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baumarkthammer: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (18. Okt 2010 14:14)

Wie Phil schon gesagt hat kannst du nächstes Jahr versuchen sie gründen zu lassen.
In der Natur überwintert sie ohnehin ohne Eier, also besteht noch eine Chance.
Über den Winter kannst du dich dann darüber informieren wie man Sozialparasiten gründen lässt.

Mocap: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (18. Okt 2010 22:52)

Falls es sich tatsächlich um eine sozialparasitäre Chthonolasius -Art handelt, könnte man sie auch einfach mit ein paar Lasius -Arbeiterinnen versorgen, die sich um die Eier kümmern. Oder nicht? Einen Versuch wäre es zumindest wert.

baumarkthammer: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (18. Okt 2010 23:50)

Es scheint Chthonolasius zu geben, die alleine überintern und sich dann nach dem Winter eine Wirtskolonie suchen.
Ich würde an deiner stelle die Kolonie normal überwintern und dann im nächsten Jahr einige Lasius flavus abkühlen und zur Königin geben.
Du kannst die Königin auch jetzt kurz einwintern und einige Lasius flavus kurz einwintern und dann nach dem auswintern beide zusammenführen.

Mocap: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (19. Okt 2010 11:38)

Ob es sich tatsächlich um eine Chthonolasius oder eine unbegattete "normale" Lasius -Königin handelt, ist insbesondere an verwackelten Fotos schwer zu bestimmen, da diese sich nach Seifert kaum voneinander unterscheiden .Insofern wäre es spannend, wenn man der vermeintlichen Chthonolasius -Königin ein paar Lasius -Arbeiterinnen zur Verfügung stellt und beobachtet, was passiert.

Entweder sie tötet alle Arbeiterinnen, dann würde mehr dafür sprechen, dass es eine unbegattete Lasius -Königin ist.

Nimmt sie die Arbeiterinnen an, dann würde einiges dafür sprechen, dass es eine Chthonolasius -Königin ist, die ja eher selten vorkommen.

Pi.Ag3: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (19. Okt 2010 11:57)

Hallo Mocap,

die sozialparasitären Chthonolasius und claustralgründende Lasius sind sehr einfach zu unterschieden, und schon an schafs Bild erkennabr. Chthonolasius sind eben angepasst an die sozialparasitäre Gründung; ihre Gaster ist kleiner, sie brauchen nur wenige natürliche Reserven - sie müssen wendig und schlank sein. Ebenso ist ihr Kopf oben eingekerbt, größer und ausgeprägter. Er ist so konstruiert, dass keine Mandibel an ihm Halt finden, die Königin ist dadurch stabiler und an die mit Sicherheit stattfindenen Angriffe der Wirtsameisen geschützt- zusätzlich bringt sie durch die Kopfform eine bessere Beißkraft auf, wie es auch Dr. Seifert in der Arbeit beschreibt.
Eine claustral gründende Lasius wie Cautolasius flavus dagegen braucht viele Reserven, ist "pummelig", der Kopf kleiner.

Dein dargestelltes Experiment zur Unterscheidung ist im Ansatz falsch. Eine claustral gründende Art wird nicht aggressiv gegen Fremdarbeiter vorgehen, sie wird zuerst versuchen panisch zu flüchten - schließlich will sie nichts mit ihnen zu tun haben. Oder sie ignorieren sich gegenseitig, flavus ist nicht aggressiv und in der Kälte setzen Kampfhandlungen aus.
Eine Chthonolasius hingegen reagiert neugierig-aggressiv auf die ersten möglichen Wirtsameisen: Sie werden schnell gepackt, dann flieht die Königin mit einer Arbeiteirn zwischen den Mandibel und versteckt sich irgendwo. Dann bearbeitet sie die Arbeiterin, frisst sie manchmal z.T. auf, nimmt möglicherweise ihren Koloniegeruch an. Findet sie kein ruhiges Plätzchen, ist sie ständig auf der Flucht, da die Wirtsameisen meist Jagd auf den unerwünschten Sozialparasiten machen. Ich habe hier mal eine sozialparasitäre Gründung beschrieben: http://philipph.wordpress.com/2010/07/21/320/

Chthonolasius kommen nicht selten vor, wenn Lasius schwärmen findet man häufig etliche Chthonolasius Weibchen. Sie sind häufig, leben aber sehr versteckt, wie Cautolasius flavus, und ihre Arbeiterinnen sind nur schwer von jenen zu unterscheiden.

Grüße, Phil

Mocap: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (19. Okt 2010 12:22)

Hallo Phil,

toll, dass die Gründung mit Chthonolasius bei dir geklappt hat. Finde ich total interessant!

Laut dem Beitrag von Seifert (2001), den ich gefunden hatte (s. Link), kommen Chthonolasius angeblich nur in 11% (auf 100m2 Fläche) der Lasius -Kolonien vor und er bezeichnete das als selten.

Ok, es scheint aber wohl doch Unterschiede im Verhalten zwischen Chthonolasius und "normalen" Lasius -Königinnen zu geben, wenn ich dich richtig verstehe? Insofern könnte das Einbringen von Arbeiterinnen, vor allem, wenn die Winterruhe noch nicht begonnen hat, Aufschluss darüber geben, ob es eine Chthonolasius ist oder liege ich wieder falsch?

Pi.Ag3: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (19. Okt 2010 12:37)

Schon - nur steht ja bereits fest, dass es eine Chthonolasius ist. Für die Sozialparasitäre Gründung muss er die Königin ohnehin zu Arbeiterinnen hinzusetzen (und besser nicht andersherum).

Grüße, Phil

Mocap: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (19. Okt 2010 12:46)

Hallo Phil,

bleibt nur noch die Frage: Erst Winterruhe, dann zu Arbeiterinnen setzten oder erst zu Arbeiterinnen setzen und dann alle zusammen in die Winterruhe schicken? Vermutlich ist das egal.

Könntest du mir vielleicht noch sagen, ob das eine Lasius niger oder eine andere Lasius -Art ist?

Danke

schaf: Re: Königin mit Eiern in Winterruhe (19. Okt 2010 13:43)

Ich glaube die Königin hat die lange Zeit nur mit Wasser im Reagenzglas nicht überstanden, sie liegt nurnoch auf dem Rücken rum, scheint nur noch ihr vorderstes Beinpaar sowie den Kopf und die Mandibeln bewegen zu können und ihr mittlerer Leib sieht ganz eingefallen/verschrumpelt aus !


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