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gambrinus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (22. Aug 2010 19:49)

Die "schilfartige" Orchideenarten, bei denen die "Zuckertropfen" bekannt sind heißen Cattleya, Cymbidium und Oncidium. Oncidium ornithorhynchum riecht übrigens sehr stark nach Vanille.

Markus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (28. Sep 2010 13:35)

Hi, da du dich gut mit Orchideen auskennst, könntest du vielleicht handelsübliche, günstige und leicht zu haltende Orchideen nennen?
Mir persönlich wäre dabei eine Pflanze mit langem Blütenstiel wichtig.
Falls du Lust und Muße hat, versteht sich!

gambrinus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (29. Sep 2010 14:14)

Wie hoch dürfen die Pflanzen werden? Cymbidium und Oncidium und Phalaenopsis können lange Blütentriebe ausbilden.
Bei den Cymbidium gibt es groß werdende Sorten, die > 50 cm werden können und andere werden nur knapp 30 cm hoch. Cymbidium bildet einen sehr dicken Blütenstiel aus, es gibt sie auch als Schnittblume.
Oncidium hat einen sehr dünnen biegsamen Blütenstiel. Ich habe bei diesen schon Blütenstiele von über 1 m erlebt, Oncidium wentworthianum blüht gelb (1,20 m lange Blütenstiele), Oncidium ornithorhynchum blüht violett bis rosenrot, Blütenstiel ca. 90 cm und riecht stark nach Vanille (eine meiner Lieblingsorchideen).
Beide Arten lassen sich im Zimmer pflegen, allerdings sollte man regelmäßig sprühen. Cymbidium kann im Sommer teilweise auch ins Freiland, mache ich persönlich nur bei den großwerdenden Pflanzen.

Phalaenopsis kann Blütenstiele mit einer Länge von 1 m entwickeln, allerdings finde ich, dass Phalaenopsis empfindlicher in der Haltung ist. Sie benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit, bei gleichzeitig wasserempfindlichen Wurzeln und ist sehr anfällig für Woll- und Schildläuse (vor allem bei Haltungsfehlern), wobei das nun wieder für Ameisen gut wäre :wink: Phalaenopsis verlangt durchaus einen geduldigen Halter.

So ich muß die Kinder abholen, wenn du noch mehr wissen möchtest, frag ruhig...

Markus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (29. Sep 2010 14:47)

Die Länge der eigentlichen Pflanze ist für mich eher unerheblich, da ich wenn, dann nur den wachsenden Blütenstiel ins Formicarium leiten würde (durch ein Loch in der Wand oder Ähnliches),
was aber wichtig wäre, wäre
-einfache Haltung, auch in Zimmerhaltung an der Fensterbank, ohne Heizung (Hybride schätze ich mal!?),
-Frohwüchsigkeit, insbesondere schnelles Wachstum der Blütenstiele,
-Blühfreudigkeit und
-natürlich auch nicht unerheblich, für mich persönlich sogar eine der wichtigsten Eigenschaften: hohe Nektarabgabe!
Dabei wäre es natürlich, um Platz zu sparen eher günstig, wenn die Blütenstiele recht kurz wären (aber schon so lange, dass man ihn in das Formicarium leiten könnte), dafür aber viele Blüten trügen, am Besten wäre natürlich immer ein Blütenstiel gefolgt von einem Nächsten.
Wobei: wenn Orchideenblüten ähnlich wachsen wie viele anderen Blütenstängel, dann dürften sie an einem Hindernis ohnehin abgelenkt werden, das sieht dann zwar nach einer Zeit nach einem ziemlichen Gewusel aus, aber die Optik ist für mich eher marginal, es soll hübsch aussehen, aber in erster Linie soll es funktionieren und den Tieren eine anhaltende, nachhaltige Futterquelle bieten!
Danke schon mal für deine Antworten,
aufgrund deiner Aussagen würde ich eher zu Oncidium ornithorhynchum neigen, wegen der Farbe und des biegsamen Blütenstiels...

gambrinus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (29. Sep 2010 19:54)

Orchideen und Frohwüchsigkeit ist eher unwahrscheinlich.... ;-)
Für dich ist wichtig zu wissen, dass die meisten Orchideen eine Ruhezeit durchmachen, in der sie Kraft für die Blütezeit sammeln, da die meisten Orchideen im Ursprung Epiphyten, sprich Aufsitzpflanzen sind.
Oncidium ornithorhynchum ist einfach in der Pflege, auf der Fensterbank, nicht genau über der laufenden Heizung und wenn möglich einen großen Untersetzer mit Blähton gefüllt darunter. Dadurch wird die Verdunstungsfläche erhöht und man muß nicht so oft sprühen. Der Standort sollte hell, aber nicht sonnig sein. Ich habe mehrere Orchideen auf einem Balkonkastenuntersetzer stehen.
Da du den Blütenstiel in das Formicarium leiten möchtest, wäre es für dich wichtig Pflanzen zu bekommen, die noch nicht blühen, sondern erst die Rispe ausbilden. Das müsste bald geschehen, da die Pflanzen normalerweise im (Nord)Winter ihre Hauptblütezeit haben.

Oncidium mit mehreren Blütenstielen ist nicht so selten, aber eher bei älteren Pflanzen zu finden.

Markus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (29. Sep 2010 20:55)

Danke für die Antwort...
Wie macht sich denn diese Ruhezeit bemerkbar, was löst sie aus, was löst die Blühphase aus?
Hauptblühzeit im Winter ist eher nachteilig, der Nektar sollte einer Kolonie dienen, welche Winterruhe einhält...
Nur Blühen sie aber auch sonst im Jahr, oder?
Wenn die Hauptblühzeit noch Frühling und Herbst streifen würde, könnte ich versuchen, dass sich Orchideennektar und extraflorale Nektarien von Zaunwicken ergänzen/abwechseln.
Oder ist es vielleicht möglich, den Pflanzen etwas vorzutäuschen?
So macht man es ja auch beim Weihnachtsstern, damit die zur richtigen Jahreszeit blühen.

Ich weiß, viele, vielleicht blöde Fragen...

gambrinus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (29. Sep 2010 21:08)

Oncidium ornithorhynchum blüht normalerweise November bis Februar, also genau zur Winterruhe.
Aber wie wäre es mit Oncidium wentworthianum, die Blüht auch im Sommer, allerdings Blütenstiele mit bis zu 1,2 m Länge...

Wenn du die Möglichkeit hast die Orchideen über 4 bis 6 Wochen kühler und trockener zu stellen, dann könnte es klappen ihnen eine falsche Winterruhe vorzuspielen...

Markus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (29. Sep 2010 21:15)

Die Länge der Blütenstiele... müsste ja wie gesagt noch gehen, wenn es nicht zu gerade sein soll!
Aber jetzt bin ich verwirrt: haben sie im Winter eine Winterruhe oder im Sommer?
Und wie viel kühler?

gambrinus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (30. Sep 2010 10:35)

Die (theoretisch) natürliche Ruhezeit fällt normalerweise auf unseren Sommer/Frühjahr, da die (natürliche) Hauptblütezeit in den "Nordwinter" fällt. Das merkt man auch, dass es die meisten (kleinblütigen) Orchideen ab Oktober/November im Handel findet. Mal jetzt ausgenommen Phalaenopsis, die bekommt man ja das ganze Jahr über zu kaufen.... Warum? Weil sie sich durch gewollte Haltungsfehler am einfachsten vermehren lässt, sie bildet bei zu wurzelfeuchter Haltung an den Blütenstielen neue Pflanzen.

Kühler bedeutet bei Oncidium ca. 17 °C, hell und möglichst trocken.

Markus: Re: Orchideen als Nahrungsquelle für Ameisen (30. Sep 2010 10:44)

Das ist gut, das entspricht meinen Zimmertemperaturen im Winter! :D

Ich werde mich dann mal zur Sicherheit nach Oncidium wentworthianum umsehen, kleinere Orchideen, welche schon blühfähig sind, gibt es ja auch ab und zu ganz günstig zu erwerben.

Danke!


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