Hallo Erne,
ich habe hier: http://www.ameisenforum.de/europ-ische-ameisenarten-allgemeines/46599-f-tterungsversuch-von-erne-2.html noch etwas dazu geschrieben. Pheromone sind sicher auch bei kurzen Distanzen wichtig. Die von dir beschriebene Neuorientierung kommt daher, dass Ameisen nicht an einem leeren Trog verweilen, auch wenn eine starke Duftspur sie dorthin geführt hat. Deutlich leichter nachzuvollziehen ist die Dynamik hinter den Rekrutierungsvorgängen in einer Arena, in der gleichlange Stege von einem Punkt aus zu den verschiedenen Nahrungsquellen führen. Hier wäre beobachtbar gewesen, dass nach dem Aufbrauchen der Nahrung an einem Punkt die Straße nach und nach zurückgeht - ohne Nahrung keine neuen Pheromone, ohne neue Pheromone keine neuen Arbeiterinnen.
LG!
Necturus
Zweite Runde
Habe Eure Anregung aufgegriffen und die Anordnung der Töpfe verändert.
Die Lösungen sind aus dem gleichen Ansätzen, also unverändert.
Die Plastikbox und der Zuleitungsschlauch sind neu, lediglich der ausgeschnittene Deckel wurde weiterhin verwendet.
(Damit die Ameisen nicht ihre alten Pheromonspuren vorfinden)
Versuchsdauer 2 Stunden, Zulauf wieder von rechts.
Nach ca. 1 Stunde hatten sie die Zuckerwasserlösung ausgetrunken.
Der Napf blieb 30 Minuten leer und wurde dann wieder aufgefüllt.
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Zumindest bei diesen kurzen Entfernungen selektieren diese Ameisen ihr Futter.
Auch wenn sie dafür den weitesten Weg laufen müssen.
Grüße Wolfgang
Viele Süßstoffe haben chemisch keine Ähnlichkeit mit Zucker.
In der Natur kommen viele der verwendeten Substanzen praktisch nicht vor. Falls die Ameisen sie nicht als giftig erkennen und aufnehmen würden, würde es zu unvorhersehbaren Folgen kommen.
Da sollte man zumindest vorsichtig sein.
Was nun am besten für die Ameisen ist, das wäre interessant. Das leckerste ist ja nicht automatisch das beste.
Was das beste ist lässt sich leider nicht so einfach überprüfen.
Mir fiele allerdings eine Herangehensweise ein, die nicht so aufwändig ist.
Man könnte von einer Kolonie jeweils 100 Arbeiterinnen separieren.
Diese dann in Reagenzgläsern unter gleichen Bedingungen halten, einziger Unterschied:
Kontrollgruppe A bekommt Zuckerwasser, Kontrollgruppe B bekommt Honig usw.
Was man jetzt beobachtet ist die Sterberate z.B. monatlich nachzählen.
Das ist zwar nicht ganz valide, da es sich bei den Kontrollgruppen nicht um richtige Kolonien handelt. Die Ergebnisse wären sicher aufschlussreich. Man könnte argumentieren, dass die Lebenserwartung widerspiegelt wie gesund das jeweilige Futter ist.
Was für Süßstoff wurde eigentlich verwendet?
Frage gezielt, da jetzt Stevia (endlich) auch käuflich überall erworben werden kann.
Das ist aber nicht machbar, da jede Ameise ja auch an Altersschwäche sterben kann :D
Wenn man nicht eine junge Kolonie dafür komplett opfern will und daher die Probanden einer großen Kolonie entnimmt, haben diese Arbeiterinnen alle ein unterschiedliches Alter ... somit wäre diese Möglichkeit auch nur bedingt informativ...
Wenn dann müsste man immer 100 Puppen nehmen, da diese alle ca. gleichzeitig schlüpfen und somit ein gleiches Grundalter haben :)
Die Versuche kann man ja über Monate gestalten, da man wohl kaum mal so mir nichts dir nichts 800 oder 900 Puppen von einer Kolonie stibitzen kann ^^
ANTianer, das stimmt nicht ganz. Statistisch gesprochen sind bei ausreichender Größe der Kontrollgruppen die Lage und Streuung der Merkmale wie Alter vergleichbar.
Die Kontrollgruppen sind durchschnittlich gleich alt, wenn sie individuenreich genug sind. Darauf kommt es an.
Falls du mir nicht folgen kannst steht es hier etwas genauer:
http://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung
http://de.wikipedia.org/wiki/Deskriptive_Statistik
Zu erwarten wäre ein gleiches Absinken der Individuenzahl bei gleichen Bedingungen. Sind deutliche Unterschiede zu erkennen fände ich das hoch interessant.
Wären alle Arbeiterinnen in allen Kontrollgruppen gleich alt, so könnten die Kontrollgruppen kleiner sein.
Ein Denkfehler der mir noch auffällt. Wenn man die Arbeiterinnen nicht gleichzeitig entnimmt könnte eine unterschiedliche Lebenserwartung der verschiedenen Gruppen auch von einem anderen Entnahmezeitpunkt im Jahreszyklus oder einer anderen Altersstruktur der Arebeiterinnen usw. verursacht werden. Die Ergebnisse sind dann nicht mehr sehr aussagekräftig.
Ein weiterer Ansatz, wo Ihr experimentieren könnt.
Der Hauptbestandteil unseres Haushaltszucker ist Saccharose.
Honig enthält unter anderem verschiede Zucker, die zudem noch in ihren Anteilen schwanken.
Mengenmäßig betrachtet sind das Fruchtzucker und Traubenzucker.
Daraus abgeleitet mein Angebot.
Zuckermischungen.jpg
Mitwirkende wie gehabt, Camponotus nicobarensis
Versuchsdauer auch wie gehabt, 2 Stunden.
Futterlösungen
Zucker: Haushaltszucker und Wasser nach Gewichtsanteilen 1 zu 1
Traubenzucker: Traubenzucker und Wasser nach Gewichtsanteilen 1 zu 1
Fruchtzucker: Fruchtzucker und Wasser nach Gewichtsanteilen 1 zu 1
Gemisch: Traubenzucker und Fruchtzucker jeweils zu 50% und Wasser nach Gewichtsanteilen 1 zu 1
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Was nun?
mmh... scheinen auf Fruchtzucker zu stehen... probiers mal mit Saft ;)
Ok, aber was für einen Saft?
Und wo die Inhaltsstoffe/Zusammensetzung des Saftes herbekommen?
Grüße Wolfgang