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earlant: Die Blattschneider von Köln, sterntv in RTL (5. Sep 2006 14:07)

http://www.stern.de/tv/?nv=redir

Mittwoch 06.09.2006 | 22:15 Uhr

"Was krabbelt denn da?" Wie böse fremde Tiere über Deutschland herfallen

© DDP Blattschneiderameisen: Nachbars Garten überfallen
Hobbygärtner Karl Ditz hat ein Problem: In seinem liebevoll gepflegten Grün haben sich tropische Blattschneiderameisen ausgebreitet. Erst litten die Wildrosen, dann die Fuchsien, schließlich war auch der Hibiskus in der Gartenanlage kahlgefressen. Die Plage hat der Nachbar eingeschleppt.

"Es waren schwarze Karawanen", beschreibt der pensionierte Gärtnermeister das Elend. Die tropische Blattschneiderameise ist nur ein Beispiel für Insekten und Kleintiere, die üblicherweise in der freien Natur Europas gar nicht vorkommen - und sich trotzdem hierzulande ausbreiten. stern TV hat sich auf die Lauer nach Vogelspinnen, Ameisen, Nandus, Ochsenfröschen und Marderhunden gelegt. "Was krabbelt denn da? Wie böse fremde Tiere über Deutschland herfallen."
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Es geht nochmals, und dieses Mal wahrscheinlich ausführlicher, um die in Köln ausgekommenen Blattschneiderameisen!

@ Herr Sebesta: Vielleicht sollte man den gesperrten thread doch wenigstens teilweise wieder öffnen, damit newbies den Zusammenhang mitbekommen?

mfG,

Earlant

Necturus: (5. Sep 2006 15:08)

Und selbst das ist formuliert wie ein Aufhänger für den Kindergarten. Das derartige journalistische Ergüsse nicht direkt wieder durch den Papierwolf gejagt werden ist mir schleierhaft.

Es mache sich keiner Illusionen: Der Bericht fußt nicht auf dem Interesse der Bevölkerung für ihr Ökosystem, sondern auf dem vojeuristischen Unterhaltungsbedürftnis der breiten Masse. Und heute sinds statt Monstertrucks oder ähnlichem halt mal "fremde böse" Ameisen.

Necturus

Zauberkeke: (5. Sep 2006 15:33)

Achtung! Böse Tiere! :eyes:

earlant: ...und Konkurrenz machen sie sich auch noch! (5. Sep 2006 16:21)

Ebenfalls am Mittwoch, 6.9.06: WDR/Planet-Wissen

SWR 14:00 bis 15:00 Uhr, WDR 15:00 bis 16:00 Uhr, BR-alpha 16:15 bis 17:15 Uhr

EXOTEN IM TRAUTEN HEIM - VON DER AMEISE BIS ZUM SCHWEIN

Sie tummeln sich im Wohnzimmer und krabbeln über die Zimmerpalme, schlafen im Keller und bevölkern Dachböden: Tiere wie Schlangen, Geckos, Giftspinnen, Ameisen und Mini-Schweine sind als Haustiere groß im Kommen. Planet Wissen zeigt, was man bei der Exotenhaltung beachten muss und wie Tiere illegal gehandelt werden.
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sobek: (6. Sep 2006 22:41)

Hat das jemand gehört? habs selbst net gesehen mir wurde aber gesagt der Typ meinte, er könne nix dafür, da ihm in den Foren keiner hilft :O

maze23: (6. Sep 2006 22:53)

Hi,

er hat was von falschinformation von anderen haltern gesprochen.
und das sie ihm nicht glauben im forum.
und die haben es erst dann geglaubt als sie selber da waren bei ihm zu hause.
der bericht ging ja nicht nur um die ameisen sondern generell über eingeschleppte tierarten. der prof..... der dort im studio gesprochen hat war in seinen äußerungen recht gut fand ich.
absichtliches aussetzen von exotischen tierarten ist verboten.
aber er hat auch davon gesprochen das deutschland ein einwanderer land ist in sachen nicht heimischer tiere, hat sich ein bissel so angehört das es sogar physiologisch sei.

NuEM: (6. Sep 2006 23:29)

Der Bericht war ganz ok, immerhin sind beide Seiten zu Wort gekommen. Dass der Halter in gewissen Foren anfangs nicht ernst genommen wurde, als er von seinen entkommenen Blattschneidern berichtet hat, ist auch wahr.

Ein bisschen gesunder Menschenverstand hätte aber auch geholfen, dass ganze zu vermeiden. Egal was man im Internet ließt, man lässt seine Blattschneider nicht frei in der Wohnung fouragieren.

Mit den Äußerungen des Studiogastes stimme ich auch überein, was die Dynamik unseres Ökosystems betrifft. Es ist nunmal kein "Schaukasten", der sich einst in einem Idealzustand befand, und durch jede Änderung weiter davon entfernt wird, sondern die ständige Veränderung selbst ist der normale Zustand.

Das ist natürlich kein Freibrief für das Freilassen fremder Arten in unsere Umwelt! Aus gutem Grund ist genau das streng Verboten. Man sollte es aber vermeiden, einer gewissen "Öko-Romantik" anzuhängen, für die es keine Grundlagen gibt.

Neu für mich wahr die Information, dass eingewanderte/eingeschleppte Arten nach 3 Jahren in Folge, die die Population überlebt hat, und in denen sie sich erfolgreich fortgepflanzt haben, als hier heimisch gelten. Danach sind praktisch alle der bekannteren Fälle invasiver Exoten schon längst heimische Arten.

earlant: Stern-TV 6.9.06 (7. Sep 2006 08:54)

Hat jemand die Sendung aufgezeichnet? – Ich wollte sie ja dringend sehen, habe aber dann nach 1 ½ Stunden „Natascha K.“ entnervt aufgegeben, dachte, der Neozoen-Beitrag würde wieder verschoben :(

Vielleicht könntet Ihr auch noch ein wenig mehr schreiben. Wer war der Studiogast? Das ZDF soll über 8 Stunden vor Ort in Köln gedreht haben. Ist der Acromyrmex-Halter tatsächlich aufgetreten? Hat man etwas von den Räumen gesehen, vom Nest (oder dessen Resten, nachdem m.W. erst nach ersten Bekämpfungsversuchen gefilmt wurde)?

Zu den bisherigen Kommentaren:

Maze23: „aber er hat auch davon gesprochen das deutschland ein einwanderer land ist in sachen nicht heimischer tiere, hat sich ein bissel so angehört das es sogar physiologisch sei.“
- Ein Fachmann kann sich gar nicht anders äußern: Es ist nun mal Tatsache, dass in einem Land wie Deutschland von allen Seiten Tierarten „versuchen“, ihre Verbreitungsgebiete auszudehnen, das sind natürliche Vorgänge. Wir leben nicht auf einer Insel weit draußen im Ozean. Auch solche Zuwanderungen können Verluste bei vorher einheimischen Arten bewirken.

Man muss aber differenzieren: Eine Art, die aus Ungarn via Tschechien zuwandert, ist etwas anderes, als eine, die aus Südamerika oder Japan eingeschleppt wird. Die natürlichen Zuwanderer kommen in aller Regel auch recht langsam voran, so dass sich die „Altsiedler“ darauf einstellen können. Eines der „schnellsten“ Beispiele ist die Türkentaube, die es innerhalb weniger Jahrzehnte geschafft hat, sich in ganz Europa anzusiedeln. Aber die kann auch weit fliegen.

NuEM: “was die Dynamik unseres Ökosystems betrifft. Es ist nunmal kein "Schaukasten", der sich einst in einem Idealzustand befand, und durch jede Änderung weiter davon entfernt wird, sondern die ständige Veränderung selbst ist der normale Zustand.“
- Volle Zustimmung. Das Problem bei uns (wahrscheinlich bei allen Menschen) ist das überwiegende Denken in „Schwarz und Weiß“, ohne Zwischentöne. Die einen möchten ein Deutschland als Urwaldland, wie es zu Tacitus’ Zeiten teilweise war, die anderen schließen aus der wohlbekannten natürlichen Dynamik, dass es ohnehin völlig egal sei, welche und wie viele Neophyten und Neozoen wir hier ansiedeln, Hauptsache wir haben Spaß daran (Zierpflanzen, Heimtiere).

„Urwaldland“ geht nicht ohne Auswanderung von > 95 % der Deutschen. Die – beabsichtigte oder unfreiwillige - künstliche Ansiedlung mancher Organismen auf der anderen Seite kann NACHWEISLICH die Biodiversität drastisch reduzieren (Fire Ants, Aga-Kröte, ….), oder auch direkte Gesundheitsschäden bei Menschen hervorrufen (Pharaoameise). Also liegt der „Goldene Mittelweg“ irgendwo dazwischen.

Argumentieren wir weiter, so müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass zahlreiche Neobiota unfreiwillig, mit Handelsgütern, eingeschleppt wurden und werden. Man versucht, das durch Kontrollen zu bremsen, was aber nicht 100% Erfolg bringt. Am Schluss meines Gedankenganges komme ich unweigerlich zu der Folgerung: Man muss nicht mutwillig und um sehr geringer Vorteile willen diese Einschleppungen um zahlreiche weitere Arten vermehren!

NuEM: „Neu für mich wahr die Information, dass eingewanderte/eingeschleppte Arten nach 3 Jahren in Folge, die die Population überlebt hat, und in denen sie sich erfolgreich fortgepflanzt haben, als hier heimisch gelten. Danach sind praktisch alle der bekannteren Fälle invasiver Exoten schon längst heimische Arten.“ Das ist auch mir neu. Muss eine aus dem Ärmel geschüttelte Definition sein, ungefähr so wichtig und wertvoll wie die Aberkennung des Planeten-Status für Pluto: Streit um des Kaisers Bart und Effekthascherei.

Diese Definition berücksichtigt nicht, dass es Arten gibt (z.B. Fruchtfliegen), die innerhalb von drei Jahren locker 30 und mehr Generationen schaffen, während die meisten Ameisenarten innerhalb dieser Zeit noch nicht einmal eine einzige Generation neuer Geschlechtstiere erzeugen (wenn wir von einer freigekommenen großen Kolonie ausgehen, kann es eine neue Generation geben. Die muss dann erst mal wieder Tochterkolonien gründen, und das kostet Zeit. Ausnahme natürlich so etwas wie die Pharaoameisen).
Also: Definition ist für den Müll!

Na, das ist ja doch wieder etwas Diskussionsstoff geworden. Freue mich über Kommentare. :)

MfG,
Earlant

Bigfoot: (7. Sep 2006 12:06)

ich denke mal dass mit der definition 3 generationen gemeint waren, da er ja als beispiel die nandhus genannt hatte, welche mittlerweile schon einige generationen haben! Der halter wurde auch gezeigt, und hat auch ein kurzes interview gegeben! Bilder vom nest etc gab es leider nicht zu sehen, nur ein paar vereinzelte ameisen die drausen rumliefen!

Ulrich_W: (7. Sep 2006 15:01)

Hallo zusammen,

ich hab einen Mitschnitt des Themas "was krabbelt da ..." von Stern TV!

Die Frage ist, darf ich, kann ich, soll ich ihn ins Forum hochladen, wenn ja wohin und wieviel MB darf er max. sein?

Gruß

Ulrich


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