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Jumpstyle: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:11)

Schön das es für dich zum Lachen ist.
Was ich nicht verstehe ist warum es für dich zum lachen ist.

,,Dieser Satz ist meine Meinung, die ich deiner Ansicht nach ja äußern darf. Oder jetzt doch nicht?``
Das ist ein zwei schneidiges schwert (wie man so schön sagt)
Wieso sollte ich irgentwan blöd aussehen wen ich meine Meinung sage.
Ich sehe schon, das bringt nichts, bleiben wir beim eigentlichen Thema.

warum langweilen sie sich zu tode
Weil das einzige Ziel einer Ameisenkolonie (und deren Mitglieder) es ist, sich fortzupflanzen.
Dieses Ziel kann durch den Tod der Königin nicht mehr erreicht werden, weshalb auch nicht weiter daraufhin gearbeitet werden kann.
Ende.

Bei Milben quälen sich die Tiere immer (bessergesagt die Milben quälen die Ameisen)
Woher hast du diese Information?
Kannst du sie irgendwie mit einer Quelle belegen?
Welche Milbenart genau?

ich sage gleich ich will dir nichts unterstellen, stimmt es nicht was ich oben geschrieben habe so nehme ich es mit vergnügen auch wieder zurück (ich nehme auch wen nötig gerne meine Meinung dann zurück) (ich will keine feindschaft mit dir)
Die Sätze die ich ignoriert habe kannst du mit Vergnügen zurücknehmen.

Markus: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:17)

>Denn, wer sagt, dass die Ameisen auf uns angewiesen sind. Einige Arten, z.B. Atta und Pheidologeton vielleicht ja, aber solche wie Messor, Lasius und ähnliche nicht umbedingt. Ohne das Formicarium würden sie schneller weg sein als uns Lieb ist, denn Hauswände sind ideale Wohn(t)räume- auch für Ameisen. <

Ja und nein,
auch Gründerkolonien, die man draußen gefangen hat, sind in der Regel Kolonien, die nie überlebt hätten,
nicht nur wegen der hohen Mortalitätsrate durch Fressfeinde wie Vögeln,
sondern auch durch etablierte Großkolonien,
die machen da meißt kurzen Prozess.
Übrigens auch polygyne Arten haben da Probleme,
auch wenn die Chancen nicht so schlecht stehen, wie bei monogynen,
die eigene Kolonie will auch erst einmal gefunden werden, bzw. eine Kolonie, die die Königinnen auch aufnimmt, statt sie zu fressen.

Selbst größere aufgezogene Kolonien hätten in der rauen Natur so ihre Probleme,
da muss nicht nur die Konkurrenz gering sein, sondern auch das Habitat stimmen!

Und auch wenn man ein Gebiet hätte, wo keine Feindkolonien wären, so ist eine Gründung doch immer ein heikler Punkt.


Ob es Ameisen in meiner künstlichen Wohnhöle so einfach hätten?
Klar gibt es ein paar Hausameisen, aber die Bedingungen hier sind nicht so günstig, wie man glauben möchte:
trockenes Klima, kaum Wasserquellen, meißt niedrige Temperaturen und was auch wichtig ist - praktisch nie lange offene Lebensmittel, sie müssten sich ja auch ernähren!
Dafür müssten sie also raus, im Winter friert es da, im Sommer gibt es genügend Kolonien, die da ein Wörtchen mitreden würden, was sind schließlich schon eine Hand voll Tiere gegen große einheimische Kolonien?
Wäre ich übrigens nicht hier, also ganz ohne Menschen, so wäre diese Wohnhöhle auch völlig unbeheizt (da hätten dann Pheidole auch Problemchen und Pharaos z.B. würden in unserem Klima rasch erfrieren) und ohne Nahrungsquellen, und wenn Tiere von draußen kämen, was sollten sie hier finden?

Alles so einfach?


Zur Moralkeule: nicht jede Kolonie wird getötet, eine gesunde Kolonie kann weiterverschenkt, manchmal auch verkauft werden,
eine gefährlich kranke Kolonie zum Krankheitsschutz zu desinfizieren, ist auch kein Vergehen, ohne Königin würden sie ohnehin langsam aussterben...
und auch eine Kolonie ohne Königin, die ansonsten gesund ist, kann für Experimente mit sozialparasitärer Gründung dienen.
Etwas Kreativität in Bezug auf die Möglichkeiten sollte schon drin sein,
aber eine Ameisenkolonie mit einem Hund zu vergleichen,
geht etwas zu weit (Metapher bzw. Vergleich hat Jumpstyle schon genannt)!

Gast - ehem. User: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:18)

Weil das einzige Ziel einer Ameisenkolonie (und deren Mitglieder) es ist, sich fortzupflanzen.

Deshalb müssen sie sich ja nicht langweilen. Ich bezweifel eh, dass Ameisen überhaupt langeweile haben können, schließlich ist das ein emotionaler Zustand und ob Ameisen fähig sind Emotionen zu haben, bezweifel ich doch stark. Aber sicher hast Du dafür eine Wissenschaftliche Quelle, die das belegt. Letztlich ist deine Aussage nämlich genauso unbelegt und falsch, wie wenn Wulf sagt, dass die Ameisen durch Milbenbefall gequält werden.

Natürlich verurteile ich das überbrühen von Kolonien ohne Königin, aber der Grund ist für mich nicht plausibel.

Man darf bei Ameisen denke ich weniger das einzelne Individuum sehen, sondern viel mehr den Superorganismus. Ist die Königin tot, fehlt diesem ein wichtiger Bestandteil und er wird sterben.

Anonymous: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:19)

Gut
Teil zwei nehme ich mit vergnügen zurück da es sinn ergibt. Teil eins kann ich verstehen weil es vom Thema abweicht nehme ich also auch mit vergnügen zurück.
Wie würdest du dich fühlen (je nach größe der Ameisen umgerechnet) wenn stachel/Mandibeln (was auch immer Milben haben um zu saugen) deine Haut durchlägt und du langsam ausgesaugt wirst (du also immer mehr kraft verlierst). Und nein ich habe keine Quelle doch kann ich es mir sehr gut denken (und ich weis du wirst es irgent wie wieder verwerfen beachte aber bitte ich bin jünger als du habe also auch weniger erfhrung und halte Ameisen noch nicht so lange).

MrIglo: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:25)


warum langweilen sie sich zu tode

Weil das einzige Ziel einer Ameisenkolonie (und deren Mitglieder) es ist, sich fortzupflanzen. Dieses Ziel kann durch den Tod der Königin nicht mehr erreicht werden, weshalb auch nicht weiter daraufhin gearbeitet werden kann.
Ende.

"Langeweile" und "Spaß" als Gegenteil sind extrem menschliche Emotionen. Das kann man so nicht ganz schlüssig auf Insekten übertragen.

Ein par Fakten:
Nach dem Tod der Königin wird Brut normal weiter aufgezogen.
Ich konnte bei einer Kolonie die länger ohne Königin und Brut war eine Ameisenstraße in der Arena beobachten die im Kreis führte. Es wurde rein garnichts transportiert.

Sie leben ihre Triebe auch nach dem Tod der Königin weiter aus. Durch dan Verlust des Königinnenpheromons beginnen sogar bei einigen Arten weisellose Areiterinnen Eier zu legen.

Jetzt zu behaupten dass Arbeiterinnen ohne Königin Langeweile haben finde ich unsinnig.


EDIT:
Wie würdest du dich fühlen (je nach größe der Ameisen umgerechnet) wenn stachel/Mandibeln (was auch immer Milben haben um zu saugen) deine Haut durchlägt und du langsam ausgesaugt wirst (du also immer mehr kraft verlierst).
Ameisen sind keine Menschen... Nebenbei sind parasitäre erkrankungen (sogar bei uns Menschen) nicht unbedingt schmerzhaft.

Anonymous: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:36)

Der vergleich ist blöd gewählt ich weis. Es mag sein das es vieleicht nicht weh tut aber hier die gegenfrage: weist du es?
Ich denke so etwas zu erklären ist schwer (es ist nicht mal klar ob Ameisen fühlen können). So oder so ich denke sie spüren es wen sie ausgesaugt werden.

Markus: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:41)

Hatte ich ganz vergessen:

>Wieso sollte ich irgentwan blöd aussehen wen ich meine Meinung sage. <

Weil gesellschaftliche Auseinandersetzung es erforderlich macht, sich in bestimmten Situationen unterschiedlich zu verhalten,
mit deinem Chef redest du anders, als mit Kumpels, auch wenn du Kritik übst, hat diese Grenzen in Ausdruck und Form,
ebenso, wenn du mit Kunden redest (du müsstest schon wirklich gut sein, oder mit denen befreundet, um persönlicher zu schwätzen -
und auch dann bist du immer abhängig von Ihnen).
Hinzu kommen noch gesellschaftliche Konventionen, es ist beispielsweise nicht nett, einem arglosen Mitmenschen seinen Mundgeruch vorzuhalten,
in manchen Fällen ist es sogar lebensgefährlich!
Ach und auch mit Eltern und Lehrern sollte man, zumindest in Jugendjahren, eine gewisse Etikette beibehalten.

Unglücklicherweise wird Bockigkeit in unserer Gesellschaft oft genug mit Willenskraft verwechselt, aber das ist eine andere Geschichte...

Ach und ganz speziell zu dir, Wulf,
es ist schön, dass du dich für Ameisen begeistern kannst und wenn du etwas mehr Erfahrung und Wissen hast, kannst du meinetwegen auch öfter deine Meinung sagen,
alles andere ist bis dahin aber nut Mutmaßungen und nicht selten wird es dir passieren, dass du aus Missverständnis die falschen Schlüsse ziehst (beispielsweise bei der Todesursache der Königin).
Freilich darfst du deine Meinung haben, aber eine Meinung macht noch keine Wahrheit,
Mutmaßungen können ganz schnell zu Falschinformationen werden,
da sind auch Erfahrene nicht vor gefeilt,
nur passiert das am Anfang wohl häufiger,
erst recht, wenn man nicht zum Überdenken angeregt wird
- womit wir eigentlich wieder bei der gesellschaftlichen Konvention wären.

Aber genug davon, wir weichen ab!

Anonymous: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:51)

HI Markus
Danke für den ersten zweiten teil.
(wo du recht hast hast du recht)

Jumpstyle: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 20:58)

Nach dem Tod der Königin wird Brut normal weiter aufgezogen.
Und das kannst du auf alle Ameisenarten übertragen?
Bei Heeresameisen irren nach dem Tod der Königin die Arbeiterinnen umher und versterben nach kurzer Zeit.

Ich konnte bei einer Kolonie die länger ohne Königin und Brut war eine Ameisenstraße in der Arena beobachten die im Kreis führte. Es wurde rein garnichts transportiert.
Welchen Sinn hat dann ein weiterleben der einzelnen Tiere?
Solche Kolonien haben ein bisschen was von einem Hirntoten.
Man sollte Kolonien, wie schon richtig geschrieben wurde, eher als Superorganismus betrachten.
Diesem fehlt nach dem Tod der Königin jegliche Lebensgrundlage.

Das Verhalten als Langeweile zu beschreiben war wohl ein Fehler.
Dennoch kommt es zu Fehlverhalten, bei denen schwer zu sagen ist, ob die Kolonie leidet oder nicht.
Für mich ergibt eine weitere Existenz, auch in freier Natur, keinen Sinn.

beachte aber bitte ich bin jünger als du habe also auch weniger erfhrung und halte Ameisen noch nicht so lange
Dann sollte man aber auch nicht mit Steinen werfen.

Danke an Markus der mir jetzt schon das zweite Mal die Meinung von der Seele schreibt!

Markus: Re: Ein Mensch möchte Ameisenhalter werden? (7. Apr 2012 21:42)

Gern geschehen, Jump, manchmal habe wohl auch ich meine klaren Phasen! :grin:

Und auch danke für die Einsicht, Wulf!


Eine Sache ist mir noch eingefallen:
die natürliche Bestrebung aller Lebewesen ist natürlich die Vermehrung,
nur leider ist die Produktion von Arbeiterinnen natürlich noch keine Vermehrung im weiteren Sinne,
damit man sich erfolgreich fortpflanzt, müssen ja auch die Nachkommen noch Nachkommen erzeugen,
das können natürlich nur die Geschlechtstiere (bei den meißten Arten),
alles andere (Minors, Medias, Majors, Soldaten und Konsorten) hat, wie bei uns die verschiedenen Gewebe,
eigentlich nur den Zweck, den Organismus am Leben zu halten und nach Erwachsenwerden die eigentliche Fortpflanzung zu unterstützen.
Die Geschlechtstiere zur Verpaarung zu bringen, ist meißt mit den normalen Mitteln eines Ameisenhalters nahezu unmöglich,
vielleicht ein gutes Zukunftsprojekt!?
Bis dahin dienen bei mir persönlich Geschlechtstiere eher zu Präparationszwecken... oder natürlich simpler Beobachtung!

Wenn ich so genau darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss:
ich halte Ameisen aus höchst egoistischen Gründen,
ich möchte die Tiere beobachten, wie es in der Natur nicht möglich wäre;
und natürlich möchte ich mich auch an dem Erfolgsgefühl laben, aus beispielsweise einer einzelnen Gründerin oder kleinen Kolonie
eine große, fertile und effektive Kolonie großzuziehen.
Klar könnte ich einheimische Arten auch hochzeitsfliegen lassen, nach mehreren Umzügen würde ich sie damit jedoch in anderem Gebiet aussetzen,
das finde ich persönlich jetzt nicht so sinnvoll, will ich doch die natürliche Entwicklung meiner Umwelt beobachten und meine Einflussnahme würde da stören.
Immerhin bin ich hier ja in einem Eldorado verschiedener Habitate, Waldameisen, verschiedene Formica sp., Camponotus ligniperdus, Tetramorium sp., Myrmica sp., Lasius sp. kann ich auch mit geringen Spazierwegen von wenigen hundert Metern erreichen und beobachten.

Aber trotz des Egoismus, meine Ameisen will ich gut halten und nicht hältern, so wie ich auch einen Hund oder eine Katze artgerecht zu halten versuchen würde,
die Kolonien sollen gedeihen, auch wenn ich hin und wieder mal mit Ameisen experimentiere,
gut soll es ihnen gehen - womit ich sie nicht vermenschlichen will, "gut" ist schließlich Auslegungssache!

Ach Gott, jetzt komme ich ins Schwadronieren! :grin:


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