Einsteigerfragen Lasius niger

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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon NickPanDa » 4. Okt 2018 23:40

Hallo zusammen.

Ich plane im kommenden Jahr, nach der Winterruhe, eine Lasius niger Kolonie zu "gründen" und habe mich in den letzten Tagen/Wochen schon ordentlich darüber informiert.

Aktuell stehe ich vor dem Problem des Nestbaus.
Ich habe einen NanoCube (40x40x45) von Dennerle wo aktuell noch von Garnelen drin wohnen. Diesen wollte ich für die Ameisen aufhübschen.
In das Becken hatte ich ursprünglich ein selbstgeschnitztes/-gefrästes Nest aus Ytong über zwei bis drei Seiten geplant. Evtl. die Arena als Ebene über den Ytong Steinen.

Heute hab ich jedoch von einer Idee eines Zylinders als Nest - in dem Fall mit Korkplatten gefüllt - gelesen, wo sich die (andere) Ameisenart ihr Nest selbst erweitern kann.
Daher wollte ich mal fragen, ob sowas für Lasius n. auch zu realisieren ist. Ich finde die Idee viel schöner, als sich den Kopf über die Größe des Nestes Gedanken zu machen, was dann u.U. auch zugemüllt wird. :D
Ja, ich bin mir auch bewusst, dass ich wahrscheinich weniger aus dem Inneneben des Nestes zu Gesicht bekommen werde. ;)

Mein Gedanke war einen 20-25cm hohen Zylinder mit 15-20cm Durchmesser mit einem Zylinder 4 bis 6cm kleineren Durchmessers drinnen zu versehen und den Zwischenraum mit einer Sand-Lehm Mischung zu füllen, den die Ameisen dann selbst bearbeiten können. Den inneren Zylinder würde ich evtl. mit winzigen Löchern versehen, ihn mit Seramis (oder so) und einem Schwamm (?) füllen, damit die Feuchtigkeit des Nestes gewährleistet ist.
Irgendwann später kam ich auch auf die Idee, dass ein Ytong Klotz in der Mitte, statt dem inneren Zylinder, evtl sogar sinnvoller sein könnte. Diesem könnte man ein tiefes Loch in der Mitte spendieren, was als Wassertank fungiert.... mit Gaze o.ä. abgedeckt, damit nichts rein fällt.

Im unteren Bereich des äußeren Zylinders kommen zwei/drei Ein/Ausgangslöcher rein, mit leicht vorgedrückter Nestkammer, und ganz oben drauf evtl noch eine kleine Arena (mit Strickleiter :lol: auf der einen Seite und einem Blattlaus-Zweig auf der anderen)

Nun die Fragen:
1. Hat jemand schon damit Erfahrung gemacht oder gibt es dabei irgendwelche Bedenken?
2. Welches Material sollte ich in den Zwischenraum füllen, damit die Lasius n. dort selbst drin wüten und bauen können? Eine Sand-Lehm Mischung, oder ginge auch ganz normale Erde?
3. Reichen die 2-3cm Tiefe zwischen Zylinder und innerem Körper?
4. Lieber Ytong Klotz im inneren oder ein zweiter, mit Substrat befüllter, Zylinder?
5. fällt mir leider nicht mehr ein, war aber bestimmt irgendwie wichtig :cry:

Das war's erstmal soweit... Falls mir noch was einfällt schieb ich es nach. :)

Ich danke euch schonmal im voraus.
Grüße, Nico
NickPanDa
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon HabneMeise » 5. Okt 2018 02:34

Du planst ja gewaltiges :D
Mein Tip : fang erstmal mit einem kleinen Behältnis an.
Gerade Lasius niger entwickelt sich in den ersten Monaten recht langsam.Es braucht viel Geduld und Ausdauer.
Die kleinen Farmen von 10 x 20 im shop sind derzeit sehr günstig und reichen zum Anfangen vollkommen.
Die von dir beschriebenen Behältnisse kannst du nach frühestens einem Jahr einplanen.


Grüße Chris
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon NickPanDa » 5. Okt 2018 06:39

Hallo Chris,

nee, ich glaube nicht, dass das meine 5. Frage war :lol:
Aber danke für den Hinweis.

Ich bin mir bewusst, dass eine Kolonie Lasius niger nach einem Jahr noch immer im Reagenzglas hausen könnte. :)

Das AQ wird demnächst sowieso geleert und ist dann verfügbar.
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon HarryAnt » 5. Okt 2018 08:38

Würde dir eher zu dem ersten Gedanken, 3-seitiges Ytong Nest mit darüber liegender Arena, raten.

Das sieht bei entsprechender Gestaltung wirklich super aus, lässt sich prima befeuchten ohne große Schimmelgefahr und vor allem hast du Nesteinblick.
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon Serafine » 5. Okt 2018 11:07

Für den Anfang brauchst du nur ein RG und eine Arena, wo das RG reinkommt. Lasius niger ist recht klein und kann bis zu einem Jahr in eine RG leben, das ist auch besser für die Ameisen als ein Mini-Nest, weil es konstantere Umweltbedingungen bietet. Als Eingang reicht ein Strohhalm der zwischen den Wattepfropf und die Glaswand geschoben wird.

Generell halte ich die Mini-Nester und die Mini-Arenen für Quatsch. Ob man da RG jetzt in jetzt in einen 20x10cm-Tank oder einen 60x30cm-Tank legt ist den Ameisen erstmal völlig egal, erspart einem als Halter aber eine unmittelbare Neuanschaffung, wenn die Kolonie wächst.
Abgesehen davon ist es nahezu unmöglich die Mini-Arenen vernünftig zu dekorieren, in ihnen zu arbeiten ist furchtbar weil man die Hand kaum reinbekommt, wenn die Ameisen anfangen die Seiten des RGs zu beschmieren (das machen L. niger sehr gern) bekommt man die Kamera kaum mehr von oben rein (zumindest nicht ohne den Rahmen abzunehmen, was man bei L. niger wirklich NICHT machen möchte) und der Rahmen bei den kleinen Arenen (20x10cm) ist so kurz dass selbst größere Lasius-Arbeiterinnen es schaffen den trotz Ausbruchsschutz zu überbrücken (und wenn das eine Kolonie mit 300 Arbeiterinnen schafft, dann ist ein Massenausbruch bei einer Kolonie mit mehreren Tausend Tieren praktisch garantiert).

Würde empfehlen mit einer vernünftig großen Arena anzufangen (mindestens 30x20, eher 60x30), die Ameisen erstmal in einem oder mehreren RGs halten, und erst später wenn es ein paar Hundert Ameisen sind ein richtiges Nest anbieten. Gerade bei Lasius niger würde ich v.a. auch aus Ausbruchsschutzgründen zu großen Arenen mit breiten Rahmen tendieren, die haben einen Ruf als Ausbruchskünstler.
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon HabneMeise » 5. Okt 2018 12:46

Miniarenen würde ich nicht für Quatsch halte.
Eine Winzig-Kolonie mit 10 Arbeiterinnen in eine 60x30 Farm ziehen zu lassen ist definitiv Quatsch.
Du wirst dann niemals eine Ameise zu Gesicht bekommen. Das Aufheizen wird auch dementsprechend schwierig.
Es gab schon Leute die haben in ihrer großen Farm monatelang nicht gemerkt dass ihr Zuchtansatz es nicht geschafft hat da man wirklich nichts mitbekommt ob Fütterung,Nestbau,Pflege ,Wachstum ect.
Ich werde meine auch erst in ein 60er Becken umsiedeln wenn die 1500 erreicht sind......
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon NickPanDa » 5. Okt 2018 13:03

@HarryAnt: Bei 'nem AQ mit 40cm Kantenlänge kommt sehr viel Ytong Nest zusammen und dann stehe ich wieder vor dem Problem wie sorge ich dafür, dass die Ameisen nur den Teil Nest bekommen/nutzen den sie auch brauchen.
Der Gedanke war ja, dass sie die Möglichkeit bekommen sollen sich selbst zu verwirklichen, das nehmen was sie brauchen und nichts voll müllen, weil sie einfach Platz dafür haben.
Ich muss auch gar nicht unbedingt in das Nest schauen wollen, sonst muss ich mir wieder 'nen Kopf machen, wie ich das Nest von außen dunkel halte und es gleichzeitig gut aussieht. So 'ne einfache Pappe oder Alufolie möchte ich jetzt nicht unbedingt vor/um das AQ stellen wollen. :?


@Serafine: Die selben Bedenken, mit der kleinen mini Arena, habe ich auch, weswegen das für mich gar nicht in Frage kommt. Außerdem steht mir das 60L AQ bereits zur Verfügung, von daher muss ich nichts neues kaufen. :)

@HabneMeise: Ich bin auch am überlegen, ob ich mit einer etwas größeren Kolonie starte (Königin mit 26-50 Arbeiterinnen, wie im Shop angeboten) und nicht nur mit der Queen+1...
Das Aufheizen wird auch dementsprechend schwierig.

Ich dachte Lasius niger wäre eine einheimische Art, die mit Zimmertemperatur sehr glücklich sind.


Ich hab gestern noch folgende Anleitung zum Bau eines Zylindernestes gefunden: Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar
Das ist im Prinzip schon die Richtung, die ich einschlagen wollen würde... damit ihr euch mal ein Bild von meinem Plan machen könnt.
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon HabneMeise » 5. Okt 2018 13:21

Mit einer größeren Kolonie anzufangen ist immer besser.
Das einzigste Prblem bei Laius niger ist dass sie ab einer bestimmten Größe nur sehr ungern umziehen.
D.h. sie wollen einfach nicht aus dem RG.... ziemlh ncervig.
Bei Pheidole lief das sogar mit über 200 innerhalb einer Stunde.
Und trotzdem reicht eine 20x10 Farm Masse die Lasius sind sehr klein.
Die combi-farm kostet nur 19,90.....nimm eine mit nem L-Nest und gut ist.
Maximal 25x15....
Deckel nicht vergessen.
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon Kuemmerz » 5. Okt 2018 18:58

RG's am Anfang in eine Arena legen ist die einfachste Methode, bietet gute Bedingungen für die Tiere, ist flexibel und sieht ansprechend aus.
Die Idee mit dem gefüllten Zylindernest und dem Ytongkern finde ich sehr gut. Man müsste den Platz zwischen Kern und Scheibe aber sehr gering halten um das Gangsystem etc. einsehen zu können. Bietet sicher einen tollen Rundumblick und tolle Einsichten in die Entwicklung.
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon Serafine » 6. Okt 2018 00:10

HabneMeise hat geschrieben:Miniarenen würde ich nicht für Quatsch halte.
Eine Winzig-Kolonie mit 10 Arbeiterinnen in eine 60x30 Farm ziehen zu lassen ist definitiv Quatsch.
Du wirst dann niemals eine Ameise zu Gesicht bekommen. Das Aufheizen wird auch dementsprechend schwierig.
Es gab schon Leute die haben in ihrer großen Farm monatelang nicht gemerkt dass ihr Zuchtansatz es nicht geschafft hat da man wirklich nichts mitbekommt ob Fütterung,Nestbau,Pflege ,Wachstum ect.
Ich werde meine auch erst in ein 60er Becken umsiedeln wenn die 1500 erreicht sind......

Wir reden hier von einer ARENA in die man ein REAGENZGLAS legt, nicht von einer Farm. Die Ameisen wohnen im Reagenzglas.
Was du sagst stimmt vielleicht, wenn man ein naturalistisches Setup mit Erde macht, da schaffen es Ameisen aber auch in einem 20x10-Becken zu verschwinden, wenn sie sich mittig in den Boden eingraben.
Lasius niger sind außerdem eine einheimische Art, beheizen muss man die prinzipiell garnicht. Kann man natürlich machen, wenn sie erstmal in einem großen Nest sind, wo man auch einen vernünftigen Temperaturgradienten anbieten kann.
Außerdem zeigt Lasius niger im Vergleich zu anderen Arten doch schon sehr viel Außenaktivität auch bei kleinen Kolonien.


Hier mein erstes richtiges Setup für meine Camponotus (damals 4 Arbeiterinnen), bestehend aus einer 60x30-Arena mit RG-Nest:
Bild
Bild

Und hier die Aktivitäten von zwei Arbeiterinnen in der ersten Stunde nachdem ausschalten des Licht (mit schwachen Rotlich beobachtet):
Bild

Die Arena ist zwei Jahre später übrigens immernoch im Einsatz, wobei sich die Anzahl der Besucher/Bewohner deutlich erhöht hat:
Bild
Bild

Die Ameisen selbst leben mittlerweile in 4 zusammengesteckten Nestern und 7 Reagenzgläsern in verschiedenen Arenen, verbunden mit 7,5 Metern Schlauch.
Bild


In das (erste) Nest sind sie übrigens von selbst umgezogen (nach 8 Monaten), genauso wie meine Lasius niger mit ca. 300 Arbeiterinnen von allein in ein neues RG umgezogen sind nachdem das alte komplett ausgetrocknet war. Manchmal braucht man einfach nur Geduld.
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon NickPanDa » 6. Okt 2018 08:47

Leute... Ich wollte wissen, ob ich mein Projekt verwirklichen kann und nicht in eine Diskussion involviert werden wie sinnvoll eine Mini Arena ist (kommt für mich definitiv nicht in Frage! [-X )

Auch an all die anderen: ich würde gerne konstruktive Beiträge lesen. Lob ist auch gerne gesehen. Dafür gibts dann auch nen danke (also nicht nur für's Lob :D)

Was ich mich weniger interessiert sind Missionare, die mich zu anderen Setups drängen ohne mir mich einen überzeugenden Grund zu nennen, warum wieso und weshalb. Das kommt ja eh nur in Frage, wenn ich mein Projekt nicht verwirklichen kann...
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon HabneMeise » 6. Okt 2018 10:56

Klar kannst du dein Projekt so gestalten wie du möchtest.
Auch wenn ein riesen Behälter Unfug ist bei einer winzigen Kolonie.
Meine Lasius n. Haben sich in der Zeit der Gründung teilweise wochenlang nicht gezeigt und auch hinterher nur selten.
Kleine Kolonien sind noch ängstlich und wollen unentdeckt bleiben.
Sie brauchen weder riesige Glasbecken noch irgendwelche bunten Dekorationen sondern viel viel Zeit und genügnd Nestfeuchte.
Genau genommen kannst du jedes Behältnis nehmen .
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Re: Einsteigerfragen Lasius niger

Beitragvon Serafine » 6. Okt 2018 15:48

HabneMeise hat geschrieben:Auch wenn ein riesen Behälter Unfug ist bei einer winzigen Kolonie.

Den Ameisen ist die Größe der Arena völlig egal, die sitzen am Anfang sowieso die meisten Zeit im RG. In freier Wildbahn haben sie unendlich viel Platz und kommen damit auch zurecht.

Und um es nochmal ganz klar zu sagen: Bei 20x10-Arenen ist der Rahmen so kurz, dass er auf der schmalen Seite des Becken von einer großen Lasius-Arbeiterin selbst bei aufgetragener Barriere überbrückt werden kann.
Meine Kolonie hat das bereits mit 50 Arbeiterinnen geschafft, wäre nicht ein Deckel oben drauf gewesen wären die mir durch die ganze Wohnung spaziert.

HabneMeise hat geschrieben:Meine Lasius n. Haben sich in der Zeit der Gründung teilweise wochenlang nicht gezeigt und auch hinterher nur selten.

Naja, was sollen sie denn auch draußen tun? Solange die Larven gefüttert und die Gaster prall sind gibt es absolut keinen Grund rauszugehen und soviel Futter verbraucht eine kleine Kolonie nicht - wenn die sich einmal die Mägen vollgeschlagen haben können die locker die nächste 2 Wochen drin bleiben.

HabneMeise hat geschrieben:Kleine Kolonien sind noch ängstlich und wollen unentdeckt bleiben.
Sie brauchen weder riesige Glasbecken noch irgendwelche bunten Dekorationen sondern viel viel Zeit und genügnd Nestfeuchte.

Prinzipiell ja, allerdings sind Lasius niger auch bei kleinen Kolonien schon sehr aktiv. Ich hatte mal einen Ausbruch aufgrund zu großer Lüftungslöcher in einer neuen Arena (da war die Kolonie ca. 100 Arbeiterinnen groß) und zwei der Lasius-Kundschafter haben keine fünf Minuten gebraucht, um das Camponotusnest ca. 1 Meter tiefer auf dem Tisch zu finden (zum Glück kamen sie nicht rein). Bei Ameisen, die so aktiv, schnell und neugierig sind ist meiner Meinung nach etwas mehr Laufraum absolut angebracht.

HabneMeise hat geschrieben:Genau genommen kannst du jedes Behältnis nehmen .

Prinzipiell ja, es gibt aber gut Gründe warum sich Reagenzgläser seit Jahrzehnten in der Ameisenhaltung als Standardbehausung für Gründerkolonien halten, und das liegt nicht nur am Preis (der aber doch auch schwer zu schlagen seind dürfte).

Ein RG hat, wenn man den Wattepfropf vorne drin lässt und einen Strohhalm als Eingang benutzt, eine konstante Luftfeuchtigkeit von 90-95%. Im Gegensatz zu einer Farm oder einem Mini-Nest muss man sich nicht um Bewässerung sorgen (vergisst man das bei einer Farm/Mininest oder man kann sich ein paar Tage nicht darum kümmern stirbt die gesamte Kolonie) - bei korrekter Füllung hält der Wasservorrat in einem so präparierten Reagenzglas 6-12 Monate ohne dass man je nachfüllen muss. Durch den Unterdruck des verdunstenden Wassers wird die Watte nach hinten in das RG gezogen, d.h. das Nest wächst mit der Kolonie - war am Anfang nur Platz für 50 Ameisen ist am Ende Platz für gut 1000.

Legt man diese ideale Ameisenbehausung jetzt einfach in ein halbwegs großes Becken, dann hat man ein Setup, das (abgesehen von 1-2 weiteren RGs/Ersatz-RGs) für mindestens ein Jahr, möglicherweise sogar 2 Jahre reicht, in denen man sich erstmal keine Sorgen um Erweiterungen der Anlage machen muss.


ZUM THEMA:

Der Nanocube müsste gehen, allerdings solltest du bevor du die Ameisen dort reingibst vom Glaser ein Loch reinbohren lassen (27mm würde sich empfehlen, dann passen die Gittereinsätze und M25-Flexi-Ports vom Antstore rein). Der Cube wird bei Lasius niger vielleicht so für 1-2 Jahre reichen, dann wird die Kolonie zu groß und braucht weitere Becken oder externe Nester.

Die meiner Meinung nach sinnvollste Option, da du ja eh einen Zylinder basteln möchtest, wäre den NanoCube als reine Arena zu gestalten (ohne eingebautes Nest) und die Ameisen erstmal mitsamt ihrem RG dort reinlegen. Dann wenn die Kolonie etwas größer ist über einen Port mit etwas Schlauch den Nestzylinder anschließen (die Art wie der aufgebaut sein soll klingt gut, vergiss nur nicht unten eine Drainageschicht einzufügen, damit sich das Wasser nicht staut) und warten bis sie von selbst umziehen (könnte dauern, vermutlich bis das RG komplett trocken ist).

Der Nestzylinder braucht übrigens eine lichtundurchlässige Hülle, meine Lasius niger zumindest kleistern nämlich die Wände mit ihre Auscheidungen, Substrat und Watte zu, wenn über längere Zeit zuviel Licht ins Nest kommt.
Und der Nanocube muss sehr gut abgesichert sein, damit die Ameisen auch drin bleiben. Nur auf Lack/Fluon/Öl/etc. an der Seitenscheibe würde ich mich bei Lasius niger nicht verlassen. Im Zweifelsfall wäre ein 40x40-Rahmen zum oben drauflegen eine lohnenswerte Anschaffung.
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