Hallo,
habe mir vor einigen Monaten eine Lasius Niger kolonie geholt und bin echt sehr stolz auf die kleinen, sie waren circa 6 wochen im RG, haben bissle rumgegraben und sind dann in ne sandlehmmischung gezogen und verweilen da bis heute, haben sogar gänge für ihre toten (sieht jedenfalls so aus, sind nur 2 tote ameisen), jedenfalls liebe ich es ihnen zuzusehen wie sie insekten abbauen oder bekämpfen, leider trauen sich die kleinen Lasius niger nicht so wirklich bisher, sodass ich ihnen meist totes Zeug geben muss.
Habe mir aber nun ein Ytong-Nest gebaut und würde eine zweite aggressivere Kolonie aufbauen! Was schlagt ihr mir vor? Ich würde sagen ich habe ein Händchen für die Haltung, aber nicht soo viel Erfahrung, aber würde mich auch an HK2 rantrauen!
Hätte gerne etwas größere Ameisen die wirklich auch trauen zu kämpfen, was gibt es da so was ihr mir vorschlagen könnt?
Mfg
Ich hoffe, ich trete dir nicht zu nahe, wenn ich sage, dass man erst nach mehr als einem Jahr weiß, ob man ein Händchen für die Ameisenhaltung hat.
Die Winterruhe ist eine der größten Hürden, außerdem kann noch so einiges passieren, was Geduld und Durchhaltevermögen strapaziert.
Bei Ameisen ist es außerdem so, dass die jüngeren Tiere eher vorsichtig sind, während sie mit zunehmendem Alter risikoaffiner werden -
macht ja auch Sinn, wenn man bedenkt, dass ein junges Tier der Kolonie länger dienen kann, als ein Altes.
Aber zu deinem Anliegen:
es gibt einige Möglichkeiten, nur sind das alles immer Ameisen.
Du könntest Serviformica nehmen, mit ausreichender Temperatur eine schöne und vor allem schnelle Art, die mit zunehmender Koloniegröße auch durchaus dominant wirken kann, auch wenn sie eher Fluchtverhalten zeigen.
Oder Camponotus, welche zwar Zeit für den Kolonieaufbau brauchen, dann aber sehr starke Kolonien bilden können, bei denen die Tiere sich auch nicht vor einer Stubenfliege fürchten.
Ist halt eine Frage, was man will...
Du darfst nicht vergessen, dass Ameisenhaltung einen entsprechend lange in Beschlag nimmt, man übernimmt Verantwortung für Jahre, Jahrzehnte, wenn man es richtig macht!
Ich hoffe, ich trete dir nicht zu nahe, wenn ich sage, dass man erst nach mehr als einem Jahr weiß, ob man ein Händchen für die Ameisenhaltung hat.
Die Winterruhe ist eine der größten Hürden, außerdem kann noch so einiges passieren, was Geduld und Durchhaltevermögen strapaziert.
Bei Ameisen ist es außerdem so, dass die jüngeren Tiere eher vorsichtig sind, während sie mit zunehmendem Alter risikoaffiner werden -
macht ja auch Sinn, wenn man bedenkt, dass ein junges Tier der Kolonie länger dienen kann, als ein Altes.
Aber zu deinem Anliegen:
es gibt einige Möglichkeiten, nur sind das alles immer Ameisen.
Du könntest Serviformica nehmen, mit ausreichender Temperatur eine schöne und vor allem schnelle Art, die mit zunehmender Koloniegröße auch durchaus dominant wirken kann, auch wenn sie eher Fluchtverhalten zeigen.
Oder Camponotus, welche zwar Zeit für den Kolonieaufbau brauchen, dann aber sehr starke Kolonien bilden können, bei denen die Tiere sich auch nicht vor einer Stubenfliege fürchten.
Ist halt eine Frage, was man will...
Du darfst nicht vergessen, dass Ameisenhaltung einen entsprechend lange in Beschlag nimmt, man übernimmt Verantwortung für Jahre, Jahrzehnte, wenn man es richtig macht!
danke für die antwort. ja ist mir alles bewusst gewesen bevor ich mir die Lasius niger überhaupt geholt habe.
Jedenfalls, warte ich noch mal auf mehr vorschläge FALLS es da überhaupt noch was gibt. :)
Warte mal bis spätestens nächstes Jahr, dann wießt Du auch, was Lasius niger bei der Größe schon alles anstellen kann.
Ich hab ja ein paar größere Völker, auch Formica, aber die Lasius stellen den Ausbruchschutz schon immer wieder auf Probe. :shock:
Ok, man wird halt nicht schlampig.
Ging mir damals ähnlich - wollte dann auch gleich weitere Kolonien als mich das Ameisenfieber nach der ersten gepackt hat :D
Wenn du ein bisschen Action Ameisen willst mit hohem Wuselfaktor, eventuell auch mal Lebendfüterungen mit Jagd usw. in Erwägung ziehst sind Pheidole wirklich toll.
Die sind zwar auch eher klein aber da geht wirklich die Post ab. Auch kannst du meist beliebig viele Gynen haben und hast eine sehr schnelle Entwicklung / Vermehrung.
Die exotischen Arten halten auch keine Winterruhe - nur kurze Diapausen.
Hier ein Beispiel einer Fliegenfütterung bei P.sinica - man beachte wie schnell Alarm geschlagen und rekrutiert wird usw.:
hAb1NW7lZNc
Ich selber halte eine Kolonie P. megacephala mit mehreren Gynen und mag die Kolonie sehr. Hier kannst du hier ein paar Videos meiner Kolonien ansehen wenn du magst:
https://www.youtube.com/channel/UC1EltnMKAdsuWWjOpJQ3Tqw/videos?sort=dd&view=0&shelf_id=0
Sind prinzipiell auch für einen Anfänger geeignet, man sollte eben auf guten Ausbruchschutz und dicht abschließende Deckel achten.
Auch werden die Kolonien recht groß - sollte man vorher einplanen !
Wenn es doch größere sein soll dann würde ich mir mal die diversen Camponotus Arten anschauen, wie bereits vorgeschlagen.
Fast schon ein Klassiker wäre hier Camponotus nicobarensis - hier sind auch mehrere Gynen möglich (bei Camponotus eher selten), sind absolut Anfänger geeignet und auch gut verfügbar.
Oder C. ligniperdus wenn es einheimisch sein soll. Die sind am Anfang noch nicht besonders aktiv / aggressiv aber wenn die Kolonie größer wird ändert sich das.
Ein toller Kontrast / Ergänzung zu deinen L.niger und eine sehr interessante Anfänger Ameisen wäre auch Messor barbarus. Aber eher gemäßigt vom Verhalten.
Super danke für den Beitrag, die ersten Pheidole die du meintest sehen super aus, aber ich weiß nicht wo man sie kaufen könnte.. :(,
habe bei dir auf dem Channel noch die Acromyrmex cf. octospinosus gesehen, die sehen auch ganz cool aus, wie sieht es da mit dem Verhalten und Lebendfutter aus? und wo kann man diese kaufen?
Liebe Grüße
Acromyrmex kann ich dir auf gar keinen Fall empfehlen. Die sind extrem teuer und aufwendig in der Haltung und rein gar nichts für Anfänger. Das sind Blattschneiderameisen, da trauen sich manche Halter noch nach mehreren Jahren erfolgreicher Haltung nicht hin. Such dir für den Anfang mal eine heimische Art.
joa stimmt schon, würde ich mir glaube ich auch noch nicht zutrauen, hauptsächlich wegen dem Pilz
Die Ameisen selbst sind recht robust (und auch aktiv & interessant usw....) aber der Pilz ist sehr empfindlich.
Die Luftfeuchtigkeit muss recht genau stimmen und recht hoch (aber keinesfalls zu hoch) sein, es darf aber kein Tropfwasser auf den Pilz kommen oder gar Schimmel entstehen, auch die Temperatur muss in einem gewissen Bereich sein usw.
Und du musst sehr viel Platz für mehrere Becken (mind. 3 für Pilz, Futter-Blätter und Abfall) mit langen Laufwegen dazwischen (mehrere Meter) usw., einplanen sowie die Futterbeschaffung und einen relativ hohen Anschaffungspreis für die Ameisen und die Anlage einkalkulieren ...
Dementsprechend auch HK3.
Schau dir wie gesagt mal die diversen Camponotus und Pheidole an. Gerne auch die exotischen - zumindest spricht meiner Meinung nach nichts dagegen aber hier scheiden sich die Geister :wink:
Schau dir vielleicht mal noch Polyrhachis dives an - sind auch sehr interessante Ameisen und durchaus Anfänger geeignet. Können aber recht schnell größere Kolonien bilden und sind gute Futterverwerter.
Da kannst später auch mal eine kleine Maus komplett ins Becken werfen - die nagen die komplett ab. Auch ist es interessant wie sie ihre Nester weben.
Gibt es diverse Haltungsberichte und Youtube Videos zu.
P. sinica wüßte ich im Moment auch nirgends verfügbar aber es gibt ja mittlerweile einige Ameisenshops und private Anbieter.
So, jetzt bitte mal langsam!
Am Anfang ist man geradezu sammelsüchtig und alles ist ganz wunderbar.
Die Kolonie entwickelt sich zunächst langsam. Schließlich findet man einen Punkt, den man verbessert und es wird super.
Die Tiere vermehren sich, man glaubt es kaum, alles neu und so einfach.
Genieße diese Zeit, erstmal mit den einfachen Arten und dann, wenn sich die Euphorie gelegt hat, dann kannst du überlegen.
Ich meine, du sagst zunächst: "Blattschneider, super!" und hast dich noch nicht einmal informiert, wie sie sich ernähren!?
Das gehört dazu, bevor man sich für eine Art entscheidet, nicht erst nach der Anschaffung fragt man sich, ob der Hund jetzt auch Salat fressen kann!
Und bevor du dir eine Pheidole anschaffst, warte ab, wie deine Wegrandameisen deinen Ausbruchsschutz auf die Probe stellen werden.
Schöne Grüße
von einem, sich an früher erinnernden Markus