Ich respektiere andere Meinungen natürlich auch.
Vielleicht gibt es deswegen Unstimmigkeiten weil jeder andere Erfahrungen gemacht hat.
Ich nehme mal an Serafine die Pheidole nie gehalten hat und ich habe ihre Camponotus nie gehalten.
Im Prinzip kann man ewig weiter streiten darüber was denn nun angebracht ist.
Ich glaube man sollte den Thread-Ersteller fragen was für IHN in Frage kommt - lieber eine Art die man zwar ein bisschen besser sichern muss weil sie kleiner sind - oder eine Art die deutlich größer ist und dementsprechend kräftigere Beißwerkzeuge hat.
Man sollte nie vergessen dass es hier um Anfänger geht und nicht um jemanden der schon viel Erfahrung hat.
Unter Umständen passieren Fehler und die sollten nicht zu einer panischen Reaktion führen....
Mal angenommen eine größere Ameisensorte haut bei dir ab ....nur mal angenommen.
Dann möchte ich nicht eine von denen in meinem Schlafzimmer wiederfinden.
Bei den kleineren Ameisenarten Größe S-M sind die Mundwerkzeuge bei den meisten Arten so winzig dass man einen Biss gar nicht merkt.
Damit es ganz klar rüberkommt: Ich rede nicht von Feuerameisen :)
Gerade bei Ausbruch (unabhängig davon das dir eben eine große Ameise eben eher nicht ausbricht) tust du dir mit großen Ameisen soooo viel leichter - die kannst du sogar richtig von oben greifen mit den Fingern und wieder ins Becken setzen.
Und bei dieser Art werden dir wenn du z.B. den Deckel offen lässt & vergisst und keinen Ausbruchschutz drauf hast wenn überhaupt nur einzelne Kundschafter aus der Anlage spazieren.
Und höre bitte mit Beißgeschichten auf #-o
Es gibt ein paar Ameisen Arten die können recht schmerzhaft zustechen wenn man nicht aufpasst - die genannten Camponotus gehören nicht dazu.
Man sollte nie vergessen dass es hier um Anfänger geht und nicht um jemanden der schon viel Erfahrung hat.
Wenn man im Glashaus sitzt ... :wink:
Das mit dem Auslauf hat übrigens Gründe - Ameisen so programmiert, dass sie mit wachsender Koloniegröße versuchen in größerem Radius nach Futter zu suchen. Klappt das nicht versuchen sie oft sehr energisch auszubrechen und neigen zudem dazu sich beim Versuch vom Nest wegzukommen totzulaufen (das ist besonders bei jungen Camponotuskolonien sehr auffällig, weil die nur wenige Arbeiterinnen haben, trifft aber auf die meisten Ameisenarten zu).
Wo hast du denn das aufgeschnappt?
Ich meine das Ameisen sich totlaufen :lol: Sorry aber da komm ich nicht ganz mit.
Das sollte für jeden der sich einigermaßen ernsthaft mit Ameisenhaltung beschäftigt eigentlich Basiswissen sein. Das Verhalten kann man besonders gut bei jungen Camponotuskolonien beobachten, weil dort große Ameisen und geringe Volksstärke zusammenkommen, was den Effekt sehr offensichtlich macht. Die alten Arbeiterinnen wollen sich vom Nest entfernen und wenn sie das nicht können versuchen sie es eben so lange bis sie tot umfallen. Eine einfache Plastikbox mit Reagenzglasnest an ca. einem Meter Schlauch reicht meist aus um das praktisch komplett abzustellen und auch die Sterberate deutlich zu verringern.
Camponotus sind bei weitem nicht die einzigen Ameisen, die so ein Verhalten an den Tag legen, nur sieht man das bei anderen Arten einfach viel schlechter.
Und wenn ein Neuling wenig Platz hat muss er sich also eine große Ameisensorte kaufen ??
Sorry aber wenn ein Neuling nichtmal einen Platz von 40x30 cm sollte er sich gar keine Ameisen halten - nur meine Meinung. :)
Also Humbug.
Und ich bleibe immer noch bei der Meinung dass besonders große Ameisenarten mit 1,5cm nicht als erste Kolonie gewählt werden sollten.
Die individuelle Größe der einzelnen Ameise spielt überhaupt keine Rolle - ob die einzelne Arbeiterin jetzt 3mm oder 15mm misst macht keinen Unterschied, entscheidend ist die Volkstärke. Eine ausgewachsene Kolonie Lasius niger mit 50000 Arbeiterinnen braucht auch eine ordentliche Menge Platz, definitiv mehr als z.B. Camponotus turkestanus mit ihren gerade mal 500-1000 Arbeiterinnen.
Und Solenopsis-Feuerameisen stechen wesentlich schlimmer als eine Camponotus je zubeißen könnte, bei einer Körpergröße von gerade mal 2,5-6mm. Schon europäische Feuerameisen (Myrmica sp, 4-6mm) können recht unangenehm zustechen, das fühlt sich an wie wenn man in Brennesseln langt. Wenn man nicht gerade Atta oder Dorylus/Eciton hat, dann ist der Schaden den Ameisenbisse anrichten können doch extrem begrenzt, falls sie überhaupt versuchen zu beißen.
Camponotus nicobarensis gehört übrigens zu den kleinsten Camponotusarten und liegt mit 6-12mm eher schon im Größenbereich von größeren Formica-Spezies. Auch das Verhalten ist für Camponotus sehr untypisch und gleicht eher dem der aggressiven Formica-Arten (Formica s str / F. rufa-Gruppe), genauso wie die Entwicklungsgeschwindigkeit (die Art vermehrt sich für Camponotusverhältnisse geradezu absurd schnell).
40x30cm sind für Temnothorax/Leptothorax völlig ausreichend. Dauerhaft.
Wenn man als Bodensubstrat Laubstreu oder Rindenstückchen verwendet kann man die verfügbare Oberfläche sogar noch vervielfachen (und für die Temnos ist das kein Problem, die haben einen phänomenal guten Orientierungssinn).
Der Vergleich mit den Feuerameisen soll wohl jetzt eun Running Gack" sein oder wie....
Ich hatte doch ausdrücklich geschrieben dass ich diese damit nicht meine.....
Fragt doch mal nen Shopbesitzer - der würde garantiert auch ales erstes ne Kleinere Art empfehlen.
Was ist denn z.B Lasius niger - ist genau das beste Beispiel dafür.Eine klene Ameisenart....
Besser kann ichs euch nicht klarmachen dass große Arten verkehrt sind für den TE...
Ich denke, das mit großen und kleinen Ameisen sollte man nicht pauschalisieren...gewisse kleine Arten sind genauso anfängertauglich wie große. Glaube nicht, dass der Shopbesitzer pauschal zu kleinen raten würde. Lasius niger könnte man irgendwann nicht mehr artgerecht in einem kleinen Becken halten. Temnothorax locker. Bei kleinen Arten hat man halt das Problem mit dem Ausbrechen, welches aber mit einem guten und aufmerksamen Handling zu bewältigen sein sollte. Das Problem hat man bei großen Ameisen nicht und sind wir mal ehrlich: Fast jeder ist wohl mal von einem übermütigen Hund oder Kätzchen spielerisch angeknabbert oder gekratzt worden, dass es auch mal geblutet hat. Oder ein Hamster- oder Kaninchenbiss. Ich selbst wurde auch schon von meinem hungrigen Königspython in den Arm gebissen, aber nur, weil sie mich für eine Ratte hielt und ich zu schnell agiert habe. Selbst da war der Schmerz nicht so groß und wenn man Blut sehen kann auch nicht so schlimm. Viele (nicht alle) Camponotusarten sind doch eher genügsam in ihrem Wesen und attackieren einen nicht einfach so und ein Biss davon - erstmal muss man schon eine Major erwischen - reißt einem nicht gleich den Finger ab. Tut aber dennoch etwas weh, kann ich schon an einem Biss einer deutlich kleineren Lasius Gyne festmachen, die ich diesen Sommer gefangen habe. Nachteil bei den meisten großen Arten ist da meiner Meinung nach eher die extrem langsame Entwicklung, die für meist ungeduldige Anfänger doch zum Haareraufen führen kann und in zu häufiger Störung mit Kolonietod enden kann. Außerdem fehlt bei kleinen Kolonien der für viele Halter interessante "Wuselfaktor", den man bei vielen kleinen Arten schon früh erreicht.
Wo ich diese Diskussion hier lese, da muss ich doch den Shop loben, dass er Haltungsklasse und Risikoklasse aufgenommen hat. Wenn es dem TE darum geht, eine einfach zu haltende Art zu halten, die auch eher nicht so leicht ausbricht, einfach nach 1/1 schauen und dann bei den Nicht-Europäischen gucken, wenn wirklich keine Winterruhe möglich ist, da sind auch (leider teilweise nicht so genaue) Koloniegrößen angegeben, das ist vielleicht der nicht genau erwiesenen Größe in der Haltung geschuldet. Sofern der TE bei dieser Diskussion überhaupt noch mit liest, kann er ja vielleicht ein paar Favoriten nennen, über die man beraten kann. Und dies können meines Erachtens sowohl kleine, als auch große Arten mit geringer Kolonie-Endgröße sein.
Was ist denn z.B Lasius niger - ist genau das beste Beispiel dafür.Eine klene Ameisenart....
Besser kann ichs euch nicht klarmachen dass große Arten verkehrt sind für den TE...
Dass Lasius niger eine großartige Art für Einsteiger ist glauben auch nur die Leute, die sie für weniger als 4 Jahre gehalten haben. Lasius niger wird hauptsächlich deswegen als Einsteigerameise empfohlen, weil sie extrem leicht zu finden ist (wenn die fliegen sind die ÜBERALL, bei uns hat man da nachmittags locker 3-4 Königinnen pro m² auf den Gehwegen, flächendeckend - in England musste man dieses Jahr wegen einer Lasius niger Invasion fast Wimbledon abbrechen) und weil sie sehr genügsam ist, sich leicht am leben halten lässt, auch unter weniger als idealen Bedingungen gut wächst und generell ziemlich unkaputtbar ist.
Tatsächlich sind Lasius niger aber eher süße Mogwais, die sich in Jahr 3-5 (je nachdem wie gut sie wachsen) in gefräßige, aggressive und extrem ausbruchsfreudige Gremlins verwandeln. Lasius niger gehört zu den mit Abstand neugierigsten und lauffreudigsten Ameisen in Zentraleuropa (nur getoppt von den Serviformica-Arten) und sind schon mit wenigen hundert Arbeiterinnen echte Ausbruchskünstler (wenn es eine Schwachstelle in der Anlage gibt WERDEN sie die finden und zwar innerhalb weniger Stunden, meine haben nicht mal 10 Minuten gebraucht) - und da versuchen sie noch nicht mal die Barrieren gezielt anzugehen. Das fängt erst nach ein paar Jahren an, wenn die Kolonie entsprechend gewachsen ist - da machen sie dann so tolle Sachen wie Steinchen zwischen Nestwanne und Deckel (oder Arenawanne und Rahmen/Deckel) zu stecken bis es den Deckel anhebt oder sogar absprengt (Messor machen das manchmal auch, die sind aber wesentlich größer und brauchen daher längere Vorbereitung um auf diese Weise auszubrechen). Und wenn sie einmal ausgebrochen sind marschieren sie häufig direkt zum nächststehenden Formicarium und fallen die Ameisen dort an, Lasius niger ist nämlich extrem dominant und duldet keine anderen Ameisen in ihrem Revier. Die Kampfstärke von Lasius niger sollte man auch nicht unterschätzen, die sind sehr wohl in der Lage aggressive invasive Arten wie Pheidole megacephala gehörig in die Gaster zu treten.
Schon wenn ich meine eigenen Lasius niger (300 Arbeiterinnen) mit meinen Camponotus barbaricus (5000 Arbeiterinnen) machen die Camponotus barbaricus deutlich weniger Probleme, nämlich überhaupt keine . Wenn man bei Lasius niger versucht ein Wasser-RG auszutauschen muss man sich sofort mit dutzenden neugierigen und/oder aggressiven Arbeiterinnen rumschlagen, während die Camponotus barbaricus vorsichtig auf Abstand bleiben und selbst bei einer offenen Stelle in der Anlage nicht sofort in Massen ausbrechen. Auch ausgebüxte Arbeiterinnen sind viel einfacher einzufangen - Lasius niger rennen wie bekloppt durch die Gegend, die Camponotus barbaricus erkunden gemächlich die Umgebung und lassen sich mit wenig Aufwand auf die Hand nehmen oder auf ein Stück Papier bugsieren (die könnte man sogar mit einer Federstahlpinzette direkt aufsammeln, Lasius niger würden bei so einem Versuch wahrscheinlich direkt zerquetscht werden).
Lies dir mal im Ameisenforum die Berichte von Safiriel durch - die hat ihre Lasius niger auf den Balkon verfrachtet, weil sie schlicht nicht mehr in der Anlage zu halten waren, mittlerweile sind sie in den Balkonboden umgezogen und versuchen NOCH IMMER die Messor barbarus anzufallen, selbst wenn sie dafür vom Balkon eine Spalte in die Wohnung finden und mehrere Meter weit durch zwei Räume laufen müssen.
Genau deswegen habe ich selbst die Lasius nie als Anfängerameise gesehen - sie wird im Shop aber so beworben.
Die lasius n. ziehen nur ungern um - sind anfangs scheu und träge - Vermehrung dauert ewig - man verliert die Lust dran.
Die Pheidole sind genau das Gegenteil.
Ein Anfänger möchte nicht 5 Monate auf eine Ameisenfarm starren wo absolut nichts passiert.
Eine Ausbruchsicherung ist überall ein Muss
Wer das nicht akzeptiert darf keine halten.
Die lasius n. ziehen nur ungern um - sind anfangs scheu und träge - Vermehrung dauert ewig - man verliert die Lust dran.
Auch das stimmt wieder überhaupt nicht - aber der Thread ist eh schon genug versaut :wink:
Nein natürlich stimmt das nicht.
Deswegen geben auch die meisten es wieder auf mit den Lasius....
Und deswegen halten sie viele auch über Monate im Reagenzglas weil sie einfach nicht in die Farm ausziehen wollen.
Das ist Fakt .
Aber was man nicht wahr haben will existiert für einen nicht....das war schon immer so. :)
Das sie nicht gern umziehen bzw. gerne recht lange im Gründungs RG Nest (ist auch gut so, da hier optimale Bedingungen herrschen) bleiben habe ich auch nicht gemeint und auch nicht fett markiert.
Wobei man sie mit etwas Wärme recht gut zum Umziehen überreden kann auch innerhalb des ersten Jahres der Gründung.
Aber der ganze Rest zu L.niger ist einfach nur Quatsch.
Und die Leute die bei dieser Art aufgeben, würde das bei Camponotus Arten (Gründung) usw. erst recht tun und haben (meine Meinung) einfach nicht die Geduld und Reife für die Ameisenhaltung.