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noope: Einige Einsteigerfragen (24. Mai 2015 16:08)

Hallo zusammen :)

ich wurde in meiner Bestimmungsübung im Biologiestudium auf die Ameisenhaltung aufmerksam gemacht. Nach ein wenig Einlesen und dem Ansehen von vielen Erfahrungsberichten bin ich umso mehr begeistert von den kleinen interessanten Tieren! Die wichtigsten Entscheidungen stehen jedoch noch aus:

Welche Art:

- Am liebsten wäre mir eine Art, welche das ganze Jahr über aktiv ist. Mir ist aber auch klar, dass dies nur mit nicht-europäischen Arten geht, welche keine Winterruhe halten. Hier ist keine für einen blutigen Anfänger dabei? Schön wäre außerdem eine nicht all zu kleine Art, welche auch mal eine Made "erlegen" kann :twisted: (Verurteilt mich nicht :P )

- Wenn es doch eine Einheimische Art werden sollte, könnte ich sie doch problemlos auf dem Balkon überwintern? oder ist das dann wieder zu kalt?

- Wie lang kann man die Kolonie alleine lassen, wenn man dieses "Wassergel" und genug Futter bereit stellt?

- Wenn Ihr mir eine Art empfehlen könnt, könntet Ihr mir dann direkt auch sagen, welches Zubehör und Arena/Nest etc. ich brauche? (Einsteigersets von Antstore z.B.? )


Bedanke mich schonmal im Voraus für nette Antworten! :D

- Jonas

Lenny-NP: Re: Einige Einsteigerfragen (24. Mai 2015 22:58)

Also auf dem Balkon kann man in der Regel die meisten einheimiachen Arten überwintern. Es birgt ein gewisses Risiko, dass die Kolonie erfriert. Allerdings nicht an geschützten Stellen. Das Wassergel habe ich nie ausprobiert, aber eine Tränke mit abgekochtem Wasser hält auch lange. An Zubehör ein Einsteigerset oder sich selbst eins zusammenstellen. Wie lange man sie damit alleine lassen kann, ist abhängig von Art und Größe der Kolonie .
Wegen der Art musst du dich entscheiden. Es gibt einfache Arten, die keine Winterruhe halten, aber einheimische haben auch viele Vorteile.
Schau einfach mal im Antstore unter Ameisen und dann in der verschiedenen Länderkategorie nach Ameisen ohne Winterruhe und mit HK 1 bis 2.

Markus: Re: Einige Einsteigerfragen (25. Mai 2015 10:15)

>- Am liebsten wäre mir eine Art, welche das ganze Jahr über aktiv ist. Mir ist aber auch klar, dass dies nur mit nicht-europäischen Arten geht, welche keine Winterruhe halten. Hier ist keine für einen blutigen Anfänger dabei? Schön wäre außerdem eine nicht all zu kleine Art, welche auch mal eine Made "erlegen" kann (Verurteilt mich nicht)<

Glaube mir: eine Winterruhe ist nichts Nachteiliges!
Sie gibt dir eine Verschnaufspause, in der du nur nach der Nestfeuchtigkeit schauen musst
und bestehende Arenen reinigen und verbessern, sowie neue Arenen und Nester bauen kannst.
Die einheimischen Arten bieten außerdem eine breite Verhaltenspalette und eine enorme Formvielfalt,
zu empfehlen wäre beispielsweise eine Art aus der Gattung Camponotus (Camponotus herculeanus z.B. wegen ihrer geringeren Temperaturansprüche).
Außerdem ist diese Gattung sehr groß,
wie du an meinem Haltungsbericht sehen kannst,
vermehren sie sich am Anfang zwar recht langsam,
doch mit der Zeit auch robust.

Denen verfüttere ich auch gerne mal eine frisch gefangene Mücke,
sie sind da wie blinde Löwen,
ich würde aber dennoch vorsichtig sein,
was das verfüttern lebender Beute anbelangt.
(Z.B. keine lebenden Spinnen!)

>- Wenn es doch eine Einheimische Art werden sollte, könnte ich sie doch problemlos auf dem Balkon überwintern? oder ist das dann wieder zu kalt? <

Ich halte es für ein Märchen, dass einheimische Arten so leicht erfrieren könnten.
Ich habe z.B. verschiedene Lasius und Myrmica in einem geschützten Raum bei weniger als -15 °C gehalten.
Dafür müssen sie allerdings vorbereitet werden, einfach einfrieren bringt sie um;
sie müssen ihre Körperflüssigkeiten eindicken und dürfen im Winter nicht gefüttert werden!
Worauf man achten sollte, wäre allerdings, dass sie nicht vertrocknen,
und auch nicht ertrinken, der Frost kann z.B. Wasser aus dem Ytong in die Ameisen drücken.
Und natürlich muss man die Nester bei Frost hin und wieder erneuern, wenn sie zerfrieren.

Zusammenfassend: Schutz vor Temperaturschwankungen (z.B. Styroporbox und vor Sonne geschützt),
Feuchtigkeit überwachen (bspw. über einen Untersetzer befeuchten)
und hin und wieder ein neues Nest bauen (nicht jeden Winter, ist aber bei Koloniewachstum ohnehin nötig).

>- Wie lang kann man die Kolonie alleine lassen, wenn man dieses "Wassergel" und genug Futter bereit stellt?<

Tränke mit normalem Wasser - wozu abkochen? - zum Trinken,
eine Honigwassertränke z.B. hier oder da ,
bei einer kleinen Kolonie muss man auch nicht so häufig Insekten reichen, z.B. eine Woche ein Insekt, aber nicht dauerhaft,
Nestbefeuchtung sichern,
dann geht es eine Weile.
Tägliche Pflege brauchen sie nicht zwingend,
achte aber auf die Ausbruchsgefahr!

Aber warum fragst du?

>- Wenn Ihr mir eine Art empfehlen könnt, könntet Ihr mir dann direkt auch sagen, welches Zubehör und Arena/Nest etc. ich brauche? (Einsteigersets von Antstore z.B.? )<

Nest, Arena, das sind die Grundlagen,
dazu kommen Näpfe zum Füttern, Tränken für Wasser und Honigwasser
und natürlich das Futter und Wasser.

Lenny-NP: Re: Einige Einsteigerfragen (25. Mai 2015 19:06)

Abgekochtes Wasser darum, weil es nach meinen Erfahrungen langsamer verkeimt und weil abkochen das Chlor, wenn vorhanden, aus dem Wasser entweicht.

Rottweiler: Re: Einige Einsteigerfragen (25. Mai 2015 23:39)

@ Markus, warum sollte man keine lebenden Spinnen verfüttern ????
Meine C. micans machen immer eine riesen Show draus wenns welche gibt !

Lg Rotti

ratti: Re: Einige Einsteigerfragen (26. Mai 2015 06:37)

Spinnen sind ziemlich wehrhaft. Wenn man nicht riskieren will, dass mal eine Arbeiterin drauf geht, sollten diese vorher getötet werden.

trailandstreet: Re: Einige Einsteigerfragen (26. Mai 2015 08:09)

Kommt immer drauf an, wie groß die Ameisen bzw die Spinne ist und wie groß die Kolonie ist. Wenn es auf eine Ameise mehr oder weniger nicht ankommt, kann man auch mal eine größere Spinne verfüttern. Meine Formica töten auch kleinere Spinnen und die Myrmica stechen sie einfach tot.

Rottweiler: Re: Einige Einsteigerfragen (26. Mai 2015 08:54)

Kleine Spinnen sind gefährlich, weil sie für meine C. micans evtl. zu wendig sind und wegen der geringen Größe nicht als Futter in betracht kommen.
Die kleinen Spinnen setzen sich irgendwo in eine Ecke und fressen eine Arbeiterin nach der anderen.
Große jedoch werden gejagt, entweder festgehalten und zerteilt oder wie ich es letztens beobachten konnte, mit einem gezielten Biss am Kopf der Spinne außer Gefecht gesetzt wird.

Deswegen füttere ich gerne große Spinnen wenn ich eine finde....

Lg Rotti

Ps: Meine C. nicobarensis bekommen hingegen nur Spinnen von der elektrischen Fliegenklatsche (also tote Spinnen), das sind ja auch erst 7 Arbeiterinnen.