Hallo,
ich war heute Nachmittag unterwegs, um mal
zu Erkunden, was denn so für Ameisen bei mir
in der Nähe leben.
Hab auch einige schöne gefunden: Lasius emarginatus,
Temnothorax sp. (wahrscheinlich nylanderi) Myrmica sp.
(höchst wahrscheinlich rubra) und eben eine Formica Art.
Mit relativer Sicherheit "Formica sanguinea". Nur macht
mich ihr Lebensraum etwas stuzig und so der Pro beim
Bestimmen bin ich auch absolut nicht, hab erst gedacht das
wären Camponotus ligniperda ^^ bis mir dann aufgefallen
ist, das die Köpfe der Ameisen auch rot sind - etwas dunkler
als der Thorax. Und nur gut unter Licht zu sehen.
Das Nest befindet sich in einem totem Baumstumpf -
Blitzeinschlag... Direkt neben einem offenem Feld, also
sehr sonniger Standort. Allerdings zeigt der Eingang
ziemlich genau gen Westen. Nur einige Grad Abweichung.
Naja, ich schrieb dies eigentlich nur weil ich gerne wissen
möchte, ob Formica sp. (sanguinea) auch im Totholz leben.
Konnt auf den einschlägigen Seiten leider nich viel, bis gar nichts,
zu den Nistgewohnheiten von F. sanguinea finden.
Nur das die wohl ihren Standort ziemlich von ihrern Sklaven
abhänig machen. Aber lebt denn beispielsweise F. fusca
im Totholz oder andere Sklavenameisen? Jetzt fällt mir
auch gerade auf das ich keine anderen Ameisen dort gesehn
habe, zumindest keine die als Sklaven für F. sanguinea in
Frage kämen.
Naja noch mal meine Frage ^^ Leben Waldameisen im Totholz?
Und mit welcher Art oder, da ich mich bei Formica wirklich wenig
auskenne, also nicht mal die Gattung auf Anhieb bestimmen konnte,
mit welcher Gattung könnte ich sie verwechseln? Aber eigentlich
bin ich mir recht sicher, das es zumindest Formica ist, da bei
diesen Ameisen die Gaster nur aus drei "Segmenten" besteht und
das bei allen Formica Arten so war die ich mir heute im Netz so angeschaut habe.
Und noch ne abschließende Frage für die ich keinen extra Thread
eröffnen wollte, die mich aber schon seit geraumer Zeit beschäfftig:
Wo halte ich am besten nach Camponotus Nestern ausschau.
Lieber wirklich im Wald oder kommen die auch häufiger in
Parks, oder andern Waldähnlichen Habitaten vor?
Ok, das war es erstmal. Ich hoffe das ganze ist nich zu wirr,
wenn doch möge man es mir bitte zu dieser späten Stunde verzeihen.
Ps.: Vielleicht findet Herr Wiseman ja mal Zeit diese Art mit mir genauer
zubestimmen. Wenn Sie mal Zeit haben, können Sie sich gerne mal bei
mir melden. Wenns mich weiterhin beschäftigt übernehme ich den Part ^^
So und für alle die es erst heute Nachmittag lesen: Schonmal ein
schönes Wochenende, für alle anderen natürlich auch ;)
Hallo,
Myrmecia sp.
(höchst wahrscheinlich rubra)
Ui, cool, jetzt gibt es in Sachsen also schon freilebende Bullants?! :grin:
(Myrmica meintest du, nicht?
Hallo,
Wo halte ich am besten nach Camponotus Nestern ausschau.
Lieber wirklich im Wald oder kommen die auch häufiger in
Parks, oder andern Waldähnlichen Habitaten vor?
Südwestliche Waldränder (Nadelwald) sind schon mal einen Blick wert. Ein gutes Indiz sind auch die Stellen, an denen sich der Specht zu schaffen gemacht hat (Löcher in den Bäumen). Da sucht der Specht nämlich nicht nach den berühmten Käferlarven. Die fressen ja meist nur direkt unter der Rinde. Die tiefen Löcher macht der Specht um an die Ameisen zu gelangen. :wink: Camponotus herculeanus findet man so bei uns eine ganze Menge (Erzgebirge).
Ciao, JoFausK.
Hallo,
Myrmecia sp.
(höchst wahrscheinlich rubra)
Ui, cool, jetzt gibt es in Sachsen also schon freilebende Bullants?! :grin:
(Myrmica meintest du, nicht?
Natürlich meinte ich Myrmica ^^ ich kann mir diese Buchstabenkombo
einfach nich merken... :roll: habs gleich editiert.
Hallo Philsen,
natürlich leben Waldameisen im Totholz. Der Kern der meisten Kuppelbauten besteht aus einem abgestorbenen Baumstubben, der mit Gängen und Kammern durchzogen wird. Manchmal errichten sie ihre Nesthügel auch über umgestürzten Baumstämmen oder gar über einer hölzernen Sitzbank (habe selbst schon Fotos gesehen) bzw. herumliegenden Brettern.
Raptimformica sanguinea ist relativ flexibel, was den Neststandort angeht. Fast immer erstreckt sich aber ihr Nest zumindest teilweise in Totholz. Die Errichtung einer Nestkuppel erfolgt bei dieser Art häufig nur rudimentär und meist nur an beschatteten Standorten. Sonnenexponierte Nester kommen oft gänzlich ohne Nesthügel aus.
Sklaven müssen nicht zwangsläufig vorhanden sein, da diese Art ein fakultativer Sklavenräuber ist, d. h. sie kann auch gänzlich ohne Sklaven leben.
Allerdings sind die Sklaven manchmal auf den ersten Blick auch nicht als solche zu erkennen, da Raptiformica sanguinea nicht nur Serviformica sp. -Nester überfällt, sondern auch Nester anderer Waldameisen, wodurch eine Unterscheidung zwischen Sklaven und "Herren" bei flüchtigem Hinschauen schwierig werden kann.
Ciao, Wiseman!