Hi, inspiriert durch ein paar Becken die ich in letzter Zeit hier gesehen habe und da ich Wälder schon immer mochte habe ich mir überlegt ein möglichst natürliches Becken einzurichten. Als vorlage soll ein typische Deutscher Wald (Urwald bzw. Das was man heutzutage als Urwald versteht) dienen.
Hat jemand erfahrung bei sowas? Ziel ist es ein möglicht unabhäniges kleines "Waldstück" zu schaffen das nur befeuchtet werden muss und alles andere von selbst regelt. Welche Tiere und Pflanzen sollten vorhanden sein? Zu groß dürfen die Pflanzen natürlich nicht sein also welche kleinen variaten gibt es? Welche Insekten sollten vertreten sein und welche besser nicht?
Die möglichkeit Ameisen beim Nestbau zu beobachten wäre schön ist aber kein muss.
Bewohnen sollen es wahrscheinlich Camponotus ligniperdus und Temnothorax nylanderi.
Wo Pflanzen sind, da ist meistens auch Erdreich in welches sich Ameisen einnisten können. Das kann bei heimschen Arten zum Problem werden, wenn dann das ganze Terrarium statt nur einem Nest eingewintert werden muss. Außnahmen wären zum Beispiel Moose und Epiphyten. Wenn das für dich aber kein Problem ist, gibt es im Internet einige Shops, welche kleinbleibende Terrarienpflanzen anbieten. Ich schick dir per PM mal einen Shop, mit welchem ich bisher gute Erfahrung gemacht habe. Falls du in Hannover einen kennst, nenn mir Namen!! :D
Gut machen sich Rankpflanzen und eventuell Farne. Ich würde auch noch eine Baumwurzel einsetzen. Auch eine Rückwand (zB aus Kork, aus selbst modelliertem Fels usw) sieht sehr schön aus, kann aber auch einiges an Arbeit machen.
Zu den Insekten: Vor allem Verwerter sollten da mit rein. Asseln, Springschwänze. In einem großen Terrarium habe ich etliche kleiner Regenwürmer (sind wohl mit den Pflanzen in Terrarium gekommen). Es kann dann aber durchaus mal sein, dass die Population einer Insektenart unangenehm stark ansteigt (Ich erinnere mich an einen älteren Thread, in dem jemand ein Gesellschaftsbecken mit einheimischen Arten eingerichtet hat. Er hatte viel Material einfach dem Wald entnommen, samt aller Insekten die dort lebten. Die Asseln hatten das Terrarium schnell überwuchert. Das Problem wurde dann durch hinzusetzen einer weiteren Insektenart gelöst). Aufpassen sollte man bei Raubinsekten.
Nicht zu vergessen: für gute Belüftung sorgen.
Danke für die ausführliche Antwort. Das sie sich in der Erde einnisten könnten, ist mir bewusst - muss ich allerdings in kauf nehmen. Ich wollte dem aber etwas vorbeugen in dem ich ein Korknest mit trockenen Bereichen anbiete. Meiner Erfahrung nach werden trockene Bereich von Camponotus ligniperdus bevorzugt. Außerdem wollte ich nur eine dünne Schicht Erde ins Becken einbringen, so dass es für Pflanzen reicht. Eine Baumwurzel habe ich bereits eingeplant.
Als Bepflanzung wollte ich möglichst nur verwenden, was ich bei mir in der Gegend finden kann. Trotzdem danke für den Shop werde ihn im Auge behalten. Und nein in Hannover kenne ich leider keinen.
Meine größte Sorge ist die Befeuchtung des ganzen. Gibt es da Empfehlungen? Da ich nur eine dünne Substratschicht anbieten möchte, werde ich auf Seramis verzichten. Reicht einfaches sprühen ab und zu oder wäre ein Y-tong Stein mit Wasserspeicher eine Möglichkeit die Umgebung feucht zu halten?
Ich stelle mir das so vor, dass der Y-tong stein z.b. flach liegend im Becken und mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt über einen Schlauch befeuchtet wird und so die Feuchte abgibt.
Wir haben in Bio mal ein Einmachglas mit Erde, Moos und ein paar Insekten (Asseln etc.) gefüllt. Das haben wir dann mit Klarsichtfolie verschlossen und in die Sonne gestellt. Das war nach Wochen noch ein komplettes Ökosystem ohne Schimmel o.ä.. Wäre natürlich super wenn man so etwas bauen könnte :P.
Ansonsten würde ich vermuten, dass das Aufsprühen von Wasser reicht. Dadurch bekommen die Pflanzen genug Wasser und der Boden sollte auch nicht austrocknen. Aber auch der Y-tong Stein sollte reichen und könnte das Grundwasser simulieren. Ich würde aber vermuten, dass man zusätzlich zum Y-tong noch Wasser sprühen muss, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig wird.
Auf lange Sicht müsste man sich noch Gedanken um die Nährstoffversorgung der Pflanzen machen. In der Natur kriegen sie Nährstoffe durch verottete Pflanzenteile. Vermutlich würden diese verottenden Pflanzenteile aber zu Schimmel im Becken führen (nur eine Annahme, korrigiert mich, wenn ich falsch liege).
Bei ausreichender Belüftung sollte eigentlich kein Schimmel entstehen. Für die Nährstoffe kann man in Form von Blättern sorgen.
Das Problem beim ins Fenster stellen ist, dass der Wasserdampf die Scheiben runterläuft und man nichts mehr sieht.
Je nach dem wie viele Pflanzen, die Fotosynthese betreiben, man in das Becken pflanzt, müsste man doch aber die Belüftung regulieren bis ganz sein lassen können. Wenn man dann noch einen kleinen Ventilator einbaut, kommt es auch nicht dazu, dass es schimmelt. Glaube ich, weil dann eigentlich genug Sauerstoff überall hinkommt und die Luft nicht unbewegt ist. (letztendlich verursacht man das gleiche indem man lüftet)
Das Problem mit dem kondensierten Wasser an der Fensterscheibe hängt ja mit der, im Vergleich zum Glas, wärmeren Luft im Becken zusammen. Wenn man nun das Becken an einen Platz stellt, wo genug Licht an die Pflanzen kommt, damit diese Fotosynthese betreiben können, das Becken sich aber nicht durch hohe Sonnenbestrahlung erhitzt, müsste das Problem mit dem Kondenswasser eigentlich zu lösen sein.
Je nach dem wie viele Pflanzen, die Fotosynthese betreiben, man in das Becken pflanzt, müsste man doch aber die Belüftung regulieren bis ganz sein lassen können. Wenn man dann noch einen kleinen Ventilator einbaut, kommt es auch nicht dazu, dass es schimmelt. Glaube ich, weil dann eigentlich genug Sauerstoff überall hinkommt und die Luft nicht unbewegt ist. (letztendlich verursacht man das gleiche indem man lüftet)
Soweit ich weiß brauchen Pflanzen Kohlenstoffdioxid für die Fotosynthese, ohne Belüftung ist das irgendwann verbraucht. Die Lüftung ist also unersetzlich. Ein weiteres Problem sehe ich bei dem Ventilator, der muss sich drehen und das
in einem Becken ohne Schaden an Ameisen oder Pflanzen zu verursachen. Ich glaube das dann auf kurz oder lang eine Ameise dran glauben müsste.
Das Problem mit dem kondensierten Wasser an der Fensterscheibe hängt ja mit der, im Vergleich zum Glas, wärmeren Luft im Becken zusammen. Wenn man nun das Becken an einen Platz stellt, wo genug Licht an die Pflanzen kommt, damit diese Fotosynthese betreiben können, das Becken sich aber nicht durch hohe Sonnenbestrahlung erhitzt, müsste das Problem mit dem Kondenswasser eigentlich zu lösen sein.
Habe ich auch schon mal gedacht. Habe ich zu spät dran gedacht.
Erst denken, dann posten Ameisenfreund
Soweit ich weiß brauchen Pflanzen Kohlenstoffdioxid für die Fotosynthese, ohne Belüftung ist das irgendwann verbraucht. Die Lüftung ist also unersetzlich. Ein weiteres Problem sehe ich bei dem Ventilator, der muss sich drehen und das
in einem Becken ohne Schaden an Ameisen oder Pflanzen zu verursachen. Ich glaube das dann auf kurz oder lang eine Ameise dran glauben müsste.
Aber um zu wachsen und Nährstoffe zu verwerten erzeugen sie Kohlenstoffdioxid. Auch die im Becken lebenden Tiere erzeugen CO2. Das würde bedeuten es wäre immer CO2 vorhanden. So würde sich auf dauer ein Gleichgewicht zwischen O2 produzierenden/CO2 kosumierenden und O2 konsumierenden/CO2 produzierenden Komponenten einstellen, wenn man für genug Nährstoffe sorgt.
Das Problem mit dem Ventilator ließe sich mit einem einfachen Gitter, welches auch zum Ausbruchsschutz verwendet wird, lösen.
Drüberkleben -> Fertig ;)
Da hast du wieder recht, ich ernenne dich zum Ökosystemkenner. :D
Tiere, Acid, die du nicht mit aufnehmen solltest, sind meiner Meinung nach:
- Asseln ( vermehren sich zu stark)
- Marienkäfer
- Raubwanzen
- größere Spinnen
Tiere die ich empfehlen kann:
- Feuerwanzen
- (Blattläuse)
die Blattläuse sind mit Vorsicht zu genießen.
- kleine Spinnen
Aber um zu wachsen und Nährstoffe zu verwerten erzeugen sie Kohlenstoffdioxid. Auch die im Becken lebenden Tiere erzeugen CO2. Das würde bedeuten es wäre immer CO2 vorhanden. So würde sich auf dauer ein Gleichgewicht zwischen O2 produzierenden/CO2 kosumierenden und O2 konsumierenden/CO2 produzierenden Komponenten einstellen, wenn man für genug Nährstoffe sorgt.
Wie kommst du darauf, dass sich ein Gleichgewicht von alleine einstellen würde? Erstmal ist es so, dass Pflanzen mehr O2 produzieren als CO2. O2 durch die Photosynthese, CO2 zB durch die Lichtatmung. Alles andere wäre auf Dauer für die Pflanze tödlich.
Zu den Nährstoffen. Aus Pflanzenresten wird nur nährstoffreicher Humus, wenn entsprechende Verwerter vorhanden sind. Das sind zum einen größere Organismen wie Asseln, Regenwürmer, Springschwänze, zum anderen zahlreiche Bakterien. Dies dauert jedoch seine Zeit. Bis so ein Blatt verwertet wurde, vergehen schon mal einige Monate. Schimmelpilze sind im übrigen auch nur eine Form von Verwertern von Pflanzenresten. Des weiteren denke ich, dass die Pflanzen mit einer dünnen Schicht Erde und den Verzicht auf Seramis auch nicht allzu lange leben werden. In der Uni habe ich gelernt, dass selbst für Gräser 15cm Erdreich Pflicht ist. Und durch fehlendes Seramissubstrat kann der Boden schnell verschlammen. Wurzelfäulnis könnte die Folge sein.
Auf Asseln würde ich auch nicht verzichten. Sonst schau im Netz mal nach weißen Asseln. Nimmt du Population überhand, kannst du entweder selber eingreifen, oder eventuell Raubinsekten einsetzen (würde ich aber nur bei größerer Ameisenpopulation riskieren).
Viele Grüße :)
Benjamin