Will euch ja nicht in eurem Eifer ausbremsen, gefangene Futtertiere auf Milben untersuchen,
Tier für Tier und dann auch noch so konzentriert das dabei nicht die kleinste Milbe übersehen wird, ist für mich schon bedenklich bis nicht möglich.
Davon auszugehen das selbst gefangene Futtertiere selten bis keine Milben haben, ist auch nicht der Fall, hier könnt ihr euch Milben ansehen die ich bei Fliegen und Mücken gefunden habe.
Im Spätsommer war ca. jede 10. Fliege mit Milben behaftet.
http://www.ameiseninfos.de/html/milben.html
Aus meiner Sicht und bis jetzt auch meine Erfahrung gibt es bei gekauften Futtertieren seltener Milben, selber habe ich noch keine gefunden.
Die Leute die Futtertiere aufziehen leben davon das sie diese verkaufen, mit ein Grund ihre Futtertiere gesund und milbenfrei zu halten.
Futtertieraufzucht ist Massentierzucht
Bei gekauften Futtertieren rechne ich eher mit Rückständen von chemischen Mitteln, eben um Futtertierzuchten gesund und milbenfrei zu halten.
Es bleibt dabei, Futtertiere ohne Milbenrisiko sind abgebrühte Tiere.
Grüße
da stellt sich nur wieder die frage ob meine ameisen das dann annehmen, da sie eig nur lebendfutter fressen.
Was, deine fressen nur Lebendfutter? Hast sie ja ganz schön verzogen :grin: ! Ne im ernst, die fressen bestimmt auch tote Insekten. Machen sie ja in der Natur und bei mir Zuhause auch so.
wie fütterst Du denn Lebendfutter ?
Pickst Du die auf und pinnst sie an den Boden ?
Also würd mich auch schwer wundern, wenn die Tierchen nur Lebenfutter annehmen würde. Meine Formica sanguinea haben kein Problem mit abgebrühten/eingefrorenen Futtertieren. Davon abgesehen haben sie ehrlichgesagt noch nie was lebendiges erlegt, als ich einmal versucht habe, ein lebendes Futtertier ins Becken zu geben, waren sie nicht in der Lage, es zu töten.
ja ich bin mir sicher dass sie auch abgebrühtes nehmen würden wenn sie wirklich hunger hätten, doch da ich noch keine larven habe benötigen sie wahrscheinlich noch kein bis sehr wenig eiweiss weshalb sie abgebrühtes nicht nehmen, aber lebendes nehmen sie komischerweise. ich dachte mir solange sie noch keine larven haben und das eiweiss noch nicht dringend benötigen gibts halt eher selten insekten vielleicht 2 mal die woche. wenn sie larven besitzen werde ich sicherlich neue versuche mit abgebrühtem starten.
ps: ich pinne meine futtertiere nicht am boden fest, da die arena nur 20*10*10 groß ist erwischen sie sie immer früher oder später. es sind ja auch eher kleine futtertiere wie mücken oder gelsen manchmal auch fliegen.
sorry gelse = stechmücke damit ihr euch auch auskennt ^^
Hurrican
Hallo,
irgendwie ist es komisch das immer davon ausgegangen wird, das Insekten nur wegen dem Protein für die Larven erbeutet werden und Zucker bzw. Honig nur für die Arbeiterinnen zur Energiegewinnung benötigt wird, und das bei allen Ameisenarten.
Dabei gibt es mehr als genug Arten die in der Natur sich zu fast 100% von Insekten und anderen Kleinstlebewesen ernähren, die so gut wie nie in den Genuss von Kohlenhydraten kommen.
Dabei ist es wie beim Menschen, dieser kann sich überaus gut nur von Fleisch ernähren, während Vegetarier und noch mehr Veganer mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Im Fleisch ist einfach alles lebensnotwendige vorhanden, Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Fett usw., während bei pflanzlicher Nahrung oft der ein oder andere Mangel herrscht, der teilweise mit Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten bekämpft werden muss.
So verhält es sich auch bei den Ameisen, nicht jede Art hat die Möglichkeit überhaupt Blattläuse zu bewirtschaften, und nur von den Kohlenhydraten durch Blattläuse könnte auch kein Ameisenstaat überleben. Die Hauptnahrung besteht nunmal bei den meisten Ameisenarten aus der Hämolymphe (sozusagen dem Blut) von Insekten.
Tatsächlich kann man seine Kolonie auch ausschließlich mit Insekten ernähren, zum Beispiel meine Kolonie Odontoponera transversa, die seit 2 Monaten keinerlei Zuckerwasser bzw. Honig bekommen hat und vorher auch schon keinen zu sich genommen hat. Und trotzdem geht es ihnen gut und sie wachsen. Wichtig ist nur dass die Futtertiere nicht überbrüht werden, da dadurch die Hämolymphe fest werden kann und wichtige Vitamine zerstört werden. Denn anders als die Larven können erwachsene Ameisen keine feste Nahrung zu sich nehmen (ausser z.b. Messor-Arten, wobei der Vorgang der Verflüssigung allerdings sehr energieaufwendig ist).
Zur Veranschaulichung mal einige Inhaltsstoffe und Erklärungen dazu von Insekten (hier Heimchen):
- Protein: ca. 19%
Proteine werden hauptsächlich für das Wachstum benötigt, aber auch zur Herstellung von Enzymen, z.b. Verdauungsenzyme, und die braucht jedes Lebewesen. Aber es kann auch Energie daraus gewonnen werden.
- Fett: ca. 5%
Fett ist in der Natur so ziemlich der wichtigste Energieträger, zwar liefert es nicht so viel Energie wie Zucker, aber reicht bei ausreichender Menge vollkommen um den Energiebedarf zu decken. (Mehlwürmer enthalten z.b. bis zu 30% Fett)
- Asche: ca. 1,3%
Unter dem Begriff Asche verbirgt sich alles was bei einer vollständigen Verbrennung übrig bleibt, das sind Mineralien, Salze, Spurenelemte usw. Diese sind auch essentiell für jede Form von Leben, und ein Mangel kann schwerwiegende Probleme mitsichbringen (z.b. kennt jeder Eisenmangel, Jodmangel usw.). Pflanzen sind dabei keine guten Lieferanten, Pflanzenfresser müssen deshalb auch z.b. "Erde fressen" um ihren Bedarf zu decken.
- Vitamine: Jedes höhere Lebewesen braucht sie, und sie müssen zwingend durch die Nahrung aufgenommen werden. Insekten sind in dieser Hinsicht ein sehr guter Lieferant, auch für uns Menschen.
Wie man sieht ist auch für erwachsene Ameisen einiges nützliches in Insekten vorhanden, deshalb kann es kaum verwundern wenn Insekten auch bei fehlender Brut eingetragen und verspeist werden. Gerade Raptiformica sanguinea ist eine sehr räuberische Ameisenart, die ihre Nahrung hauptsächlich in Form von Insekten aller Art zu sich nimmt. Und wie gesagt, solange flüssige Hämolymphe vorhanden ist, wird keine Ameise nein sagen. Überbrühte Insekten werden daher wohl auch erst angenommen sobald Larven vorhanden sind.
Das soll jetzt aber keinen dazu veranlassen nicht mehr zu überbrühen, denn offensichtlich funktioniert die Haltung auch mit überbrühten Insekten plus Zuckerwasser. Ich wollte nur eine Erklärung für euer beobachtetes Verhalten liefern.
Noch was zu mir für den Fall das sich jemand fragt warum ich nicht überbrühe und trotzdem keine Angst vor Milben habe:
Ich habe angefangen Ameisen zu halten bevor ich Zugang zum Internet hatte und auch noch nicht wusste, dass es solch eine große Community gibt. Alles was ich bis vor einem halben Jahr über die Ameisenhaltung wusste, habe ich selbst durch beobachten und probieren bei meinen eigenen Kolonien und im Freiland gelernt. Deshalb habe ich von Anfang an eine überaus natürliche Haltung, d.h. mit Erdnestern, Pflanzen, belebten Terrarien und lebenden bzw. frisch getöteten Futtertieren, gehabt. Haltungsbedingungen habe ich direkt vom Freiland auf meine Kolonien übertragen, d.h. Temperaturen, Feuchtigkeit, Bepflanzung, Bodengrund, Ernährung... meist aus dem Bereich entnommen, in dem die Kolonie vorher gelebt hat bzw. das Verbreitungsgebiet dieser Art ist. Milbenprobleme hatte ich noch nie, bzw. wenn dann so das ich davon nichts mitgekriegt habe, sprich kein Massensterben, keine von Milben übersäten Ameisen usw.
Raten würde ich diese Form der Haltung aber keinen Anfängern, zumindest keinen die nicht schon jahrelange Erfahrungen mit ähnlich aufwendigen Kleinst-Biotopen aus der Terraristik (z.b. Haltung von diversen Amphibien) besitzen.
MFG
stimmt schon, dass insekten alles enthalten was so eine ameise braucht. das konnte ich auch beobachten da das zuckerhonig..., was auch immer, uninteressant wurde sobald frische insekten verfüttert wurden.
aber den vorteil den ich sehe, dass durch anbieten von frischen insekten und honiglösungen alle nährstoffe reichlich vorhanden sind. somit gibt es nie einen mangel. egal was es ist, ob vitamine, salze etc. , da honig ja auch eine große bandbreite hat, was nährstoffen anbelangt.
aber du hast noch nie probleme mit milben gehabt, dann denke ich wirst du das futter vorher kurz überprüfen, denn milben erkennt man ja sofort. oder doch nicht?
übrigens interessanter beitrag ;) .
Eine Betrachtungsweise, die ich nachvollziehen kann, auch für mich ist die Aufteilung, Insekten für Larven und Kohlenhydrate für Arbeiterinnen unpassend.
Meine Pachycondyla interessieren sich auch nicht für Honig, Honig- und Zuckerwasser.
Aus meiner Sicht ist diese Auffassung aber auch nicht zu verallgemeinern und davon auszugehen das alle Ameisenarten ohne Kohlenhydrate auskommen, sofern sie ausreichend Insekten bekommen.
Anders gesehen, bräuchten sie die Kohlenhydrate nicht, würden sie nicht an Honigtau, oder in der Haltung an Honig- und Zuckerwasser gehen.
Grüße
Hallo,
@Chris.188
ehrlich gesagt wusste ich damals nicht einmal das überhaupt eine Gefahr durch Milben existiert, deshalb habe ich nie auf Milben kontrolliert. Und mittlerweile glaube ich auch das es in der Natur irgendetwas geben muss, was dort die Milbengefahr herabsetzt und in der normalen, eher sterilen Haltung fehlt. Denn alle Milbenfälle die ich aus den Foren kenne haben diese sterile Haltung gemeinsam, während mir bei einer eher natürlichen Haltung kein einziger Fall bekannt ist.
Gründe dafür wären reine Spekulation, aber vielleicht sind Ameisen tatsächlich zur Selbsthilfe in der Lage, z.b. wie es bei Pflanzen nachgewiesen ist, dass sie bei Befall bestimmte Duftstoffe absondern, die z.b. Raubmilben anlocken. Wer weiß, vielleicht auch einfach die Möglichkeit das Nest zu wechseln, Abfälle weit genug wegzutragen, natürliche Feinde der schädlichen Milben sind vorhanden, besser geeignete Wirte sind vorhanden (die meisten Milben haben Probleme mit dicken Chitinpanzern und wenig Schwachstellen, wie sie Ameisen besitzen, nur die Augen sind hier Schwachstellen. Daher findet man Milben meistens bei eher weichhäutigen Wirbellosen, oder Insekten die größere Schwachstellen im Chitinpanzer besitzen, wie Fliegen, Grillen, Heuschrecken, Spinnen, usw.)... eben wilde Spekulation...
@Erne
Ist vielleicht ein wenig falsch rübergekommen, natürlich darf man diese Aussagen nicht verallgemeinern, gemeint sind natürlich Arten die sich auch in der Natur überwiegend zoophag ernähren, wie eben Raptiformica Sanguinea, Temnothorax sp., Manica rubida, Ponera coarctata usw. sprich Arten die auch ohne ständige Kohlenhydratquelle zurechtkommen und höchstens zufällig abgespritzten Honigtau finden, oder mal eine Beere oder Fallobst erwischen.
Arten wie Lasius niger, Lasius flavus würden hingegen wohl weniger nur mit Insekten als Nahrung zurechtkommen, obwohl auch hier nicht jede Kolonie in der Natur ihren Gesamtenergiebedarf rein durch bewirtschaften von Blattlaus-/Wurzellauskolonien decken kann, und zumindest teilweise auf tierisches Fett angewiesen sind, worin ich auch den Grund sehe das bei zunehmender Koloniegröße viele Kolonien weniger wählerisch werden und so ziemlich alles gierig fressen, was früher noch links liegen gelassen wurde.
Natürlich ist es, solange es angenommen wird (wie es bei einigen tropischen Ponerinen ja bekanntlich nicht der Fall ist), auch immer gut Zucker/Honig anzubieten, zusätzlich auch mal ein Stückchen Apfel oder Ähnliches. Ausgewogen sollte es halt sein finde ich :D, aus diesem Grund halte ich auch nichts von diesen Proteinjellys, oder diesen Diätversuchen mit selbstzusammengestellten Inhaltsstoffen.
Wie gesagt, immer frischen Honig bzw. Zuckerwasser anbieten, Insekten kurz (nur kurz, die Milben sitzen ja an der Oberfläche) überbrühen und für Abwechslung sorgen! Es hat sich jahrelang bewährt und gerade Einsteiger sollten sich auch daran halten!
MFG
also ich denke mal, wenn man ständig honig, insekten und obst anbietet ist man sicher vorn dabei.