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Click to view full story of "Die Blattschneider von Köln, sterntv in RTL"

zucca: (7. Sep 2006 15:16)

Hallo Ulrich_W, den Mitschnitt kann ich auch gerne auf meinem Webspace zur Verfügung stellen. Ich habe genug Speicherplatz und der anfallende Traffic ist in meinem Angebot auch inklusive. Sofern es über Antstore nicht möglich ist, können wir das sofort machen, aber Einzelheiten am besten dann über PM.

mfg Zucca


edit: Der Ausschnitt wird gerade hochgeladen :P

Cephalothorax: (7. Sep 2006 20:14)

Wo hochgeladen? Hier im Download Sektor finde ich den nicht!

zucca: (7. Sep 2006 21:12)

Ich werd moije früh den Download veröffentlichen ...
Solange müsst ihr euch bitte noch gedulden.

mfg zucca

NuEM: (7. Sep 2006 22:05)


Vielleicht könntet Ihr auch noch ein wenig mehr schreiben. Wer war der Studiogast? Das ZDF soll über 8 Stunden vor Ort in Köln gedreht haben. Ist der Acromyrmex-Halter tatsächlich aufgetreten? Hat man etwas von den Räumen gesehen, vom Nest (oder dessen Resten, nachdem m.W. erst nach ersten Bekämpfungsversuchen gefilmt wurde)?

An die Namen der Studiogäste kann ich mich leider nicht erinnern. Nach der nicht enden wollenden Vorführung eines menschlichen Schicksals (ich wünschte sie würden das Mädel einfach in Ruhe lassen!) war ich wohl nicht mehr ganz aufnahmefähig. Es waren eine Dame und ein Herr, die einen mir nicht weiter bekanntgewordenen fachlichen Hintergrund hatten. Ich hoffe der Mitschnitt zum Download wird morgen Klarheit bringen.

Sowohl der Nachbar, als auch der Halter, haben ein relativ kurzes Statement abgegeben. Es wurden auch abgefressene Pflanzen gezeigt, und Fotos mit vorher-nacher Effekt, sowie ein paar einzelne Ameisen. Das ganze war eher kompakt, da die Ameisen von Köln nur ein Unterthema waren, neben südamerikanischen Laufvögeln, Marderhunden und anderen "Einwanderern".

Nach Aussage des Ameisenhalters hatte er sich vorher gründlich im Internet informiert, und hatte in der festen Annahme gehandelt, dass sich die Ameisen auf gar keinen Fall in der Wohnung selbst ansiedeln. Dies hätten ihm andere Halter im Internet versichert. Als er sich mit seinem Problem an diese wendete, sei er nicht ernst genommen worden. Außerdem seien die Vertreter diverser Ämter inzwischen bei ihm gewesen, und hätten sich von der ordnungsgemäßen Haltung überzeugt.

Vom Nest selbst, so wie von den Räumlichkeiten des Halters, wurde nichts gezeigt.

Das ist auch mir neu. Muss eine aus dem Ärmel geschüttelte Definition sein, ungefähr so wichtig und wertvoll wie die Aberkennung des Planeten-Status für Pluto: Streit um des Kaisers Bart und Effekthascherei.

Diese Definition berücksichtigt nicht, dass es Arten gibt (z.B. Fruchtfliegen), die innerhalb von drei Jahren locker 30 und mehr Generationen schaffen, während die meisten Ameisenarten innerhalb dieser Zeit noch nicht einmal eine einzige Generation neuer Geschlechtstiere erzeugen (wenn wir von einer freigekommenen großen Kolonie ausgehen, kann es eine neue Generation geben. Die muss dann erst mal wieder Tochterkolonien gründen, und das kostet Zeit. Ausnahme natürlich so etwas wie die Pharaoameisen).
Also: Definition ist für den Müll!

Wenn es denn so wahr ist, wie es berichtet wurde, vermute ich, dass es sich einfach um eine Gesetzgebung handelt, um eine klare Trennung zwischen heimischen und nicht-heimischen Arten zu haben. Es geht wohl weniger um den biologischen Sinn, als mehr um die Ausschaltung rechtlicher Grauzonen. So gelten die Naturschutzgesetze etc. eben nur für heimische Arten, und nicht für den Königspython aus Nachbars Garten.

Das ist zumindest meine Vermutung.

TheSummiter: (7. Sep 2006 22:42)

Der Professor Ragnar Kinzelbach von der Uni Rostock hat das gesagt, das nach 3 Generationen gelten sie als einheimisch, weil sie angeblich nicht mehr so einfach zu entfernen seien.

schein wohl eher nicht soo der Überflieger zu sein...:-)

Edit: Der Marderhund is aber einfach nur Putzig oder :-) lol

Martin S.: (8. Sep 2006 08:52)

Hallo Ulrich,

wenn es möglich ist, die Datei (über 2MB) extern hochzuladen, wäre es mir lieber, um das ohnehin hohe Trafic-Aufkommen hier im Forum etwas zu entlasten.


Gruß Martin :D

zucca: (8. Sep 2006 14:06)

servus,

{edit}

mfg Zucca

NuEM: (8. Sep 2006 14:16)

Ich lade es grade herunter, vielen Dank!

earlant: (8. Sep 2006 15:07)

@ NuEM: Vielen Dank für den Bericht. Habe inzwischen auch per e-mail ein paar bestätigende Nachrichten bekommen.

Prof. Kinzelbach ist mir sehr gut bekannt: Wir waren über etliche Jahre Kollegen an der TUDarmstadt, bevor er nach Rostock berufen wurde. Er ist Ökologe und einer der führenden Invasionsbiologen in Deutschland.

Auf jeden Fall hat er ein sehr großes Wissen, wenngleich er manchmal etwas irritierende, aber auch aufrüttelnde Kommentare gibt.
Ein lesenswertes Buch von ihm:
Ökologie. Naturschutz. Umweltschutz (1989) Wiss. Buchgesellschaft Darmstadt, 180 S., zurzeit bei Amazon „7 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 4,40“.
Etwas verstörend das Kapitel 3.2.1.2 „Es ist zu spät“. Aber damit kämen wir weit ins OT.

In welchem Zusammenhang nun seit 3 Jahren ansässige Arten bereits als „heimisch“ betrachtet werden sollen, ist mir noch immer unklar. Sollen vielleicht Tiere jetzt wie Menschen behandelt werden, nach dem Einwanderungsgesetz: „Wer in Deutschland geboren ist, ist Deutscher“? Ein deutscher Pass für alle hier geborenen Pharaoameisen?
Immerhin handelt es sich bei den menschlichen Zuwanderern um Angehörige unserer eigenen Art. Die bekannten und bedauerlichen Integrationsprobleme erinnern mich irgendwie fatal an das, was mit der „intraspezifischen Homogenisierung“ zu erwarten ist, wenn etwa italienische Camponotus ligniperda in Norddeutschland freigesetzt werden: „Nicht angepasst“ in mancher Hinsicht, und Probleme bei Mischehen (das ist jetzt mehr scherzhaft gemeint!) :) .

In meiner Bonner Zeit, so um 1970, bin ich schon mal in einem Waldgebiet auf der „Ville“ (Höhenzug westlich Bonn) völlig überraschend auf frei laufende Nandus gestoßen :shock: . Da hatte ein Waldbesitzer auch bereits riesige Mammutbäume und andere Exoten angebaut….. Umschreiben der Zoologie-Bücher notwendig: Verbreitungsgebiet des Nandu sind die Pampas in Argentinien und in Nordrhein-Westfalen :lol: .

@ TheSummiter: "Der Marderhund is aber einfach nur Putzig oder lol"
Das ist auch das Grauhörnchen. Es ist eine der wenigen Tierarten, für die tatsächlich nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein Einfuhr-, Handels- und Haltungsverbot besteht, weil es bereits eingeschleppt ist und die einheimischen roten bzw. schwarzen Eichhörnchen verdrängt, die ebenfalls „putzig“ sind :( .
Da hat Kinzelbach Recht: Es ist zu spät!

MfG,
Earlant

NuEM: (8. Sep 2006 18:08)

Ich denke mit den 3 Jahren geht es darum, ab wann diese Tiere, oder auch Planzen, Teil unserer geschützten Flora und Fauna werden können. Das Beispiel aus dem Bericht ist das der Nandus, die offenbar nicht gejagt werden dürfen, da sie die 3 Jahre "hinter sich" gebracht haben.

Mit nur 70 Tieren ist es jetzt eine sehr kleine, aber eben heimische, Population, und steht, wer weiß, vielleicht schon auf der roten Liste der in Deutschland bedrohten Arten. Darum also keine Jagderlaubnis für die Jäger, während sie vor Alblauf des dritten Jahres vielleicht "Freiwild" waren.

Vielleicht klärt eine Nachfrage bei Herr Prof. Kinzelbach, was genau die Aussage zu bedeuten hat. So für sich genommen klingt es einfach ein wenig skurril. Andererseits sind in den Amtsstuben in Berlin und früher Bonn schon ganz andere Sachen ausgebrütet worden.


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