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hofnarr: Ameisenfarm für Bruder (10. Aug 2008 14:33)

Hi,

ich hab heute meinen Bruder ein paar Sachen gezeigt für die Farm.

Liste:

Schwamm für Napf rund 30mm
Napf "rund" 30mm (Tränke)
Zucker-Honiglösung 10ml
Gummistopfen 6,0 - 10,0 mm
Sand 200g
Sand-Lehm Mischung 200g (2x)
Roter Tongranulat von mir, als Boden von der Arena (schaut schön aus)
Pheidole pallidula (Wegen seinen besonderen Vorstellungen hab ich die ihn geraten)
Flüssiges PTFE GP1 10ml (Da die sehr klein sind Ausbruchschutz und unter PTFE kommt ne schicht parafinöl)
Dichtungsklebeband 1m x 6mm - Silikon (Vielleicht sowas noch dazu)

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Abdeckung Glas + Gitter 30x20 cm
Glasbecken 30x20x20 cm mit 10mm Bohrungen

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Glasbecken 40x30x20 cm mit 27mm Bohrungen
Abdeckung Glas + Gitter 40x30 cm

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Er überlegt noch zwischen den zwei Becken. Ich hab ihn zu einem Ytong-Nest geraten. Er will das ned in die Arena einbauen sondern, ein großes Ytong-Nest mit einem Ausgang zur Arena machen. Verbinden will er das mit nem Schlauch und den dann mit Silikon zukleben, das die kleinen ned ausbrechen.

Preis mit kleinem Becken:

56,89 € + 18,47 € = 75,36 €

Preis mit großem Becken:

78,98 € + 18,47 € = 97,45 €


Was sagt ihr dazu? Gute Idee, schlechte Idee?

donbilbo: (10. Aug 2008 15:44)

Erstmal, wenn er jetzt Pheidole pallidula kauft, dann ist das eine kleine Queen mit ein paar Eiern. Selbst wenn dann die ersten Arbeiter schlüpfen, werden sie das Reagenzglas nochlange als Nest nutzen können. Er braucht also erstmal monatelang keinen YTong.

Dann zum Becken. Ich habe solche Becken bereits, und für diese Art ist der Deckel ungeeignet. Ich würde stattdessen eine plan aufliegende (Plexi)Glasscheibe auflegen so dass wirklich 100% dicht ist und dann vielleicht einmal am Tag lüften. Alternativ würde ich einen sogenannten "offenen Deckel" von Antstore kaufen, mit Silikon bombenfest auf das Becken kleben, den Ausbruchschutz unter den Rand machen und dann trotzdem noch mit einer Scheibe oben abdecken. ;)

Das Tongranulat als Bodengrund... da sind die Kügelchen ja grösser als die Ameisen, ich würde zu Beginn garnichts reinlegen ausser vielleicht einen schönen Stein oder Baumstamm, alternativ das Becken mit einer dünnen weissen Gipsschicht ausgiessen.

Krabbeltierfan: (10. Aug 2008 15:57)

Ich würde von der Art abraten. Er ist ein Anfänger, und wenn ihm die Art durch einen Fehler mal entkommt, dann ist aber was los!

Was ist dabei eine Myrmica rubra oder Lasius niger oder was anderes heimisches zu nehmen? Die sind keineswegs langweilig! Pheidole pallidula ist sehr klein und es ist bei wachsender Anzahl an Ameisen klar das mal ein Paar entkommen! Das ist mir sogar bei meinen Lasius n. passiert.

donbilbo: (10. Aug 2008 16:15)

Immer die selben Antworten, fast schon wie Textbausteine in einer Ebay-Support-Email. ;) Warum sollte in einem im Vorraus gross genug geplanten und sorgfältig gesicherten Becken irgendwann Ameisen entkommen? Hebt diese Art eine luftdichte Glasscheibe einfach an? Warum gehen immer alle davon aus, dass in diesem Fall Pheidole mehrere tausende von Tieren entwickeln, ich denke eher die Haltung wird in 95% der Fälle vorher abgebrochen oder die Tiere sterben, sonst gäbe es ein paar mehr interessante Haltungsberichte oder Fotos und nicht immer nur Tagebücher die nach schlüpfen der ersten zehn Arbeiter abgebrochen werden. ;)

Andreas84: (10. Aug 2008 17:31)

Hallo!
Bin seit neuem auch Ameisenhalter und gehör auch noch zu den Anfängern! Ich selbst halte Lasius niger und finde sie sehr interessant aber wenn dein Bruder eher etwas mit Arbeiterinen und Soldaten halten will, warum dann nicht Messor barbarus? Sind zwar keine einheimische aber von der HK und RK perfekt! ... http://www.antstore.net/shop/product_info.php/info/p1186_Messor-barbarus.html ... Mal sehn was die Profis dazu sagen!?

mfg
Andi

hofnarr: (10. Aug 2008 17:59)

Das Ytong-Nest machen wir absichtlich groß, weil wir ja ned die ameisen in nem jahr irgendwie bewegen wollen das sie umziehen. das ist ja sau schwer in ytong-nester.... Außerdem warum habt ihr immer solche Angst anfängern eine etwas schwierigere Art in die Hand zu legen? Wenn wir schon schauen das wir mit Silikon das Ytong-Nest den Schlauchanschluss am Ytong-Nest alles Dicht machen. Das Becken kriegt nen PTFE streifen oben am Rand von 2 cm durchmesser ca. und darunter und an allen stellen wo sie ausbrechen könnten haben wir noch mein parafinöl zur abschreckung dort. ich denke wir werden dieArt eh nehmen und mal nen anderen Haltungsbericht haben als Lasius Niger.

ronnie86: (10. Aug 2008 18:13)

Ich denke du solltest dich mal etwas zurückhalten.

Du fragst die Leute im Forum ob deine oben genannte Idee eine schlechte oder ein gute ist, wenn dann etwas Kritik ausgesprochen wird sagst du es ist dir egal du nimmst eh Pheidole!

Naja ich kann dich nicht ganz nachvollziehen! MIr kommt es sehr sehr überstürzt vor was ihr da treiben wollt und gehe mal stark davon aus dass deinem Bruder die Ameisen schnell langweilig werden wenn nach ein paar Wochen die erwartete "Aktion" nicht eintritt!

hofnarr: (10. Aug 2008 18:28)

Naja ich finds bissl komisch das ihr immer so sagt die sind so extreme schwer zu halten. Das einzige was ich bei der Art entdecke ist das sie sehr schlimme Ausbruchspezialisten sind. Mein Bruder ist 20 Jahre alt und ist ned grad nen kleines Kind :). Er interessiert sich sehr für ameisen hatten als kleine kinder schon welche und für 70 euro ist das kein wochenend spaß.

shar: (10. Aug 2008 18:46)

Servus.

Alle, die z.B. die Gattung Pheidole pallidula so verharmlosen wie hier, wissen wohl nicht, welche Gefahr diese Gattung mit sich bringt!
Wenn man dies weis, weis man auch, warum gerade Anfänger diese Art nicht halten sollten, egal wie umfangreich die Vorbereitungen sind, die im Übrigen nicht so umfangreich sein können, da eben die Erfahrung fehlt!
Und selbst erfahrene Halter scheitern an dieser Art.
Und warum das immer wieder hier zu lesen ist, liegt wohl an der fehlenden Vernunft und der Beratungsresistenzen diverser Halter hier!

Die Art kann zu einer richtigen Plage werden!
Bei z.B. Lasius niger ist es für das persönliche Wohlbefinden nicht ausschlaggebend, wenn die mal entkommen sollten (wohl aber für das hiesige Ökosystem, an der Stelle kann man sich als verantwortungsbewusster Halter auch mal den Infektionsthread durchlesen und sich entsprechend informieren - ist übrigens für jede Gattung/Art gültig!), aber bei der hier genannten Art sieht die Sache DEUTLICHST anders aus. Diese Art ist als Hausameise/pest ant einzustufen!

Zur Gestaltung des Formicariums und des Nestes. Man muss zwangsläufig das Behältnis auch mal öffnen, und da besteht schon die Gefahr eines Ausbruchs, ebenso bei der kleinsten Nachlässigkeit in der Haltung/Handhabung/Wartung des Beckens. Diese Art lauert regelrecht auf eine Möglichkeit, auszubrechen.

Als Dafür-Argument die Sache anbringen, daß laut Haltungsberichte die Haltung warum auch immer vorzeitig abgebrochen wird ist wohl ein schlechter scherz.

Und zu dem Ausbruchschutz, wenn ich mich recht entsinne, wirkt eines der beiden genannten Dinge bei Pheidole pallidula nicht!

An der Stelle möchte ich auch die Meinung von einem Halter dieser Art zitieren, als er sie einem Anfänger der die genannte Art halten will geschrieben hat:

Auch nochmal hier:
Wenn Du Dich als "blutiger" Einsteiger mit Pheidole einlässt, ist das meist zum Scheitern verurteilt... leider.
Dies hat mehrere Gründe: Pheidole (hier: pallidula) ist eine sehr interessante Art. Das sage ich jetzt aus neutraler Sicht, nicht, weil die Gattung mein Baby ist. Das Problem, daß die Art aber darstellen kann ist, daß sie, bei steigender Anzahl einem über den Kopf wächst.
Pheidole pallidula hat die Eigenschaft sich immens schnell zu vermehren und gilt als Ausbruchskünstler. Selbst kleinste Löcher werden von den Minorarbeitern genutzt, um auszubrechen. Sind die Löcher doch zu klein, werden sie durch die Soldaten passend gemacht. Die Art ist seeehr geduldig und nimmt sich die Zeit um einen günstigen Punkt zum Ausbruch zu finden, oder um einen möglichen adäquat zu machen. Yo!

Nun gehen wir mal davon aus, Du holst Dir die Art.
Die erste Zeit (sagen wir mal ein Jahr) läuft alles zu Deiner Zufriedenheit. Du hast die Ausbruchsperren angelegt, fütterst ordentlich u. stellst vielleicht für uns sogar die Haltungserfahrungen ein... dann aber, eines Tages, passiert das Unglück. Du fährst z.B. in Urlaub für ein-zwei Wochen (oder länger). Wer passt dann auf Deine kleinen Ausbruchkünstler auf? Wer immer es tut, er muß MINDESTENS Deinen Wissenstand haben, den Du Dir nach einem Jahr Pheidole pallidula-Haltung angeeignet hast. Hat er ihn nicht, könnte z.B. folgendes passierten: Er vergisst die Ausbruchsperre (z.B. Wassergraben) zu erneuern. Die Tiere kommen frei... Du kommst nach einiger Zeit nach Hause und wunderst Dich, warum Du Minors auf Deinem Schreibtisch und entlang der Zimmerwände laufen siehst - tja u. dann geht der Spaß erst so richtig los.

Weißt Du, Crossbow... ich selber beschäftige mich mit dieser Gattung schon seit einigen Jahren!! Dennoch werde ich Antastischs Worte (er rät grundsätzlich von dieser Art ab!!!) niemals ins schlechte Licht rücken, denn er hat Recht. Diese Art ist gefährlich - besonders für Einsteiger, die sich damit übernehmen, denn dann können sie ihre Stärken frei entfalten, ungehindert, weiß es nämlich dieser Halter nicht! Nicht wegen ihrer Mandibeln oder ihres nicht vorhandenen Stachels sind sie gefährlich - nein es ist ihrem Reichtum an Individuen, die Gefahr, daß man eine unbestimmte Art erwischt, die sich eben als Hausameise entpuppt, ihre Ausbruchskünste u. ihre große Flexibilität gegenüber schwankenden Umweltbedingungen.

Dies hier ist nur ein Forum, wo wir Dir mit bestem Gewissen zu etwas raten können. Hier werden die Unerfahrenen von den Erfahrenen in eine korrekte Richtung gelenkt, so daß sie möglichst wenig Fehler machen, dazu lernen u. später wieder andere Belehren können.
Wenn Du nicht auf uns hören möchtest, ist das Deine Angelegenheit. Bitte sieh uns aber nach (das gilt für alle, die das hier lesen), daß wir hier keinem etwas wollen oder gönnen, sondern unsere Erfahrungen nun mal weitergeben wollen, eben um schlimmes, das dem Halter (u. seinem Haus) sowie Mutter Natur widerfahren könnte, zu verhindern. (Quelle: http://www.Ameisenforum.de)
Beachtet, diese Meinung kommt von jemand, der diese Art selber und dazu gerne hält!
Die kursiven Textstellen sind von mir nachträglich eingefügt.


Grüßle ~Shar~


edit:
Das hat auch nix mit dem Alter zu tun, sonder mit Erfahrung in der Ameisenhaltung und die kommt nunmal nicht mit dem Alter!

donbilbo: (10. Aug 2008 19:11)

Naja ich dachte, ich spreche das mit den Haltungsberichten oder der Haltung doch mal an. Sind wir doch mal ehrlich, bis auf den von dir zitierten Halter und den Betreiber der Seite Ameiseninfos.de kenne ich niemanden der eine "besorgniserregend grosse" oder "über den Kopf wachsende" Kolonie dieser Art hält. Es gibt kaum bekennende Halter egal welcher Koloniegrösse. Das liegt wohl daran, dass vielen Leuten die Ameisen eingehen oder sie die Lust verlieren und sie wegwerfen, sicher nicht daran, dass ihr Haus von tausenden Ameisen überrannt wurde und sie ihren Computer verkaufen mussten um den Kammerjäger zu finanzieren.... ;)

Ich habe manchmal das Gefühl es gibt Forenuser die in so gut wie allen Ameisenforen mit 95% ihrer Beiträge eine Kauf-dir-das-nicht-Lasius-niger-reicht Message abgeschickt haben.


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