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MrIglo: Milbengefahr durch Drosophilia? (25. Okt 2010 11:22)

Moin, denke die Überschrift sagt schon alles.

Meist bekommt meine Pheidole Kolonie rohe Insekten die sich im Sommer ja fast überall aufdrängen.
Überbrühte Mehlwürmer usw. werden nicht so gerne genommen.
Langsam wird das mit dem Insekten fangen immer schwerer.

Meine Frage ist nun, ob ich Drosophilia aus einem Zuchtansatz aus dem Zooladen roh anbieten kann. Wie groß ist das Risioko?

LG

N&&N: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (25. Okt 2010 12:26)

Das kommt natürlich auf die Qualität an, aber ich würde es nicht riskieren. Wem schon einmal eine ganze Kolonie wegen vermilbten Futtertieren eingegangen ist, wird das wohl ähnlich sehen. Mir ist eine Camponotus-Kolonie eingegangen weil ich drei Mehlwürmer unabgekocht angeboten habe. :(

baumarkthammer: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (25. Okt 2010 14:01)

Ich habe seit sehr sehr langer Zeit nichts mehr überbrüht, ich finde das steigert die Milbengefahr nur, da abgebrühtes Futter schnell im Becken schlecht wird.
Die Gefahr, dass du in einem Zuchtsatz, schädliche Milben hast ist sehr gering.
Oft sind Zuchtsätze vermilbt, aber das sind Milben, die auf dem Zuchtsatz und nicht auf den Tieren leben. Das ist deswegen nicht optimal, da die Milben sich sehr schnell vermehren und die Ausbeute an Fruchtfliegen klein wird.
Ich kenne übrigens Leute, die ihre Zuchtsätze einfach offen ins Becken stellen, von Milben habe ich da noch nie gehört.
Übrigens infiziert sich eine gesunde und wohlgedeihende Kolonie nicht so einfach mit Milben, das tun die in der Natur ja auch nicht. Die meisten Kolonien mit Milben sind geschwächte Kolonien.

Ich würde dir übrigens empfehlen Pheidole entweder mit enthaupteten Heimchen oder mit Fruchtfliegen zu füttern, da fahren kleinere Ameisen drauf ab und ich füttere auch meine Harpegnathos saltator mit unbehandelten Heimchen und bisher habe ich noch nie eine Milbe gesehen.

Moonman: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (25. Okt 2010 15:59)

Auch ich füttere meine Ameisen nur mit ungekochten Insekten. Ok, ich bin erst seit einem Jahr Ameisenhalter, dennoch habe ich schon lange Reptilien und somit Lebendfutter in allen möglichen Formen. Auch ich habe deshalb schon Probleme mit "Müllmilben" die sich gerne vermehren wenn es zu feucht ist. Aber sie schädigen die Ameisen nicht. Schaut nur eklig aus und der Gedanke, dass alles lebt, ist nicht so schön.
Und das eine Kolonie gleich Milben hat und daran stirbt weil man 3 unbehandelte Mehlwürmer gibt?! Naja... Alleine das an Mehlwürmern keine Milben sitzen können macht das schon sehr unglaubwürdig. Wer weiß wo die hergekommen sind.

Ich halte seit 8 Jahren Mehlwürmer. Einmal ein Paar gekauft und bis heute vermehren sie sich super.
Heimchen kaufe ich jeden Monat 1-2 Packungen, noch nie Milben gehabt.

Ich habe mich auch schon an der Zucht von Drosophilia versucht, leider sind diese eingegangen durch diese Müllmilben. also ich habe sie aus Ekel weggeworfen.

Es ist doch "schön" anzuschauen wenn die Ameisen um ihr Essen kämpfen müssen. Hört sich böse an, aber so ist es halt in der Natur. Ich habe mehr Angst, dass die gekochten Insekten einen negativen Einfluss auf eine Kolonie haben. Eiweiß verändert sich bei Hitze und Ameisen kennen von Natur aus soetwas nicht/kaum. Da gehen sicher auch andere Inhaltsstoffe kaputt, wie Vitamine.... Seefahrer ging es im Mittelalter auch nicht so gut mit Skorbut.

MrIglo: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (25. Okt 2010 19:05)

Danke für die Antworten. Werde dann auf rohe Drosophilia für meine Pheidole umsteigen.

LG

Raimund: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (25. Okt 2010 19:27)

Bei Pheidole ist auch die Frage, ob diese aufgrund ihrer Größe überhaupt als Wirte geeignet sind oder wohlmöglich die Parasiten einfach fressen.

N&&N: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (25. Okt 2010 19:54)

@Moonman: Hallo, ich habe meine Lasius niger immer mit nicht überbrühten Tieren gefüttert und hatte auch über Jahre keine Probleme. Das meinte ich mit der Qualität des Futters. Die besagten Mehlwürmer waren eben nicht für Terrarientiere gedacht, sondern unter schlechten Bedingungen (einer großen Kiste voll mit Tieren) gehalten und eher für Hühner usw. gedacht. Was da alles mit in die Tüte geschaufelt wird, lässt sich halt nur schwer sagen.
Futtermilben kommen meiner Erfahrung nach auch ohne Futtertiere schnell ins Formicarium, aber Milben die sich auf den Tieren festsetzen eben nicht.

baumarkthammer: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (26. Okt 2010 05:11)

Raimund, ich will zu bedenken geben, dass Pheidologeton diversus- angeblich -am öftesten an Milben verenden, hier in der Haltung. Die sind genau so groß wie die meisten Pheidole Arten.
Es gibt auch arg kleine Milben.
Da fällt mir eben eine Milbe ein, die oft auf Asien Importen saß. Da ich alles andere als ein Milbenexperte bin kann ich nur sagen, dass es eine Milbe war, die wie ein feines Pulver auf den Ameisen war, vorallem auf Harpegnathos und Pheidologeton. Also ich denke es ist generell möglich, dass jede Ameise Milben bekommt.

Creature: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (26. Okt 2010 06:01)

Baumarkthammer hat recht. Die kleinen Arbeiterinnen der Pheidologeton sind ziemlich genau so groß wie Pheidole Arbeiterinnen. Lediglich die Soldaten und die Königinnen sind wesentlich größer als die von Pheidole.

Hier in meinem Haltungsbericht siehst du mal das verhältnis zu einer Arbeiterin. Also die größe der Milben im Verhältnis.

http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=146&t=13821&start=15

Bei Pheidologeton steht die These im Raum , dass sie die Milben nicht entfernen , weil sie gewohnt sind das Arbeiterinnen auf ihnen Reiten. Dadurch ist es kein "ungewohntes Gefühl" etwas mit sich umher zu tragen.

Meine Kolonie war übrigens schon über 1000 Tiere groß und hatte reichlich Brut, doch dann kamen innerhalb von einem Monat die Milben und haben die gesamte Kolonie ausgerottet.

Raimund: Re: Milbengefahr durch Drosophilia? (26. Okt 2010 17:15)

Ist mir bewusst, aber bei den Milben bei Pheidologeton handelt es sich doch um wirtsspezifische Milben, oder? Der Threadersteller wollte aber doch viel mehr auf Futtertiermilben hinaus. Und Drosophila können sich im Gegensatz zu Ameisen nicht gegenseitig pflegen oder sich wehren.


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