Dieb, das Risiko einer Etablierung ist garnicht so hoch wie man denkt.
Die es sind einige Ameisen nötig um eine Kolonie zu gründen. Auch eine Ameise dieser Art ist nicht in der Lage besonders lange alleine zu überleben, sie stirbt einfach.
Es sind schon 15-30 Ameisen nötig um eine neue Kolonie aufzubauen.
Die Ameisen können sich auch kaum gegenüber anderen Ameisen durchsetzen.
Außerdem gestaltet sich die Bekämpfung dieser Ameisenart sehr einfach.
Man muss nur viel Brut des Cheater Genotyps anbieten und schon bricht die Kolonie zusammen. Die Risiken von anderen Ameisen sind viel höher, werden aber nicht HIER verkauft. In Asien, besonders in China ist es nicht unüblich Pharaoameisen zu halten, obwohl diese dort äußerst lästige Schädlinge sind, hier hält sie niemand.
Übrigens überlebt bei weitem nicht jede Ameise im Haus.
Das Risiko von Ameisen die sich über Parthenogenese vermehren ist nicht so hoch wie man denken würde und keinesfalls höher als das von Ameisen mit einer herkömmlichen Königinnenkaste, zumindest schätze ich es nicht höher ein.
Ich stelle den Sinn des Verkaufs oder Kaufs dieser Ameisenart nur sehr stark in Frage, da sie weder besonders interessant ist (die Vermehrungsmethode ausgenommen) noch andere Vorteile mit sich bringt...
Naja das ich das Szenario stark übertrieben habe hab ich ja schon geschrieben.
Mir ist klar, das es noch viele andere Faktoren gibt, die berüchsichtigt werden müssen. Auch die einzelne Ameise war ein stark übertriebenes Beispiel, welches nicht auf die Goldwage gelegt werden sollte. Bei einem Ausbruch brechen, je nach Koloniegröße, üblicherweise auch mehrere Ameisen aus. Das da mal 10, 20 oder 30 ausbüchsen ist ja möglich.
Ein sich auskennender Ameisenhalter kann natürlich die Ameisen entsprechend bekämpfen. Aber täte das auch einer so, der es nicht weiß? - Oder bei dem ohne sein zutun die Ameisen eingezogen sind? ^^
Das obige Beispiel bleibt trotzdem grausig und aus der hintersten Ecke an den Haaren herbeigezogen.
Ich will einfach mehr Infos zu den Ameisen. Vorher vertrau ich dem Frieden nicht ^^
In dem o.g. AWiki-Beitrag verlinkt ist ein Haltungsbericht aus 2006 :
http://www.ameisenforum.de/exotische-arten/25217-pristomyrmex-pungens-haltungserfahrungen.html
Das jetzige Angebot im Internet lautet auf 3000-5000 Arbeiter für € 219.90.
Da ist es nicht schlimm, wenn rasch ein paar Hundert wegsterben: Eine unüberschaubare Masse bleibt es doch noch :D
Die Größe der Einzeltiere ist etwa die von Tetramorium aus der caespitum/impurum-Gruppe.
Natürlich sieht man nicht so viel wie bei Tetramorium, wo man immerhin die Königin ganz gut unterscheiden kann.
Die thelytoke Fortpflanzung geht ziemlich im Verborgenen vor sich: Wer wird schon regelmäßig ein paar Individuen sezieren um zu sehen, ob sie Eier gelegt haben? Oder histologisch aufarbeiten, um die Vorgänge bei der Zellteilung im Ovar zu verfolgen?
@ baumarkthammer: „Außerdem gestaltet sich die Bekämpfung dieser Ameisenart sehr einfach. Man muss nur viel Brut des Cheater Genotyps anbieten und schon bricht die Kolonie zusammen.“
Die bietet der Ameisenwelt-Anbieter aber m. W. nicht an? Und ob das schon mal jemand getestet hat?
„In Asien, besonders in China ist es nicht unüblich Pharaoameisen zu halten, obwohl diese dort äußerst lästige Schädlinge sind, hier hält sie niemand.“
Es würde mich brennend interessieren, woher die Information über die verbreitete Haltung von Pharaoameisen in China stammt! In D werden sie in Laboren gehalten, um Bekämpfungsmittel zu testen. Möchtegern-Privathaltern hat man es in diversen Foren auszureden versucht (hoffentlich mit Erfolg).
Ist es nicht so, dass in China, ebenso wie hier in Europa, eher die Pharaoameisen den Menschen halten? Die Befreiungsversuche unserer geplagten Mitbürger sorgen für einen beträchtlichen Teil des Umsatzes der Kammerjäger!
Lg,
derameisige
Da für mich diverse Begriffe meinen fachlichen Horizont überschreiten möchte ich mal eine Frage einwerfen.
Ist die Zahl der Eier die eine Arbeiterin legen kann in irgendeiner Form beschränkt?
@derameisige, ok ich muss eingestehen, das hätte ich vielleicht etwas vorsichtiger formulieren sollen.
Es sollte eigentlich heißen, dass ich es mir so vorstellen kann, getestet habe ich es noch nicht.
Die Information habe ich von einigen Haltern aus China. Ich hatte öfters mal Kontakt mit Haltern über Youtube und andere Medien. Dort werden die Tiere in kleinen Boxen gehalten, kleiner als unsere Heimchendosen, eine ganz andere und meiner Meinung nach sehr unschöne Haltungsvariante, die dort aber soetwas wie eine Tradition zu sein scheint...
Ich persönlich hoffe, dass niemand in den Genuss kommt privat diese Ameisen zu halten (Rede ist hier von Pharaoameisen), unsere kleine Gemeinde braucht nämlich nicht zusätzlich noch negative Schlagzeilen.
Der Preis ist in dem Shop total übertrieben, aber davon wollen wir mal hier nicht reden.
@Creature, ja ist sie. Bei diesen Ameisen gibt es eben auch Eileiter etc. die können nicht unbegrenzt Eier legen. Auch müssen die dazu nötigen Zellen erstmal erstellt werden etc.
Allerdings ist die Anzahl der möglichen Eier nicht durch die Anzahl der Spermien beschränkt, wenn das überhaupt eine Beschränkung ist bei anderen Ameisen.
Das Tempo des Eierlegens ist vorallem durch das Herstellungstempo der Eizellen gegeben, diese müssen bei der Art genau so gemacht werden wie bei Königinnen.
Aber die größte Beschränkung wird wahrscheinlich der Hunger sein, wie Erne schon gesagt hat.
Da jedes der Tiere Eier legen kann, und somit Königin ist, verliert sich doch die kollegtive intelligenz, da sie sich nicht gemeinsam kümmern, sondern nur um ihre eigen Brut.
Kollektive Intelligenz beschreibt doch eigentlich nur eine Form von Gruppendynamik, bei der Individuen irgendwie miteinander kommunizieren und/oder auf Aktionen ihrer Umgebung reagieren und damit in der Summe ein gewisses soziales Verhalten - auch der Mensch kann in Gesellschaften über kollektive Intelligenz verfügen (und das muss nichts mit kommunistischem Fanatismus zu tun haben)!
Auch kümmert sich jedes Tier um jede Brut. Die Ameisen können wahrscheinlich nicht zwischen ihrer eigenen und Brut von anderen Arbeiterinnen unterscheiden.
Neben kollektiver Intelligenz ist jedes einzelne Tier auch nicht hilflos. Man denke an Arten wie Harpegnathos oder Diacamma die darüber hinaus auch teilweise keine Königinnen Kaste im engeren Sinn haben. Da sind die Kolonien maximal 300 Tiere groß und überleben bestens.