Flüssigkeitsfütterung ein Versuch
Ameisenhaltung kann abwechslungsreich sein und bietet viele Möglichkeiten.
Ort des Geschehens.
Bild 1.JPG
Plastikbehälter 30 x 20 cm, Ausbruchsschutz Paraffinöl am Deckelüberstand.
Zulauf der Ameisen über einen 2,5-m-Schlauch.
6 Kronenkorken mit unterschiedlichen Flüssigkeiten.
1.) Sommerblütenhonig pur
2.) Süßstoff flüssig
3.) Leitungswasser
4.) Haushaltszucker trocken
5.) Sommerblütenhonig nach Gewichtsanteilen 1:1 mit Leitungswasser verdünnt
6.) Haushaltszucker nach Gewichtsanteilen 1:1 mit Leitungswasser verdünnt
1 Teelöffel Sand, Körnung 0.2 - 2 mm
Versuchsdauer: 2 Stunden
Mitwirkende: Camponotus nicobarensis.
Sand, um den Ameisen eine Möglichkeit zu geben, die Flüssigkeiten abzudecken.
Der Kronenkorken mit Zuckerwasser wurde nur halb gefüllt, um zu beobachten, ob sie an die anderen Flüssigkeiten gehen,
wenn das Zuckerwasser ausgetrunken ist.
Der Kronenkorken mit dem Wasser wurde einmal nachgefüllt.
Gegen Ende wurde auch Zuckerwasser nachgefüllt, um zu prüfen, ob sie noch hungrig sind.
Da kommen sie schon.
Bild 2.jpg
Einmal das Futter entdeckt und los ging es.
Bild 3.JPG
Bild 4.JPG
Hier ein Video dazu.
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Eine Interpretierung überlasse ich Euch, ich habe jetzt ganz andere Sorgen.
Wie bekomme ich diese munteren, flinken Tiere bloß wieder aus der Box?
Sehr interessanter Versuch und ich würde mal behaupten, dass
das Zuckerwasser bei deinen Ameisen gewonnen hat :-)
Dicht gefolgt vom normalen Wasser.
Sieht nur so aus, das Wasser mit der "Renner" ist!
Seit mehr als einem Jahr, gibt es keine Nestbefeuchtung.
Diese Art versteht es, damit klarzukommen und Wasser von Außen einzutragen.
Freut mich das wenigsten einem User der Versuch gefällt. :oops:
Grüße Wolfgang
Ist nicht so, dass mir die Aufnahmen nicht gefallen, gerade der Film ist wirklich schön gemacht, :sign_welcome:
ich habe hier nur ein paar technische Probleme! :grin:
Was wir aber nicht vergessen dürfen, ist, dass Ameisen sich nach dem Zuckergehalt und nicht der Nützlichkeit von Kohlenhydratfutter reagiert, zumindest erscheint mir persönlich diese Erklärung äußerst logisch und nachvollziehbar.
Es ist wie bei keinen Kindern und Süßigkeiten: der Renner ist nicht unbedingt am gesundesten! :grin:
Schönes Experiment! Gefällt mir auch sehr.
Wie sah es den später aus? Zuckerwasser war ja zuerst der renner, aber nachdem dieser alle war, haben sie sich auf das nächste gestürzt?
Eine Art Ranking für süße Ameisen :mrgreen:
wurde am Ende auch der trockene Zucker eingetragen? Wenn die Art es versteht Wasser von Außen zu den Larven zu bringen, dann auch zum Zucker?
Nur der Süßstoff wurde nicht angenommen würde ich sagen?!
Markus Honig pur hat für mich den höchsten Zuckergehalt, demnach müssten sie sich eigentlich darauf stürzen.
Für mich ist bei Kohlenhydratlösungen mit entscheident, wie gut sie aufgenommen werden können.
Mooman nach der Zuckerwasserlösung wurde die Honiglösung geleert.
Der pure Honig ist heute noch gefüllt und wird kaum besucht.
Süßstoff wurde nicht angenommen, ist mittlerweile auskristallisiert.
Aus dem Zuckertopf haben sie ein paar Kristalle herausgekramt und in der Box verstreut.
Dass sie Kristalle eintragen, war nicht zu beobachten.
Wasser trinken sie immer reichlich.
Ob sie damit ihr Nest befeuchten, die Larven benetzen oder als Trinken für ihre Larven verwenden, entzieht sich meinen Beobachtungsmöglichkeiten.
Auch wenn ich ähnliche Beobachtungen bei anderen Arten gemacht habe, was die Annahme der Flüssigkeiten betrifft,
ist zu bedenken, dass es nur ein Versuch bei einer Art ist.
Vielleicht habt Ihr die Möglichkeit auch Versuche in diese Richtung durchzuführen?
Lasius niger bieten sich prima dafür an, allerdings Wasser ist für die nicht so interessant.
Grüße Wolfgang
Hi,
finde den Versuch interessant. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen, bei anderen Arten, die ich allerdings nie derartig systematisch aufgebaut habe.
Eine Kritik zur Vorgehensweise:
Die Näpfe sind unterschiedlich weit von dem Nestzugang entfernt, man könnte argumentieren dass die Ameisen aus Bequemlichkeit die Nahegelegenen Bierdeckel vorziehen.
Markus Honig pur hat für mich den höchsten Zuckergehalt, demnach müssten sie sich eigentlich darauf stürzen.
Für mich ist bei Kohlenhydratlösungen mit entscheident, wie gut sie aufgenommen werden können.
Hat nicht der reine trockene Zucker einen Zuckergehalt von unschlagbaren 100%
Honig enthält meines Wisssens ca 25% Wasser und 75% Zucker
Die Zuckermoleküle im Honig sind kleiner als dijenigen im Haushaltszucker. Dann sind in dem Honig viele begleitstoffe enthalten. Auch ist schwer zu sagen wie der Wassergehalt die Ameisen beeinflusst.
Was hier die Auswahl beeinflusst kann man nicht unterscheiden.
Markus hat es schon angesprochen nur weil die Ameisen etwas am liebsten mögen muss es nicht das gesündste sein. Das zu untersuchen würde viele Kontrollkolonien erfordern.
...Ich gebe meist Zuckerwasser. :wink:
LG
MrIglo sicher reiner Zucker mehr Zuckergehalt geht nicht.
Ist von mir blöde formuliert, mir ging es um die Zuckerwasserlösung.
Zu gleichen Teilen mit Wasser und Trockenzucker angesetzt wurde?
Demnach könnte die Lösung nur noch auf 50% kommen.
Ist schon ein interessantes Thema, wo die Beeinflussungen liegen könnten, herauszufinden, wonach Ameisen entscheiden.
Eine andere Versuchsreihe, die ein anderer Halter angesprochen hat und die auch in Deine Richtung und die von Markus geht,
könnte darin bestehen, den Ameisen Zuckerlösungen mit verschiedenen Zuckerkonzentrationen anzubieten.
Genauso verschiedene Verdünnungen mit Honig.
Bin mir nicht mal sicher, ob es da nicht schon Entsprechendes gibt.
In Bilder und Videos gefasst, dürfte es immer noch ein interessantes Betätigungsfeld für Ameisenhalter sein.
Grüße Wolfgang
Hey Erne,
schön :) Finde deine Neugierde sehr gut. Ich werfe einfach ein paar Aspekte ein, die mir dazu einfallen.
Die Distanz der Näpfe zum "Eingang" ist tatsächlich wichtig. Bei 2 gleichwertigen Nahrungsquellen in unterschiedlicher Distanz wird immer die Nähere stärker besucht (sofern typische Pheromon-Straßen gelegt werden. Bei Tandemrekrutierung hängt es davon ab, was die Scouts finden, und wie erfolgreich sie rekrutieren). Das liegt an der Mathematik hinter der Duftspurlegung: auf kürzeren Straßen wird bei gleicher Rekrutierung mehr Pheromon pro Zeit aufgetragen; neu ankommende Ameisen folgen der stärkeren Duftspur. Gleichzeitig verdunsten/zerfallen die Pheromone, so dass die immer weniger belaufene Straße immer weniger attraktiv wird, und irgendwann aufgegeben wird. Dieses biologische Phänomen findet als "Ameisenalgorhytmus" und auch "travelling Salesman-Problem" in der Informationstechnik, Städteplanung, Verfahrenstechnik und und und... anwendung. Für einen gut zu quantifizierenden Versuch (auch wenn das hier vernachlässigbar ist) ist die Distanz also ein wichtiger Faktor - ebenso die Qualität der Nahrung, denn bei unterschiedlicher Qualität ist auch die Menge der Pheromone unterschiedlich, die von den Arbeiterinnen auf dem Weg zurück zum Nest gelegt wird.
Desweiteren wirst du bei einer Wiederholung nach starker Nestwässerung evtl. feststellen, dass das angebotene Wasser weniger/nicht frequentiert wird. Ich biete Kolonien immer Wasser außerhalb des Nestes an; wird es dort reichlich gesammelt, betrachte ich das als Hinweis auf ein Möglicherweise zu trockenes Nest.
Möchtest du diese Versuche wiederholt durchführen (oder zwischen unterschiedlichen Spezies vergleichen), ist es sinnvoll, die Kolonie jedes mal vor Anfang zu "eichen", also zb. 2 Tage vorher keinerlei Nahrung anzubieten, nachdem du sie die Tage zuvor nach herzenslust ("ad libitum" für den Biologen) an Heimchen und Honig hast schlemmen lassen. Denn auch das "Wissen" über die Nahrungssituation in der Kolonie (und im eigenen Bauch ;) ) ist wichtig für das Fouragierverhalten.
LG!
Necturus
Auch wenn die Resonanz für mich überaschend ist, freut sie mich um so mehr.
Für mich standen für diesen Versuch 2 Gründe im Vordergrund.
1.) Aufzuzeigen das Ameisenhaltung nicht nur aus Nest/Anlagenbau, Brut/Brutentwicklung und so weiter besteht,
sondern das noch mehr geht was sich lohnt zu ergründen und die Ameisenhaltung attraktiv und interessant macht.
Auch als Anregung für Euch, Dinge zu ergründen und wenn möglich darüber hier im Forum zu berichten.
Dafür habe ich ein paar Dinge in diesen Versuch gepackt.
Neben den verschiedenen Futtern, gab es noch Sand in unterschiedlicher Körnung, der abgestimmt ist auf Partikel die diese Art gerne transportiert.
Weiter liegt unter der Box ein Millimeterpapier, eine Möglichkeit für den Betrachter die Größe dieser Ameisen selber zu bewerten.
2.) Aufzuzeigen das Ameisen durchaus in der Lage sind ihr Futter je nach Bedarf zu selektieren nur das nehmen was sie gebrauchen können.
Necturus, danke.
Pheromon, Duftspur, eine treffende Verdeutlichung, hätte ich so nicht hinbekommen zu formulieren.
Ob das bei diesem Versuch zum Tragen kommt, ich habe Zweifel?
Sind nur kurze Wege zu den einzelnen Flüssigkeitstöpfen und neben den Trinkenden haben andere Ameisen alle anderen Töpfe erkundet.
Wenn bestimmte Flüssigkeiten für diese Ameisen mehr interessant/brauchbar wären, erwarte ich das sie sich umorientieren und eine neue, kräftige Pheromonspur dahin legen.
Was ich dabei noch hervorheben möchte, nachdem der Zuckerwassertopf leer war, haben sich die Ameisen am Honigwassertopf eingefunden.
Dürfte doch eine kräftige Pheromonspur gegeben haben, nachdem sie diesen eine Zeit lang angesteuert hatten.
Kaum gab es Nachschub im Zuckerwassertopf haben sie sich umorientiert.
Es ist nicht mein Anliegen in Richtung Honig, Honigwasser, Zuckerwasser zu argumentieren.
Einfach nur aufzuzeigen, was in der Ameisenhaltung noch so machbar ist und wo Ihr für Euch, Ansätze bei Euerer Ameisenhaltung finden könntet.
Eure Einwände, Anregungen, Hinweise, ich kann sie gut gebrauchen, bringt Ihr mich doch auf Ideen, die ich so nicht bedacht habe.
Noch ein paar Randinformationen um das Bild ein wenig abzurunden.
Das Volk ist ein richtig Großes, denke, wenn ich das schreibe, ist das nachvollziehbar, sind mehrere Tausend Arbeiterinnen.
Der Versuch ist aus dem Leben dieser Ameisen gegriffen, sie mussten dafür nicht extra hungern.
Sie trinken am Tag 5 - 10 ml Wasser und hatten zur Versuchszeit eine gefüllte Tränke in ihrer Anlage.
Der Unterschied dabei, um an das Wasser zu kommen müssen sie noch 5 m weiter laufen.
Habe Eure Anregungen aufgegriffen und einen neuen Versuchsaufbau gestaltet.
Versuchsaufbau 2.JPG
Das Wasser habe ich mal weggelassen, Zulauf wieder rechts, was wird werden?
Grüße Wolfgang