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Emotion: Re: Das Ameisen Biotop #Part 1 die Idee (17. Mär 2009 01:09)

Geplant ist es mit Lasius n iger oder Myrmica rubra die beide Blattläuse züchten und Melken. Blattläuse vermehren sich sehr stark nur Infos ob sie die Blattläuse essen habe ich nicht, wenn nicht muss vielleicht noch eine andere Art intigriert werden. Dachte auch erst an weissen Asseln, allerdings vielleicht doch besser Einheimische da weisse Asseln nicht in unserer Umwelt leben können. Selbst wenn das Biotop so nicht funktioniert werde ich es dennoch versuchen.

Selbst wenn es nicht funktioniert bzw. nicht selbstständig ist, ist es sehr Intressand die Ameisen bei ihrere Blattlauszucht zuzusehen. :) Die Streuschicht aus Raubmilben und Springschwäntze ist wie gesagt nur ein Tip von einen User im Forum um Schimmel und bösen Milben vorzubeugen.

Zur Winterruhe gibt es da eigentlich kein Problem da ja alles Einheimische Tiere sind. Die nötigen Tierchen findet man am besten im Sommer.

jkiefer: Re: Das Ameisen Biotop #Part 1 die Idee (17. Mär 2009 07:32)

Hallo,

leider kann ich euren Enthusiasmus nicht teilen, es wird nicht funktionieren, an ähnlichen Projekten sind schon ganz andere und sehr erfahrene Halter gescheitert.
Selbst diese Ecospheren funktionieren nicht immer, auch wenn sie im Labor gefertigt werden. Denn allein wenn Temperatur und/oder die Lichtverhältnisse nicht einigermaßen stimmen kippt auch dieses System sehr schnell. Und ein Ameisenbiotop kriegst du mit Sicherheit nicht einmal annähernd so perfekt hin. Das heißt du wirst auf alle Fälle nachfüttern müssen, bewässern und und und...

Auch die Blattlauszucht hat noch kein einziger Ameisenhalter wirklich hingekriegt. Hierzu solltest du dir einmal das durchlesen: http://www.ameisenwiki.de/index.php/Blattlaus
Die Kolonie rein durch Blattläuse zu ernähren wird also nicht funktionieren, da du erstens immer lebende Pflanzen brauchst, die du sehr oft wechseln musst da Blattläuse ohne natürliche Feinde diese innerhalb kürzester Zeit töten würden, und zweitens keine Ameise freiwillig ihren Zucker für das bisschen Protein opfern wird. Auch reicht es schon das du eine einzige Marienkäferlarve zufällig in deinem Biotop hast um alle Blattläuse in wenigen Tagen zu verlieren. Auch ist fraglich ob eine Kolonie, die in der Natur mehrere Quadratmeter benötigt um ihren Futterbedarf zu decken, dies in einem kleinen Formicarium schafft.

Was mit deinem Biotop noch am ehesten zu vergleichen ist, sind zum Beispiel diese Becken:
http://www.philadb.com/ameisenbecken/
http://www.ameisenforum.de/europaeische-arten/34793-gemeinschaftsbecken-wald-kiesgrubenrand-erfahrungen.html
und selbst hier muss auf alle Fälle zugefüttert werden, ausserdem braucht man eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich, muss immer wieder einzelne Tierpopulationen manuell stutzen (z.b. Kellerasseln) und teilweise neu bepflanzen bzw. Samen aussähen.

Einzig Arten wie manche Temnothorax sp. und vielleicht noch Ponera coarctata, Myrmecina graminicola könnten sich in einem entsprechenden Biotop selbst ernähren, da sie hauptsächlich von Springschwänzen, Milben und anderen Kleinstorganismen leben, die sich bei guten Bedingungen rasant vermehren können und sich dabei von Pflanzenresten, Bakterien, Pilzen und Aas ernähren. Hier könnte es möglich sein ohne Zufütterung auszukommen wenn genug von ihrer Beute vorhanden ist.
Allerdings sind all diese Arten nicht gerade für ihre Größe und Aktivität bekannt, tatsächlich wirst du sie in einem geeigneten Biotop mit genug Futter, welches selbst für nur eine dieser Kolonien mindestens 50x50cm Grundfläche betragen sollte um eine ausreichende Futtermenge zur Verfügung zu haben, so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

MFG

baumarkthammer: Re: Das Ameisen Biotop #Part 1 die Idee (17. Mär 2009 16:41)

Alleine wenn man Wasser zuführt ist es schon kein eigenständiges Biothop mehr. Das größte Problem wird es sein den Zyklus der Lebewesen aufeinander abzustimmen. Einerseits vermehren sich die Ameisen sehr stark, andererseits sterben die meisten Blattläuse wenn der Winter hereinbricht, demnach ist es nicht mit einheimischen Arten möglich.
Das Problem der kleinen Fläche ist zu lösen, da viele Pflanzen bei genügend Licht quer durcheinander wachsen können.
Im diesen Kugeln ist es so das sogar Luft erzeugt wird, dies ist zwar auch in einer Ameisenkugel zu schaffen aber nicht so gut. Was allerdings leichter ist, ist der Faktor der Ernährung, denn eine hiesige Blattlaus hat die schnellste Vermehrungsrate der Welt (leichte übertreibung, allerdings gehört sie zu den fleißigsten), also würde ich erst einmal ein Biothop nur aus Marinenkäfern und Blattläusen machen (auch bei einer eventuellen Ausrottung der einen Art können sich die Blattläuse theoretisch erhalten, da sie oft Eier bunkern), da Marinenkäfer hervorragende Eiweißliferanten sind und sie haben die selben Ruhephasen wie Blattläuse und Ameisen, also könnten alle 3 zusammen Leben. Ein weiteres Problem wäre ebenfalls die zunehmende Vermüllung des Lebendraumes durch Abfälle. (an dieser Stelle sei gesagt, dass Blattläuse so entwickelt sind das sie eine Ausrottung durch Marinenkäfer verhindern sie vermehren sich unglaublich schnell und sie legen jedes Jahr Eier auf Vorrat unter Rinde etc., können wenn es nötig ist ihr Geschlecht wechseln).
Ich halte ein solches Biothop für generell möglich, ABER es würde viele Jahre in der entwicklung brauchen und auch dann nur bedingt funktionieren.
Es wäre verdammt viel Arbeit und ein Dr. Titel wäre dazu nicht ganz unpraktisch ^^


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