Proteine lassen Ameisen früher sterben?
Hier eine interessante Information/Diskussion mitzulesen.
http://www.ameisenforum.de/neues-aus-medien-wissenschaft/46486-proteine-lassen-ameisen-fr-her-sterben.html
Grüße Wolfgang
Wie in dem Forum auch schon beschrieben wird, ist das doch längst bekannt und auch gewissermaßen nachvollziebar.
Oft liest man ja auch von Blattschneiderameisenhaltern, dass sie beim Absterben des Pilzes die Zeit bis zum Ersatz mit Zuckerwasser überbrücken. Proteine sind zu bestimmt 90% nur für die Brutpflege nötig (meine Vermutung). Kohlenhydrate hingegen halten die Tiere bei der Kraft um ihre Arbeiten auszuführen.
So, das 2te Problem ist ja noch das Fehlen von Königin und Brut. Wie dort angesprochen verändert sowas doch das komplette Verhalten der "Kolonie". Wenn keine Brut da ist, haben die Arbeiterinnen auch weniger Drang Proteine zu suchen. Sieht man ja als Halter selber.
Der Versuch zeigt lediglich, dass die Tiere am liebsten ihre Futterquellen getrennt haben und selber aussuchen. Inwiefern man dann aus diesem Experiment noch die Lebenserwartung ableiten kann, ist mir unter den Gegebenheiten ein Rätsel -_-
Eine Kolonie ohne Königin und die notwendigen Pheromone zum Steuern der Kolonie ist sehr wichtig, wenn dann noch die Brut fehlt, die förmlich nach Nahrung schreit, kann man das eigentlich total vergessen oder?
Ein bisschen beschleicht mich der Verdacht, dass die beiden Wissenschaftler Veganer sind, aber Spaß beiseite: :grin:
Ohne Königinnen keine wirklich relevanten Ergebnisse!
Man muss eine Kolonie schließlich als Ganzes betrachten, wenn durch hohe Proteinzufuhr Arbeiterinnen kürzer leben, dafür aber wesentlich mehr produziert werden, ohne die Lebensspanne der Königin zu verkürzen, dann kann es so sein...
Weiterhin ist fraglich, ob man künstliche Nährlösungen wirklich mit der Proteinzufuhr durch Honig und Insekten vergleichen kann, ich habe da so meine Zweifel.
Zuletzt stellen sie ja auch Vermutungen über eine zu hohe Proteingehalte der Arbeiterinnen an, die würden in einer echten Kolonie an Larven und Königin abgegeben...
Das ist etwa so, als würde man die Lebensspanne einer Milchkuh errechnen, indem man Tiere hält, die niemals kalben und dann laktieren!
Gut, man wollte schnelle Ergebnisse erzielen, aber auch dafür hätte man Königinnen nehmen können, man hätte nur Geduld und richtiges Zeitmanagement benötigt und natürlich mehr Arbeit...
Für so etwas etablierte Wildkolonien zu vernichten, halte ich zudem für fragwürdig - wieder einmal wäre Geduld angebracht; ein Thema, das uns wohl des öfteren in letzter Zeit begegnet... :wink:
Wie gesagt: viel wichtiger als die Lebensspanne der Arbeiterinnen ist in einer funktionierenden Kolonie die Lebensspanne der Königinnen!
(Zu ähnlichen Schlüssen kommt man ja auch im Ameisenforum...)
edit: sojave war schneller...
Die Aussage ist für mich auch falsch. Sie müsste heißen: Zu wenig Kohlenhydrate lassen Ameisen früher sterben.
Im Versuch wurden viele Kolonien ohne Königin und Brut mit Nährlösungen gefüttert, wobei die Kolonien mit viel Proteine und wenig Kohlenhydraten schneller sterben.
Ist doch nur logisch, da die adulten Ameisen Kohlenhydrate und keine Proteine brauchen. Es wurde wie ein Versuch sein, Menschen mit Süß- und Salzwasser zu versorgen.
Zucker ist einfach der beste Energiegeber für solch kleine Tiere. Proteine müssen erst aufgespalten werden und benötigen ein größeren Versorgungsprozess.
Aber wird dieses Wissen unser Futterzusammenstellung ändern?! Ich finde nein.