Ameisen sind kleine sechsbeinige Chemiefabriken, die sondern jede Menge Substanzen ab - das muss aber nicht heißen, dass alle davon gegen Futtertiere eingesetzt werden. Lasius fuliginosus beispielsweise produzieren Undekan als Marker zur Rekrutierung, das riecht wie Terpentin und man sollte es wohl besser auch nicht einatmen.
Grundlegend sind Tetramorium stechende Ameisen, die ihre Beute durch Stiche (und Gift) töten.
Außerdem habe ich meine Tetra . bic. schon zig mal auf der Hand gehabt - ja sogar zwischen den Fingern geklemmt (sie haben ein sehr hartes Exosskelett - sowas hab ich noch nie gesehen) und sie haben mich noch nie gestochen gebissen ect.
Ich kann mir forstellen dass es sich bei dem obigen Bild um eine Unterart handelt aber sowas ist mir bisher nicht bekannt...
Von Tetramorium gibt es viele verschiedene Arten, genauso wie z.B. Solenopsis stark in Größe varriieren können. Solenopsis fugax dürften nicht in der Lage sein Haut zu durchdringen (wurde zumindest noch nicht gestochen), bei Solenopsis invicta oder geminata würde ich das dagegen eher nicht ausprobieren. Möglich das T. bicarinatum eher kurze oder weiche Stachel haben.
Ich denke du hast recht - ihre Stachel sind auch auf dem Foto nur ganz winzig
https://fs1.directupload.net/images/181224/temp/fm3s76o8.jpg
Und ja ich denke auch dass sie eine Art "chemischen Stoff absondern" der hilft Futterinsekten zu töten und zu verdauen.
Ich bezweifle ernsthaft, dass Tetramorium bicarinatum „eine Säure“ haben. Gifte der Myrmicinen sind durchwegs alkalisch (basisch), Alkaloide und dergleichen. - Woher der Säuregeruch in Deinem (HabneMeise) Formikar stammt, darüber kann man nur spekulieren. Und bei Angaben des Shops bin ich grundsätzlich skeptisch.
Ich selbst habe T. bicarinatum gehalten, nie einen säureähnlichen Geruch wahrgenommen, und ich habe sie auch mittels Exhaustor aufgesaugt. Habe das jetzt schon ca. 20 Jahre lang überlebt. :lol:
Bei meinem Bild handelt es sich nicht um eine „Unterart“, sondern eine ganz gewöhnliche einheimische Tetramorium -Art. Sämtliche in Europa einheimischen Arten der Gattung (mal abgesehen von den fälschlich durch Ward et al. 2015 zu Tetramorium gefügten Anergates und Teleutomyrmex ) haben funktionsfähige Wehrstachel. Insbesondere etwa zwischen den Fingern, wo die Haut dünn und weich ist, können sie empfindlich zustechen. Beim Ausgraben geraten sie auch gerne unter das Uhrarmband und machen sich da sehr deutlich bemerkbar.
Der Stachel auf dem Bild von HabneMeise ist ganz normal groß, vielleicht nicht ganz ausgefahren.
@ Serafine: Lasius fuliginosus ist als Formicine eine ganz andere Sache: Formicinen haben allesamt keinen Stachel. Das Undecan und das Dendrolasin sondern sie aus den Mandibeldrüsen ab:
https://ameisenwiki.de/index.php/Lasius_fuliginosus
Weiteres hier: https://ameisenwiki.de/index.php/Gesundheitliche_Gefahren_f%C3%BCr_Halter
Der Geruch von L. fuliginosus ist nicht sauer, und allenfalls ein wenig unangenehm. Ich habe über Jahre für Praktikumszwecke jeweils mehrere Hundert davon mittels Exhaustor im Freiland aufgesaugt, ohne jegliche Probleme. Es „schmeckt“ halt etwas komisch. - Wichtig: Niemals den Exhaustor mit Lungenzügen bedienen! Darauf habe ich kürzlich erst hingewiesen: http://www.ameisenportal.eu/viewtopic.php?f=21&t=1911&p=16836&hilit=Exhaustor#p16833 Exhaustor: Die richtige Benutzung .
Man saugt Ameisen damit so ein wie ein Getränk mittels Strohhalm. Würde man das durch Lungenzug tun, hätte man recht wenig Freude daran. :lol:
MfG,
derameisige
@ Serafine: Lasius fuliginosus ist als Formicine eine ganz andere Sache: Formicinen haben allesamt keinen Stachel. Das Undecan und das Dendrolasin sondern sie aus den Mandibeldrüsen ab:
https://ameisenwiki.de/index.php/Lasius_fuliginosus
Weiteres hier: https://ameisenwiki.de/index.php/Gesundheitliche_Gefahren_f%C3%BCr_Halter
Weiß ich, habe auch nicht gesagt wo sie es aussondern, sondern nur dass es als Rekrutierungsmarker benutzt wird. Den Geruch merkt man anscheinend aber wohl nur bei sehr großen Kolonien in geschlossenen Räumen (z.B. warmer Schuppen, wobei ich da auch nicht ausschließen würde, dass der Geruch dort noch von anderen Quellen kommt).
Wobei das vorhandenseins eines Stachels aber ja auch nicht immer aussagt wie die Ameisen ihre chemischen Waffen verwenden, Solenopsis invicta können anscheinend durch Wackeln mit dem Hinterleib ihr Gift auch versprühen (eher verschleudern), statt es durch einen Stich direkt zu verabreichen (hab ich zumindest mal irgendwo gelesen) und Crematogaster verwenden ihren Pinselstachel um schäumendes Toxin auf die Beute zu streichen. Stachel muss nicht zwangsläufig nur Stich bedeuten.
Würde man das durch Lungenzug tun, hätte man recht wenig Freude daran. :lol:
Wobei ich mir da dann mehr Sorgen um die ganzen Pilzsporen in Bodennähe machen würde, die man damit ebenfalls noch in die Lunge saugt.
Dass die Tetramorium bic. eine besonderen Stoff absondern da bin ich mir ganz sicher.
Erstmal ist der leicht strenge Geruch recht deutlch in beiden Behältern zu riechen.Ein bisschen wie die Ameisensäure
die man als Handwerker gegen Schimmel kaufen kann.
Aus anderer Sicht ist es erstaunlich wie schnell de Tetras ihre Futtertiere außer Gefecht setzen.Kaum zu vergleichen mit den Pheidole.Irgendwo stand es auch dass es auf andere Insekten sehr toxisch wirkt - auf den Menschen nur sehr gering.
Schaben sind z,b von den Pheidolen nur ganz langsam außer Gefecht zu setzen - da sie sehr zäh sind und ihr Nervensystem selbst dann noch zuckt wenn der Körper kaum noch vorhanden ist.
Die Tetramorium töten eine Schabe selbst wenn sie unversehrt ist innerhalb von 10 Minuten.
Es muss etwas geben was die Futtertiere vollkommen lähmt - anders kann ich es mir nicht vorstellen.
Dass die Tetramorium bic. eine besonderen Stoff absondern da bin ich mir ganz sicher.
Erstmal ist der leicht strenge Geruch recht deutlch in beiden Behältern zu riechen.Ein bisschen wie die Ameisensäure
die man als Handwerker gegen Schimmel kaufen kann.
Das was du da riechst sind vermutlich tote Futtertiere, tote Ameisen oder der Abfallhaufen. Im ersten großen Becken meiner Campos riecht man den Müll auch (riecht so leicht süßlich, wie Parfüm), im zweiten dagegen garnicht. Dass es ein bisschen riecht lässt sich auch garnicht komplett vermeiden, wobei ich glaube säuerlich sollte es eigentlich eher nicht riechen. Tote Ameisen sondern übrigens Essigsäure ab, das ist der Botenstoff der den Abtransport auslöst, möglicherweise ist es das was den Geruch verursacht.
Aus anderer Sicht ist es erstaunlich wie schnell de Tetras ihre Futtertiere außer Gefecht setzen.Kaum zu vergleichen mit den Pheidole.Irgendwo stand es auch dass es auf andere Insekten sehr toxisch wirkt - auf den Menschen nur sehr gering.
Schaben sind z,b von den Pheidolen nur ganz langsam außer Gefecht zu setzen - da sie sehr zäh sind und ihr Nervensystem selbst dann noch zuckt wenn der Körper kaum noch vorhanden ist.
Die Tetramorium töten eine Schabe selbst wenn sie unversehrt ist innerhalb von 10 Minuten.
Es muss etwas geben was die Futtertiere vollkommen lähmt - anders kann ich es mir nicht vorstellen.
Ja, Tatramorium haben ein recht potentes Gift, das ist aber wie derameisige oben schon geschrieben hat keine Säure, sondern ein Alkaloid (also eine Laugenverbindung). Generell hat jede Ameisen ein gutes Dutzend Drüsen, die unterschiedlichste Substanzen zur Kommunikation, Hygiene etc. produzieren, was da genau wie riecht lässt sich schwer sagen.
Und bei Angaben des Shops bin ich grundsätzlich skeptisch.
Jopp, da wird auch behauptet Camponotus barbaricus bevorzugt 21-24°C Nesttemperatur - klar kann man die bei den Temperaturen halten, dann wachsen sie aber halt ungefähr so schnell wie C. ligniperda. Oder Camponotus raufoglaucus feae würde nur "ein paar hundert" Arbeiterinnen erreichen (da gibt es im AF auch einen HB, der sehr deutlich das Gegenteil beweist). Generell sind die Angaben jeglicher Ameisenshops doch mit sehr viel Vorsicht zu genießen.
Ich hab da jetzt nicht wirklich die Ahnung wie derameisige was das genau ist - dafür muss ich mich mehr damit beschäftigen.
Das kommt als nächstes :wink:
Aber dieser Geruch ist defenitiv ein anderer wie bei meinen anderen Kolonien.
Bei meinen Pheidolen riechts mehr muffig weil sie sehr gerne ihre Beute ins Nest tragen.Mal mehr mal weinger.
Aber bei den Tetras riechts ganz anders - es ist ein etwas scharfer Geruch.Ob das Säure ist kann ich nicht sagen aber es ist kein gewöhnlicher
Geruch wie von Beuteresten ect.
btw.
Meine Tetramorium vermehren sich gerade wie die Pest.Durch die warmen Temperaturen wird die Farm durch die Heizmatte ideal warm
gehalten.Werde wohl die nächsten Tage lieber ein Becken anbauen.Es ist alles voll mit Eiern und man kann jeden Tag füttern :)
Ich muss nochmals etwas dazu sagen:
derameisige hat geschrieben:@ Serafine: Lasius fuliginosus ist als Formicine eine ganz andere Sache: Formicinen haben allesamt keinen Stachel. Das Undecan und das Dendrolasin sondern sie aus den Mandibeldrüsen ab:
https://ameisenwiki.de/index.php/Lasius ... uliginosus
Weiteres hier: https://ameisenwiki.de/index.php/Gesund ... Bcr_Halter
Serafine :
Weiß ich, habe auch nicht gesagt wo sie es aussondern, sondern nur dass es als Rekrutierungsmarker benutzt wird.
Undecan und Dendrolasin sind leicht flüchtig, für „Rekrutierungsmarker“ (= Spursekret?) unbrauchbar. - Das Spursekret entstammt dem Enddarm (Rektum) und es enthält einige langkettige Kohlenwasserstoffe, die schwerflüchtig sind. Damit legen die Ameisen Dauerspuren, die sogar Regen und längere Kälteperioden überdauern, wenn keine Futtersuche und damit keine Erneuerung der Spuren möglich sind. Nachzulesen in den genannten Quellen.
Genauer hier : Schobert, Spiteller, Ostrowsky (2001): Naturstoffe:
„Das 2,3-Dihydro-3,5-dihydroxy-6methyl-4H-pyran-4-on ist das Spurpheromon der glänzend-schwarzen Holzameise L. fuliginosus.“
Tut mir Leid, wenn ich immer mal wieder korrigieren muss. Aber auch wenn solche Einzelheiten für die Ameisenhaltung vielleicht unwichtig erscheinen: Wenn man schon etwas dazu sagt, so ist es immer besser, wenn das Gesagte auch stimmt.
Zu HabneMeise: „Dass die Tetramorium bic[. eine besonderen Stoff absondern da bin ich mir ganz sicher.“
Es muss absolut nicht sein, dass die Ameisen selbst den Geruch absondern. Wie Serafine richtig schreibt, kann der auch aus vergammelndem Futter etc. stammen. Z. B. kann ausgelaufenes Zuckerwasser etc. durch Hefen zu Alkohol vergoren werden, und dann durch Essigsäurebakterien zu Essigsäure (vgl. Essigherstellung!).
Übrigens sind solche Säuren für uns nicht giftig, sondern wirken nur in höherer Konzentration ätzend. Essigsäure gibt man an Salate, Ameisensäure (technisch hergestellt) wird vielfach Lebensmitteln als Konservierungsmittel zugesetzt, und auch Kohlensäure im Mineralwasser schmeckt nur ein wenig sauer.
Etwas älter: S Huwyler, K Grob & M Viscontini (1975): The trail pheromone of the ant, Lasius fuliginosus : Identification of six components. - Journal of Insect Physiology 21(2):299-304 DOI: 10.1016/0022-1910(75)90025-6
Abstract: "Hexanoic acid, heptanoic acid, octanoic acid, nonanoic acid, decanoic acid, and dodecanoic acid are components of the trail pheromone of the ant, Lasius fuliginosus. The acids were extracted from the rectal fluid of dissected worker ants, and identified by the mass spectra and gas chromatographic retention times of the corresponding methyl esters. The same acids could also be detected in the material excreted by the ants on their foraging path."
MfG,
derameisige