das Seramis dann nicht ?
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Re: Wassertank Ytongnest Lasius niger + Größe

Beitragvon McBauer » 31. Aug 2009 23:11

Hallo Schaf das Loch für denn Wassertank musst du nicht bis auf dem Boden machen. Ich würde es nur 5-10cm tief machen weil, das Wasser durch denn Ytong sickert.

Bei mir ist es noch nicht vor gekommen das das Seramis geschimmelt ist.

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